miteinander Zeitschriften-Archiv
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1-2/2012: Trauer um Prälat Müller Das Canisiuswerk und die Redaktion seiner Zeitschrift "miteinander" trauern um Chefredakteur Wilhelm Müller, der am Abend des 17. Jänner 2011 von Gott in die ewige Heimat abberufen wurde.
1-2/2012: miteinander 1-2/2012 Ausgabe Januar-Februar 2012
1-2/2012: LEIT-GEDANKEN Es ist so selbstverständlich und doch äußerst kompliziert. Wir tun es hunderte Male am Tag, ohne zu wissen, was da eigentlich vor sich geht. Wir reden.
Unser Verstand will etwas ausdrücken und formt das entsprechende Wort. Unser Mund spricht es aus. Ohr und Verstand eines anderen nehmen es auf. Aber das Wort, das wir gesprochen haben, bleibt bei uns, auch wenn es ausgesprochen wurde. Sein Inhalt, sein Sinn, sein Wesen bleibt bei dem, der es ausspricht. Es gehört ihm. Es ist Ausdruck seines Denkens. Er verliert nichts, auch wenn es ein anderer empfängt und durch das, was er erhält, verändert wird. Er kann durch das Wort getröstet oder gekränkt werden. Er kann das Wort als bloße Information oder als Botschaft für sein Leben empfangen.
Befinden sich Sprecher und Hörer auf der gleichen Sprachebene, dann transportiert das Wort nicht Laute, die unverständlich sind. Das Wort vermittelt Sinn. Es drückt aus, was der andere meint. Es vermittelt Einsicht in das, was den anderen bewegt. Es tut kund, was er will.
Das Wort wird ausgesprochen und wird zum Besitz dessen, der es hört. Das Wort wird ausgesprochen und bleibt doch bei dem, der es spricht. Es entfaltet seine Kraft, indem es ausgesprochen wird.
Gott, so sagt die Bibel, begibt sich auf unsere Sprachebene. „Das Wort“ kommt in die Welt. Es nimmt die Knechtsgestalt der Vokale und Konsonanten einer bestimmten Zeit, Geografie und Kultur an. Viele bleiben an dieser Knechtsgestalt hängen. Sie hören das Wort, erfassen aber nicht seinen Sinn. Was Botschaft ist, bleibt für sie Information. Sie überhören, dass „das Wort“ etwas von Gott sagt. Es sagt, was er denkt. Es sagt, was er will. Es sagt, wie er ist.
Das Wort bleibt bei dem, der es ausspricht. Den, der seinen Sinn erfasst, verändert es.
Wilhelm Müller
1-2/2012: Was Weihe und Leitung miteinander zu tun haben Alles beginnt mit der Einsicht: Weil die Kirche eine Gemeinschaft von Menschen ist, benötigt sie eine Leitung; weil die Kirche nicht nur eine menschliche Gemeinschaft ist, sondern eine göttliche Stiftung, sieht auch die Leitung in ihr zum Teil anders aus als in rein menschlichen Institutionen.
Leiten – was ist das?
Bevor man diesen Gedanken weiterverfolgt, muss man eine Antwort auf die Frage suchen: Was heißt eigentlich „leiten“? Unter „leiten“ versteht man im Allgemeinen, Maßnahmen zu setzen, die notwendig sind, damit eine Gemeinschaft oder Institution ihrem Auftrag beziehungsweise Ziel entsprechend handelt und wirksam wird. In diesem Sinn leitet eine Direktorin eine Schule, eine Managerin einen Wirtschaftsbetrieb, ein Dirigent ein Orchester usw. Leitung bedeutet eine spezifische Verantwortung und schließt nicht aus sondern ein, dass auch andere auf ihre Weise Verantwortung übernehmen – als Musikerin, als Arbeiter, als Lehrerin. Und selbstverständlich gibt es bei größeren Einheiten neben der Gesamtleitung auch die Leitung von Teilbereichen. Das alles gilt auch für die Kirche. Und das deshalb, weil die Kirche nicht nur, aber auch eine Institution ist, die aus Menschen besteht…
Bernhard Körner
1-2/2012: Neu in Horn Da ich seit September 2011 zweiter Rektor des Propädeutikums in Horn bin, bin ich gebeten worden, mich in einem Beitrag kurz vorzustellen und von meinen ersten Eindrücken in Horn zu berichten.
1963 geboren, bin ich im Weinviertel, in Engelmannsbrunn bei Kirchberg am Wagram (NÖ), als Sohn einer Weinhauerfamilie aufgewachsen und in dieser sehr lebendigen Pfarrgemeinde „groß geworden“. Schon sehr früh habe ich meine Berufung zum Priester entdeckt und bin diesem Ruf gefolgt. Viele Menschen aus meiner Heimatpfarre haben mich von Anfang an mit ihrem Gebet begleitet und interessiert an meinem Werdegang Anteil genommen…
Franz Bierbaumer
1-2/2012: Gesamtzahl der Seminaristen im Studienjahr 2011/12 Stand 1. November 2011
1-2/2012: Gut, dass es die Pfarrgemeinderäte gibt! Die Neuwahl der Pfarrgemeinderäte, die in ganz Österreich am 18. März 2012 bevorsteht, löst Unruhe aus. Wer wird bereit sein, zu kandidieren? Wer wird wählen gehen? – Warum sollen wir uns das antun, anstatt einfach weiterzumachen wie bisher?! Auch das Motto irritiert nicht wenige: „Gut, dass es die Pfarre gibt!“ – In Zeiten wie diesen, wo die Pfarrer immer weniger werden und über verschiedenste Formen der Zusammenlegung geredet wird?! Gut, dass es die Pfarre gibt? – Warum eigentlich? Die Irritation durch die Wahl ist nachvollziehbar. Denn diese fordert alle fünf Jahre einen kleinen oder größeren Aufbruch, einen Aufbruch zu den Menschen mit einer sehr konkreten Anfrage und mit sehr konkreten Antworten. Wen sprechen wir an, und wer ist bereit? – Die Wahl macht die Probe auf’s Exempel. Und das sind wir nicht recht gewohnt.
Noch dazu erscheint die Wahl wie ein Fremdkörper im Leib der Kirche: ein demokratischer Vorgang? Wäre es nicht einfacher, der Herr Pfarrer sucht sich „fähige Leute“, die ihm „helfen“? – Viele Fragen und Vermutungen. Der Vorgang der Wahl hat viel zu tun mit Glauben und Vertrauen…
Wolfgang F. Müller
1-2/2012: Gesicht und Stimme in jeder Pfarrgemeinde Aus jeder vierten Pfarre der Diözese St. Pölten wurden nach den vergangenen PGR-Wahlen Verantwortliche für Berufungspastoral gemeldet. Das heißt, es gibt über 125 Pfarrbeauftragte in dieser Diözese. Derzeit laufen die Vorbereitungen, wie das ehrgeizige Ziel erreicht werden kann, in jeder Pfarre unserer Diözese für Berufungspastoral verantwortliche Frauen und Männer zu gewinnen.
Jeder ist gefordert
„Was hat diese Person zu tun? Wer lässt sich dafür namhaft machen?“ Oft haben allein schon diese Fragen eine Änderung des Bewusstseins im PGR herbeigeführt, zumindest kurzfristig. Denn vielen ist schnell klar geworden: Berufung geht uns alle an! Berufung ist zentraler Inhalt unseres Glaubens…
Gerhard Reitzinger
Der Pfarrbeauftragte für Berufungspastoral trägt die Verantwortung, die eigene Berufung überzeugend in der Familie, in der Ehe und im Beruf zu leben. Durch diese Vorbildwirkung sollen auch andere ihre eigene Berufung spüren und dazu eingeladen werden, den Weg des Glaubens und der Nachfolge zu gehen…
Manuela Kerndler, Oberwölbling
1-2/2012: Christsein auf der Arabischen Halbinsel Eine zurückhaltende, aber sehr lebendige Kirche
Mit der Arabischen Halbinsel verbindet man unendlichen Ölreichtum. Dass in den streng muslimischen Golfstaaten aber Millionen von Christen und Christinnen leben, ist völlig unbekannt. Paul Hinder, Bischof von Südarabien, stellt seine Kirche vor.
Als Europäer muss man sich immer wieder ins Bewusstsein rufen: Auf der Arabischen Halbinsel, um mit Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saudi-Arabien nur die bekanntesten Länder zu nennen, leben unter den 60 Millionen Einwohnern vier Millionen ChristInnen. Drei Millionen davon sind katholisch. Gläubige aus einhundert Nationen gehören zur katholischen Diözese von Paul Hinder: vor allem aus Asien, in der großen Mehrheit von den Philippinen und aus Indien, aber auch aus Syrien und dem Libanon. Sie haben jene Jobs, die Einheimische nicht machen: Hunderttausende Frauen arbeiten als rechtlose Hausangestellte und unzählige Männer als Bauarbeiter, die oft in eigenen Camps leben müssen…
Josef Wallner
1-2/2012: Eine Säule der Ökumene Mit seinem Tod am 18. Oktober 2011 verlor Österreich eine „Säule der Ökumene“. Ein Nachruf auf den griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos.
Die ökumenische Zusammenarbeit mit den Kirchen in Österreich und die Verwurzelung in der eigenen orthodoxen Tradition, für die er in der Öffentlichkeit immer wieder Zeugnis ablegte und die sich besonders in seiner seelsorgerischen Tätigkeit zeigte, gehörten zu den prägenden Merkmalen von Metropolit Michael Staikos. Einen Monat vor seinem 65. Geburtstag ist der höchste Repräsentant der orthodoxen Kirche in Österreich gestorben und hinterlässt eine große Lücke – nicht nur innerhalb seiner Kirche…
Daniel Podertschnig
1-2/2012: Brücke zum Osten Weihrauch durchzieht den Kirchenraum. Überall funkeln und glänzen goldene Ikonen und leuchten kleine Kerzen. Feierlicher Gesang verbreitet eine meditative Stimmung. Eindrücke, die viele nur aus dem Urlaub in Griechenland oder in Osteuropa kennen. Und doch kann diese ostkirchliche Atmosphäre auch an einem Ort erlebt werden, an dem man es nicht vermuten würde. Im niederösterreichischen Prämonstratenser Chorherrenstift Geras wird einmal im Monat Gottesdienst in der byzantinischen Form gefeiert…
Daniel Podertschnig
1-2/2012: Ein Opernfan Musik und Handlung
Opern sind eine interessante Kunstgattung: Eine dramaturgische Handlung wird durch Orchestermusik und Gesang dargestellt. Ob es sich dabei um eine Liebesgeschichte, um peinliche Verwechslungen, um Intrigen oder Mord handelt: Meist wird eine Spannung aufgebaut, die dann in der einen oder anderen Weise zu einer Lösung gelangt.
Fans hören sich Opern in ihrem Leben mehrmals an. Dass sie die Handlung bereits kennen und wissen, wie alles ausgeht, stört sie nicht. Es geht dabei ja um die Musik. Allerdings gibt es diese Musik nicht ohne die Handlung. Insofern ist diese auch wichtig. Beides gehört zusammen.
Suchen und finden
Im ersten Kapitel des Markusevangeliums wird berichtet, dass Jesus heilt und Dämonen austreibt. Daher suchen die Menschen seine Nähe und wollen von ihm berührt werden. Er zieht sich jedoch zum Gebet zurück und lässt die Suchenden allein. Dass ihm seine Jünger deshalb Vorwürfe machen, ändert nichts an seinem Verhalten. Vielmehr beschließt er, überhaupt weiterzuziehen. Offensichtlich ist es für ihn ausreichend, gesucht zu werden. Dass er auch gefunden wird, scheint für ihn nicht entscheidend zu sein.
Bei der Aufführung einer Oper ist die Handlung in die Musik eingebettet. Ohne diese Handlung gibt es keine Oper. Gleichzeitig ist aber die Musik der eigentliche Grund, weshalb Menschen in die Oper gehen. Ähnlich verhält sich das Zueinander von Suchen und Finden. Das Suchen ist in das Finden eingebettet. Wer nicht sucht, kann Jesus auch nicht finden…
Peter Schipka
1-2/2012: Annäherung an Jesus Nach einem Aufenthalt am Sinai vor einigen Jahren mit Wandern und Schweigen in der Wüste war mir klar, dass es keine der üblichen Pauschal-Gruppenreisen sein konnte, wie ich mich Israel, der Heimat Jesu, nähern wollte. Da fiel mein Blick auf eine Ausschreibung: „Exerzitien am See Gennesaret“.
Die Bibel ist die Ur-Kunde unseres Glaubens. Sie gibt ein faszinierendes Zeugnis von der Begegnung Gottes mit den Menschen und ist auch im 21. Jahrhundert Leben spendende Quelle und Richtschnur. Die Bibelwissenschaft in all ihren Facetten hat in den vergangenen Jahrzehnten vieles erschlossen und (neu) verständlich gemacht. Biblische Texte in ihrer „Heimat“ zu lesen und zu bedenken, hat aber eine besondere Qualität. Schon der Kirchenlehrer Hieronymus, der Vater der „Vulgata“, sprach im vierten Jahrhundert von der Landschaft Israels beziehungsweise Palästinas als dem „Fünften Evangelium“. Hier eingebettet, bekommen auch vertraute Bibelstellen eine unmittelbare Zugänglichkeit…
Kurt Schmidl
1-2/2012: Hildegard Burjan - eine ungewöhnliche Selige Wenn zu Beginn des Jahres 2012 Hildegard Burjan im Wiener Stephansdom seliggesprochen wird, bedeutet das nicht nur für die von ihr gegründete Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis (CS), die vielen haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der CS und die Erzdiözese Wien eine große Freude, sondern darüber hinaus für viele Menschen in Kirche und Gesellschaft.
Mit Spannungen leben – das Motto der Seligsprechung
Das Leben Hildegard Burjans war von vielfältigen Spannungen1 geprägt: zwischen Politik und Kirche, zwischen Ehe, Familie und Gründung einer Schwesterngemeinschaft, der sie bis zu ihrem Tod als verheiratete Frau vorstand, zwischen Verpflichtungen in einem gutbürgerlichen Haushalt und dem Engagement für die Ärmsten der Gesellschaft, zwischen ihrem einfachen Glauben und dem tatkräftigen Auftreten als Frau in der Kirche, zwischen der Hilfe für Einzelne und nötiger Strukturveränderung, zwischen Zeiten der Ruhe, die ganz dem Gespräch mit Gott gehörten, und ihrem vielfältigen Engagement, zwischen Gottvertrauen sowie großem persönlichen Einsatz. Mutig hat sie sich in männerdominierte Bereiche vorgewagt, um der Sache willen über Parteigrenzen hinweg für soziale Gerechtigkeit gekämpft und sich gegen so manchen Widerstand für Menschenwürde stark gemacht…
Sr. Maria Judith Tappeiner CS
1-2/2012: Vom Augenzeugen zum Anwalt Vor fünfzig Jahren, am 11. Oktober 1962, eröffnete Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil. Einer, dessen Leben von dieser entscheidenden Weichenstellung in der Kirche bestimmt worden ist, ist der heute 80-jährige em. Wiener Weihbischof DDr. Helmut Krätzl.
Unter jenen Menschen, die am 28. Oktober 1958 am Petersplatz in Rom gespannt den Ausgang des Konklave erwarteten, befand sich auch ein junger Priester aus Wien. Helmut Krätzl, der 27-jährige Zeremoniär des neu im Amt befindlichen Wiener Erzbischofs Dr. Franz König, war genauso verblüfft wie alle anderen am Platz Versammelten, als ein bieder wirkender, rundlicher Mann als neuer Papst auf die Loggia trat. Doch gerade Johannes XXIII., der anfangs als „Übergangspapst“ gehandelt wurde, sorgte durch die Ankündigung eines Konzils, bereits wenige Wochen nach seiner Wahl, für entscheidende Weichenstellungen in der Kirche. Als am 11. Oktober 1962 das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet wurde, war Helmut Krätzl wieder in Rom. Gemeinsam mit den Synodenvätern durfte er als Konzilsstenograf in den Petersdom einziehen…
Ingeborg Schödl
1-2/2012: An der Straßenkreuzung des Lebens „Es braucht Mut, um Menschen auf ihre Berufung anzusprechen“, betonte der Göttweiger Abt Columban Luser bei der Wallfahrt der Berufungspastoral der Diözese St. Pölten nach Maria Langegg am Samstag, dem 22. Oktober 2011. Bei kaltem, aber sonnigem Wetter marschierten hundert Teilnehmer auf dem Jakobsweg von Unterbergern zum Wallfahrtsort im Dunkelsteinerwald. Auf dem 13 Kilometer langen Fußweg gab es zahlreiche geistliche Impulse und die Möglichkeit, bei Gesprächen und Gebeten über Entscheidungen nachzudenken und ungezwungen das Leben zu reflektieren. Neben Abt Columban Luser und Bischofsvikar Gerhard Reitzinger, der in der Diözese die Berufungspastoral leitet, gab es mehrere Priester und Ordensfrauen als Ansprechpersonen…
Wolfgang Zarl
1-2/2012: Die sehr merkwürdige Berufsbezeichnung Eine beliebte Fernsehsendung war lange Zeit das „Heitere Beruferaten“. Es ging dabei natürlich nicht um alltägliche Berufe. Einen Bäcker hätte man in dieser Sendung ganz sicher nicht auftreten lassen, sicher aber einen Schiffsschaukel-Bremser.
Im Mk-Evangelium des dritten Sonntags findet sich ein Beruf, bei dem man erst einmal schlucken muss. Jesus sagt zu Simon und Andreas: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ In meinen Akten gibt es zwei amtliche Angaben über meine Berufe. Im Gesellenbrief von 1952 steht „Maurer“. Das ist klar, da kann man sich etwas darunter vorstellen. Mein Abschluss als Theologe 1960 wird in meinem Studienbuch bestätigt und so kommentiert: „Seine Führung gab zur Beanstandung keinen Anlass.“ So bin ich also beruflich Maurer und Theologe…
Klaus Weyers
1-2/2012: Ein guter Draht Er stellt sich den Fragen der jungen Welt, jeden Tag aufs Neue, jeden Tag auf andere Weise. Zu Pater Siegfried M. Kettner kommen Jugendliche und junge Erwachsene, die mit ihm über ihren Glauben sprechen, die ihr Glaubensleben aber auch aktiv gestalten. Einige von ihnen begleitet er auf ihrem Weg zum Priester oder in eine Ordensgemeinschaft. Der 48-jährige Salesianer Don Boscos leitet das Wiener Don Bosco Haus und die Berufepastoral des Ordens in Österreich…
Sophie Wöginger
1-2/2012: Multireligiöse Welt und christliches Zeugnis „Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche. Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen/ihren Glauben in der Welt zu bezeugen. Es ist jedoch wichtig, dass dies im Einklang mit den Prinzipien des Evangeliums geschieht, in uneingeschränktem Respekt vor und in Liebe zu allen Menschen.“*
Mit diesen Worten beginnt ein Dokument, das in seiner Art bis jetzt einzigartig ist. In den vergangenen fünf Jahren fanden Gespräche zwischen dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog und der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) statt. Die drei Einrichtungen vertreten Orthodoxe, Katholiken, Anglikaner, Protestanten, Evangelikale, Pfingstler und unabhängige Kirchen, die zusammen rund zwei Milliarden Mitglieder zählen und damit fast 90 Prozent des weltweiten Christentums repräsentieren. Anlass und Inhalt der Gespräche war die Frage, wie Mission heute stattfinden kann und soll…
*Das gesamte Dokument ist abrufbar unter: http://www.oikoumene.org/de/dokumentation/documents/oerk-programme/interreligious-dialogue-and-cooperation/christian-identity-in-pluralistic-societies/das-christliche-zeugnis-in-einer-multireligioesen-welt.html
Johannes Sinabell
1-2/2012: Echte Freude steckt an Die Freude der Apostel, die Freude der Heiligen und auch die Freude der ChristInnen, die heute die Nähe Gottes in ihrem Leben erfahren haben, … sie steckt an. Im Gespräch mit wenig christlich sozialisierten jungen Menschen fällt immer wieder auf, wie selten sie so etwas wie „eine Erfahrung der Freude“ in der Kirche vermuten. Umso überraschter reagieren Jugendliche, wenn sie „Menschen der Kirche“ persönlich kennenlernen, die ihnen mit großem Interesse begegnen, die offen über Glauben und Zweifel sprechen können und die in ihrem Leben Freude ausstrahlen.
Weniger Papier – mehr direkte Kontakte
Es ist Zeit für persönliche Begegnung und Begleitung junger Menschen. In diese Richtung zeigt die Kompassnadel im Vorarlberger Team für Berufungspastoral. Alle Aktivitäten werden daraufhin ausgerichtet: „Wir wollen alles tun, was die persönliche Begegnung der jungen Menschen mit Gott fördert“, sagt der Diözesanadministrator der Diözese Feldkirch, Dr. Benno Elbs…
Martin Fenkart
1-2/2012: Für Sie gelesen Predigten zum Lesejahr B
Wie kann ich heute Christ sein? Was sagt mir die Bibel? Was bedeuten kirchliche Feste, und welchen Bezug haben sie zu meinem Leben? Die gesammelten Predigten zum aktuellen Lesejahr von Johann Pock entstanden für konkrete Gottesdienste in Pfarrgemeinden in Österreich undDeutschland. Als Bibliker und Pastoraltheologe macht Pock die Hintergründe der biblischen Texte verständlich und schafft es, die grundlegenden Aussagen zu Leben und Glauben herauszuschälen und damit eine Brücke zu den Erfahrungen, Sehnsüchten und Fragen von Menschen unserer Zeit zu schlagen…
Doris Fürsatz
Johann Pock, Die Zeit ist erfüllt! (Mk 1,15) – Predigten zum Lesejahr B, Glauben und Leben Bd. 58, LIT-Verlag, 182 Seiten, € 20,50 (ISBN 978-3-643-50340-4)
Kinder erfragen das Leben
Kinder durch Bücher behutsam zum Schauen und Betrachten hinzuführen, ist heute nicht mehr so einfach, denn die Vielfalt der Medienwelt mit ihrer rasanten Bildfolge ist zu einer großen Konkurrenz geworden. Um die Welt zu entdecken, braucht es aber Zeit und vor allem die Möglichkeit, Fragen stellen zu können. Kinderfragen bedeuten für Erwachsene oft eine erhebliche Herausforderung. Wer weiß so schnell darauf eine Antwort: Wer dreht den Wind? Oder – wer beschützt den Schutzengel?
Der bekannte Kinderbuchautor Heinz Janisch sowie die Illustratorin Linda Wolfsgruber haben einige mögliche Fragestellungen in einem Gute- Nacht-Buch aufgegriffen, das Erwachsenen eine intensivere Auseinandersetzung abverlangt. Kindern die Welt und die Schöpfung zu erklären, ist eben nicht einfach. Es zu versuchen, lohnt sich aber.
Mit Beziehung, Liebe, Trennung und Versöhnung setzt sich das zweite im Wiener Dom-Verlag erschienene Kinderbuch auseinander. Klara und Hermann, zwei Flamingos, sind seit Jahrzehnten ein Paar. Und dann passiert es – Hermann verguckt sich in eine Tüpfelhyäne. Klara ist gekränkt und fliegt in ihrem Schmerz ans Ende der Welt. Was sie dort bei den Pinguinen erlebt, vor allem wie man seinen Kummer „mistgabeln“ kann, erzählt Susanne Vettiger und illustriert Renate Habinger. Ein Buch, das auch Erwachsenen zum Thema Trennung und Versöhnung einiges vermitteln kann.
Ingeborg Schödl
Heinz Janisch, Linda Wolfsgruber, Wo hört das Meer auf? (ISBN 978-3-85351-231-9)
Susanne Vettiger, Renate Habinger, Wenn Pinguine Tango tanzen (ISBN 978-3-85351-232-6)
Beide Bücher sind im Wiener Dom- Verlag erschienen, richten sich an Kinder ab fünf Jahren und sind zum Preis von jeweils € 14,90 erhältlich.
Ein Leben für das Theater
Er zählt zu den großen Charakterdarstellern des deutschsprachigen Theaters. Gert Voss hat als König Lear, Richard III., Othello oder Macbeth auch an den österreichischen Staatsbühnen Theatergeschichte geschrieben. Nicht nur mit Klassikern, sondern auch mit der Gestaltung von Thomas-Bernhard-Figuren setzte er unverwechselbare Akzente. Zu seinem 70. Geburtstag im Oktober 2011 erschien eine Autobiografie, in der er über sein Leben am und für das Theater erzählt…
Ingeborg Schödl
Gert Voss, „Ich bin kein Papagei“. Eine Theaterreise, styria premium, 305 Seiten, € 24,99 (ISBN 978-3-222-13336-7)
1-2/2012: CANISIUSWERK AKTUELL Ein neuer Treffpunkt im Herzen der Stadt
Die Bau- und Tischlerarbeiten sind beendet. Im Januar werden unsere neuen Begegnungs- und Informationsräumlichkeiten im Hof des Hauses Stephansplatz 6 bezogen.
Die Segnung findet am Donnerstag, dem 2. Februar 2012, dem Tag des geweihten Lebens, im Anschluss an eine Vesper im Stephansdom (16.30 Uhr) um ca. 17 Uhr statt.
Ab dann stehen Ihnen die MitarbeiterInnen Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr für Information und Beratung rund um das Thema „geistliche und kirchliche Berufe“ zur Verfügung.
Als weitere fixe Programmpunkte ab der Eröffnung sind unter anderen geplant:
• Täglicher Mittagshalt im Raum der Stille
• Präsentationen von Ordensgemeinschaften
• Informationsveranstaltungen für Schulklassen.
Aktuelle Termine und Informationen dazu finden Sie auf:
www.canisius.at
Gast im Kloster
Aufgrund der großen Nachfrage arbeiten wir derzeit an einer Neuauflage der Broschüre „Gast im Kloster“, die im ersten Quartal 2012 erscheinen soll. Tagesaktuell finden Sie alle Angebote auch auf: www.gastimkloster.at
Über laufende Kurse, Exerzitien, Einkehrtage … informieren wir Sie unter:
www.energiefürdieseeletanken.at
Berufsinformation
Die nächste Berufsinformationsmesse findet vom 8. bis 11. März 2012 in der Wiener Stadthalle statt.
Briefkurs
sinnvoll leben. berufen. engagiert
22. Februar bis 31. März 2012
Geh du in unserem Herzen auf!
Speziell für pfarrliche MitarbeiterInnen und andere Engagierte.
26. Februar bis 31. März 2012#
Berufsentscheidung - eine Herzensentscheidung
27. Februar bis 25. März 2012
„Nehmt Gottes Melodie in euch auf!“
26. Februar bis 24. März 2012
Nähere Informationen finden Sie auf unserer Homepage:
www.canisius.at
Kuratorium
Ein Studientag bildete den Auftakt zu einem Nachdenkprozess über Identität, Weiterentwicklung und Aufgaben des Canisiuswerkes. Zweck dieses Prozesses ist es, zu klären, wofür das Werk in Zukunft stehen wird, um seinen Gründungsidealen in einem sich rasch wandelnden Umfeld zu entsprechen und um entsprechende Perspektiven zu entwickeln.
Dieser Nachdenkprozess richtet sich auch an alle, die in irgendeiner Form das Canisiuswerk unterstützen. Wir laden ein, gemeinsam an dieser Entwicklung mitzuwirken – es geht um unser gemeinsames Werk. Über weitere konkrete Schritte werden wir Sie rechtzeitig informieren.
76 Studenten (die Hälfte aller Seminaristen) haben heuer um Unterstützung angesucht. In seiner Sitzung am 2. Februar 2012 wird das Kuratorium unter anderem über die Förderungsansuchen des Studienjahres 2011/2012 beraten.
Berufungspastoralseminar
Wer ist berufen? Und wer entscheidet darüber?
Mo., 23. Jänner 2012, 14.30 Uhr bis Mi., 25. Jänner 2012, 12.30 Uhr
Ort:
Kardinal König Haus
Kardinal-König-Platz 3
1130 Wien
Veranstalter:
Kardinal König Haus/Ordensentwicklung und Canisiuswerk
Anmeldung:
01/804 75 93-649
www.kardinal-koenig-haus.at
Weltgebetstag
Die Vorbereitungen für den Weltgebetstag am 29. April 2012 sind in vollem Gang. Zu den üblichen Unterlagen bieten wir Ihnen kostenlos einen Pfarrblattmantel für A5- oder A4-große Pfarrblätter an (zu sehen unter: www.canisius.at im Download-Bereich), der allerdings bis 31. Januar 2012 vorbestellt werden muss.
Sie schaffen mit diesem Pfarrblattmantel einerseits einen attraktiven Rahmen für Ihr eigenes Produkt, andererseits fördern Sie Berufungen in Österreich.
Wir können diesen Pfarrblattmantel gefalzt liefern (falls Sie Ihr Pfarrblatt händisch einlegen) oder plan in leichter Übergröße für den nachträglichen Beschnitt durch die Druckerei (falls Sie Ihr Pfarrblatt von Ihrer Druckerei einheften lassen). Bitte teilen Sie uns die entsprechenden Angaben möglichst bald per E-Mail oder per Fax mit – spätestens jedoch bis 31. Jänner 2012:
office@canisius.at
Fax: 01/512 51 07-12
Kurt Schmidl
1-2/2012: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 5. Januar 2012
Unter den Heiligen der Weihnachtszeit spielt der Apostel Johannes eine besondere Rolle. Als Anhänger Johannes des Täufers zählte er zu den Ersten, die Jesus nachfolgten. Sein Evangelium ist ein einzigartiges Zeugnis für Jesus, Gottes ewiges Wort, das der Welt das Leben schenkt: Durch die Menschwerdung Jesu, seine Worte und Taten, seinen Tod und seine Auferstehung sowie die Sendung der Jünger will Jesus dem Reich Gottes die Wege bereiten und die Welt zu einer großen Familie umgestalten.
In der Liturgie der Weihnachtszeit wird immer wieder aus dem Johannesevangelium und dem ersten Brief des Apostels gelesen. Seine Botschaft gipfelt im Bekenntnis „Gott ist die Liebe“ und in der Aufforderung, „wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben“.
Wir brauchen „Liebende“ in dieser unserer Welt. Als Christinnen und Christen – in allen Lebensbereichen dieser Welt, in der Vielfalt der Berufungen in der Kirche – können wir mitbauen an einer besseren und gerechteren Welt.
Beten wir, dass viele, besonders auch junge Menschen, diese Berufung erkennen und für ihr persönliches Leben daraus die notwendigen Konsequenzen ziehen…
Donnerstag, 2. Februar 2012
Jesus ist während seines Lebens oft nach Jerusalem in den Tempel – das Haus seines Vaters – gepilgert. Zum ersten Mal wird er 40 Tage nach seiner Geburt von seinen Eltern in den Tempel gebracht. Daran erinnern wir uns heute, am Fest der Darstellung des Herrn – Maria Lichtmess. Dieser Festtag schließt das weihnachtliche Brauchtum ab und weist schon auf Ostern hin. Zwei alte Menschen, Simeon und Hanna, preisen im Kind von Bethlehem den menschgewordenen Gottessohn, der als Licht vom Himmel in diese Welt gekommen ist, der aber von seinen Landsleuten abgelehnt und dem Tod ausgeliefert worden ist…
Seit 1997 wird am 2. Februar auch der Tag des geweihten Lebens gefeiert – als Tag des Dankes und der Bitte für alle Frauen und Männer, die sich im Leben nach den evangelischen Räten (Armut, Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen, Gehorsam) ganz in den Dienst Gottes und der Menschen stellen. Zu ihnen zählen auch die Mitglieder der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, deren Gründerin Hildegard Burjan am 29. Januar 2012 im Stephansdom seliggesprochen wird und deren Gedenkstätte sich im Mutterhaus der Gemeinschaft in 1090 Wien, Pramergasse 9 befindet…
Franz Schrittwieser
1-2/2012: Wir beten mit Papst Benedikt XVI. JANUAR: Die Opfer von Naturkatastrophen mögen spirituelle und materielle Hilfen für den Neuanfang ihres Lebens erhalten.
Das Bemühen der Christen um Frieden bezeuge Christus vor allen Menschen guten Willens.
FEBRUAR: Alle Menschen sollen Zugang zu Wasser und den notwendigen Ressourcen für den täglichen Lebensunterhalt haben.
Der Herr segne die Anstrengungen aller, die in den ärmsten Gegenden der Welt kranke und alte Menschen pflegen.
1-2/2012: Bild & Wort Leben in Fülle
Ich bat den Tage schenkenden Gott:
Schreib mir ein Wort
ins leere Buch des neuen Jahres.
Sein Eintrag ermutigt:
Du bist geliebt,
Tochter und Sohn!
Ich habe an dir meine Freude
ohne ein Wenn und ein Aber.
Mit mir überspringst du
die Mauern der Angst.
Die Tränen – auch die ungeweinten –
wisch ich dir heute schon ab
von den Augen.
Ich gebe dir ein Licht
für den nächsten Schritt,
und das mag genügen.
Die kleinen und großen Tode
sterbe ich mit.
Dann wächst auch daraus
Leben in Fülle.
Elmar Simma