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5-6/2013: Geist gesucht Editorial
Das Christentum ist wahrlich eine Zumutung. Im wahrsten Sinn, denn es gibt Mut und Kraft, aber es braucht ebenso viel Mut und Kraft zum verantworteten Glauben. Oder fällt es Ihnen leicht, auf Nachfrage Glaubensgrundsätze wie die Auferstehung oder die Dreifaltigkeit zu erklären? Man kann sich mit sprachlichen Bildern behelfen: Gott biblisch als Vater, als guten Hirten beschreiben, auch zu Jesus bietet die christliche Tradition eine reiche Ikonografie. Aber der Heilige Geist? Wem sagt das Bild der Taube etwas? Wem das der Feuerzungen?
Dabei hat doch der Geist in der deutschen Sprache Hochkonjunktur! Be-Geisterung allenthalben, ob persönliches Charisma oder spirituelle Sinnsuche, ob blühende Pfingstkirchen oder charismatische Bewegungen – der Geist weht einem buchstäblich wie eine steife Brise ins Gesicht. Doch so reich seine sprachliche Gestalt auch ist, so flüchtig scheint seine Semantik, so flüchtig scheint er in der Glaubenspraxis des „normalen“ Durchschnittschristen.
Anlass genug für miteinander, dieser unfassbarsten göttlichen Person nachzuspüren und zu fragen: Weht der Geist noch durch Kirche und Herzen, durch Gebet und Gesang? Und wer ist „er“, von dem die Bibel berichtet, dass er die Apostel am Pfingsttag wie ein himmlisches Brausen, wie ein heftiger Sturm und wie Feuerzungen umfing? Sicher ist: Ohne „ihn“ geht nichts im Glauben – denn er ist die Großzügigkeit in Person, Ursprung zahlreicher Gaben, von Weisheit, von Wundern, vom Glauben überhaupt.
Zugleich aber, und da beginnt das Problem, ist er flüchtig und entzieht sich jeder Identifikation. Das personifizierte Bilderverbot. Symbol des komplexen, auch von Differenz gekennzeichneten Verhältnisses zwischen dem Reich Gottes und dieser Welt.
Aber geht es nicht auch etwas erdiger? Gewiss, blickt man etwa auf die zahlreichen Aufbrüche, die man in der Kirche gegenwärtig erlebt. Wo Kirche aufbricht, wo sie begeistert, zeigt sie sich in pfingstlichem Gewand. Im Großen, wie man es zuletzt bei der überraschenden Wahl von Papst Franziskus sehen konnte, aber auch im Kleinen, wenn Menschen ihr Christsein wie selbstverständlich im Einsatz für Arme und Ausgestoßene leben.
Weht der Geist also noch? Natürlich, wie eine Frühlingsbrise belebt er die Kirche, wo sie bereit ist, Türen und Tore zu öffnen; und wo sie es schafft, in den Tiefebenen der mühsamen Strukturreform- und „Heiße Eisen“-Debatten den Kopf zu heben und jene Brise zu atmen, die das Versprechen trägt, dass Kirche mehr sein kann und mehr meint als ein auf bloße Funktionalität getrimmtes Unternehmen.
Henning Klingen
Chefredakteur
5-6/2013: Geist im Bild? Wie manifestiert sich der Heilige Geist in der Kunst? Hermann Glettler mit einer Spurensuche in steirischen Kirchen.
Es gehört zum Herzstück christlicher Spiritualität, mit dem Heiligen Geist mehr zu verbinden als nur etwas Diffuses und dem konkreten Leben Entzogenes. Der Geist ist Herr und Lebendigmacher! So bekennen wir es im Glaubensbekenntnis. Was aber ist davon in der Bildkultur des Abendlandes ersichtlich?
5-6/2013: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 2. Mai 2013
Die Salbung mit Chrisam ist ein entscheidender Ritus bei der Feier der Taufe. Dabei sagt der Taufspender dem Täufling zu: „Aufgenommen in das Volk Gottes, wirst du nun mit dem heiligen Chrisam gesalbt, damit du für immer ein Glied Christi bleibst, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit.“
Die Kirche ruft damit in Erinnerung, was den ersten Christen vertraut war und was Johannes in der Einleitung seiner Offenbarung beschreibt: „Er liebt uns … Er hat uns die Würde von Königen gegeben und uns zu Priestern gemacht für den Dienst vor seinem Gott und Vater“ (Offb 1,5–6)…
Donnerstag, 6. Juni 2013
Immer wieder begegnet uns in den Texten der Heiligen Schrift das Bild vom Guten Hirten. Es war den nomadisierenden Aramäern vertraut. Gott ist der Gute Hirte, sagt uns Psalm 23, eines der ausdrucksstärksten Lieder des Vertrauens. Er kümmert sich um jedes seiner Schafe. Die verlorenen sucht er, die verletzten verbindet er, die schwachen kräftigt er, die starken behütet er. Zur Zeit Jesu zählten die Hirten zu den Armen und Außenseitern der etablierten Gesellschaft. Sie waren die ersten, die im Kind von Betlehem das Gesicht eines gütigen und menschenfreundlichen Gottes erblickten…
Franz Schrittwieser
5-6/2013: Bild & Wort im herzen
im herzen
der liebenden
wird die welt
jeden tag
neu geschaffen
der glaube daran
verwandelt sie
in heimat
Wilhelm Bruners
1-2/2013: Das Priesterbild in der orthodoxen Kirche Orthodoxe Priester sind verheiratet, tragen Bart und Soutane – soweit das Klischee. Doch hält dieses Klischee der Wirklichkeit stand? Eine Annäherung an das Bild des Weltpriesters in der Orthodoxie.
Will man einen Eindruck vom Verständnis des Priesteramtes und seines Dienstes in der Orthodoxie bekommen, so empfiehlt sich die Teilnahme an einer Priesterweihe. Diese findet innerhalb der Eucharistiefeier statt, die als Geburtsstunde und Zentrum des Priestertums gelten kann. Nach der eigentlichen Weihe mit Handauflegung durch den Bischof werden dem Neugeweihten die priesterlichen Gewänder überreicht, wobei jedes Mal die Gemeinde gefragt wird: „Ist er dessen würdig?“ – Worauf das Kirchenvolk antwortet: „Er ist würdig“ (gr.: axios, lat.: dignus est). Dieser Dialog weist auf ein Verhältnis von innerer, geistiger wechselseitiger Beziehung zwischen Amtsträger und Gemeinde hin – eine Beziehung, die nicht nur Symbol bleibt: Denn die Ordination eines Priesters ist eingebunden in den Zusammenhang einer bestimmten Gemeinde, wo der Betreffende tätig sein wird. Das priesterliche Amt steht daher nicht für sich, sondern muss stets im Kontext einer konkreten ortskirchlichen Gemeinschaft verstanden werden…
Ioan Moga
1-2/2013: gottesfreundschaft Bild & Wort
12/2012: Weihnachten Bild & Wort
10-11/2012: Bild & Wort Verborgene Wunder
9/2012: „Willkommen in Ägypten!“ Früher vor allem mit Urlaub und Pyramiden verbunden, assoziiert man Ägypten heute zuallererst mit Revolution und dem sogenannten „Arabischen Frühling“. Ägypten ist aber auch die Heimat der koptisch-orthodoxen Christen und das Ursprungsland des christlichen Mönchtums. 20 Theologie-Studierende der Universität Wien haben sich selbst ein Bild von Ägypten gemacht und bereisten das Land in der gegenwärtig politisch und religiös spannenden Situation…
dp
9/2012: Ein Mensch mit Ausstrahlung Vinzenz von Paul
9/2012: Inmitten von Licht und Dunkel Bild-Gedanken zum Kuppelfresko in der Altenburger Stiftskirche
9/2012: Bild & Wort Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt
7-8/2012: Alle meine Quellen „Und sie werden beim Reigentanz singen:
Alle meine Quellen entspringen in dir.“
Psalm 87,7
Oft habe ich diesen Psalmvers schon gebetet und gesungen. Er hat seinen festen Platz in unserem Chorgebet. Es ist das Bild der Quelle, das mich anspricht und fasziniert.
Aus meinen Kindertagen kenne ich das Spiel an der Quelle, die unseren Dorfbach speiste. Wir hielten uns im Schatten der Bäume auf. Ein kleines Rinnsal drang aus dem Boden und suchte sich seinen Weg zum Bach. Wenn wir ganz still waren, hörten wir es leise plätschern. Das Wasser war kalt und klar, durstlöschend und kühlend nach turbulentem Spiel – für uns Kinder ein geheimnisvoller Ort…
Sr. M. Leonore Heinzl OSF
5-6/2012: Bild & Wort Guter Johannes,
hilf uns,
die Fenster zu öffnen,
damit frischer Wind
durch unsere Kirchen weht.
Bewege uns,
barmherzig zu sein,
statt unerbittlich
und streng.
Nimm uns
die dunklen Brillen
von den Augen,
damit wir sehen,
was alles blüht und wächst.
Ermutige uns
zu einem Sprung nach vorn,
statt rückwärts zu gehn
oder stehen zu bleiben.
Halte
die Sehnsucht
nach einem neuen Pfingsten
in uns wach,
du guter Johannes!
Elmar Simma
4/2012: Bild & Wort Wandlung
In den Gräbern
liegen nicht nur die Toten,
sondern auch die vielen
Hätte und Wäre,
das, was wir taten
oder auch nicht,
die fehlenden Worte,
das Geglückte
und anderes mehr.
Aber aus den Tränenzwiebeln
wachsen Narzissen,
daneben die Trotzdem-Primeln,
der Löwenzahn der Hoffnung,
und die Sehnsuchtsveilchen duften.
Aus der Totenkapelle
klingt ein Alleluja.
Der Auferstandene
schickt mir einen Ostergruß:
Es ist gut, dass es dich gibt.
Elmar Simma
3/2012: Für Sie gelesen Engel begleiten den letzten Weg
Engel als Boten und Diener Gottes begegnen uns auf vielfältige Weise im Alten und Neuen Testament. Sie treten als Vermittler zwischen Himmel und Erde auf, als Begleiter und auch als Beschützer des Menschen. Die künstlerischen Darstellungen – sowohl in der Malerei als auch in der Plastik – reichen vom Vorbild der antiken Genien bis zu den verspielten Putten des Rokoko, vom Schutz- bis zum Trauerengel. Letztere begegnen uns ab dem 18. Jahrhundert vor allem auf den städtischen Friedhöfen. Ihre Körperhaltung, Mimik und ihre „Accessoires“ können ausdrücken, was der hier begrabene Mensch gewesen ist, welche gesellschaftliche Stellung er einst eingenommen beziehungsweise was er den Zurückgebliebenen bedeutet hat.
Im Wiener Dom-Verlag erschien ein prachtvoll gestalteter Bild-Text-Band, in dem sich der Autor Gerd W. Götzenbrucker mit Friedhofsengeln in Bild und Wort auseinandersetzt. Seit 2003 fotografierte er auf sieben Wiener Friedhöfen Engelsdarstellungen und versuchte auf diese Weise, die „Sprache der Engel“ zu entziffern. Zugleich bietet dieser Band eine kunsthistorische Reise durch die wichtigsten Epochen der Bildhauerei.
Ingeborg Schödl
Gerd W. Götzenbrucker, Engel – Meisterwerke der Friedhofskunst, Wiener Dom-Verlag, 208 Seiten, € 29,90 (ISBN 978-3-85351-235-7)
Worte erwecken zum Leben
Worte haben Macht. Sie dienen u. a. dazu, Lebenserfahrungen bildlich zu repräsentieren. Sie wirken dabei auf unsere Wahrnehmung und Gefühle. Worte verändern uns.
Machtvolle Worte hat uns Jesus in den Evangelien hinterlassen, einen „Wort- Schatz“, der unserem Leben Orientierung geben will. Mit markanten Worten Jesu und sorgfältig ausgewählten Naturbildern will uns der Autor durch den Alltag begleiten und Lebenssinn und -freude vermitteln. Und er lädt uns mit dem vorliegenden, auch als Geschenkbuch geeigneten kleinen Band ein, gute Worte und Gedanken weiterzugeben.
mf
Alexander Raich, Dem glückenden Leben auf der Spur. Gedanken für die Seele, Verlag A. Weger, 65 Seiten, € 9,90 (ISBN 978-88-6563-031-0)
1-2/2012: Bild & Wort Leben in Fülle
Ich bat den Tage schenkenden Gott:
Schreib mir ein Wort
ins leere Buch des neuen Jahres.
Sein Eintrag ermutigt:
Du bist geliebt,
Tochter und Sohn!
Ich habe an dir meine Freude
ohne ein Wenn und ein Aber.
Mit mir überspringst du
die Mauern der Angst.
Die Tränen – auch die ungeweinten –
wisch ich dir heute schon ab
von den Augen.
Ich gebe dir ein Licht
für den nächsten Schritt,
und das mag genügen.
Die kleinen und großen Tode
sterbe ich mit.
Dann wächst auch daraus
Leben in Fülle.
Elmar Simma
12/2011: Bild & Wort Stille Nacht…
Im Wachschlaf der Hirten
ein Flügelschlag
War’s ein Nachtvogel
ein Dämon
ein Traum
Die Zeit stand still
die Herde hielt den Atem an
Die Hirten schüttelten Tau
von ihren Mänteln und
erinnerten sich alter Lieder
von Löwen und Schafen
von spielenden Kindern
am Schlupfloch der Natter
Sie pflückten Sterne
vom Himmel und machten
den Stall zum Bethaus
Wilhelm Bruners
10-11/2011: BILD & WORT späte rose
blind
an ihrem blühen
vorübergegangen
erst als der tod
ihr seine farbe
ins gesicht malt
zerbricht meine
gleichgültigkeit
Wilhelm Bruners
9/2011: Bild & Wort Engel
Was sie sind:
Tauwetter
auf unsere Vereisungen
Feuereinfälle
in unsere Erkältungen
Grenzenloses
Erstaunen
über seine
Geduld
mit uns
Wilhelm Bruners
7-8/2011: BILD & WORT vom zug aus gesehen
vom zug aus gesehen
sieg schreit die mauer und heil
und andere braune sprayparolen
dahinter der kirschbaum.
er treibt seinen blütenprotest
weiß gegen den himmel
diesen unbeteiligten zeugen
an sinnlosem gebrabbel
Wilhelm Bruners
5-6/2011: Leiten in der Kirche Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass Leiten in der Kirche über die Jahrhunderte unterschiedlich verstanden und wahrgenommen wurde: Die Bischofs- und Presbyterwahl der Alten Kirche, die sich noch in den Wahlvorschriften vieler Orden erhalten hat, die Kompetenz des Adels, der Könige und Kaiser bei der Bestellung aller kirchlichen Ämter, die bischofsähnliche Jurisdiktionsgewalt von Äbtissinnen und auch Laien zeigen ein wesentlich bunteres Bild von kirchlicher Leitung, als sie die seit dem 19. Jahrhundert geltende klerikale Leitungs(voll)macht darstellt. Doch selbst in dieser Zeit bilden sich einflussreiche Laienbewegungen wie die Katholische Aktion, die für die Gesamtorientierung der Kirche von großer Bedeutung sind...
Matthias Scharer
5-6/2011: Empfehlenswert Heilige in Wort, Bild und Musik
„Wer singt, betet doppelt“, meinte der heilige Augustinus. Der Kirchenvater ist einer der rund 80 Heiligen, die in dem Werk „Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis“ besungen werden – in diesem Fall mit einem Hymnus aus dem Augustinerchorherrenstift Klosterneuburg. Anderen, wie St. Blasius, sind geistliche Volkslieder gewidmet. Solche verborgenen Schätze wieder zu heben, haben sich die Musiker Prof. Walter Deutsch und Norbert Hauer zur Aufgabe gemacht. Traditionelle Gesänge, viele in aktueller Bearbeitung, finden sich mit Text und Noten im vorliegenden Buch. Akustisch erlebbar sind sie auf der beigepackten CD... (red)
Volkskultur Niederösterreich (Hrsg.), Alle heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis, Volkskultur Niederösterreich, 280 Seiten, € 35,– inkl. CD (ISBN 3-901820-32-9)
Die Botschaft der Andachtsbildchen
Andachts- und Heiligenbildchen laden zu Gebet, Betrachtung und Meditation ein. Der Südtiroler Pfarrer und Dekan in Tisens, Alexander Raich, stellt in seinem neuesten Buch Andachtsbildchen aus verschiedenen Sparten seiner liebevoll zusammengetragenen, umfangreichen Sammlung vor: Christus-, Marien-, Heiligen-, Primiz-, Sterbe- und Wallfahrtsbildchen. Der Generalvikar der Diözese Bozen-Brixen, Josef Matzneller, hat das Vorwort zu dem reich bebilderten, sehr schön ausgestatteten Band verfasst... (red)
Alexander Raich, Die Botschaft der Andachtsbildchen betend betrachtend, A. Weger Verlag, 204 Seiten, € 17,99 (ISBN 978-88-6563-001-3)
Berufung: Priester?
Sie wollen eventuell Priester werden? In ein Priesterseminar eintreten? Der Autor, Pfarrer Gerhard Schneider, kennt diese Fragen aus der Begleitung junger Menschen auf ihrem Berufungsweg. Humorvoll, basierend auf persönlichen Erfahrungen bietet er in dem kleinen Band eine allererste Orientierungshilfe für Kandidaten. Er öffnet aber auch ihrem Umfeld die Augen, mit welchen Erwartungen es diese oft konfrontiert. (red)
Gerhard Schneider, Berufung:Priester? Kleiner Leitfaden zur Orientierung, St. Benno-Verlag, 80 Seiten, € 5,10 (ISBN 978-3-7462-2923-2)
5-6/2011: BILD & WORT Friedensfürst
als er sich
von seinen freunden
verabschiedete
hängte er ihnen
keine orden
an die brust
stufte er sie
keine gehaltsgruppe
höher
beförderte er sie
nicht auf den
oberen posten
als er sich
von seinen freunden
verabschiedete
gab
er ihnen
seinen
langen
atem
Wilhelm Bruners
4/2011: BILD & WORT Frauen auf dem Weg
Um ihre gekreuzigte Hoffnung
zu salben
damit der Fall
nicht zum Himmel stinkt ...
Arm in Arm schleichen sie
zum Garten-Stein
hinter dem sie den Tod fürchten
aber der offene Fels
treibt ihre Trauer ins Leben
Im Schatten der Zweifel
bleibt eine offene Wunde
die sich nicht mehr schließt
Sprachlos hören sie
im Aufgang der Sonne
Was sucht ihr
den Lebenden
bei den Toten
Wilhelm Bruners
3/2011: BILD & WORT nachwinter
fast hatte ich vergessen
dass dunkelkalte tage
sich in warmes blütenlicht
verwandeln können
noch trug der winter
seine graue maske
als ich den ersten lockruf
aus den kahlen ästen hörte
ein hallelujalied
zog pfeifend
in mein atmen
und legte meinen
osterglauben frei
Wilhelm Bruners
1-2/2011: Bild & Wort Neue Zeit
Nimm die neue Zeit
ins Gebet
sie hat es nötig
Keineswegs sind
die herrschenden Götzen
menschlicher als der alte
Gott vom Sinai
Immerhin sagt SIE
– in nur zehn Worten –
wo’s lang geht. Und
wenn SIE Unrecht sieht
schaut SIE nicht weg
Denke ich an Frau WEISHEIT
hasse ich meine Gleichgültigkeit
und das Gerede von den Zwängen
der Marktgesetze
Vor den alltäglichen Lügen
lese ich ihr oft ungehörtes
Wort von der Solidarität
mit den Hungrigen
und ich bitte um Einsicht
und die Brotration
die für jeden Tag
Wilhelm Bruners
12/2010: Gott zeigt sich in vielen Bildern Der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl setzt sich in seinem neuesten Buch „… und suchen dein Angesicht“ mit den Gottesbildern auseinander, von denen uns die Bibel erzählt, die uns die Kirche vermittelt hat und mit jenen, die unser Leben prägten.
? Kann man sich und soll man sich überhaupt ein Bild von Gott machen? Ein solches Gottesbild kann ja nur nach menschlichen Maßstäben entstehen und daher ein sehr persönliches sein.
! Es gibt so viele Gottesbilder, wie es Menschen gibt, da sich jeder ein Bild nach seinen Vorstellungen macht. Dieses Bild kann nur sehr begrenzt sein, da Gott nach menschlichen Begriffen nicht fassbar ist. Die Beziehung jedes Menschen zu Gott hängt natürlich von der persönlichen Einstellung oder dem vermittelten Gottesbild ab. Die Bibel erzählt von einer Fülle von Gottesbildern, die die Beziehung des Menschen zu Gott bestimmt haben. Diese Bilder wurden oder werden auch noch nicht richtig interpretiert, weil die Bibel nicht richtig gelesen wird...
Das Gespräch führte Ingeborg Schödl.
Gottesbilder – Kirchenbilder
Der zürnende und eifersüchtige Gott? Oder der barmherzige Gott und Vater? Die Bibel erzählt vielschichtig von diesem Gott: In drei Teilen interpretiert Weihbischof DDr. Helmut Krätzl die Gottesbilder der Bibel für unsere Zeit.
Das vorliegende Buch enthält biblische Auslegungen sowie brisante Schlussfolgerungen aus dem Zusammenhang von Gottesbildern und dem Bild, das die Kirche im Lauf der Geschichte von Gott vermittelt hat. Der Bogen reicht dabei von den berührenden Gottesbildern im Alten Testament über jene, die verstören, bis hin zum Gott und Vater Jesu Christi. Begleitet werden diese Ausführungen von zahlreichen „Gottesbildern“ aus der Kunstgeschichte – ausgewählt von Hubert Gaisbauer.
Helmut Krätzl, … und suchen dein Angesicht. Gottesbilder – Kirchenbilder, Wiener Dom-Verlag, 192 Seiten mit 16 Farbbildern, € 23,50 (ISBN 978-3-85351-223-4)
12/2010: Für Sie gelesen Die stillende Madonna
Die Darstellung einer stillenden Frau war durch die Jahrhunderte mit einer bestimmten Symbolik verbunden: die Brust als Ort der Behütung, der Liebe, des Trostes, als Quelle des Lebens und der Fruchtbarkeit. Abbildungen der stillenden Gottesmutter sollten auch als theologisches Beweismittel für die volle Menschwerdung Jesu dienen. Viele bedeutende Maler, vom Mittelalter bis zur Neuzeit, griffen dieses Sujet der stillenden Madonna auf und interpretierten damit nicht nur die marianische Verehrung ihrer Zeit, sondern auch die gesellschaftliche Einstellung zum Stillen. Im 19. Jahrhundert wurde etwa die unbedeckte Brust der Muttergottes als lasziv empfunden. Kurzerhand übermalte man diese.
Im Wiener Dommuseum wurde zu Jahresbeginn eine Ausstellung von „Maria lactans-Bildern“ gezeigt. Zu diesem Thema ist nun im Wiener Dom-Verlag ein Buch erschienen, in dem sich mehrere Autoren auf theologischer und kulturgeschichtlicher Ebene mit diesem Akt innigster Mutter-Kind-Beziehung auseinandersetzen...
Ingeborg Schödl
Groiß, Streiter, Vielhaber, Weber, Maria lactans. Die Stillende in Kunst und Alltag, Wiener Dom-Verlag, 128 Seiten mit 47 Abbildungen, € 19,90 (ISBN 978-3-85351-215-9)
Mit Jesus auf dem Weg
2009/2010 hat der kürzlich verstorbene ehemalige Bischofsvikar für die Institute des geweihten Lebens und Gesellschaften des apostolischen Lebens der Erzdiözese Wien, Redemptoristenpater Dr. Alois Kraxner, drei Broschüren veröffentlicht. Die ersten beiden – „Mitten unter euch steht einer …“ und „Priester sein heißt Priester werden“ – widmen sich vor allem dem Leben der Priester und der Ordensmitglieder.
Die neu erschienene dritte Broschüre „Mit Jesus auf dem Weg“ bezieht sich auf das Leben aller Christen: Worauf müssen wir achten, wenn wir unseren Weg mit Jesus gehen wollen? Impulse, Denkanstöße, Bedenkenswertes und Gebete zu verschiedenen Aspekten der persönlichen Jesusnachfolge – basierend auf den Erfahrungen eines 50-jährigen Priesterlebens – bietet dieses Heft all jenen, die bereit sind, sich meditativ und immer wieder neu mit dieser Kernfrage des Christseins auseinanderzusetzen.
mf
P. Alois Kraxner, Mit Jesus auf dem Weg, Verlag der Redemptoristen, Wien, 44 Seiten, € 4,–. Erhältlich im Provinzialat der Redemptoristen (sekretariat@cssr.at, Tel.: 01/533 95 94-24).
Oft bleibt nur lachen und beten
Die Buntheit des Lebens in einer (Pfarr-)Gemeinde wird bestimmt von der Verschiedenheit der Menschen, die hier, nicht immer problemlos, aufeinanderstoßen. Rudi Weiß – Sozialarbeiter, Erwachsenenbildner, Schriftsteller und … – nimmt mit spitzer Feder einiges aus dieser Lebensfülle aufs Korn, gereimt und auch ungereimt, aber immer auf den Punkt gebracht. Die Erkenntnis aller Beobachtungen ist dabei: Oft hilft nur lachen und beten. Bildlich umgesetzt wurden diese zum Nachdenken motivierenden Texte mit Cartoons von Christian Romanek.
Ingeborg Schödl
Rudi Weiß, Christian Romanek, Da hilft nur lachen und beten, Wiener Dom-Verlag, 119 Seiten, € 14,90 (ISBN 978-3-85351-210-4)
Aus der Klosterküche
Am Anfang steht der Seufzer der Rezensentin: „Schon wieder ein Kochbuch!“ Doch beim Durchblättern kommt der Gusto – das könnte man doch einmal ausprobieren. Die vorliegende Rezeptsammlung regt aber nicht nur dazu an, sondern bietet auch einen kulinarischen Spaziergang durch die Jahrhunderte. Als Quelle dafür bot sich für die Religionslehrerin Irmengard M. Hofmann das Stiftsarchiv des Klosters Seitenstetten an und als fotografischer Begleiter der Abt persönlich. Entstanden ist ein wunderschön gestalteter Bild-Textband mit anregenden Rezepten für eine „g’sunde Kost“ aus der Klosterküche.
Ingeborg Schödl
Irmengard M. Hofmann, Abt Berthold Heigl OSB, Gesegnete Mahlzeit! Gutes und Gesundes aus der Klosterküche, Pichler Verlag, 192 Seiten, € 24,95 (ISBN 978-3-85431-519-3)
12/2010: Bild & Wort Stille Nacht
Stille
ist nicht
Lautlosigkeit
Stille
hilft im Innern
ruhig zu
werden
Kraft zu
sammeln
um bewusster
den Weg
weiterzugehen
Stille
hilft
das eigene Selbst
zu entdecken
Stille ist
sich wiederfinden
im Ursprung
unendlicher Liebe
Susanne Moser
10-11/2010: Bild & Wort Aussöhnen
Noch spät am Balkon.
Schlafbereit der Tag.
Zwischen den Türmen
des Dorfs
orangerot die Riesenscheibe
des Monds
unwirklich
von Zauberhand
an den Himmel
gestellt.
Ich befühle die Nacht
denk an die mir
noch verbleibende
Zeit.
Lass mich, mein Gott,
aussöhnen
mit meinem Leben
so wie es war.
Susanne Moser
9/2010: Bild & Wort Selbstverständlich?
Wenn du mich
ein Stück des Weges begleitest
wenn du nah bist bei mir
wage ich es
schwierige Pfade zu gehen
meine Füße auf Steine zu setzen
ohne ihre Schärfe zu spüren.
Ich wage es
unebenen Boden zu betreten
ohne zu fallen.
Hab meinen Mut gefunden
meine Zuversicht.
Wir haben gelernt
durch Schlamm zu gehen
durch glühende Wüsten –
immer wieder aufs Neue.
Besinnen auf das Wesentliche
meine Hand bereithalten
für deine.
Selbstverständlich
ist nichts.
Susanne Moser
7-8/2010: Glänzende Aussichten Wie Gott der Kirche Zukunft schenkt
Zusammenfassende Gedanken zu den Vorträgen von Dr. Christian Hennecke (Bild) beim Theologischen Tag am 17. März 2010 in Wien. Christian Hennecke ist Regens und Leiter des Fachbereichs Verkündigung im Bistum Hildesheim (Deutschland) und Autor mehrerer Bücher, die sich mit der zukünftigen Gestalt der Kirche befassen.
Unsere Kirche befindet sich im epochalen Übergang von der milieugestützten Volkskirche, in der Christwerden und -bleiben eine Selbstverständlichkeit waren, hin zu einer Kirche der Berufung. In dieser Situation braucht es den wachen Blick auf die Zeichen der Zeit. Und es ist danach zu fragen, welche Wege der Geist Gottes mit seiner Kirche geht…
Günter Nocker
7-8/2010: Bild & Wort STEHEN BLEIBEN
Einmal
stehen bleiben
in der Hektik
des Alltags
nachdenken
sich anrühren lassen
den Herzschlag
spüren
Leere zulassen
sich anfreunden
ja sagen
zu diesem Tag
Neues erwarten
gehalten sein
Susanne Moser
5-6/2010: Bild & Wort DU
Du bist
aus der warmen Höhle
geschlüpft
hinaus ins Grelle, Laute
bist noch
kein Ich
bist noch verbunden
mit der Jenseitswelt
Erschrocken
weinst du
alles ist fremd
und neu
wo kamst du her?
Ein wenig später
die Tränen versiegen
deine Stirn hat sich
geglättet
du atmest unhörbar
Zärtlich wiegt dich
der Schlaf
du bist
Susanne Moser
4/2010: Bild & Wort Richtungs wechsel
Zeit
zu leben
Lebenszeit
Zeit haben
zum Lieben
zum Träumen
loslösen
was bindet
Hoffnung
gegen jede
Hoffnungslosigkeit
zurücklassen
was vergeblich
ist
unbeschwert sein
frei werden
von allem Dunklen
manchmal auch
die Richtung ändern
den eigenen Weg
finden
den eigenen Weg
gehen
Susanne Moser
3/2010: Die Kraft des Kirchenliedes liegt in der Musik Kirchenlieder sind in (fast) aller Munde. Dennoch lohnt es sich, sich auch einmal gedanklich mit ihnen auseinanderzusetzen. Richten wir den Blick auf eines der bekanntesten Lieder: O Haupt voll Blut und Wunden (Gotteslob Nr. 179). Es ist ein Passionslied über ein Gedicht von Paul Gerhardt aus dem Jahre 1656 mit einer Melodie von Hans Leo Haßler (1601).
Zum Text
In den ersten drei Strophen wird ein Bild des leidenden Christus gezeichnet. Dann schwenkt die Betrachtung auf die Ursache seines Leidens: die Schuld des Menschen. Nach einer Standortbestimmung des Beters in der Auseinandersetzung mit diesem Bild in den Strophen 5 bis 7 (die im Gotteslob fehlen) richtet sich der Blickwinkel in den letzten drei Strophen schließlich auf den eigenen Tod: Der leidende Christus möge uns am Ende vor Augen stehen und Trost geben – Wer so stirbt, der stirbt wohl...
Johannes Lenius
3/2010: Bild & Wort Bis zum Kern
Herr
brich mich auf
bis zum Kern
meiner Tiefe.
Weis mir den Weg
den du mir bestimmt.
Ich will ihn gehen
mit all meiner
Kraft.
Susanne Moser
1-2/2010: „Mein Primizbild“ Eine Aktion zum „Jahr des Priesters“
Was stand damals auf Ihrem Primizbildchen? Welches Wort wollten Sie mit auf den Weg nehmen und geben? Welches Bild drückte aus, was für Sie ganz persönlich Priester-Sein bzw. Berufung bedeutet? Was hat sich daraus entwickelt?
Wir laden Sie ein, Ihr Primizbild mit dem Primizspruch und ein paar Zeilen zu Ihrem persönlichen Werdegang an uns zu schicken.
Bitte senden Sie Ihren Beitrag per Post an das Canisiuswerk (1010 Wien, Stephansplatz 6/II) oder digital – Texte als Word-Dokument und Bilder in Originalgröße mit der Auflösung von mindestens 300 dpi – an:
berufung@canisius.at
Doris Fürsatz
1-2/2010: Bild & Wort Da sein
Loslassen,
sich fallen lassen
in den Urquell.
Vertrauen haben
in die Hand,
die uns führt.
Standhalten
in der Wirrnis
des Heute.
Wachsein
für den Augenblick,
den Weg finden
im Dunkel,
die Wahrheit
aufspüren.
Da sein
in
Gott.
Susanne Moser
12/2009: Verschwindet die Religion? Es ist schwierig, abzuschätzen, welche Bedeutung Religion in Zukunft für den Einzelnen, aber auch die Gesellschaft haben wird. Sinkende Kirchenmitgliedschaften, der Bedeutungsverlust der Religion in der Gesellschaft, die Auswirkungen gesellschaftspolitscher und sozialer Veränderungen, aber auch der immer wieder in den Medien genannte Trend einer Wiederkehr der Spiritualität zeigen ein widersprüchliches Bild.
Fortsetzung des Beitrages aus miteinander 10-11/2009, Seite 17.
Johannes Sinabell
12/2009: Bild & Wort Schwere Geburt
es ist noch kein wort
vom himmel gefallen
aber das lächeln jenes
kindes
einfach menschlich
einfach göttlich
wird es leben können.
Andreas Knapp
10-11/2009: Verschwindet die Religion Teil 1 Es ist schwierig abzuschätzen, welche Bedeutung Religion in Zukunft für den Einzelnen, aber auch die Gesellschaft haben wird. Sinkende Katholikenzahlen, der Bedeutungsverlust der Religion in der Gesellschaft, die Auswirkungen gesellschaftspolitscher und sozialer Veränderungen, aber auch der immer wieder in den Medien genannte Trend einer Wiederkehr der Spiritualität zeigen ein widersprüchliches Bild. In einem zweiteiligen Beitrag soll einigen dieser Phänomene und ihren Auswirkungen nachgegangen werden. Oft bin ich erschüttert, wenn ich am Sonntag oder vor allem an Wochentagen einen Gottesdienst besuche und das Häuflein von Gläubigen sehe, die sich zur Mitfeier eingefunden haben. Ich bin ja noch nicht so alt, aber in meiner Kindheit und Jugend war die Kirche zumindest am Sonntag voll und an den Feiertagen musste man frühzeitig kommen, wenn man einen Sitzplatz wollte... Johannes Sinabell
10-11/2009: Bild & Wort heilig menschen die sich lieben färben aufeinander ab von jeder zärtlichen berührung ein fingerabdruck bleibt auf meiner haut dein blick in meine augen prägt dein bild tief in mich ein von einem guten wort hallt ein echo hell zurück wenn der heilige gott seine kirche wirklich liebt wie sollte dann von seiner heiligkeit nicht etwas auch an ihr ganz innig haften bleiben Andreas Knapp
9/2009: Bild & Wort Was Liebe heißt Drei Annäherungen Ich kann mich selbst vergessen und das ganz ohne angst weil ich spüre dass du an mich denkst du willst nichts von mir mich aber willst du so wie ich bin dich lieben heißt deine freiheit mehren denn in dem maß deiner freiheit wirst du immer mehr du Andreas Knapp
7-8/2009: Viel mehr als ein Hilfsdienst Frauen im kirchlichen Dienstag Es ist nicht einfach, die Besonderheit eines Dienstes der Frau in der Kirche in einem Berufsbild zu beschreiben, den es ja für Frauen und Männer gibt. In den Anfängen des Berufes ging es aber zunächst um die pastorale Tätigkeit von Frauen, die bereit waren, sich ganz in den Dienst der Kirche zu stellen und die seelsorgliche Tätigkeit der Priester zu ergänzen. Die Seelsorgehelferinnen als Pionierinnen in der Neuorientierung der Seelsorge wirkten durch ihren Einsatz wohl wesentlich mit, dass mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ein neues Bewusstsein der Würde und apostolischen Sendung aller getauften und gefirmten Christen ausgesprochen wurde und eine Neuorientierung in Bezug auf die Rolle der Laien in der Seelsorge erfolgte. Die Seelsorgehelferinnen bauten mit an dem neuen Bild von Laien, die wertvolles Wissen um die Vielfalt von Kirche und Welt einbringen. Durch ihr Selbstverständnis und ihr - gegen viel Unverständnis und Widerstand ausharrendes - Wirken konnte ein neues Verständnis dieses pastoralen Berufes wachsen, der nicht mehr als Helferin definiert wird, sondern als mitverantwortliche/r MitarbeiterIn in der Seelsorge... Ulrike Exler
7-8/2009: Bild & Wort Werdet Vorübergehende Schnitz dir einen Wanderstab aber zimmere dir keinen Dachbalken Wozu eine Vorratstasche Liebe empfängt man nicht aus Konserven Hoffe auf frisches Brot unterwegs Du darfst Sandalen tragen aber lerne auch barfuß zu gehen Zu viel Geld dabei beunruhigt Sonne und Regen gibt es gratis Nimm ein zweites Hemd mit für das Fest und für das Grab Andreas Knapp
5-6/2009: Berufung wozu? Am 3. Mai 2009 betet die Weltkirche um geistliche Berufungen Ja, diese Berufung! Was ist sie, wo können wir sie einordnen oder entdecken? Im Abschlussdokument "Neue Berufungen für ein neues Europa" des Europäischen Kongresses über die Berufungen zum Priestertum und Ordensleben in Europa heißt es: Die Berufung ist der vorhersehende Gedanke des Schöpfers über das jeweilige Geschöpf, sie ist sein Idealplan, ist wie ein Traum, der Gott am Herzen liegt, weil ihm das Geschöpf am Herzen liegt. Gott, der Vater, will diesen Plan unterschiedlich und spezifisch für jedes Leben. Der Mensch ist nämlich ins Leben "gerufen" und er findet in sich das Abbild dessen, der ihn gerufen hat. Die Berufung ist die Einladung Gottes, sich entsprechend diesem Bild zu verwirklichen. Jedes Geschöpf ist berufen, diese Botschaft und einen besonderen Aspekt des Gedankens Gottes zum Ausdruck zu bringen. Das heißt doch: Jeder Mensch ist berufen. Es gibt keine unberufenen Menschen. Gott mutet uns einen Lebensplan zu. Wir sollen und können uns darauf einlassen und auch darauf verlassen… P. Erhard Rauch SDS
5-6/2009: Der vergessene Heilige Geist Die Erzählung vom Pfingstereignis mit Brausen und Feuerflammen und erstaunlichen Wirkungen bei den Jüngern und den damaligen Hörern ihrer Worte stellt sich allzu leicht vor die Wahrnehmung der eigenen Geisterfahrung. Dieses große Bild des Pfingstereignisses weckt die Erwartung, dass die Wirkung des Heiligen Geistes sich immer in diesen großen Dimensionen abspielen müsste. Da wir diese Form von Großereignis in unserem eigenen Umfeld nirgendwo vorfinden beziehungsweise von niemandem erzählt bekommen, bleibt der Heilige Geist als Thema gerne ausgeklammert und in die Anfangszeit der Kirche verbannt… Ewald Huscava
5-6/2009: Bild & Wort BERUFUNG
Lass
das Netz liegen
mein Blick gibt dir Halt
auf dem Hochseil
Geh
auf meinen Worten
leise wie auf Zehenspitzen
über das Wasser
Bleib
doch wohnen
in meinem Augenlicht
über den Tag hinaus
Tausch
den Acker gegen den Weg mit mir
in meiner Freiheit zu leben
folge mir nach
Andreas Knapp
4/2009: BILD-GEDANKEN Aushalten im Leiden
Wir sehen eine Frauengestalt, die einen männlichen Körper in ihrem Schoß hält. Dieser Darstellungstypus ist im 13. Jahrhundert in Thüringen entstanden.
Weil die Menschen durch Seuchen und Kriege bedroht waren, suchten sie nach Wegen, um in dieser schwierigen und lebensbedrohlichen Situation bestehen zu können. Im Glauben fanden sie in Maria jene Identifikationsfigur, die in ihrem Leben außerordentlichen Schmerz ertragen hat, als sie Jesus in seinem Leiden und Sterben beigestanden ist. Maria wurde zur Hoffnungsgestalt…
Kurt Zisler
4/2009: BERÜHRT Berührt war ich, als ich zum ersten Mal diesem Bild begegnet bin: "Die Ungläubigkeit des heiligen Thomas". Berührt – fasziniert und angeekelt zugleich. Fasziniert, weil der sosehr dem Fleisch verhaftete Caravaggio (1571 – 1610) nicht wie viele Maler vor ihm darstellt, wie Thomas Jesus berührt, sondern die Einladung Jesu an Thomas malt und fleischlich ernst nimmt: "Streck deinen Finger hierher und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" (Joh 20,27). Angeekelt, weil es bei dieser von Berührungsangst freien Darstellung weh tut, hinzuschauen, mitanzusehen, wie der hygienisch nicht gerade reine Finger des Apostels Thomas in die Seitenwunde Jesu bohrt, sie aufspreizt, offenhält. Nicht nur dem Jünger hinter Thomas zieht der Ekel die Stirne in Falten, bleibt der Mund offen in einem Schmerzensschrei, der – obgleich gemalt – alles andere als stumm ist. Ein dritter Jünger beobachtet das Geschehen mit konzentriertem Blick, angezogen, gefesselt vom Augenblick der Berührung. Die zwei gehören zur Gruppe der Jünger, denen der Auferstandene schon zuvor erschienen ist (vgl. Joh 20,19–23)… Raphaela Pallin
4/2009: BILD & WORT DIE FRAGE NACH DER LIEBE dreimal fragst du mich das schmerzt warum fragst du mich immer wieder du weißt es doch oder willst du es einfach hören immer wieder hören fragst du damit ich es nie vergesse und immer wieder neu sagen lerne ja dann frage mich frag immer wieder frag immer neu ach höre nie auf zu fragen Andreas Knapp 3/2009: BILD-GEDANKEN Der Engel brachte Maria die Botschaft Die Darstellung der Verkündigung befindet sich im Tympanon (= Giebelfeld) der gotischen Kirche Maria Straßengel bei Graz. Das Bild ist zweigeteilt. In der linken Bildhälfte sehen wir den Engel, in der rechten Hälfte eine Frauengestalt. Der Engel hat zwei Flügel, die in kunstvoller und auffälliger Weise gegliedert sind, die rechte Hand weist auf die Frau hin, mit der linken Hand entrollt er ein Schriftband. Auf der rechten Seite sehen wir die Frau, vor einem Lesepult, auf dem ein Buch aufgeschlagen ist. Eine Vase mit Blumen steht vor dem Pult. Über der Frau schließt sich der Raum durch ein gotisches Gewölbe. In der Mitte teilt eine Säule das Bild, läuft aus in zierliches Maßwerk und führt zur Spitze des Tympanons, wo sich ein männliches Haupt und eine Hand von Wolken umgeben zeigen. Das Geschehen vollzieht sich in der Beziehung der drei: Engel, Maria und Gott. Und klärend und verdeutlichend wird das Innere des Geschehens in Stein gemeißelt: Was der Engel ankündigt, ist die Herabkunft und Geburt des Sohnes durch die Kraft des Heiligen Geistes… Kurt Zisler
3/2009: Bild & Wort Klopfzeichen in der Traurigkeit für die es keinen Namen gibt in der Unruhe die dich ziellos umhertreibt in den Träumen die dir schlaflose Nächte bereiten in dem Heimweh das dich zu Hause befällt in der Sehnsucht die ausufert nach immer mehr in all deinem Nichtfinden sucht ER dich Andreas Knapp
1-2/2009: Steh auf und geh! Bild-Gedanken zum Welttag der Kranken Das Bild ist in zwei Hälften geteilt. Links sehen wir eine große Person, die durch den Nimbus um den Kopf, die erhobene rechte Hand und das edle violette Gewand besonders hervorgehoben wird. Hinter ihr ist eine kleinere Gestalt in weißem Gewand zu sehen, die mit ihrer rechten Hand auf die vor ihr stehende Person weist. In der rechten Bildhälfte erkennen wir ein Haus. Zwei Männer stehen auf dem Dach und lassen eine Bahre mit einem halbbekleideten Mann hinunter. Er streckt beide Hände der großen Gestalt entgegen. Deren rechte segnende Hand weist genau in die Richtung der ausgestreckten Arme des Mannes auf der Bahre… Kurt Zisler Heilung des Gelähmten, San Apollinare Nuovo, Ravenna, 6. Jh.
1-2/2009: Bild & Wort Taufe im Jordan wie tief muss ich untergetaucht werden bis ich dem leben auf den grund komme wie rein muss ich gebadet werden bis meine haut durchatmet wird von licht wie zart muss mir gesagt werden dass ich geliebt bin bis ich es wirklich glauben kann Andreas Knapp
12/2008: Und das Wort ist Fleisch geworden BILD-GEDANKEN Gnadenstatue der Basilika Mariazell Die Statue der Mariazeller Muttergottes ist 48 cm hoch und aus Lindenholz geschnitzt. Wir sehen eine sitzende Frauengestalt, die an ihrer rechten Seite ein Kind auf ihrem Schoß hält. Die Frau ist in ein prunkvolles, blaues Kleid mit goldenem Saum gehüllt. Mit der linken Hand, in der sie eine Frucht hält, zeigt die Frau auf ihr Kind. Durch die Größe werden Hand und Kopf der Frau besonders hervorgehoben. Durch den Darstellungstyp und die Beigaben können wir in den Gestalten Maria und Jesus erkennen… Kurt Zisler
12/2008: Für Sie gelesen Helfer fallen nicht vom Himmel Der Herausgeber dieses Buches ist der Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum und damit für die Caritas des Heiligen Stuhls und die Koordinierung internationaler Hilfsmaßnahmen der Kirche verantwortlich. Papst Benedikt XVI. schreibt in seinem Geleitwort: "Die soziale Fürsorge der Caritas ist nie bloß pragmatischer Vorgang, sondern sie kommt aus den tiefen Wurzeln der Gemeinschaft mit dem sich schenkenden Herrn, aus der Dynamik der sich uns mitteilenden Liebe Gottes." Franz Schrittwieser Paul Josef Kardinal Cordes (Hg.), Helfer fallen nicht vom Himmel.Caritas und Spiritualität Zeitgeschichte einmal anders Das Spezialgebiet von Dieter Kindermann, dem langjährigen innenpolitischen Redakteur der "Krone", ist, die Geschichte unseres Landes einem breiten Leserpublikum nahezubringen. Er wählt dafür die Form der Reportage und des Interviews, um Geschichte möglichst lebendig darzustellen. Sein neuestes Buch umfasst die Zeitspanne von 90 Jahren, aus der Kindermann wichtige Ereignisse auswählte. Er orientierte sich dabei an den für Österreich besonders bedeutsamen Stationen: von 1918 (Ausrufung der Republik) über 1938 (Okkupation durch Hitler-Deutschland), 1968 (Studenten-Revolution) bis zum Gedenkjahr 2008. In den Interviews kommen überwiegend Menschen zu Wort, die unmittelbar von diesen Ereignissen berührt oder darin involviert waren. Dadurch entsteht eine Anschaulichkeit, die besonders jungen Lesern Zeitgeschichte schmackhaft machen kann. Ingeborg Schödl Dieter Kindermann, Schicksalsmomente, wie Zeitzeugen sie erlebten. Österreich von der Ersten Republik bis heute 100 Angebote für eine spirituelle Reise An Kärnten, das südlichste Bundesland Österreichs, grenzen Slowenien und das italienische Friaul, drei Gebiete, die kulturell viele Gemeinsamkeiten haben. Matthias Kapeller ist den christlichen Kraftquellen, wie sie Kirchen, Klöster, Wallfahrtsorte, Berge und heilende Quellen darstellen, nachgegangen. Das Endprodukt dieses Nachforschens kann man als "spirituellen Reiseführer" bezeichnen. Eine kurze Beschreibung, wichtige Adressen und eine Landkarte geben die notwendigen Informationen für das Aufsuchen christlicher Kraftquellen zwischen Alpen und Adria. Ingeborg Schödl Matthias Kapeller, Kraftquellen zwischen Alpen und Adria. Unterwegs zu den schönsten Orten des Christentums in Kärnten, Slowenien, Friaul Facettenreiches Oberösterreich Oberösterreicher, denen ja eine besondere Heimatverbundenheit nachgesagt wird, werden beglückt zu dem neuesten Bild/Text-Band greifen, und der Rest Österreichs wird auf dieses facettenreiche Bundesland neugierig gemacht werden. Peter Pfarl hat sich diesmal auf die Spur des mystischen Oberösterreichs gemacht und erzählt von Schalen- und Teufelssteinen, von Schlössern und Burgen, von Märtyrern und Hexen – von all dem, was es zwischen Böhmerwald und Dachstein zu entdecken gibt… Ingeborg Schödl Peter Pfarl, Toni Anzenberger, Mystisches Oberösterreich. Dämonisches, Dunkles, Denkwürdiges
12/2008: Bild & Wort Unsere Wohnungen… was sie sind: Inseln auf denen unsere Kleider trocknen während wir in die Nacht hinaussegeln Gehäuse in denen uns niemand zwingt Fenster zu putzen nach dem letzten Regen Heiligtümer auf die sich manchmal eine Leiter vom Himmel senkt Wilhelm Bruners
10-11/2008: Feuer vom Himmel Vom Sinn der eucharistischen Epiklese Während ich noch auf den Beginn der heiligen Messe warte, fällt mein Blick zufällig auf das Deckengemälde der Domsakristei. Es ist ein dynamisches Bild, das Martino Altomonte im Jahr 1732 für diesen erhabenen Vorraum des Stephansdomes geschaffen hat: in der Mitte ein steinerner Altar, auf dem Holz und ein Stier für das Opfer bereitliegen, rundherum staunende Menschen, die so wie der im Vordergrund stehende Prophet Elija in den offenen Himmel schauen, aus dem das Feuer auf den Altar herabfällt. Diese biblische Szene aus dem Alten Testament führt mich gedanklich auf den Berg Karmel, auf dem Elija den Gott Israels angerufen hat, damit er sich seinem treulosen Volk endlich als der wahre, lebendige Gott zu erkennen gebe – im Zeichen des vom Himmel herabfallenden Feuers… Richard Tatzreiter
10-11/2008: Bild & Wort Die Toten sind uns ein Zuhause voraus während wir unsere Jahre sammeln wie Holzscheite im Herbst leben sie schon im Feuer grenzenloser Liebe Wilhelm Bruners
9/2008: Begegnung verändert Wir sehen auf dem Bild zwei einander begegnende Gestalten. Sie sind sehr nahe aufeinander ugegangen und stehen nun mit aufrechten Körpern einander gegenüber. Es sind nur die Umrisse der Personen zu sehen. Kopf und Gewand bleiben angedeutet und sind nicht individuell durchgestaltet. Personen und Bekleidung erscheinen erdfarben, rot, braun, schwarz. Der Kopf jeder Figur ist von einem Nimbus umgeben. Der Hintergrund des Bildes ist Gold… Kurt Zisler
9/2008: Wunsch für Liebende Lasst eure Herzen aneinander stoßen und erkennt einander mit uralten Worten die alle Ängste wegspülen alle Schatten erleuchten Gebt euren Träumen eine gemeinsame Schale in der sie sich miteinander vermischen Baut eurem Lachen ein Gewölbe in dem es siebenfach widerhallt Und irgendwo dazwischen lasst eure Liebe ein Lager finden geschützt durch Gottes Engel in ihrem Rosenatem Wilhelm Bruners
7-8/2008: Bild-Gedanken Eine Krone für Maria Krönung Mariens, Schrein des Altars von Michael Pacher in St. Wolfgang/OÖ, 15. Jh. Hinführung zum Bild Auf den ersten Blick werden wir überrascht und fast geblendet sein vom Prunk und von der Fülle an Figuren, die uns das festliche Ereignis vor Augen führen wollen, das hier dargestellt ist. In der Mitte links können wir eine Gestalt erkennen: in Gewänder gehüllt, eine Krone auf dem Haupt, die rechte Hand segnend erhoben und in der linken eine goldene Kugel mit einem Kreuz. Rechts sehen wir eine Frauengestalt, kniend und mit gefalteten Händen, prunkvoll gekleidet und mit einer Krone. Kurt Zisler
7-8/2008: Für Sie gelesen Ein Bild der anderen Kirche In Abwandlung der gerne den Frauen zugeordneten drei Ks (Kirche, Küche, Kinder) könnte man sagen Kirche – Krone – Kindermann. Dieter Kindermann (Kronen Zeitung) zählt sicher zu den profiliertesten Innenpolitik-Journalisten der österreichischen Medienlandschaft. Als Buchautor zur Zeitgeschichte Österreichs hat sich Kindermann ebenfalls einen Namen gemacht. Neben der hohen Politik sind ihm aber auch Kirchenthemen ein großes Anliegen, über die er profund und mit viel Hintergrundwissen berichtet... Ingeborg Schödl _ Dieter Kindermann, Kirche zum Schmunzeln … und zum Nachdenken, Verlag Kremayr & Scheriau, 192 Seiten, € 19,90 (ISBN 978-3-218-00774-0) Fragen Zweifeln Bitten.Gebete von heute Als Erzähler von ungewöhnlichen Lebensgeschichten ist uns Peter Ebner bestens bekannt. In seinem neuen Buch "Fragen Zweifeln Bitten" lernen wir einen neuen Peter Ebner kennen: einen fragenden, zweifelnden, bittenden – einen betenden. "Gebete von heute" lautet der Untertitel. Und das sind sie auch. In klarer, verständlicher Sprache – in unserer Sprache – wird in diesen Gebeten vieles vor Gott gebracht, vieles, das mit dem alltäglichen Leben zu tun hat – dem weltlichen, aber auch dem spirituellen... Josepha Stenitzer Peter Ebner, Fragen Zweifeln Bitten.Gebete von heute, Echter, 95 Seiten,€ 5,20 (ISBN 978-3-429-02987-6) Unser Mann in Moskau Russland ist ein Teil der europäischen Geschichte – Russland ist wichtig für Europa. Trotzdem ist nichts so schwer zu begreifen wie dieses Land, seine Menschen und seine Politik. Unser Mann in Moskau ist der ORF-Korrespondent Georg Dox... Ingeborg Schödl Georg Dox, Kampf um den Kreml, ecowin, 216 Seiten, € 19,59(ISBN 978-3-902404-53-4)
7-8/2008: Bild & Wort Lass dich ins Licht tragen Sammle Farben Sammle Düfte Sammle die Zeichen – Sprache der blühenden Schöpfung An deiner Wiege steht der Frühling Er lädt dich ein zur Weltreise ins Tausendwunderland auf unserem schrecklich schönen Stern Wilhelm Bruners
5-6/2008: Auf einander schauen – einander schützen Bild-Gedanken Die Darstellung der Schutzmantelmadonna entwickelte sich im Mittelalter. In der mittelalterlichen Gesellschaft konnte sich jemand unter den Mantel eines mächtigen Menschen flüchten und Schutz vor allen Bedrohungen suchen: Das war in erster Linie der Schutz vor Menschen. Darüber hinaus aber standen für den mittelalterlichen Menschen die Welt und das Leben im Einflussbereich Gottes und der Mächte der Finsternis, des Teufels. Gerade gegen diese finsteren Mächte brauchte der Mensch einen noch wirksameren Schutz. Diesen erhoffte sich der mittelalterliche Mensch von Maria: Sie ist damit das den Menschen zugewendete Gesicht Gottes, der sie zeit ihres Lebens schützend begleitet... Kurt Zisler
5-6/2008: Bild & Wort Christi Himmelfahrt Von Menschen als Höllenfahrt gedacht von Gott zur Himmelfahrt verwandelt Von Menschen als Lügner verworfen von Gott in Wahrheit bestätigt Von Menschen ans Kreuz genagelt von Gott als König eingesetzt Von Menschen dem Vergessen ausgeliefert von Gott in die Erinnerung gehoben Von Menschen ins Grab gelegt von Gott zum Leben auferweckt Vergessen wir die Götzen die uns die Hölle bereiten und erzählen von dem in dessen Namen wir den Himmel atmen Wilhelm Bruners
4/2008: CANISIUSWERK AKTUELL Mit Maria auf dem Weg Impulse zur Lebens- und Glaubensgestaltung Leben lernen wir von Menschen, die uns Zuwendung schenken. Sie geben uns durch ihr Leben Impulse, unser eigenes Leben zu gestalten, und unserer Sehnsucht nach einem Leben in Fülle eine Richtung. In der großen Geschichte der Menschheit ist Maria, die Frau aus Nazaret, für viele Menschen eine solche Gestalt geworden. Sie war fähig, in den Geschehnissen ihres Lebens Gott zu erkennen und seine Stimme zu hören. Sie hatte Kraft und Fantasie, ihr Leben als Frau in den wichtigen Knotenpunkten zu gestalten und sensibel zu sein für die Menschen und ihre Sorgen. So hat sie das Wirken Gottes in ihrem Leben sichtbar gemacht. Sie kann daher allen, Frauen und Männern, Impulse geben, ihr eigenes Leben zu gestalten und Identität zu gewinnen im Leben und im Glauben. Dazu wurden in der angebotenen Serie sechs Themen ausgewählt: ■ Auf die Botschaft hören ■ Begegnung verändert ■ Das Kind als Mitte ■ Auf andere schauen ■ Aushalten im Leiden ■ Berufen zu ewigem Glück Jede Mappe enthält sechs Faltblätter zu je sechs Seiten. Eine besondere Rolle kommt den Bildern zu, die das Thema vorgeben. Je ein Bild aus der großen Tradition der Marienbilder der Kunst tritt dabei mit einem "Lebensbild" in Beziehung. Eine sorgsame Hinführung erschließt die Bilder kunstgeschichtlich und in ihrer existentiellen Bedeutung... Kurt Schmidl
4/2008: Bild & Wort Eine Blume schon aufgeblüht noch in Knospe sie nimmt sich Zeit lässt wachsen … Nimm dir die Zeit und blühe der Sonne entgegen wenn sie scheint Jede Blüte hat das Recht sich zu öffnen wenn die Zeit da ist wenn das Licht sie ruft Wilhelm Bruners
3/2008: Sprungbrett Werner Hofmeister, Tabula saltandi, Graz – Kalvarienberg 2003 Er ist der Ursprung, der Erstgeborene von den Toten. (Kol 1,18) Hinführung Wir sehen ein großes Kreuz, in einer auffälligen orangeroten Rostfarbe gestrichen. Ganz oben ist die Christusgestalt zu sehen – wie zu einem Sprung bereit. Nur mehr die Füße sind mit dem Kreuz verbunden. Ein irritierendes Bild. Durch die Aufschrift auf dem Querbalken des Kreuzes erhalten wir eine gedankliche Hilfestellung: "Tabula saltandi" lesen wir hier in lateinischer Sprache, das heißt auf Deutsch "Sprungbrett". Mit seinen gegen den Himmel erhobenen Händen scheint das Kreuz für Christus nun ein Sprungbrett zu bilden – er ist, wie bei einem Schnappschuss, im Moment des Abspringens festgehalten. Hofmeister kehrt das Kreuz als Zeichen des Leides hier um in ein Symbol für Freiheit und Grenzenlosigkeit. Die orange Rostschutzfarbe trug der Künstler bewusst auf, so als handle es sich um eine Baustelle. Kurt Zisler
1-2/2008: Der Sturm auf dem Meer Bildtext:Der Sturm auf dem Meer, Hitda Codex, Buchmalerei um 1020 Hinführung zum Bild Ein Bild mit einem Rahmen: Es zeigt ein Schiff, einen Mast mit einem flatternden Segel – umgeben von Blau, das vom Meer oder Himmel kommen kann –, wie hineingeworfen. Das Schiff bewegt sich von links oben nach rechts unten, im Gesamten wirkt es – durch Schwanz und Kopf – wie ein Tier. Viele Personen befinden sich im Boot. Sie alle schauen in dieselbe Richtung, nach rechts; nur einer blickt nach links. Mit der Hand ergreift er die Schulter einer Person, die durch Größe und Haltung hervorgehoben ist. Sie ist uns genau zugewendet, von vorn zu sehen; sie schläft … Kurt Zisler
1-2/2008: Bild & Wort Christi Himmelfahrt Von Menschen als Höllenfahrt gedacht von Gott zur Himmelfahrt verwandelt Von Menschen als Lügner verworfen von Gott in Wahrheit bestätigt Von Menschen ans Kreuz genagelt von Gott als König eingesetzt Von Menschen dem Vergessen ausgeliefert von Gott in die Erinnerung gehoben Von Menschen ins Grab gelegt von Gott zum Leben auferweckt Vergessen wir die Götzen die uns die Hölle bereiten und erzählen von dem in dessen Namen wir den Himmel atmen Wilhelm Bruners
12/2007: Der Erstgeborene Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. (Kol 1,15) Hinführung zum Bild Wir sehen in dem rechteckigen Bild auf einem blauen Untergrund eine ovale Form, die oben und unten etwas zugespitzt ist. Die Farbe dieser ovalen Form variiert den Grundton Blau und strukturiert ihn durch hellere Farbelemente, die ihrem Auftrag nach an naturale und kosmische Strukturen erinnern. In ihrer Arbeit nimmt Clare Burnett die Form der Mandel auf. Das Innere der Mandel ist allerdings nicht weiter ausgezeichnet", sondern in Farben aufgelöst, die gleichzeitig andeuten und verbergen. Wir werden aufgefordert, aus unserem eigenen "Inneren" ein Bild und eine Vorstellung des Herrn zu entwickeln, der Gott ist und Mensch geworden ist ... Kurt Zisler
10-11/2007: Der Jünger wird Priester Das Bild des Priesters im Wandel der Zeit Wir alle kennen verschiedene Typen von Priestern, wir haben verschiedene Bilder priesterlicher Existenz vor uns, aber all das trifft noch nicht den Kern und die Mitte des Priesterseins. Entscheidend ist die Frage: Was macht das Priestersein aus, worin besteht die priesterliche Berufung? Da gibt es im Lauf der Jahrhunderte einen Wandel, nicht im Sinn des Entstehens völlig gegensätzlicher Konzepte, aber im Sinn von unterschiedlichen Akzentsetzungen und Schwerpunkten. Der Wandel zum Priester Wenn wir die Texte des Neuen Testaments unter diesem Aspekt betrachten, dann fällt auf, dass für diese Berufung keine religiösen Bezeichnungen im strengen Sinn verwendet werden, sondern Worte, die den Dienst und die Aufgabe benennen. Denn eine Grundüberzeugung steht fest: "Einer ist Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus." (1 Tim 2,5) Seine Lebenshingabe am Kreuz ist die Vollendung aller Opfer. So ist er auch der Priester schlechthin, der "wahre Hohepriester", wie der Hebräerbrief eindringlich zeigt. Die Apostel und die Amtsträger in den Gemeinden agieren nicht in eigener Vollmacht, sondern als seine Gesandten. In den Beschreibungen ihrer Tätigkeiten steht die Bemühung um die Gemeinde und die einzelnen Glaubenden, mit einem Wort die Seelsorge, im Vordergrund. Die liturgischen Dienste werden in diesen Texten kaum erwähnt, wohl eher als selbstverständlich vorausgesetzt. Wie soll er leben? Aber schon bald geschieht eine Parallelisierung der alttestamentlichen Priester mit den neutestamentlichen Amtsträgern. Diese repräsentieren in der Eucharistie ja Christus, den Hohenpriester; daher werden sie selbst Priester genannt. Man wird vorrangig geweiht für die Eucharistiefeier; die anderen Aufgaben – wie die Gemeindeleitung und die Verkündigung – werden diesem Hauptziel zu- und auch untergeordnet. Diese Akzentuierung verstärkt sich im Laufe des Mittelalters. In einem Pontifikale aus dem 10. Jahrhundert wird das geistliche Amt definiert als "potestas offere sacrificium Deo missamque celebrare" (Vollmacht, Gott das Opfer darzubringen und die Messe zu feiern). Die Erfüllung der priesterlichen Sendung erfordert auch eine dem entsprechende Lebensweise. Die bedeutenden Schriften über priesterliche Spiritualität in der Zeit der Kirchenväter betonen daher die Höhe und Erhabenheit der Berufung. In diesem Zusammenhang ist z. B. der Dialog des hl. Johannes Chrysostomus († 407) über das Priestertum zu erwähnen. Das Handbuch priesterlichen Ideals im Mittelalter war zweifellos die "Regula pastoralis" des hl. Papstes Gregors des Großen († 604). Von der Betonung der Heiligkeit dieser Berufung her ist auch die Forderung nach der Ehelosigkeit der Priester zu sehen, die schon von Synoden des Altertums erhoben, gesamtkirchlich aber erst im Mittelalter im Zug der Gregorianischen Reform vorgeschrieben wird. Ideal kontra Wirklichkeit Allerdings klafften vor allem im Mittelalter Ideal und Wirklichkeit oft weit auseinander … Josef Weismayer
10-11/2007: Der "Seelsorger" Josef Moser Gründer des Canisiuswerkes Kardinal F. Gustav Piffl, Erzbischof von Wien in den Jahren 1913 – 1932, charakterisierte den Wiener Bürgerschuldirektor von Kaisermühlen, Josef Moser, den Gründer des Canisiuswerkes, einmal mit den Worten: "Sie leiten das Canisiuswerk mit der Seele." Zur 90-Jahr-Feier des Canisiuswerkes versuche ich, nach den wenigen Quellen, die wir besitzen, ein möglichst wirklichkeitsnahes Bild dieser Gründerpersönlichkeit zu zeichnen. Priester oder Lehrer Josef Moser wird am 14.2.1866 in Salzburg geboren. Sein früh verstorbener Vater hätte Josef gerne als Priester gesehen; sein Weg führt ihn aber in die Salzburger Lehrerbildungsanstalt und nach deren Abschluss in den Schuldienst in Niederösterreich (Leobersdorf, Weikendorf) und in Wien. Der junge Pädagoge trägt sich immer noch mit dem Gedanken, Jesuit oder Kapuziner zu werden. 1898 heiratet er jedoch in Maria Plain/Sbg. seine ehemalige Wiener Schülerin Melanie Stenzel. Die Hochzeitstafel gibt es im Salzburger Ursulinenkloster. Schon damals ist Moser Präsident des katholischen Lehrerbundes für Österreich, tritt als Dichter und Schriftsteller in Erscheinung (z. B. mit einem Festgruß zum 75. Geburtstag von Pfarrer Sebastian Kneipp). Eine "Christliche Schul- und Elternzeitung" – später "Fels" – und "Das neue Österreich" zeigen seine journalistische Handschrift. Exzellenter Redner 1902 wird der betont katholische Lehrer Direktor der Bürgerschule im Wiener Arbeiterbezirk Kaisermühlen und bleibt es bis 1919. Dort organisiert er Schulausflüge mit Sonderzügen auf den Semmering und mit Schiffen in die Wachau. Als exzellenter Redner wirbt er gemeinsam mit Bürgermeister Karl Lueger und dem Wiener Männerseelsorger Pater Heinrich Abel immer wieder für die Anliegen der katholischen Schule und gründet in Kaisermühlen eine "Männersodalität". In den Kriegsjahren richtet der Direktor eine öffentliche Ausspeisung für 3.000 Kinder an Freitischen bei Wirten ein, lädt zu einer "Kriegsfirmung" Hunderte junge Menschen ein und wirbt u. a. für eine intensivere Pflege der Schrebergärten. Gegen die seelsorgliche Not Schuldirektor Moser bedrängt neben den Schulfragen schon seit Jahren die seelsorgliche Not in den übergroßen Wiener Stadtpfarren mit bis zu 75.000 Katholiken. Seine Pläne eines Werkes zur Abhilfe dieser damals großen kirchlichen Sorge eines Priesternotstandes (im Vergleich zu heute noch goldene Zeiten!) stoßen auf offene Ohren und Hände beimWiener Erzbischof Kardinal Gustav Piffl … Franz Grabenwöger
10-11/2007: Herausforderungen Bischofsvikar Gottfried Lafer (Bild), langjähriger Regens des Grazer Priesterseminars, im Gespräch für miteinander mit Prälat Franz Schrittwieser. Das II. Vatikanische Konzil hat gerade den Priestern ein hohes Maß an Veränderungen gebracht. Wie siehst du das Ergebnis? Niemand hat das Konzil erwartet, und schon gar nicht in dieser Form. Fenster auf und frische Luft hereinlassen – das war überraschend, ja ungeheuerlich! Es gab ja keine Zeitzeugen, die wussten, wie ein Konzil funktioniert. Die vorbereitenden Texte wollten die Neuscholastik des 19. Jahrhunderts fortschreiben. Natürlich hat es die Vorläufer gegeben, Karl Rahner z. B., Henri de Lubac, Rudolf Schnackenburg oder Pius Parsch in der Liturgie. Das Konzil war für mich wie eine Explosion. Ich konnte mir z. B. nicht vorstellen, dass die Wandlungsworte und das Hochgebet jemals in einer anderen Sprache als Latein gesprochen werden würden. Insgesamt wirkte die Situation auf mich wie ein Stausee, wo sich eine ungeheure Sehnsucht nach Erneuerung angesammelt hatte und wo nun die Dämme zum Überlaufen gebracht wurden. Wie haben die Priester die Neuerungen aufgenommen? Grundsätzlich sehr positiv und wohlwollend. Damals waren ja die jungen Priester in der Überzahl und vom Neuen begeistert und angesteckt, aus ihrer Erfahrung in der Katholischen Aktion oder in der Jugendarbeit. Dazu kam die gewaltige gesellschaftliche Gärung, die man später als die 68er-Revolution bezeichnet hat. Die Kirche war von diesen Trends ja nicht abgeschottet. Kardinal Cardijn hat einmal gemeint: "Die KAJ wächst mir zu schnell." Gemeint hat er, dass manches innerlich nicht nachvollzogen wurde. Ähnlich ist es bei vielen Neuerungen des Konzils, z. B. in der Liturgie und die Rolle der Laien betreffend. Für Vertiefung war zu wenig Platz, die Euphorie über die Veränderungen war zu groß. Das Gespräch moderierte Dr. Georg Plank, Leiter der Pressestelle der Diözese Graz-Seckau.
10-11/2007: Wohin mit Spätberufenen? Das Canisiusheim – Eine Antwort auf Bedürfnisse der Zeit "Interdiözesanes Seminar für Priester-Spätberufe" – So prangt es auf dem Briefkopf des Canisiusheims in Horn: Titel und zugleich Programm. In Horn gab es nach dem Zweiten Weltkrieg eine der wenigen "Aufbaumittelschulen" in Österreich. Hier wurden junge Leute aufgenommen, die nicht mehr in das Bild des klassischen Schülers passten. Sie hatten schon eine Lehre hinter sich bzw. Berufserfahrung gesammelt. Sie nahmen dieses Studium auf sich, weil sie sich einen bestimmten Weg vorgenommen hatten. Einige kamen nach Horn, weil sie Priester werden wollten. Das stellte der junge Religionslehrer Prof. Heinrich Heß fest, als er in der "Aufbaumittelschule" seinen Unterricht aufnahm. Spätberufen? Das Canisiuswerk in Wien förderte bereits Priesterkandidaten an verschiedenen Orten in Österreich. Nach und nach bürgerte sich der Begriff "Spätberufene" ein. Man verstand darunter junge Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren, die nicht so sehr "spät zur Erkenntnis ihrer Berufung" gelangt sind, wohl aber "spät deren Verwirklichung" erreichen konnten (Gabriele Schmidt, S. 68 1). Da eine Betreuung dieser Spätberufenen nach dem Krieg in Wien nicht möglich war, versuchte das Canisiuswerk, diese an verschiedenen Orten in Österreich unterzubringen. Ein eigenes Haus Nach längerer Überlegung entschloss sich das Canisiuswerk, den "Spätberufenen", die sich bereits an der Bundesstaatlichen Aufbaumittelschule in Horn angesammelt hatten, zu helfen. Auf Anregung von Kardinal Dr. Theodor Innitzer (Wien) und Bischofkoadjutor Dr. Franz König (St. Pölten) errichtete das Canisiuswerk ein erstes provisorisches Spätberufenenseminar in Horn, auch um andere Studenten nach Horn zu verlagern. Nach einer kurzen Unterbringung in der Bundesheerkaserne in Horn fand Msgr. Heinrich Heß in der "Villa Neumann" in Rosenburg ein neues Haus. Die ersten 17 "Canisianer" konnten einziehen ... P. Josef Vösl SDB Rektor9/2007: Hildegard von Bingen Ich kann mich noch erinnern, wie ich das erste Mal von Hildegard von Bingen (1098 – 1179) gehört habe. Damals bekam einer meiner Studienkollegen von seiner Mutter Dinkelkekse gebacken. Sie sollten ihm helfen, den Stress des Studiums besser zu verkraften. Das Rezept dieser Kekse stammte, so wurde mir gesagt, von Hildegard von Bingen. Später fand ich dann in den Esoterikabteilungen der Buchhandlungen immer wieder ihr zugeschriebene Bücher über die Heilkraft der Steine und jene über die "Hildegard-Medizin". In mir entstand das Bild einer Klosterfrau, die durch Visionen volksmedizinische Werke schuf. Diese Vorstellung wird ihr aber bei weitem nicht gerecht... Johannes Sinabell
9/2007: Hebammen der Hoffnung Ein besonderes Bild bot sich der Gottesdienstgemeinde in Graz-St. Leonhard am 17. Juni 2007: Etwa 150 Ordensfrauen in ihren verschiedenen Kleidern oder Schleiern waren zur Sonntagsmesse erschienen, die Altbischof Johann Weber zelebrierte. Anlass für diesen gemeinsamen Gottesdienst war der Geburtstag von Bischof Weber, dem in seinem Wirken die Ordensfrauen, ihre Tätigkeit, ihre Stellung im Gesamt der Diözese ein Herzensanliegen waren... Sr. Andrea Eberhart
9/2007: Totentanz Das Bild ist eine von fünf Radierungen "Lübecker Totentanz" von Herwig Zens. Sie zeigt vor dem Hintergrund der Stadt Lübeck Totengerippe im Tanz mit (von links nach rechts) dem Bürgermeister, dem Domherren, dem Edelmann und dem Arzt. Der österreichische Künstler und Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien hat sich vielfach mit dem Thema "Totentanz" beschäftigt – so 1990 im Projekt Baseler Totentanz, 1994 im Kleinen Grazer Totentanz, 2000 im Bilderzyklus zu Hugo Distlers Totentanz und 2003 im Neuen Lübecker Totentanz für die Marienkirche in Lübeck...
9/2007: Kinder annehmen Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie. (Mk 10,16) Hinführung zum Bild Das Bild ist durch den Farbton zweigeteilt. In der rechten Bildhälfte herrschen helle Farben vor: Gelb, Rot und Orange; in der linken Hälfte die dunklen Farben: Grün, Violett, Schwarz. Beide Farbbereiche verbinden sich in der Mitte, indem das Grünblau eines nach rechts gewendeten Rückens von einem gelben Arm umfangen wird... Kurt Zisler
9/2007: Bild & Wort - Gebete aus dem Alltag Abendmahl An der Schwelle des Abends setzen sich Menschen zu Tisch. Sein wird Zusammensein. So hast du gesagt, lieber Gott, ist es auch bei dir. Wie ein Gastmahl ist dein Reich, und jeder ist eingeladen. Begrüßung und Blumen, lachen und singen, erzählen und hören, manchmal auch weinen, brechen das Brot, teilen das Leben. Lieber Gott, sei du unser Gast. Segne uns am Tisch des Lebens. Joop Roeland
7-8/2007: Lebendiges Wasser Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. (Johannes 4,13–14) Hinführung zum Bild Das Bild ist zweigeteilt; rechts sehen wir eine sitzende Gestalt in ein würdevolles Kleid gehüllt, das Gesicht, das von einem Nimbus mit Kreuz umgeben ist, direkt dem Betrachter zugewandt, die rechte Hand zur Segensgeste erhoben. Sie weist auf die andere Bildhälfte, auf der wir eine Frau in einem kostbaren Gewand sehen, die aus einem Brunnen gerade ein Gefäß mit Wasser hochzieht ... Kurt Zisler Dr. Kurt Zisler ist Direktor der RPA Graz. Bild u. Text entstammen der Reihe "Lieben wie er. Im Blick auf Christusbilder Leben und Glauben gestalten" – Serie 2 (erhältlich im Canisiuswerk, € 5,–).
5-6/2007: Brot zum Leben Speisung der Fünftausend, Evangeliar Heinrichs III. aus Echternach, 1043 – 1046 Hinführung zum Bild In der Mitte des Bildes steht die Gestalt Jesu, erkennbar an dem goldenen Nimbus mit dem eingeschriebenen Kreuz. Er trägt ein herrschaftlich purpurnes Gewand. Seine rechte Hand ist zur Segensgeste erhoben, seine linke übergibt einem Jünger ein Brot, das dieser an einen der im Halbkreis sitzenden Männer weitergibt. Das gesamte Bild ist zweigeteilt. Die obere Hälfte bildet ein Halbkreis aus Blattgold, das bei dieser Aufnahme noch in besonderem Glanz erstrahlt. Gold steht in der frühen Buchmalerei für die Wirklichkeit Gottes ... Kurt Zisler Bild und Text entstammen der Reihe "Du blickst mich an. Im Blick auf Christusbilder Leben und Glauben gestalten". Die Serie besteht aus sechs Einzelheften mit je sechs Seiten. Sie ist im Canisiuswerk zum Preis von € 5,– erhältlich.
5-6/2007: Für Sie gelesen Ein Lichtblick … Die Salvatorianerin Heidrun Bauer ist Ordensfrau, Künstlerin, Texterin und geistliche Begleiterin zugleich. Die Erfahrungen ihres persönlichen Lebens und Glaubens sowie die Erfahrungen aus Seelsorge und Begleitung bringt sie eindrucksvoll ins Bild und ins Wort. Ihr erstes Buch enthält Texte, Bilder und Gedichte, mit denen sie die menschliche Suche nach geglücktem Leben zum Ausdruck bringt. Bilder und Texte laden dazu ein, auch den eigenen inneren Bildern und Fragen auf die Spur zu kommen und sich auf die Begegnung mit sich selbst und mit Gott einzulassen. Schwester Heidruns Buch ist ein wertvoller Beitrag zu einer zeitgemäßen Verkündigung des christlichen Glaubens. Doris Fürsatz Sr. Heidrun Bauer SDS, Licht- Blicke – Der Sehnsucht nach geglücktem Leben auf der Spur, Kunstverlag Peda, 86 Seiten, € 19,80 (ISBN 3-9502093-0-1) Das Buch kann im Canisiuswerk (Tel.: 01/512 51 07-14) oder direkt bei der Autorin bestellt werden (atelier@sds-austria.at). Die abgedruckten Bilder sind als Doppelkarten ebenfalls bei der Autorin erhältlich. Einige davon finden Sie auch im Webshop des Canisiuswerkes. Freundschaftsgeschichten David – etwas schüchtern, aber grundehrlich – und Hanna – ein frecher Naseweis – sind beste Freunde. In 20 kurzen Geschichten erzählt der Salzburger Diözesanjugendseelsorger Harald Mattel, wie die beiden kleinere und größere Schwierigkeiten meistern, sich für andere Kinder einsetzen und nach Vorbildern suchen. Das witzige Gespann wird allseits große Sympathien wecken. mf Harald Mattel, Christoph Radaelli (Illu.), David und Hanna. Freundschaftsgeschichten, HERDER, 96 Seiten, farbig illustriert, € 10,20 (ISBN 3-451-29239-4) Katholische Kirche und Islam in Kurzform Es dürfte ein Novum sein – ein Ehepaar gibt zur gleichen Zeit zwei Bücher über zwei große Religionen in einem Verlag heraus. Er schreibt über die katholische Kirche, sie über Mohammed. In der Reihe "Eine kurze Geschichte ..." bietet Thomas Chorherr, ehemals Chefredakteur der Zeitung "Die Presse", einen kurzen und kompakten Überblick von den Anfängen des Christentums in Österreich, beginnend im Jahr 172 n. Chr., bis zu den Ereignissen der katholischen Kirche in Österreich im 21. Jahrhundert. Gattin Christa Chorherr, aus dem Bankwesen kommend, setzt sich mit der Geschichte des Propheten Mohammed auseinander und versucht, den Lesern die Grundpfeiler des Islams verständlich zu machen. Schade, dass eine Auseinandersetzung mit dem Islam aus heutiger Sicht dabei ausgeklammert ist. In beiden kleinformatigen Büchern kann aus Platzgründen nur ein Galopp durch die geschichtlichen Fakten erfolgen, bei dem einiges angerissen wird. Für detailreichere Information ist da kaum Platz, ist aber auch so vom Verlag her nicht konzipiert. Für eine rasche und knappe Information bieten sich beide Bücher besonders durch die den Kapiteln vorangestellten Zeittafeln und Info- Kästen an. Ingeborg Schödl Thomas Chorherr, Die katholische Kirche in Österreich, Eine kurze Geschichte, 120 Seiten (ISBN 3-8000-7153-3) Christa Chorherr, Mohammed, Eine kurze Geschichte des Propheten, 136 Seiten (ISBN 3-8000-7224-6) Beide Bücher erschienen im Verlag Ueberreuter, je € 9,95. Die Feste des christlichen Europas Allein schon das Durchblättern des neuesten im Tyrolia Verlag erschienenen Bildbandes "Christliche Volksfeste in Europa" bietet durch die hervorragenden Fotos einen opulenten Augenschmaus. Dazu kommt dann die Idee, den Betrachter an den wichtigsten Daten im Festkalender des Kirchenjahres durch Europa zu führen. Die Reise beginnt in Mailand, am 6. Jänner mit dem farbenprächtigen Dreikönigsumzug, führt über die Settimana Santa Korsikas, die Echternacher Springprozession zu Pfingsten, über die alle sieben Jahre im Juli stattfindende Heiligtumsfahrt zu Maastricht bis zur Klaus-Jagd zu Silvester im Appenzeller Hinterland, kreuz und quer durch Europa. Wie der Autor im Vorwort schreibt, soll dieses Buch helfen, hinter diesen Festen und Bräuchen nicht nur kulturelle Events zu sehen, sondern die Botschaft zu entdecken, die dahintersteht, und die sich auch an den Menschen des 21. Jahrhunderts richtet. Der Bild- band zeigt nicht nur, wo die christlichen Wurzeln des heutigen Europas liegen, sondern auch wo die Gläubigkeit der Menschen heute noch lebendig ist. Dem Autor und Fotografen Günter Schenk ist eine wunderbare Symbiose zwischen Text und Bild gelungen. Die hervorragende Aufbereitung durch den Verlag, bis hin zur jeweiligen Kontaktadresse, ermöglicht dem Leser zusätzlich einen informativen Überblick. Ingeborg Schödl Günter Schenk, Christliche Volksfeste in Europa – Prozessionen, Rituale, Volksschauspiele, Tyrolia Verlag, 272 Seiten, 257 farb. Abb., € 34,90 (ISBN 3-7022-2777-6) Entdeckenswertes Friaul Die italienische Region Friaul – Julisch Venetien ist für OstÖsterreicher das sich öffnende Tor zu den Urlaubsfreuden in Italien. Die Durchfahrt legen die Sonnenhungrigen meist im Eilzugstempo zurück. Grado oder Lignano, am Meer gelegen, ja die kennt man, dort macht man auch Station. Was es links und rechts der durch das Kanaltal Richtung Meer führenden Autobahn zu entdecken gibt, darüber weiß man wenig. Dafür genießen Kenner die Schönheiten der kleinen Orte, die regionalen Köstlichkeiten aus Küche und Keller. Teile der heutigen Region zwischen Alpen und Meer gehörten einst zur k.u.k. Monarchie. In Cormos im Collio, nahe bei Görz, wird heute noch der Geburtstag von Kaiser Franz Joseph mit traditionsreicher Folklore gefeiert. Jeder Ort ist hier sehenswert – Spilimbergo mit seiner berühmten Mosaikschule, Sesto al Reghena mit der einst mächtigen Abtei oder das innerhalb einer kreisförmigen Befestigung angelegte Palmanova. Wer die Beschaulichkeit liebt, der kommt in dieser Region auf seine Rechnung. Kunstliebhaber ebenfalls, denn hier gibt es noch viel zu entdecken. Und Feinschmeckern wird die Auswahl aus all den gebotenen Köstlichkeiten schwerfallen. Als Begleiter für alle drei Kategorien Reisende bietet sich ein von der Kärntnerin Evelyn Rupperti verfasster Führer an. In dem sehr ansprechend und übersichtlich gestalteten "Reisehandbuch" gibt es wertvolle Hinweise sowohl auf kulturelle Kostbarkeiten als auch auf kulinarische Köstlichkeiten, garniert mit historischer Information. Ingeborg Schödl Evelyn Rupperti, Friaul – Julisch Venetien, Das große Reisehandbuch, Verlag Carinthia, 247 Seiten, € 19,90 (ISBN 3-8537-8593-X) Gott ist auf Stand-by Im Genre der E-Mail-Kultur erzählt Sigg spannende Geschichten, die alltägliche wie existenzielle Fragen und Gedanken von Jugendlichen mit Gott verlinken: Gibt es Gott wirklich? Liebe; Schuld und Versöhnung; Leben und Tod; Schicksal, Zufall, Berufung; Arm und Reich … Die einzelnen Texte und Geschichten werden jeweils mit einer Stelle aus der Bibel verknüpft, Texte laden zum Nachdenken ein und führen ins Gespräch mit Gott. Ein etwas anderes Jugendgebetbuch, das die Situation und die Sprache von Jugendlichen unserer Zeit gut trifft. Doris Fürsatz Stephan Sigg, Fragen@Gott, Szenen zum Einschalten, Anklicken und Aufladen, Verlag Haus Altenberg GmbH und Katholisches Bibelwerk Stuttgart, 144 Seiten, € 10,30 (ISBN 3-460-30402-2)# Lieder sind Fenster ins Paradies Auf der Suche nach dem Paradies haben Menschen immer in der Sprache ihrer Zeit gebetet und ihre Worte in Musik verwandelt. Das gilt auch für heute. Die Liederbücher vom "Haus der Stille" waren bereits in den letzten Jahrzehnten vielen Menschen ein Begriff. Sie haben viele durch ihr persönliches Beten und nicht wenige Gemeinden durch ihre Gottesdienste getragen. Nun hat wieder ein kompetentes Team von Liturgikern, Musikern und Praktikern im Haus der Stille ein neues Liederbuch erstellt. Schon der Titel "du mit uns" spiegelt wider, dass dieses Buch Beziehung und Gemeinschaft stiften will: unter den Feiernden und mit dem, dem sich der Beter und Sänger sowie die Gemeinde im Gottesdienst zuwendet. Die ein- und teilweise mehrstimmigen Lieder sind musikalisch anspruchsvoll, aber gleichzeitig gut in der Gemeinde zu singen. Sie sind liturgisch stimmig, lebensnah, bibelorientiert, und sie bemühen sich um eine geschwisterliche Sprache. Außerdem sind Noten und Texte gut zu lesen. Doris Fürsatz Haus der Stille (Hrsg.), du mit uns – Neue Lieder für Jugend und Gemeinde, zu beziehen zum Preis € 11,90 beim Haus der Stille (Tel.: 03135/82625 oder info@haus-der-stille.at)
4/2007: Einer, der mit mir geht Bild-Gedanken Bildtext: Gang nach Emmaus, Kurt Zisler 1985 Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. (Lk 24,15 – 16) Hinführung zum Bild Die Grundfarbe des Bildes ist bordeauxrot. Auf diesem Hintergrund, der durch die Farben eine Struktur erhält, zeigen sich leuchtende Bänder: je eines, das oben und unten das Bild begrenzt, und eines, das das Bild quert und sich wie ein Weg öffnet. In der Mitte des Bildes werden drei menschliche Gestalten sichtbar: die mittlere überragt die beiden anderen; dadurch wird ihre Bedeutung unterstrichen, die durch die Mittelpunktstellung in der Dreiergruppe bereits gegeben ist ... Kurt Zisler
4/2007: Bild & Wort Von der Gewöhnlichkeit Lieber Gott! Mache unseren Alltag durchschaubar wie die Fenster – nun endlich geputzt! Unser Weg führe uns nicht im Kreis: er sei uns ein zielbewusster Fremdenführer. Jede Begrüßung werde zum Friedensgruß. Der verlorene Schlüssel erinnere uns an jene Frau, die eine Drachme suchte und an ihre Freude des Wiederfindens. Unser Warten sei eine Ausschau nach Zukunft. Unsere Kaffeepause ein Ort, wo gelacht wird. Unsere Zimmerpflanze ein Mitbringsel aus dem verlorenen Paradies. Lieber Gott, zum Gleichnis werde uns die tägliche Banalität. Joop Roeland
3/2007: Mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Bildtext: Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?!, Ladislas Kijno, 1985 Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen. Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen. (Jesaja 52,14 – 15) Hinführung zum Bild Auf dem dunkelvioletten Tuch ist ein Antlitz zu sehen. Augen und Mund sind geschlossen. Das Fehlen der Haare lässt darauf schließen, dass die Haare abrasiert wurden oder dass es sich um eine Totenmaske handelt. Die Gesichtszüge sind ebenmäßig. Das gesamte Gesicht weist kleine Erhebungen oder Ausbuchtungen auf; einige Spuren von roter Farbe heben wesentliche Züge hervor ... Kurt Zisler
3/2007: Bild & Wort - Die tägliche Arbeit Gebete aus dem Alltag Einer, der alt geworden ist, sich auf einem Abstellgleis glaubt. Einer, der belästigt mit Geschichten, die niemand hören will. Einer, der mit Terminen sich wichtig macht – auch lächerlich. Einer, der langsam geworden ist, auch einsamer als er früher war und nun betet: Lieber Gott, wir kennen uns schon lange. Ich danke Dir für die Arbeit im Leben. Das tägliche Tun war nicht nur Last. Es war auch viel Freude dabei. Du hast soviel zu tun, aber kümmere dich trotzdem um alle Arbeitslosen, besonders die jungen, dass sie an ihrer Würde nicht zweifeln. Joop Roeland
1-2/2007: Der Hörende Bild-Gedanken Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.(Jesaja 50,4) Hinführung Für dieses Bild habe ich die Technik der Ikonenmalerei verwendet, in die ich durch Professor Wladimir Zagorodnikow (1896 – 1985) eingeführt wurde. Er hat sie bei den Mönchen der Moldauklöster studiert, dann folgte in Paris ein Studium der modernen Malerei. Was uns die Technik sagen will Bei der Ikone werden zuerst mehrere Farbschichten (Polimente, das ist Tonerde) auf das Holz aufgetragen. Nach diesem Vorgang, der für jede Schicht einen Tag in Anspruch nimmt … Kurt Zisler
1-2/2007: Gebete aus dem Alltag – Bild & Wort Am Anfang des Tages Der Tag hat angefangen wie ein Kind Leben anfängt: voller Neugierde! Wird dem Fragen eine Antwort gegeben? Der Tag hat angefangen wie im Obstgarten Blüten sprießen: lauter Ahnungen einer Zukunft! Wird am Abend Erntedank sein? Der Tag hat angefangen wie ein Lied angestimmt wird: voller Hoffnung auf Vollendung! Wird dem Ohr des Lauschenden ein Klang geschenkt werden? Der Tag wird uns in die Arme gelegt, uns anvertraut wie ein Kind neu geboren. Lieber Gott, Du hast ein Leben mit uns angefangen. Ich lege diesen Tag in Deine Hände. Joop Roeland
12/2006: Sehnsucht nach Leben, nach Namen und nach Ewigkeit Bild-Gedanken Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh 10,10) Hinführung Das Mosaik ist der Fußboden einer römischen Villa in Hinton St. Mary, einem kleinen Dorf im Blackmoor-Tal, etwa acht Meilen von Shaftesbury entfernt, in der Grafschaft Dorset an der Südküste Englands. Die Römer hatten ihr Reich bis in den Süden Englands ausgedehnt. Im 4. Jahrhundert n. Chr. war das Römische Reich durch großen Reichtum gekennzeichnet, diese Epoche wird auch als "goldenes" Zeitalter bezeichnet. Der Mann in dem Mosaik schaut den Betrachter direkt an. Seine Augen sind weit offen, … Kurt Zisler Dr. Kurt Zisler ist Direktor der Religionspädagogischen Akademie der Diözese Graz-Seckau. Bild und Text entstammen der Reihe "Du blickst mich an. Im Blick auf Christusbilder Leben und Glauben gestalten". Die neu entwickelte Serie besteht aus 6 Einzelheften mit je 6 Seiten, erhältlich im Canisiuswerk zum Preis von € 3,60.
12/2006: Bild & Wort Vom Tod ins Leben Psalmen begleiten das Kirchenjahr Christkönig "Mein Sohn bist du." (Ps 2) Groß, größer, am größten will sich der Mensch. Klein, kleiner, am kleinsten macht sich Gott. Solange wir Gottes Weg nicht begreifen, töten wir Gott, anstatt ihn zu krönen. Weder Purpur noch Applaus, nur Füße im Staub, Sicherheit eines Weizenkorns – So groß bist DU! HALLELUJA! Monika Hemri
10-11/2006: Heute Missionar sein! "Missionar" – diesen Spitznamen hatte ich schon während meiner Schulzeit im Gymnasium in Waidhofen/Ybbs, weil ich als einer der ganz wenigen in der Klasse beim Religionsunterricht aktiv mitmachte. Ich hab’s den Schulkollegen nicht krumm genommen und bin weiter zu dem gestanden, was mir wichtig war: mein Glaube an Gott und das Bild von der Welt und vom Menschen, das sich daraus ergibt. Heute gehöre ich dem Orden der "Steyler Missionare" an. Sechs Jahre war ich Missionar in Brasilien, und auch meine derzeitige Arbeit im Zeitschriftenverlag St. Gabriel würde ich als "missionarisch" bezeichnen. Mission hat nichts mit Aufdrängen der eigenen Meinung zu tun, es ist kein "Missionieren um jeden Preis" ... P. Franz Helm SVD
10-11/2006: Bild-Gedanken Bild: AVE, Rosenkranzkapelle in Vence/Frankreich, Henri Matisse, entstanden 1950 – 1954 "Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter ..." (Lk 1,46-53) Wir sehen eine Schwarz-Weiß- Zeichnung auf weißen Kacheln. In der Mitte ist eine Frauengestalt dargestellt. Vor ihr, gleichsam schwebend, die Arme weit ausgebreitet, ist eine zweite, kleinere Gestalt zu sehen. Beide Gestalten sind direkt den Beschauern zugewandt, nur durch die Umrisslinien gestaltet. Dem Gesicht fehlen die gewohnten individuellen Merkmale wie Augen, Nase, Mund … Kurt Zisler
10-11/2006: Bild & Wort Vom Tod ins Leben Psalmen begleiten das Kirchenjahr Schutzengelfest "Weil er an mir hängt, will ich ihn retten; ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen." (Ps 91) Manchmal habe ich gar keine Lust, mich dir auszusetzen – schon wieder getrieben meine Grenzen zu erweitern! Schon wieder Einsamkeit! Ich mag nicht mehr! Müssen da die Engelchen her, damit ich deinen Anspruch nicht gar so verspür? Aber DU bist dein Engel, der donnert: "Fürchte dich nicht!", denn mit ihm setzt du Menschenleben in Brand – Wer dein Wirken kennen lernt, dem ist nichts mehr wie zuvor. Lieber Gott, es ist ZU viel, doch dein Einbrechen erhält mich. Monika Hemri
9/2006: Bild-Gedanken Ansehen verändert Dann kam er nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus ...(Lk 19,1–8) Hinführung Der Hintergrund der Darstellung ist aus Blattgold. Es stellt als wertvollstes Material die Wirklichkeit Gottes dar. Auf diesem Hintergrund spielt sich das ganze Geschehen ab. Das Bild ist geteilt und zeigt zwei Szenen, die sich nacheinander ereignen, in zwei übereinander liegenden Bildern. In der oberen Hälfte ist links Zachäus zu sehen, der auf einen Baum geklettert ist … Kurt Zisler
9/2006: Für Sie gelesen Drei Länder und 1000 Kilometer Europa beginnt tatsächlich zusammenzurücken. Keine militärischen Barrieren, kein Stacheldraht hindert Menschen mehr, Grenzen zu überschreiten und sich so wie ihre Vorfahren auf den Weg zu begeben ... Ingeborg Schödl Robert Wurst/Markus Schlagnitweit, Auf dem Marienpilgerweg von Tschenstochau über Leutschau nach Mariazell, Tyrolia Verlag, 192 Seiten, 73 farbige Abbildungen und 57 farbige Kartenausschnitte, € 19,90 (ISBN: 3-7022-2729-6) Die Sprache des Weges lesen lernen Das Bild des Weges ist zutiefst verknüpft mit der Erfahrung des menschlichen Lebens. Auch die Bibel ist voll von Weggeschichten … Doris Fürsatz Egon Mielenbrink, Zieh weg aus deinem Land – Pilger der Bibel und ihre Botschaft, Buzon & Bercker, 144 Seiten, € 12,90 (ISBN: 3-7666-0746-4) Was im Leben zählt ... Das wusste die 1883 in Görlitz geborene, einer jüdisch-liberalen Familie entstammende Hildegard Burjan ganz genau. Im vorliegenden kleinen Band finden sich Gedanken und Impulse dieser stets mit beiden Beinen im Leben stehenden Frau, getragen von der Überzeugung, dass die Liebe Christi uns drängt … Einleitende und verbindende Worte stammen von der Publizistin Ingeborg Schödl, Ihnen bestens bekannt u. a. durch ihre Porträts christlicher Frauengestalten im "miteinander". Als Vizepostulatorin im kurz vor dem Abschluss stehenden Seligsprechungsprozess ist sie eine profunde Kennerin dieser faszinierenden Frau. Wunderschöne Naturaufnahmen ergänzen die klaren spirituellen Impulse dieses attraktiven Geschenkbuches. mf Hildegard Burjan, Was im Leben zählt. Spirituelle Impulse von Hildegard Burjan, Einleitung und verbindende Texte von Ingeborg Schödl, Fotos von Alfred Waldner, Tyrolia Verlag, 44 Seiten, 23 farbige Abbildungen, € 8,90 (ISBN: 3-7022-2740-7)
9/2006: Bild & Wort Vom Tod ins Leben Psalmen begleiten das Kirchenjahr Erntedank Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin. (Ps 146) Tat ich es? Folgt ich dir in Wort und Tat einen Sommer lang? Ja schon ... allerdings – ach Gott, wenn du meine Treue nicht so herausfordern tätst! Und doch gibt es Tage, die singen, bringen, was ich tu und bin, die Schöpfung ins Schwingen, lassen in allen Dingen dein endlos Sehnen nach dem Tag aufklingen, da dass die Arbeit getan, die Erde rauscht und braust vor Würde und Gerechtigkeit. Und die Sonne wird für niemanden mehr untergehn. Weil ich deiner Sehnsucht traue, hinke ich der Sonne entgegen nach Hause. Monika Hemri
7-8/2006: Bild-Gedanken Verschiedene Jubiläen zweier Ordengemeinschaften in diesem Jahr haben zur Auswahl dieses Bildes geführt. Die Societas Jesu, der Jesuitenorden, feiert heuer den 450. Todestag ihres Gründers, des heiligen Ignatius von Loyola, und den 500. Geburtstag eines seiner ersten Gefährten, des heiligen Franz Xaver. Die Congregatio Jesu, wie die Englischen Fräulein seit einiger Zeit heißen, feiert in St. Pölten ihr 300-Jahr-Jubiläum1. Beide Ordensgemeinschaften sind nicht nur durch ihre ähnlichen Namen verbunden, sondern auch durch die Lebensform und die Spiritualität des heiligen Ignatius. Die Gründerin der Englischen Fräulein, Mary Ward, bekam nämlich 1611 von Gott die Klarheit geschenkt, dass ihre Gemeinschaft nach der Form und Ausrichtung des Jesuitenordens leben solle. Daher verwundert es auch nicht, dass ein Seitenaltarbild in der Klosterkirche der Congregatio Jesu in St. Pölten die beiden Heiligen, Ignatius und Franz Xaver, zeigt. Es wurde um 1718/ 1719 vom Garstener Stiftsmaler Johann Carl von Reslfeld mit in dieser Zeit beliebten Anspielungen und Allegorien2 geschaffen ... Gottfried Auer Die Redaktion dankt Dr. Gottfried Auer für seine Beiträge, mit denen er unsere Leser seit 2003 begleitet hat.
7-8/2006: Deus Caritas Est Am 25. Jänner 2006 veröffentlichte Papst Benedikt XVI. seine erste Enzyklika. Ausgehend von der Tatsache, dass immer wieder von Gewalt im Namen Gottes zu hören ist, spricht er von der Liebe, mit der Gott uns beschenkt und die von uns weitergegeben werden soll. "Die Liebe ist möglich, und wir können sie tun, weil wir nach Gottes Bild geschaffen sind. Die Liebe zu verwirklichen und damit das Licht Gottes in die Welt einzulassen – dazu möchte ich mit diesem Rundschreiben einladen." Einige Gedanken daraus möchte ich Ihnen vorstellen … Johannes Sinabell
7-8/2006: Bild & Wort Johannes der Täufer Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht, mitten unter den Löwen. Dann will ich das Morgenrot wecken. (Ps 57) "Hinaus!", hör ich, seit uns das Feuerbrausen deiner Liebe das Leben aufgetragen, jeden Morgen: "Zieh aus!" Nicht aus Arbeit und Beziehungen, nicht mal aus den Ferien, nur aus meinen Teufelchen, die da sind: Unrast, Wollen, Ablenkung, und ich frag: "Wo soll ich denn hin?", und hör von dem Ort, wo ich immer weniger will und seh, weiß und spür, noch dich zu verlieren fürcht. Doch wo ich nicht mehr bin, ziehst DU ein, dann kann ich das Morgenrot wecken. Hilfe, Gott, ich kleb gar fest! Treib du mich hinaus! Monika Hemri
5-6/2006: pietas et litterae 1776 übernahmen die Piaristen Kirche, Kloster und Schule des aufgelösten Jesuitenordens in Krems. Natürlich wollten sie in ihrer Kirche nun auch ein Bild ihres Ordensgründers Josef von Calasanza haben und beauftragten damit 1784 den Kremser Schmidt. Dieser schuf für den schon bestehenden Seitenaltar rechts vom Triumphbogen ein neues Altarbild. Es zeigt ein Wunder, das dem Gebet des heiligen Josef von Calasanza zugeschrieben wird. Dieses Thema war nahe liegend, da der gegenüberliegende Seitenaltar ein Wunder des heiligen Ignatius zeigt. Die Zusammenschau beider Bilder sagt dann: " So wie Ignatius Kranke auf wunderbare Weise heilte, so wirkte auch Josef von Calasanza Wunder und erweckte ein Kind zum Leben ... Gottfried Auer
5-6/2006: Bild & Wort Psalmen begleiten das Kirchenjahr Pfingsten Die Erde ist voll von deinen Geschöpfen. Nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub der Erde. Sendest du deinen Geist aus, so erneuerst du das Antlitz der Erde. (Ps 104) Danke, dass ich lebe, danke ohne Unterlass: Gras, Wurm und noch der Stein wären nicht ohne dich – danke für das Wunder allen Lebens. Danke, dass ich lebe, um in Freude, Wärme, Liebe deinen Atem weiterzugeben – danke für das Wunder eines Lebenssinns. Danke, dass ich lebe, um zwischen Ja und Nein zu wählen – danke für das Wunder meiner Würde. Danke, dass ich lebe, um in dich hineinzusterben – denn: Staub und Asche, ihr seid tot! Weil du mich liebst, werd ich auferstehn. Danke, o danke ohne Unterlass für das Wunder deiner Liebe! Monika Hemri Psalmmeditationen von Monika Hemri aus dem Matthias-Grünewald-Verlag hier klicken Lesen Sie mehr von Monika Hemri hier klicken
4/2006: Bild & Wort - Vom Tod ins Leben Psalmen begleiten das Kirchenjahr Auferstehung Auferstehung Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; Er ist für mich zum Retter geworden. (Ps 118) O nimm mich, Gott des Lebens, bei der Hand, befrei mich von meinem Zwang zu Selbstbehauptung und -bestätigung! Ich suchte dich so lang, aus Enge, Not und Hass Auferstehender, so lang, doch weder im Besten der Welt noch im tiefsten Selbst fand ich dich – bis ich so zu beten begann: Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu dir Mein Herr und mein Gott, o nimm mich mir und mach mich ganz zu eigen dir (Nikolaus von der Flüe) Seither find ich Leuchtrisse im Beton meiner selbst – sie jubeln, dass du auferstanden bist. Monika Hemri
3/2006: Der christliche Ritter Bild-Gedanken Auf den meisten Darstellungen ist der heilige Georg als Ritter zu sehen, der hoch zu Ross mit seiner Lanze einen Drachen besiegt. Dies illustriert einen Abschnitt aus der Legende über sein Leben: Eine Stadt wird von einem Drachen bedroht, der nur durch ein Menschenopfer besänftigt werden kann. Daher soll ihm die Tochter des Königs geopfert werden. Als diese vor dem See, in dem das Ungeheuer lebt, auf ihren Tod wartet, erscheint der christliche Ritter Georg, sieht ihre Not, besiegt den Drachen und rettet die bedrängte Frau. Durch diese Legende wurde … Gottfried Auer
3/2006: Bild & Wort - Vom Tod ins Leben Psalmen begleiten das Kirchenjahr Passion Ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; Ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe. (Ps 22) Leichen unter Trümmern, in den Fluten, Kinder, die verhungern, Aggression, Krebs und Aids. Zum Leben befreit hast du mich einst; da versprach ich dir jeden Tag zu lächeln. Doch das Lächeln gefriert auf meinem Gesicht, inmitten des Todes erstarr auch ich; Not und Unverstand töten dich mit – mein Gott, mein Gott, warum wehrst du dich nicht? Aber du bist heilig, ich lieb dich noch immer, mitsamt der vermaledeiten Welt; daher, komm her … ich zünd sie dir … du zündest mir die Liebe wieder an; mir wird ein wenig warm. Und dir? Ich wein und wage einen Schritt. Monika Hemri
1-2/2006: Aus dem Drachen errettet BILD-GEDANKEN In dem von Peter Manns herausgegebenen Standardwerk über die Heiligen wird die heilige Margareta zu jenen Heiligen gezählt, für die sich aus der Sicht des Historikers kein wirklich überzeugendes Argument für ihre Geschichtlichkeit erbringen lässt, die aber von den Gläubigen besonders verehrt werden. Was die Geschichtswissenschaft nicht weiß, das hat die Legende reich ausgeschmückt. So auch bei Margareta… Gottfried Auer
1-2/2006: Bild & Wort - Vom Tod ins Leben Psalmen begleiten das Kirchenjahr Epiphanie Ihr Tore hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. (Ps 24) Geboren. Licht, je mehr ich nach dir verlange, desto mehr in mein Dunkel hüllst du mich: Herbei, eil herbei, reiß auf und hoch mich Tor, den Menschenvorhang entzwei, befrei – Nein. Dein Kommen bereite ich, wenn ich jeden Augenblick, dass du mich lieben lehrst, bitt. Mitten im Dunkel werd ich anders. Du bist da. Nicht ich. Monika Hemri
12/2005: Offenbarung 1498 erschien das erste Bild-Buch Albrecht Dürers, der damals 27 Jahre alt war. Es trug den Titel "Apocalypsis cum figuris". Es enthielt den lateinischen Titel der Offenbarung des Johannes und jeweils auf der rechten Seite (insgesamt 14) Holzschnitt-Illustrationen zu diesem letzten Buch der Bibel. Das Titelbild zeigt die Illustration zur einleitenden Vision des Johannes. Sie folgt sehr genau dem Text... Gottfried Auer
10-11/2005: Paulus singt im Kerker BILD-GEDANKEN So nennt der Künstler W. Habdank seinen Holzschnitt. Er ruft damit ein Ereignis in Erinnerung, von dem uns die Apostelgeschichte im 16. Kapitel berichtet. Dort erzählt Lukas, wie Paulus in Philippi "eine Magd, die einen Wahrsagegeist hatte und mit der Wahrsagerei ihren Herrn großen Gewinn einbrachte," von diesem Geist befreit und sich so den Unwillen ihrer Herren zuzieht. Er wird daraufhin zusammen mit Silas, seinem Begleiter, vor den obersten Beamten der Stadt angeklagt, mit Ruten geschlagen, ins Gefängnis geworfen und ihre Füße werden zur Sicherheit in einen Block eingeschlossen… Gottfried Auer
9/2005: Was Hände sagen Bild-Gedanken Der deutsche Künstler Emil Wachter hat um 1980 einen Zyklus von Skizzen zum Matthäusevangelium geschaffen, der auch als Buch erschienen ist. Aus diesem Zyklus stammt die Darstellung der Rede vom Weltgericht in Matthäus 25,31 – 46... Gottfried Auer
7-8/2005: Der Lobgesang des Zacharias
BILD-GEDANKEN zum Benedictus In der Universitätsbibliothek von Utrecht wird eine kostbare Psalmenhandschrift verwahrt. Dieser so genannte Utrecht-Psalter, der außer den Psalmen auch die Lobgesänge des Zacharias, der Gottesmutter Maria und des greisen Simeon aus dem Lukasevangelium enthält, entstand um 830 im Kloster Hautvillers bei Reims und zeichnet sich durch den eigenwilligen Stil der Federzeichnungen aus, die ihn illustrieren. Diese Illustrationen folgen nicht einfach dem Text, sondern heben einzelne Verse hervor und deuten sie assoziativ – der Poesie der Psalmen entsprechend. Gottfried Auer
5-6/2005: Legion Mariens Eine kleine Schar um Frank Duff trifft sich um acht Uhr am Abend im „Myra-Haus“ in Dublin. Es ist der Vorabend des Festes Mariä Geburt im Jahr 1921. Auf dem Tisch, um den sie sich versammelt haben, steht in der Mitte auf einem weißen Tischtuch die Statue der Unbefleckten Empfängnis – so wie sie die Wunderbare Medaille darstellt – umrahmt von zwei Vasen mit Blumen und zwei Leuchtern mit brennenden Kerzen. Gemeinsam knien sie nieder und bitten um den Heiligen Geist. Im Gebet gleiten die Perlen des Rosenkranzes durch ihre Hände. Nachdem die letzte Anrufung verklungen ist, setzen sie sich. Unter der Führung Marias, die im Bild vor ihnen steht, überlegen sie gemeinsam, wie sie Gott am besten gefallen und was sie tun könnten, damit er in seiner Welt geliebt werde. Sie einigen sich darauf, Menschen in Krankenhäusern zu besuchen. Kurze Zeit später beginnen sie, mit Menschen auf der Straße über ihren Glauben zu sprechen. Dazu kommt bald die Sorge um Menschen am Rand der Gesellschaft ...
Beate Zimmermann
5-6/2005: Der Herr vermag alles Das Bild ist die letzte der Kaltnadelradierungen von Hans Fronius zum Buch Ijob. Um sie zu verstehen, ist ein kurzer Blick auf die vorangehende Erzählung notwendig. Ijob nimmt – wie die in der letzten Nummer vorgestellte Radierung zeigt – die Hiobsbotschaften gelassen entgegen und äußert nichts Ungehöriges gegen Gott. Doch als er selbst aussätzig wird, seine Frau ihn verhöhnt und seine drei Freunde ihm zu beweisen versuchen, dass er selbst an seinem Unglück schuld ist, da beginnt er zu reden und fordert von Gott Antwort auf seine Fragen: „Wissen möchte ich die Worte, die er mir entgegnet, erfahren, was er zu mir sagt ...
Gottfried Auer
5-6/2005: Bild & Wort Gott in allen Dingen finden
4/2005: Bild & Wort Eine Ewigkeit schon hängt der verrußte Kessel an dem alten Gekette um über dem Feuer zu kochen was die Natur geboren hat. Eine Ewigkeit schon hängst Du Gott mir immer neue Dinge vor Augen die riechen von Dir und haben deinen Geschmack. Du bist ein Verführer Gott
Du Verführer Gott
P. Feri Schermann
3/2005: Die Klagen des Jeremia Das Bild zeigt eine Radierung von Marc Chagall. Der Prophet trat, wie wir dem Buch Jeremia entnehmen, als Gerichtsprophet und Ankläger der verweigerten Umkehr auf. Dabei überwarf er sich mit König Jojakim, wurde vom König und seinen Hofbeamten verfolgt und musste deren Zorn spüren. In einigen Abschnitten des Jeremia-Buches, den so genannten Konfessionen (Jer 11,19-22; 12,1-6; 15,10-20; 17,14-18; 18,18-22; 20,7-18), können wir die Verzweiflung und die Klage des Propheten darüber, seine Enttäuschung über den Misserfolg seiner Verkündigung und sein Ringen mit Gott deutlich erkennen…
Gottfried Auer
3/2005: Bild & Wort Gott in allen Dingen finden
Du hast die Geige in die Hand genommen und gespielt.
Du hast dein Leben in die Hand genommen und du versuchst damit umzugehen,
Ob du die Geige spielst oder das Leben gestaltest – es ist immer ein Schlüssel davor.
Gott ist der Schlüssel, der deine Notenzeilen bestimmt, der dein Leben prägt, der die Richtung gibt, der aus dir eine Melodie werden lässt, die stimmt und gut tut
eine Melodie werden
P. Feri Schermann
1-2/2005: Bild&Wort Gott in allen Dingen finden
Vater unser – wo bist du? Ich suche dich. Mit dem Fernglas kann ich dich nicht sehen, Mit dem Computer kann ich dich nicht erfassen, mit den Händen kann ich dich nicht berühren aber ich weiß, dass es dich gibt.
Ich möchte dich hie und da im Fernglas oder im Computer oder anderswo sehen oder erleben.
Ich möchte das Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Ich weiß, wenn du nur einen Augenblick da bist, kann ein Stück Himmel auf Erden spürbar werden
Ich suche dich – melde dich.
P. Feri Schermann