miteinander Zeitschriften-Archiv
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5-6/2013: Das Versprechen des göttlichen Beistands Obwohl der Glaube an den Heiligen Geist tief in der biblischen Tradition verwurzelt ist, tun sich viele Gläubige mit ihm schwer. Seine Wiederentdeckung ist an der Zeit.
3/2013: „Theologen sind gefragte Allrounder“ Die neue Dekanin der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät, Sigrid Müller, über die Veränderungen des akademischen Umfeldes und die Folgen für die Theologie.
Frau Prof. Müller, Sie haben Ihr erstes Semester als Dekanin der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät hinter sich. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?
Das Semester war sehr dicht für mich. Neben dem Lehrbetrieb musste ich die Umsetzung des letzten Evaluierungsberichtes aus dem Herbst ankurbeln. Die Studierenden hatten darin ein überfrachtetes Studium beklagt. Theologie ist tatsächlich ein extrem anspruchsvolles Studium. Aber wenn es bei Studierenden zur Überforderung und zu erhöhten Abbrecherquoten führt, müssen wir gegensteuern…
Das Interview führte Henning Klingen.
7-8/2012: Arbeiten mit Spaß Mein Name ist Christina Weigl und ich bin 15 Jahre alt. Auch dieses Jahr wollte ich wieder einmal in der Redaktion Miteinander mithelfen und ein bisschen Redaktionsluft schnuppern. Obwohl ich in die HLW Straßergasse im 19. Bezirk gehe, die sich vor allem auf wirtschaftliche Berufe spezialisiert hat, war mir schon seit meinem ersten Praktikum klar, wo ich arbeiten wollte – in einer Zeitungsredaktion. Schon immer hatte mich die Redaktionsarbeit fasziniert, es gab keine Arbeit, die ich nicht gerne machte – selbst wenn es sich „nur“ um Kopieren von Excel-Tabellen handelte. Ich sah meine Tätigkeit in der Redaktion nicht als Arbeit an, auch wenn ich in der Früh manchmal früher aufstehen musste als mir lieb war, ich liebte es einfach wenn ich jemandem meine Hilfe anbieten konnte und dabei auch noch Spaß hatte.
Mit Vollgas in die Arbeitswelt
Am 16. Juli 2012 stand ich pünktlich um 9:15 vor der Türe der Redaktion Miteinander und versuchte mich zu erinnern, wo genau ich anläuten müsse, damit sich die schwere Redaktionstüre öffnen würde. Nun, zum Glück fand ich es heraus, und meine Arbeitswoche in der Redaktion konnte starten. Mittlerweile bin ich fast so etwas wie ein „alter Hase“, da ich ja bereits zum 4. Mal mitarbeiten durfte. Gleich beim Öffnen der Türe sah ich zwei mir bekannte Gesichter, wodurch jegliche, anfängliche Nervosität sofort wie weggeblasen war. Nach einer freundlichen Begrüßung, begab ich mich sofort in das Büro von Frau Mag. Fibich, die mir auch in diesem Jahr wieder einen Einblick in das Redaktionsleben gewähren ließ. Nach einem langen und herzlichen Gespräch, konnte es auch schon los gehen, ich brannte wahrlich darauf mit der Arbeit anzufangen.
Meine Erfahrungen
Es gab viel zu erledigen in der Redaktion. Von einfacher Büroarbeit bis hin zum Artikel schreiben war alles dabei. Was mir am meisten Spaß machte war das Schlichten und Ordnen von Artikeln, und das obwohl ich Privat nicht unbedingt die Ordentlichste bin. Auch das Aussuchen von Bildern gehört zur Arbeit in der Redaktion, sowie das Ordnen von der Redaktionsbibliothek – es ist einfach für jeden etwas dabei. Der schönste Moment war für mich, als ich ein Päckchen, per Post zugestellt, erhielt, das mir eine Frau geschickt hatte, weil ich für Sie einen verlangten Artikel aus dem Archiv gesucht hatte. Und wenn die „Früchte der Arbeit“ ausnahmsweise keine Früchte, sondern ausgezeichnete Schokolade sind, bin ich doppelt glücklich! Leider vergingen die Tage wie im Flug, und bald schon neigte sich meine Arbeitswoche dem Ende zu.
Arbeit mit Spaß – Geht das?
Ich kann jedem empfehlen, in der Redaktion Miteinander mitzuarbeiten, da nicht nur der Arbeitsbereich selbst, spannend und abwechslungsreich ist, auch das freundliche Arbeitsklima macht die Arbeit angenehm und einfach lustig. Bei vielen Arbeitsstellen ist es meist nicht möglich, für so kurze Zeit ein Praktikum zu machen, doch in dieser Redaktion wird jeder Mitarbeiter geschätzt, und selbst kleine Hilfen werden dankbar angenommen. Ich hoffe sehr, dass ich trotz eines bevorstehenden 3-monatigen Auslandspraktikum im nächsten Sommer, zumindest ein paar Tage Zeit finde, in der Redaktion mitzuhelfen, und dass Sie nächstes Jahr folgenden Satz lesen: Mein Name ist Christina Weigl und ich bin 16 Jahre alt…
5-6/2012: CANISIUSWERK AKTUELL Lange Nacht der Kirchen in Wien
1. Juni 2012
Gemeinsam mit den Redemptoristen laden wir im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen wieder in die Kirche Maria am Gestade, Salvatorgasse 12, 1010 Wien, ein. Mehr über das aktuelle Programm dieses Abends erfahren Sie unter:
www.langenachtderkirchen.at
European Vocations Service
Vom 28. Juni bis 1. Juli treffen einander in Maynooth, Irland, etwa 70 Delegierte aus ganz Europa zur Jahrestagung des European Vocations Service. Unmittelbar im Anschluss an den 50. Internationalen Eucharistischen Kongress in Dublin soll die Frage beleuchtet werden, wie und inwieweit sich Berufungen auch aus der Begegnung mit dem Herrn in der Eucharistie nähren. Breiten Raum soll wie immer der gegenseitige Erfahrungsaustausch einnehmen.
Briefkurs
Begegnung mit Gott
25. Juni bis 6. August 2012
Für nähere Informationen fordern Sie bitte unseren Prospekt an.
Gast im Kloster
Mitte Mai soll die neue und erweiterte Auflage der Broschüre „Gast im Kloster“ erscheinen. Die Daten sind topaktuell auch im Internet abrufbar:
www.gastimkloster.at
Kurt Schmidl
Jägerstätter-Wallfahrt
Ein Ehepaar mit starkem Rückgrat: der oberösterreichische Bauer Franz Jägerstätter und seine Frau Franziska. Die Eltern von drei Kindern haben ein beeindruckendes Lebenszeugnis hinterlassen. Franz Jägerstätter verweigerte aufgrund seines christlichen Glaubens den Wehrdienst im Dritten Reich, seine Frau Franziska steht zu ihm und seiner Entscheidung. Der Familienvater wurde 1943 hingerichtet und 2007 als Märtyrer seliggesprochen. Seine Frau lebt noch in Oberösterreich.
Auf die Suche nach den Spuren, die der Selige und seine Frau in ihrer Heimat hinterlassen haben, begibt sich eine Wallfahrtsgruppe vom 22. bis 27. August 2012. Vom Mondsee aus führt sie der Weg in die oberösterreichische Gemeinde St. Radegund, wo Franz Jägerstätter am 20. Mai 1907 geboren wurde. Dort wird es eventuell die Möglichkeit geben, die 99-jährige Witwe oder eine der Töchter des Märtyrers persönlich zu treffen.
Im Zentrum der Wallfahrt steht die Frage, was Franz und Franziska Jägerstätter den Menschen heute zu sagen haben. Ihr Lebenszeugnis soll den Wallfahrern zu einem gestärkten Rückgrat verhelfen, sodass auch sie heute darin bestärkt sind, aus dem Glauben heraus Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
Zielgruppe junge Erwachsene bis 35 Jahre
Termin 22. August, 16.00 Uhr bis 27. August 2012, 13.00 Uhr
Leitung Bischof Manfred Scheuer, Sr. Dr. Melanie Wolfers SDS
Kosten 230 € (für Verdienende), 160 € (für Nichtverdienende)
Anmeldung Melanie Wolfers, 01/512 50 25, melanie.wolfers@salvatorianerinnen.at
4/2012: Die Nähe Gottes in vielen Gesichtern Ich bin spät dran für die Frühmesse in Bullendorf, einem kleinen Ort im nördlichen Weinviertel. Es ist eine der drei Pfarren, in denen ich wirke. Als ich die Kirche betrete, ist sie bereits stimmungsvoll erleuchtet. Alles ist bestens vorbereitet. Die betagte Mesnerin begrüßt mich mit einem freundlichen und nachsichtigen Lächeln: „Kommen Sie danach eh zum Frühstück zu mir?“ „Wie gut, dass es dich gibt!“, denke ich mir über diese Frau, die seit über 20 Jahren ihren Dienst so verlässlich leistet…
Ernst Steindl
4/2012: Das gespannte Netz In der Bretagne war es einmal Sitte, dass Ehebrecher in der Nähe ihres Dorfes über die Klippen ins Meer gestoßen wurden. Man wollte so alle Unruhe und jedes Durcheinander von Beziehungen von der Gemeinde fernhalten.
Als ein Fischer von einem Fischzug heimkam, berichteten ihm die Dorfbewohner, dass seine Frau beim Ehebruch erwischt worden sei. Man forderte von ihm, das Gesetz des Dorfes zu vollziehen und die Untreue von den Klippen zu stoßen. Wollte er nicht selbst ein Ausgestoßener sein, musste er sich der Forderung beugen…
Wilhelm Müller
1-2/2012: Hildegard Burjan - eine ungewöhnliche Selige Wenn zu Beginn des Jahres 2012 Hildegard Burjan im Wiener Stephansdom seliggesprochen wird, bedeutet das nicht nur für die von ihr gegründete Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis (CS), die vielen haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der CS und die Erzdiözese Wien eine große Freude, sondern darüber hinaus für viele Menschen in Kirche und Gesellschaft.
Mit Spannungen leben – das Motto der Seligsprechung
Das Leben Hildegard Burjans war von vielfältigen Spannungen1 geprägt: zwischen Politik und Kirche, zwischen Ehe, Familie und Gründung einer Schwesterngemeinschaft, der sie bis zu ihrem Tod als verheiratete Frau vorstand, zwischen Verpflichtungen in einem gutbürgerlichen Haushalt und dem Engagement für die Ärmsten der Gesellschaft, zwischen ihrem einfachen Glauben und dem tatkräftigen Auftreten als Frau in der Kirche, zwischen der Hilfe für Einzelne und nötiger Strukturveränderung, zwischen Zeiten der Ruhe, die ganz dem Gespräch mit Gott gehörten, und ihrem vielfältigen Engagement, zwischen Gottvertrauen sowie großem persönlichen Einsatz. Mutig hat sie sich in männerdominierte Bereiche vorgewagt, um der Sache willen über Parteigrenzen hinweg für soziale Gerechtigkeit gekämpft und sich gegen so manchen Widerstand für Menschenwürde stark gemacht…
Sr. Maria Judith Tappeiner CS
12/2011: Für Sie gelesen Sexualität als Geschenk Gottes
Die kirchliche Sexuallehre ist für einen Großteil der Menschen, auch für viele engagierte Katholiken, seit langem nicht mehr von gravierender Bedeutung. Das gesellschaftliche Umfeld, die Beziehung zwischen Mann und Frau und vor allem die Rolle der Frau haben sich in den letzten fünf Jahrzehnten grundlegend verändert. Dadurch hat sich auch eine andere Einstellung zur Sexualität, zum Umgang mit der Geschlechtlichkeit entwickelt. Die Beziehung zwischen Mann und Frau will lustvoll und bereichernd für beide Partner erlebt werden. Durch Jahrhunderte wurde von der Kirche eine Sexualmoral verkündet, die die Menschen in ständige Angst um die Sündhaftigkeit ihres Tuns und Wollens in diesem so persönlichen Bereich versetzte. Die eheliche Begegnung sollte allein der Fortpflanzung dienen, und jede abweichende Form der Sexualität wurde zur Todsünde erklärt. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist es in den kirchlichen Aussagen zur Sexualmoral zwar zu einigen positiven Akzentverschiebungen gekommen, die von den Menschen meistens aber gar nicht mehr beachtet wurden, da die Kirche sich durch ihre rigorose Haltung in Sachen Empfängnisregelung diese selbst torpediert hat. Der Moraltheologe P. Martin Lintner OSM hat unter dem Titel „Den Eros entgiften“ ein Plädoyer für eine tragfähige Sexualmoral und Beziehungsethik verfasst, das von der Lebenswirklichkeit der Menschen ausgeht…
Ingeborg Schödl
Martin M. Lintner, Den Eros entgiften, Plädoyer für eine tragfähige Sexualmoral und Beziehungsethik, Tyrolia, 192 Seiten, € 17,95 (ISBN 978-3-7022-3114-9)
10-11/2011: „Feuer und Flamme“ für ein Lebensziel In Tirol geboren, studierte sie in Irland Medizin, war in Indien als Missionsärztin tätig und realisierte in Amerika ihr Lebensziel: Dr. Anna Dengel, Gründerin der „Missionsärztlichen Schwestern“.
Als Anna Dengel am 16. März 1892 im kleinen Dorf Steeg im Tiroler Außerfern – als ältestes von neun Kindern – geboren wurde, ahnte niemand, dass der Lebensweg dieses kleinen Neuankömmlings einmal vom „Ende der Welt“ in weite, für damalige Verhältnisse vor allem für eine Frau unvorstellbare Ferne führen würde...
Ingeborg Schödl
9/2011: Die Anima Fremdenhospiz Unserer Lieben Frau von den Seelen, erbaut zur Versorgung der armen deutschen Pilger
Diese Aufschrift ist auf dem Haus zu lesen, in dem ich in Rom lebe, um mein Doktoratsstudium zu betreiben. Bekannter ist das Haus wohl einfach als „die Anima“, nahe der berühmten Piazza Navona. Als Priester der Erzdiözese Wien darf ich hier wohnen, obwohl ich mich, nach bereits mehreren Jahren Studium in Rom, in dieser Stadt nicht mehr ganz fremd fühle und eigentlich ja auch kein armer Pilger bin, der gepflegt und versorgt werden muss. Aber langsam – eins nach dem anderen … Tatsächlich wurde „die Anima“ um das Jahr 1350 von Johannes Petri, einem holländischen Kaufmann aus Dordrecht, und seiner Frau Katharina zur Aufnahme sowie Pflege der Pilger aus den deutschsprachigen Ländern gegründet, die erschöpft – meist wohl zu Fuß – in der Ewigen Stadt als dem Ziel ihrer langen Pilgerreise angekommen waren. Noch heute steht unsere Kirche auf dem alten Areal jener Häuser, die von den beiden damals als Grundlage des Pilgerhospizes gestiftet worden sind...
Johannes Fürnkranz
Weitere Informationen: www.santa-maria-anima.it
7-8/2011: Praktikum in der Redaktion Miteinander Mein Name ist Christina Weigl und ich bin 14 Jahre alt. Bereits zwei Mal habe ich in der Redaktion Miteinander mitgeholfen und in das Arbeitsleben einer Redakteurin hineingeschnuppert. Auch in diesem Jahr wollte ich wieder ein bisschen mithelfen, aufgrund des Umzugs war wieder einiges an zusätzlicher Arbeit angefallen.
Die ersten Tage
Etwas aufgeregt betrat ich am Montag den 11. Juli 2011 die Redaktion Miteinander. Was werde ich alles erleben? Wie wird das neue Büro aussehen? Gibt es neue Mitarbeiter, und erinnern sich ein paar noch an mich? All diese Fragen schwirrten mir durch den Kopf, als ich die große Eingangstüre öffnete. Sobald ich jedoch die bereits vertrauten Gesichter erblickte, war meine Aufregung wie weggeblasen. Ich begrüßte Frau Mag. Fibich und meine restlichen "Kollegen" und dann ging es auch schon los. Meine erste Arbeit bestand aus dem Herunterladen und ausdrucken von Bildern. Auch das Sortieren der Dias machte mir viel Spaß. Als nächstes durfte ich einen kleinen Beitrag zu einem Artikel schreiben - sofort war ich meinem Element. Vielleicht lag es an der Atmosphäre der Redaktion, vielleicht hatte ich einfach einen guten Tag - ich weiß es nicht -, aber ich war binnen weniger Minuten fertig. Eine der interessantesten und für mich neuen Arbeiten war das Ins-Internet-Stellen der älteren Ausgaben der Zeitung. Ich erledigte die kleinen Arbeiten voller Eifer, es war nichts dabei das ich als langweilig betrachtet hätte. Nicht nur der Spaß an der Arbeit trug zu meiner durchgehend guten Laune bei, auch die Freundlichkeit der Mitarbeiter ermutigte mich.
Keine Arbeit - sondern Spaß
Immer wieder wurde ich von meinen Freundinnen gefragt: "Wieso möchtest du denn überhaupt in der Redaktion mitarbeiten? Es sind doch Ferien!" Auch: "Wollen wir nicht lieber schwimmen gehen?", hörte ich oft genug. Klar mag es zuerst komisch klingen, eine 14-Jährige, die in den Ferien freiwillig arbeiten geht, anstatt ins Schwimmbad oder ins Kino zu gehen. Aber die Arbeit in der Redaktion ist für mich nicht anstrengend, ich habe richtig viel Spaß daran, und kann all meinen Lieblingsbeschäftigungen nachgehen. Außerdem ist es eine gute Übung für die Zukunft. Dank der Redaktion Miteinander habe ich bereits zwei Artikel geschrieben die im Internet veröffentlicht wurden, und ich durfte sogar einen Gastkommentar schreiben, der dann auch in der Zeitung erschien.
Der letzte Tag
Die fünf Tage vergingen wie im Flug, und ich war sehr traurig, als mein letzter Arbeitstag anbrach. Zum krönenden Abschluss ging ich mit Frau Fibich essen, und ich ließ die Tage in der Redaktion noch einmal Revue passieren. In den fünf Tagen hatte ich wieder eine Menge dazugelernt, und mein Wunsch einmal in einer Redaktion zu arbeiten hat sich dadurch nur verstärkt. Ich freue mich schon sehr auf mein nächstes Praktikum!
Christina Weigl
5-6/2011: CANISIUSWERK AKTUELL Lange Nacht der Kirchen in Wien
27. Mai 2011
Gemeinsam mit den Redemptoristen laden wir anlässlich der
Langen Nacht der Kirchen
wieder in die Kirche Maria am Gestade (1010 Wien, Salvatorgasse 12) ein.
Nähere Informationen zum Programm finden Sie unter:
www.langenachtderkirchen.at
European Vocations Service
Vom 30. Juni bis 3. Juli treffen einander im Canisiusheim Centrum Horn etwa 70 Delegierte aus ganz Europa zur Jahrestagung des European Vocations Service. Dabei sollen biblische, soziologische und pädagogische Zusammenhänge zwischen der Berufungspastoral und dem drängenden Thema einer Neuevangelisierung Europas beleuchtet werden. Breiten Raum wird – wie immer – der gegenseitige Erfahrungsaustausch einnehmen.
Briefkurs
Begegnung mit Gott
27. Juni bis 7. August 2011
Bitte Prospekt anfordern!
Wir gedenken …
Frau Dr. Beatrix Brandtner,
die das Canisiuswerk durch ihre großzügige Zuwendung unterstützt hat und die Gott zu sich in die ewige Heimat berufen hat. Gott vergelte ihr all das Gute und schenke ihrdas Licht seines Friedens.
Einladung
an_sprech_bar
Ein Abend der Begegnung im Wiener Priesterseminar mit Messfeier, Agape, Hausführung und der Möglichkeit zum Gespräch.
Dienstag, 10. Mai 2011, 18.00 Uhr
Wiener Priesterseminar
1090 Wien, Boltzmanngasse 7 – 9
1-2/2011: Berufung braucht Begleitung „Ihr müsstet den Leuten erzählen, wie schön eigentlich euer Leben ist“, sagte mir in meiner Kaplanszeit einmal eine gut verheiratete Frau. Ein anderes Erlebnis aus meiner nun schon ziemlich lang zurückliegenden Seminarzeit ist mir auch noch deutlich vor Augen. Ich ging bei der Gartentür des Linzer Priesterseminars auf die Straße hinaus. Da sagte ganz unvermittelt jemand zu mir: „Ihr habt es auch nicht leicht!“ Es sind zwei unterschiedliche Positionen, die verschiedene Wahrnehmungen und Wirklichkeiten abstecken, die der Schönheit des Priesterberufes und die der Schwierigkeiten. Freud und Leid, Schönheit und Probleme gibt es nun einmal im Leben, nicht nur in dem der Priester oder Ordensleute, sondern auch bei Verheirateten oder bei – nicht immer freiwillig – allein lebenden Menschen...
Johann Hintermaier
1-2/2011: Bild & Wort Neue Zeit
Nimm die neue Zeit
ins Gebet
sie hat es nötig
Keineswegs sind
die herrschenden Götzen
menschlicher als der alte
Gott vom Sinai
Immerhin sagt SIE
– in nur zehn Worten –
wo’s lang geht. Und
wenn SIE Unrecht sieht
schaut SIE nicht weg
Denke ich an Frau WEISHEIT
hasse ich meine Gleichgültigkeit
und das Gerede von den Zwängen
der Marktgesetze
Vor den alltäglichen Lügen
lese ich ihr oft ungehörtes
Wort von der Solidarität
mit den Hungrigen
und ich bitte um Einsicht
und die Brotration
die für jeden Tag
Wilhelm Bruners
12/2010: Für Sie gelesen Die stillende Madonna
Die Darstellung einer stillenden Frau war durch die Jahrhunderte mit einer bestimmten Symbolik verbunden: die Brust als Ort der Behütung, der Liebe, des Trostes, als Quelle des Lebens und der Fruchtbarkeit. Abbildungen der stillenden Gottesmutter sollten auch als theologisches Beweismittel für die volle Menschwerdung Jesu dienen. Viele bedeutende Maler, vom Mittelalter bis zur Neuzeit, griffen dieses Sujet der stillenden Madonna auf und interpretierten damit nicht nur die marianische Verehrung ihrer Zeit, sondern auch die gesellschaftliche Einstellung zum Stillen. Im 19. Jahrhundert wurde etwa die unbedeckte Brust der Muttergottes als lasziv empfunden. Kurzerhand übermalte man diese.
Im Wiener Dommuseum wurde zu Jahresbeginn eine Ausstellung von „Maria lactans-Bildern“ gezeigt. Zu diesem Thema ist nun im Wiener Dom-Verlag ein Buch erschienen, in dem sich mehrere Autoren auf theologischer und kulturgeschichtlicher Ebene mit diesem Akt innigster Mutter-Kind-Beziehung auseinandersetzen...
Ingeborg Schödl
Groiß, Streiter, Vielhaber, Weber, Maria lactans. Die Stillende in Kunst und Alltag, Wiener Dom-Verlag, 128 Seiten mit 47 Abbildungen, € 19,90 (ISBN 978-3-85351-215-9)
Mit Jesus auf dem Weg
2009/2010 hat der kürzlich verstorbene ehemalige Bischofsvikar für die Institute des geweihten Lebens und Gesellschaften des apostolischen Lebens der Erzdiözese Wien, Redemptoristenpater Dr. Alois Kraxner, drei Broschüren veröffentlicht. Die ersten beiden – „Mitten unter euch steht einer …“ und „Priester sein heißt Priester werden“ – widmen sich vor allem dem Leben der Priester und der Ordensmitglieder.
Die neu erschienene dritte Broschüre „Mit Jesus auf dem Weg“ bezieht sich auf das Leben aller Christen: Worauf müssen wir achten, wenn wir unseren Weg mit Jesus gehen wollen? Impulse, Denkanstöße, Bedenkenswertes und Gebete zu verschiedenen Aspekten der persönlichen Jesusnachfolge – basierend auf den Erfahrungen eines 50-jährigen Priesterlebens – bietet dieses Heft all jenen, die bereit sind, sich meditativ und immer wieder neu mit dieser Kernfrage des Christseins auseinanderzusetzen.
mf
P. Alois Kraxner, Mit Jesus auf dem Weg, Verlag der Redemptoristen, Wien, 44 Seiten, € 4,–. Erhältlich im Provinzialat der Redemptoristen (sekretariat@cssr.at, Tel.: 01/533 95 94-24).
Oft bleibt nur lachen und beten
Die Buntheit des Lebens in einer (Pfarr-)Gemeinde wird bestimmt von der Verschiedenheit der Menschen, die hier, nicht immer problemlos, aufeinanderstoßen. Rudi Weiß – Sozialarbeiter, Erwachsenenbildner, Schriftsteller und … – nimmt mit spitzer Feder einiges aus dieser Lebensfülle aufs Korn, gereimt und auch ungereimt, aber immer auf den Punkt gebracht. Die Erkenntnis aller Beobachtungen ist dabei: Oft hilft nur lachen und beten. Bildlich umgesetzt wurden diese zum Nachdenken motivierenden Texte mit Cartoons von Christian Romanek.
Ingeborg Schödl
Rudi Weiß, Christian Romanek, Da hilft nur lachen und beten, Wiener Dom-Verlag, 119 Seiten, € 14,90 (ISBN 978-3-85351-210-4)
Aus der Klosterküche
Am Anfang steht der Seufzer der Rezensentin: „Schon wieder ein Kochbuch!“ Doch beim Durchblättern kommt der Gusto – das könnte man doch einmal ausprobieren. Die vorliegende Rezeptsammlung regt aber nicht nur dazu an, sondern bietet auch einen kulinarischen Spaziergang durch die Jahrhunderte. Als Quelle dafür bot sich für die Religionslehrerin Irmengard M. Hofmann das Stiftsarchiv des Klosters Seitenstetten an und als fotografischer Begleiter der Abt persönlich. Entstanden ist ein wunderschön gestalteter Bild-Textband mit anregenden Rezepten für eine „g’sunde Kost“ aus der Klosterküche.
Ingeborg Schödl
Irmengard M. Hofmann, Abt Berthold Heigl OSB, Gesegnete Mahlzeit! Gutes und Gesundes aus der Klosterküche, Pichler Verlag, 192 Seiten, € 24,95 (ISBN 978-3-85431-519-3)
9/2010: LEIT-GEDANKEN „Jugend ist Trunkenheit ohne Wein“, hat ein Dichter gemeint. Trunkenheit sieht die Welt nicht, wie sie ist. Sie sieht sie, wie man sie möchte.
Es ist das Vorrecht der Jugend, trunken zu sein. Es ist ihr Vorrecht, Utopien einzufordern. „Mit uns zieht die neue Zeit.“ Diese neue Zeit ist anders als die alte. Für diese neue Zeit wollen, brauchen wir auch eine junge Kirche. Darum weg mit dem, was in unseren Augen überholt ist und heute niemand mehr versteht. Darum eine Kirche, in der Mann und Frau in allem gleichberechtigt sind. Darum eine Kirche, die jede sexuelle Orientierung als den persönlichsten Bereich des Menschen akzeptiert. Darum eine Kirche, die aufhört, sich wie eine absolutistische Diktatur aufzuführen…
Wilhelm Müller
7-8/2010: Interessante Schnuppertage in der Redaktion Miteinander Mein Name ist Christina Weigl und ich bin 13 Jahre alt. Vor mehreren Monaten hatte ich die Ehre, in die Arbeit in der Redaktion "miteinander" hineinschnuppern zu dürfen. Da mich die Arbeit in der Redaktion sehr angesprochen hatte, war für mich ganz klar, dass ich ein weiteres Mal in der Redaktion tätig sein möchte. Ich vereinbarte mit Herrn Mag. Schmidl und Frau Mag. Fibich einen Termin in den Ferien, und zwar für die erste Juliwoche. Für Außenstehende klingt es sicher komisch, wenn ein dreizehnjähriges Mädchen in den Sommerferien arbeiten möchte, doch die Arbeit in der Redaktion macht mir Spaß, und in den Sommerferien soll man schließlich Spaß haben!
Die ersten Tage
Da ich mich von meinen vorherigen Schnuppertagen schon ein bisschen auskannte, fühlte ich mich gleich viel sicherer als ich die Redaktion betrat. Frau Mag. Fibich musste mir nicht mehr sehr viel erklären, also konnte ich sofort wieder loslegen. Schon nach wenigen Stunden fühlte ich mich wie eine richtige Redakteurin. Mit einem eigenen Computer sowie Schreibtisch und vielen abwechslungsreichen Arbeiten konnte ich die Zeit in der Redaktion so richtig genießen. Ich konnte diverse Büroarbeiten erledigen und einen Kommentar zum Thema "Brauchen Jugendliche die Kirche?" schreiben, der dann in der nächsten Ausgabe erscheinen wird. Durch die vielen abwechslungsreichen Arbeiten ist mir nie langweilig geworden - die perfekten Vorraussetzungen für eine Arbeit!
Der letzte Tag
Die vier Tage vergingen wie im Flug. So ist das leider wenn man viel Spaß hat, es kommt einem vor als würde die Zeit wie im Flug vergehen. Für mich steht fest, dass ich wieder einmal in der Redaktion arbeiten möchte. Ich finde es faszinierend wie freundlich und hilfsbereit mir die Mitarbeiter der Redaktion entgegenkommen. Somit ist sicher, dass ich einmal in einer Redaktion arbeiten möchte! Ich kann jedem empfehlen ein Praktikum in der Redaktion zu machen, denn man lernt nicht nur sehr viel, man hat auch sehr viel Spaß an der Arbeit!
Christina Weigl
7-8/2010: Duftende Blumen Priesterausbildung – Diözese Eisenstadt
„Im Garten der heiligen Kirche, dessen Hüter Sie sind, sollen Sie die stinkenden Blumen ausrotten. Sie sind voll Unrat und Geilheit und vom Stolz aufgeblasen. Ich meine die schlechten Hirten und Verwalter, die diesen Garten verpesten und ihn vermodern lassen. Um Gottes willen, gebrauchen Sie Ihre Macht, reißen Sie diese Blumen aus und werfen Sie sie hinaus […]. Pflanzen Sie duftende Blumen hinein, Hirten und Regenten, die wahre Diener des Gekreuzigten sind […] und wahre Väter der Armen.“ – Harte Worte in einem Brief an den Papst, verfasst von einer Frau, die vermutlich selbst nicht lesen und schreiben konnte, getrieben aber von einer leidenschaftlichen Liebe zur Kirche und der brennenden Sorge um die Pastoral ihrer Zeit. Darf man denn so über „Hirten und Verwalter“ reden? Darf sich eine Frau in dieser Weise beim Papst über kirchliche Würdenträger äußern? Bevor wir vorschnell urteilen, sollten wir wissen, dass es keine Geringere als Katharina von Siena (1347 – 1380) war, die Papst Gregor XI. diese scharfen Worte zugemutet hat, eine Frau also, die wir heute als große Heilige feiern, als Kirchenlehrerin achten und als Patronin und Fürsprecherin Europas anrufen.
Heilen, was verwundet ist
Solche Klarheit im kirchlichen Umgang miteinander und im Ringen um eine zeitgemäße Priesterausbildung für das 21. Jahrhundert wünsche ich mir nach sechs Jahren als Spiritual in der Priester- und Ordensausbildung in Österreich…
P. Norbert Cuypers SVD
5-6/2010: Am Anfang ist Beziehung Soeben hat das Ehepaar Lech1 erfahren, dass ein Kind unterwegs ist. Eineinhalb Stunden später sind die beiden glückliche Eltern eines zweieinhalb Monate alten Säuglings. Wie das geht? Durch Adoption – erzählt uns die Adoptivmutter in diesem Beitrag.
„Wir haben über Freunde den Kontakt zum Thema ‚Adoption‘ bekommen. Da wir auf natürlichem Weg wahrscheinlich keine Kinder bekommen können und gesehen haben, wie gut es unseren Freunden mit einem adoptierten Kind geht, haben wir uns ebenfalls für eine Adoption angemeldet. Dafür muss man – nach einer mehrmonatigen Wartezeit – einen vom Jugendamt vorgeschriebenen Kurs besuchen. Dieser wird von verschiedenen Institutionen durchgeführt“, erzählt Frau Lech. „Dort gibt es alle Informationen über rechtliche, gesundheitliche und psychologische Fragen, über die Situation der Herkunftsfamilien und die verschiedenen Formen der Adoption. Wir haben uns für eine Inlandsadoption entschieden.“
1Name von der Redaktion geändert. Auch das Foto stellt aus rechtlichen Gründen nicht das Adoptivkind dar.
Das Gespräch führte Kurt Schmidl.
5-6/2010: Lieber Gott, warum nicht ich? Wie gehen Menschen mit einem Wunder um? Vor allem, wenn es nicht an ihnen geschehen ist? Der Hoffnung, dem Leid, wie den menschlichen Schwächen spürt der sehr sehenswerte Film „Lourdes“ von Jessica Hausner nach.
Christine ist an multipler Sklerose erkrankt und vom Hals abwärts gelähmt. Die junge Frau, vollkommen auf fremde Hilfe angewiesen, schließt sich einer Pilgergruppe an, die nach Lourdes unterwegs ist: weniger aus dem Grund, weil sie eine Heilung erhofft, sondern eher um etwas Abwechslung in ihren Alltag zu bringen…
Ingeborg Schödl
5-6/2010: Sagt an, wer ist doch diese? „Mit Maria beginnt nicht nur der Weg Jesu Christi, sondern auch der Weg der Kirche; denn sie, die Frau, ist der erste Mensch, der an Jesus Christus glaubt: die erste Christin.“ Diese Worte des deutschen Dogmatikers und Fundamentaltheologen Dr. Peter Hofmann waren für mich ausschlaggebend für die Wahl des Marienliedes „Sagt an, wer ist doch diese“, das nachfolgend kurz vorgestellt wird. Die Tatsache, dass sich Papst Benedikt XVI. 2006 bei seinem Besuch in Altötting auch dieses Lied gewünscht hat, möge als zusätzlicher Impuls für die Liedauswahl gesehen werden…
Alfred Endelweber
3/2010: Gott in der Verkleidung unseres Lebens Beim Versuch, den Schlüssel zu meinem priesterlichen Dienst zu finden, stieß ich auf ein Wort, das mir einen Zugang zu dem eröffnete, was und wie das zwischen mir und meinem Gott war und wohl noch immer ist. Paula D’Arcy, eine begnadete Frau, sagte einmal: „Gott kommt zu uns in der Verkleidung unseres Lebens.“
Was aber meinte sie mit diesem Wort? Sie wollte doch damit sagen, dass Gott nicht vor allem im Sturm und Feuer, nicht im Erdbeben, nicht in spektakulären Ereignissen, nicht in großen Visionen zu uns kommt. Gott liebt einen anderen Weg. Er kommt in der Stille des Alltags, meist im Gewöhnlichen, im Gegenwärtigen, unspektakulär, nicht plakativ, oft unbemerkt. Er kommt wie einer, der um die Intimität weiß, und sie achtet, die eine Begegnung mit ihm braucht, weil es um ein Geschehen geht, das mit Liebe zu tun hat...
Willibald Rodler
1-2/2010: Aufregende Schnuppertage in der Redaktion Miteinander Mein Name ist Christina Weigl und ich bin 13 Jahre alt. Da ich derzeit in die vierte Klasse Gymnasium gehe, werde ich immer wieder mit dem Thema Berufe konfrontiert. In meiner Schule ,dem BRG 19, hat jede vierte Klasse in der letzten Woche vor den Ferien sogenannte Berufserfahrungstage. Vom 25.01.2010 bis zum 28.01.2010 durften wir in einen Beruf unserer Wahl „hineinschnuppern“. Da ich schon immer gerne Geschichten schrieb und gerne las, beschloss ich zur Redaktion Miteinander zu gehen.
Die ersten Tage
Durch meine Oma, Prof. Ingeborg Schödl, hatte ich gute Kontakte zur Redaktion. Ich verständigte mich mit Frau Mag. Fibich, die sich bereit erklärte, mir in den vier Tagen alles zu erklären. Gleich am ersten Tag merkte ich, dass mich die Arbeit in der Redaktion sehr interessierte. Frau Mag. Fibich erklärte mir wofür das Canisiuswerk überhaupt zuständig war und an wen die Spenden und der Erlös aus den Zeitungen ging. Außerdem bekam ich einen Einblick in den Alltag einer Redakteurin bei der Zeitung Miteinander. Ich durfte, wo immer ich konnte, helfen, und fühlte mich wie eine richtige Redakteurin.
Schwerer Abschied
Durch das angenehme Arbeitsklima fühlte ich mich immer selbstsicherer und konnte die Arbeit richtig genießen. Ich durfte diverse Artikel in den Computer übertragen und sogar einen Artikel über Damian De Veuster schreiben. Frau Mag. Fibich beantwortete all meine Fragen und lobte mich sehr für meine Arbeit. Die vier Tage vergingen schnell – zu schnell. Als mein letzter Arbeitstag nahte war ich richtig traurig, da ich sehr gerne in dieser Redaktion gearbeitet hatte. Für mich steht fest, dass ich einmal in einer Redaktion arbeiten möchte. Ich habe sehr viel gelernt, in diesen vier Tagen und hoffe, dass ich bald wieder zur Redaktion Miteinander gehen darf!
Christina Weigl
1-2/2010: Für Sie gelesen Zwei Schicksale – zweimal Emigration
Beide kommen aus einem gut bürgerlichen jüdischen Elternhaus. Sie wachsen so auf, wie es in der bürgerlichen Oberschicht damals üblich war – in einem geselligen, kultivierten Ambiente und mit größtmöglichen Bildungschancen. Bis zum Jahre 1938, dann änderte sich für beide die Welt radikal.
Das Mädchen Gerda ist 18 Jahre alt und steht knapp vor der Matura, als die Hitler-Truppen in Österreich einmarschieren. Ihrem Vater gelingt noch die Flucht nach Liechtenstein, aber Frau und Tochter, die nachkommen sollten, werden von der Gestapo verhaftet. Insgesamt sechs Wochen verbringen beide Frauen, voneinander getrennt, unter furchtbaren Bedingungen im Gefängnis. Nach der Entlassung gelingt ihnen die Flucht ins Ausland.
Hans Steiner ist dreißig Jahre alt, ein gut aussehender und die Geselligkeit liebender junger Mann, der gerade dabei ist, sich eine eigene Rechtsanwaltskanzlei einzurichten, als aus Österreich die Ostmark wird. Er beschließt, da die Situation für ihn als Juden immer bedrohlicher wird, seine Heimat zu verlassen und nach Dänemark auszuwandern. Sein Vater und seine beiden Brüder bleiben zurück…
Gerda Lerner, Feuerkraut. Eine politische Autobiografie, Czernin-Verlag, 518 Seiten, € 27,– (ISBN 978-3-7076-0290-6)
Hans Steiner, Nie wieder Wien? Erinnerungen an Jugend und Exil, herausgegeben von Ruth Steiner, Wiener Dom-Verlag, 232 Seiten, € 16,90 (ISBN 978-3-85351-209-8)
Aus dem Schatz des Glaubens
Die Betrachtungen zu den Sonn- und Feiertagsevangelien für die drei Lesejahre A, B und C – jeweils ein liturgischer Gruß und drei Kyrie-Rufe vorangestellt – sind übersichtlich gegliedert und entsprechend dem liturgischen Kirchenjahr geordnet. Die in klarer, schlichter Sprache verfassten Texte können eine wertvolle Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung einer lebendigen Liturgie sein.
Josef Wilk, Aus dem Schatz des Glaubens, Otto Müller Verlag, 688 Seiten, € 49,– (ISBN 978-3-7013-1167-5)
12/2009: Für Sie gelesen Ich bin ganz Ohr
Ich bin ganz Ohr - ein provozierender Titel für einen Bildband. Also ich schaue normalerweise mit meinen Augen. Sie auch? Und doch: Das Buch fordert den Betrachter heraus, auf Bilder zu hören - so seltsam das klingt -, weil sie ansprechen wollen, auf Worte zu hören, weil sie uns rufen wollen...
Georg Gremels (Hg.), Ich bin ganz Ohr. Betrachtungen zum Thema Berufung zu Bildern von Karola Onken, Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH, 224 Seiten, € 13,40 (ISBN 978-3-86827-071-6)
Das Motiv des Buchcovers, die Emmausjünger, ist im Canisiuswerk als Gebetsbild mit der Berufungslitanei (€ 0,10), als Karte (€ 0,30) oder als Billett (ohne Kuvert, € 0,70) erhältlich.
Doris Fürsatz
Bischof zwischen Leben und Tod
Als Bischof trägt Erwin Kräutler Verantwortung für das größte Bistum der Welt. Um seine verstreuten Gemeinden zu visitieren, benötigt er tagelange Anmarschwege. Selbst mit dem Flugzeug ist er stundenlang unterwegs. Brasilien war schon immer sein Traum. Vier Monate nach der Priesterweihe im Jahre 1965 trat er die Reise dorthin an...
Erwin Kräutler, Rot wie Blut die Blumen. Ein Bischof zwischen Tod und Leben, Otto Müller Verlag, 184 Seiten, € 18,- (ISBN 978-3-7013-1163-7)
Vom Sturz totalitärer Regime
Erhard Stackl ist Journalist, derzeit in leitender Funktion bei "Der Standard". Als ehemaliger Außenpolitikredakteur von "profil" berichtete er zwischen 1979 und 1989 aus Polen, Ungarn und der CSSR, aber auch aus Chile und Argentinien, damals Länder, in denen ein totalitäres Regime die Menschen brutal unterdrückte und Freiheit ein gefährliches Fremdwort war.
Stackl führte unzählige Gespräche mit Bürgerrechtlern und Rebellen, die im Untergrund bereits den Umsturz planten. In seinem spannend zu lesenden Tatsachenbericht dreht sich alles um die Hauptfragen: Wer ist in diesen Ländern für die erfolgte Wende verantwortlich? Von wo aus wurden die Fäden gezogen?
Erhard Stackl, 1989-Sturz der Diktaturen, Czernin-Verlag, 304 Seiten, € 21,90 (ISBN 978-3-7076-0293-7)
Den Frauen ihre Geschichte geben
Als Gerda Kronstein 1920 geboren, verbrachte sie ihre Kindheit als behütete Tochter einer gutbürgerlichen, assimilierten jüdischen Familie in Wien. Bis 1938 war diese Welt heil. Doch im April 1938 wird die 18-Jährige, die mit linken Untergrundbewegungen sympathisiert, gemeinsam mit ihrer Mutter vom NS-Regime verhaftet. Nach der Freilassung flüchtet sie zuerst nach Liechtenstein, wohin sich bereits ihr Vater, der übrigens Besitzer der Wiener Rathausapotheke war, rechtzeitig abgesetzt hat. Über die Schweiz gelingt ihr dann die Ausreise in die USA. Unter tristen Bedingungen versucht die junge Frau, sich in einer vollkommen fremden Umgebung eine Existenz aufzubauen...
Gerda Lerner, Feuerkraut - Eine politische Autobiografie, Czernin-Verlag, 518 Seiten, € 27,- (ISBN 978-3-7076-0290-6)
Ingeborg Schödl
9/2009: Die Stimme der Stimmlosen Sie steht in Pakistan im Rang einer Staatssekretärin, ist ausgebildete Gynäkologin und Ordensfrau. Am 9. September feiert diese ungewöhnliche Frau ihren 80. Geburtstag - Ruth Pfau.
Sie ist klein, zierlich und besitzt ein Gesicht, das trotz der Furchen, die das Leben zog, noch immer eine beeindruckende Schönheit ausstrahlt. Am 9. September feiert Sr. Ruth Pfau ihren 80. Geburtstag und besitzt immer noch all das, was eine Powerfrau auszeichnet. Im Frühjahr war sie auf einer Vortragsreise in Österreich unterwegs, um auf die Not in Pakistan, das ihr seit 50 Jahren zur zweiten Heimat geworden ist, aufmerksam zu machen...
Ingeborg Schödl
9/2009: Für Sie gelesen/gesehen Das Leben des Kristallpfarrers
Der Umgang der Kirche nach 1945 mit jenen Priestern, die Haft und Folter durch das NS-Regime überlebten, gehört auch mehr als 60 Jahre danach noch immer zu einem unaufgearbeiteten Kapitel. Der 1907 in Osttirol geborene und 1959 in Wien verstorbene Johann Ruggenthaler gehört zu dieser Gruppe, die auf wenig Verständnis für ihren Widerstand gestoßen ist...
Herbert-Ernst Neusiedler (Hg.), Brennen, um ein Licht zu entzünden. Erinnerungen an Kaplan Professor Johann Ruggenthaler - Ein Leben für die Jugend und gegen Hitler, Vogelmedia GmbH, 210 Seiten, € 17,- (ISBN 978-3902701-00-8)
Von singenden und plaudernden Mönchen
Trotz aller Öffnung zur Außenwelt ist für viele Menschen das Leben in einem Kloster immer noch mit vielen Fragen verbunden: Wie lebt ein Mönch? Wie sieht sein Tagesablauf aus? Warum ist er ins Kloster gegangen - aus Weltflucht oder weil er keine Frau gefunden hat? Darauf sind in zwei kürzlich erschienenen Büchern Antworten zu finden. In dem Buch "Chant - Leben für das Paradies" erzählen Mönche aus ihrer Biografie und über ihre Motivation, in ein Kloster zu gehen. In "Wer glaubt, wird selig" plaudert ein Ordensmann über sein Leben und seine Aufgaben im Kloster. In beiden Büchern ist der "Tatort" das Stift Heiligenkreuz im südlichen Wienerwald...
Bernhard Meuser, Chant - Leben für das Paradies. Die singenden Mönche von Stift Heiligenkreuz, Pattloch-Verlag, 160 Seiten, € 10,30 (ISBN 978-3-629-02233-2)
Pater Karl Wallner, Wer glaubt, wird selig - Gedanken eines Mönchs über das Glück sinnvoll zu leben, Lübbe-Verlag, 350 Seiten, € 18,50 (ISBN 978-3-7857-2373-9)
Abschiede begleiten das Leben
Der Lebensweg von Johannes Okoro ist ungewöhnlich - in Nigeria geboren, studierte er zuerst Psychologie und dann Theologie. 1977 wurde er in Vorarlberg zum katholischen Priester geweiht, wirkte im Ländle als Pfarrer und später als Militärseelsorger auf Zypern. 1999 trat er zur altkatholischen Kirche über und heiratete seine Frau Edith. Seit 2007 ist Okoro Bischof der altkatholischen Kirche in Österreich und nebenbei auch als Psychotherapeut tätig. In seinem Buch über "das Leben mit dem Schmerz des Abschieds" versucht er, an Fallbeispielen darzustellen, wie in zwei verschiedenen Kulturkreisen - Afrika und Europa - mit Leid und Tod umgegangen wird, und welche Bräuche da wie dort helfen, Lebenskrisen zu überstehen.
Johannes Okoro, Die Sonne geht an keinem Dorf vorüber - Leben mit dem Schmerz des Abschieds, :styria, 144 Seiten, € 16,95 (ISBN 978-3-222-13247-6)
Musiker aus Leidenschaft
Der aus Oberösterreich stammende Dirigent Franz Welser-Möst zählt trotz seiner Jugend bereits zur renommierten internationalen Dirigentenriege. Als im Sommer 2007 die Kunde von seiner Bestellung zum designierten Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper öffentlich wurde, war die Freude nicht nur in der Fachwelt groß, sondern auch bei seinem treuen Publikum. Welser-Möst zählt zu den bescheidenen Vertretern in dieser künstlerischen Branche. Langsam und stetig erweiterte er sein Repertoire und wuchs so auch in seine Aufgabe hinein, was sich künstlerisch nur positiv auswirkte...
Franz Welser-Möst, Kadenzen.Notizen und Gespräche, aufgezeichnet von Wilhelm Sinkovicz, :styria, 240 Seiten, € 24,90 (ISBN 978-3-222-13217-9)
Reporter aus Leidenschaft
Wie hält man es aus, beruflich ständig mit Katastrophen, Gräueltaten sowie unvorstellbarem Leid nicht nur konfrontiert zu sein, sondern darüber auch zu berichten - und das noch möglichst unparteiisch? Um als Reporter in Krisengebieten der Welt unterwegs zu sein, dazu gehört nicht nur Mut, die notwendige Neugierde und Unvoreingenommenheit, sondern auch die gewisse Spur Leidenschaft für diesen nicht ungefährlichen Job. Wenn Friedrich Orter im ORF über seine Einsätze berichtet, dann spürt man hinter jedem Satz genau diese Mischung, die seine Reportagen so fesselnd und so persönlich machen...
Friedrich Orter, Himmelfahrten. Höllentrips, ecowin Verlag, 256 Seiten, € 23,60 (ISBN 978-3-902404-65-7)
Ingeborg Schödl
Mythos Wasser
125 sprudelnde "Wunderquellen" Niederösterreichs im Hinblick auf ihre Geschichte und Gegenwart mit den zugehörigen Geschichten und Gestalten.
Ausstellung bis 15. November 2009
Di. bis So. 9 bis 17 Uhr
NÖ Museum für Volkskultur im Meierhof
2221 Groß-Schweinbarth, Hauptstraße 15
Tel.: 02289/2687
Zur Ausstellung ist ein 100-seitiger Katalog, verfasst von der Kuratorin Prof. Dr. Helga Maria Wolf erschienen, erhältlich in der Ausstellung zum Preis von € 4,50.
mf
7-8/2009: Viel mehr als ein Hilfsdienst Frauen im kirchlichen Dienstag Es ist nicht einfach, die Besonderheit eines Dienstes der Frau in der Kirche in einem Berufsbild zu beschreiben, den es ja für Frauen und Männer gibt. In den Anfängen des Berufes ging es aber zunächst um die pastorale Tätigkeit von Frauen, die bereit waren, sich ganz in den Dienst der Kirche zu stellen und die seelsorgliche Tätigkeit der Priester zu ergänzen. Die Seelsorgehelferinnen als Pionierinnen in der Neuorientierung der Seelsorge wirkten durch ihren Einsatz wohl wesentlich mit, dass mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ein neues Bewusstsein der Würde und apostolischen Sendung aller getauften und gefirmten Christen ausgesprochen wurde und eine Neuorientierung in Bezug auf die Rolle der Laien in der Seelsorge erfolgte. Die Seelsorgehelferinnen bauten mit an dem neuen Bild von Laien, die wertvolles Wissen um die Vielfalt von Kirche und Welt einbringen. Durch ihr Selbstverständnis und ihr - gegen viel Unverständnis und Widerstand ausharrendes - Wirken konnte ein neues Verständnis dieses pastoralen Berufes wachsen, der nicht mehr als Helferin definiert wird, sondern als mitverantwortliche/r MitarbeiterIn in der Seelsorge... Ulrike Exler
7-8/2009: Eine große Liebe Vor kurzem sagte im Pensionistenheim eine Dame zu mir: "Ihre Arbeit ist für Sie Berufung - nicht Beruf." Wie recht doch diese Frau hat. Meinen hauptamtlichen Dienst in der Diözese, d. h. in der Pfarrseelsorge (seit 1956), habe ich immer so empfunden und sehe ihn auch heute noch so, auch als "Pastoralassistentin in aktiver Pension". Im Rückblick auf mein Leben merke ich, wie diese Berufung Schritt für Schritt in mir gewachsen ist... Margarete Jandl
7-8/2009: Neue Aufbrüche Geboren und aufgewachsen mit zwei Brüdern auf einem Bauernhof in Kirchschlag in der Buckligen Welt, bekam ich sehr bald einen natürlichen Bezug zu allem Leben und Geschaffenen, zum Wachsen und Reifen und zum Sterben. Es hat sich alles in der Großfamilie abgespielt - und am Ackerboden. Leider ist unser Vater im Krieg verstorben, und wir Kinder haben so früh etwas von der Härte des Lebens mitbekommen. Das Familienleben war neben der Arbeit vom Sonntag und den Festzeiten des Kirchenjahres geprägt. Auch durfte ich die Kraft des Glaubens innerhalb der Familie spüren und erfahren. Mit den Jahren wuchs ich in die Pfarrgemeinde in Kirchschlag hinein, erfuhr dort mehr über Gott, über Jesus und die Feier der Sakramente. Ich engagierte mich in der Katholischen Jugend, erlebte Gemeinschaft und Kirche und fand Freude daran. Der aufmerksame Jugendkaplan Franz Merschl lud einmal eine Seelsorgehelferin ein. Sie erzählte von ihrem Beruf und dem Engagement als Frau in der Kirche... Franziska Freiler
7-8/2009: Lebensweihe und Bindung an die Kirche Dr. Evangelos Theodorou Sind Diakonissen historische Spekulation? Es gibt in der katholischen Kirche verschiedene Formen der durch die Kirche beglaubigten "Lebensweihe" an Gott: für Männer das Leben in einem Orden, die Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe, darunter - als wiederbelebtes Institut - das Ständige Diakonat. Für Frauen sind das Leben in einem Orden als Nonne, als Ordensfrau, als Mitglied eines Säkularinstitutes und die Jungfrauenweihe, vollzogen durch den Bischof, mögliche Formen der Lebensweihe. Gemeinsam ist diesen Formen der Lebensweihe: Sie sind Hingabe des ganzen Menschen an Gott - Weihe des eigenen Lebens an Gott, den Schöpfer - und Gnade, von ihm angenommen zu werden, und von daher Bindung an die Kirche. Die Annahme dieses Aktes geschieht durch die Kirche, die Christus dazu gegründet hat, um den Menschen den Weg zum Heil anzubieten. Warum betone ich den Begriff der "Lebensweihe"? Das Amt in der Kirche ist kein Recht, das sich jemand nimmt, sondern eine Beauftragung, die mit der persönlichen Hingabe an Gott und mit durch die Kirche festgesetzten Kriterien verbunden ist. "Diakonat der Frau" Eine weitere Form der "Lebensweihe" stellt, nach den Forschungen des orthodoxen Theologen Dr. Evangelos Theodorou das "Diakonat der Frau" dar. Der griechisch- orthodoxe Theologe präsentierte in Gastvorträgen seine Forschungsergebnisse zum Amt der Diakonissen in der Geschichte der Kirche... P. Sebastian Hacker OSB
4/2009: Paulus und die Frauen Das Thema Paulus und die Frauen ist seit vielen Jahrhunderten belastet und erregt verständlicherweise Widerspruch. Hat Paulus nicht entscheidend zur Unterdrückung der Frau in der Kirche beigetragen? Sätze wie "Der Mann ist das [Ober-]Haupt der Frau", daher muss sie einen "Schleier/Kopftuch tragen", denn sie ist [bloß] "Abglanz des Mannes" und "für den Mann geschaffen" (1 Kor 11,3.6.7.9) hinterlassen einen schalen Geschmack – nicht nur bei Frauen. Ebenso: "Die Frauen sollen in der Kirche schweigen" und "sich [den Männern] unterordnen" (1 Kor 14,34). Aber wie passt das zu anderen Stellen, wo bestimmte Frauen mit Namen genannt und als "Mitstreiterinnen", "Schwestern" oder "Diakoninnen" bezeichnet werden (etwa in Röm 16; Phil 4,2f)? Aufgrund vieler sprachlicher Untersuchungen sind die "anstößigen" Texte anders zu lesen und zu verstehen… Maria-Irma Seewann 3/2009: LEIT-GEDANKEN Wir standen um das Bett. Es war in der Herzstation des Krankenhauses. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis die Frau starb. Ich habe der Sterbenden die Hände aufgelegt, ihre Stirn und ihre Hände gesalbt. Ich habe die Gebete gesprochen und gesehen, dass die Zacken, die ihren Herzschlag angaben, immer flacher wurden. Als ich das Gebet begonnen habe "Zieh hin, liebe Schwester! Der Herr nehme dich auf in seine Herrlichkeit" – da waren die Zacken weg, und die Linie war flach. Die Frau war gestorben. Das wars also. Das Herz schlägt nicht mehr. Der Motor ist abgestellt. In wenigen Tagen werden wir den Leichnam begraben. Soll ich das den weinenden Kindern sagen? All die Liebe, die diese Frau ihren Kindern geschenkt hat – das wars? All das Leid, das sie getragen, all die Sorgen, die sie heimgesucht haben, waren nur dazu da, damit die Fackel des Lebens an die nächste Generation weitergegeben wird? Wir sind nur dazu auf der Welt, dass wir eine Stafette im Lauf der Welt sind? Wir leben, um zu sterben? Wilhelm Müller
3/2009: BILD-GEDANKEN Der Engel brachte Maria die Botschaft Die Darstellung der Verkündigung befindet sich im Tympanon (= Giebelfeld) der gotischen Kirche Maria Straßengel bei Graz. Das Bild ist zweigeteilt. In der linken Bildhälfte sehen wir den Engel, in der rechten Hälfte eine Frauengestalt. Der Engel hat zwei Flügel, die in kunstvoller und auffälliger Weise gegliedert sind, die rechte Hand weist auf die Frau hin, mit der linken Hand entrollt er ein Schriftband. Auf der rechten Seite sehen wir die Frau, vor einem Lesepult, auf dem ein Buch aufgeschlagen ist. Eine Vase mit Blumen steht vor dem Pult. Über der Frau schließt sich der Raum durch ein gotisches Gewölbe. In der Mitte teilt eine Säule das Bild, läuft aus in zierliches Maßwerk und führt zur Spitze des Tympanons, wo sich ein männliches Haupt und eine Hand von Wolken umgeben zeigen. Das Geschehen vollzieht sich in der Beziehung der drei: Engel, Maria und Gott. Und klärend und verdeutlichend wird das Innere des Geschehens in Stein gemeißelt: Was der Engel ankündigt, ist die Herabkunft und Geburt des Sohnes durch die Kraft des Heiligen Geistes… Kurt Zisler
3/2009: Für Sie gelesen Geben und Vergeben Dieses Buch will "mittelmäßigen Sündern Möglichkeiten zu einem Neuanfang aufzeigen. Jede/r von uns kennt die Situationen, wo aus der Suche nach einem geglückten Leben eine Sackgasse wird – mit oder ohne eigene Schuld. Umzukehren und neu anzufangen fällt vielleicht leichter, wenn wir konkrete Schritte vor uns sehen, die im Alltag anwendbar sind. Das Buch zeigt einige davon, lenkt den Blick auf unsere Lebenssituation, auf Menschen der Bibel, auf den Weg und das Handeln Jesu… Kurt Schmidl Alois Kothasser, Clemens Sedmak, Geben und Vergeben. Von der Kunst neu zu beginnen, Tyrolia, 167 Seiten, 14,90 (ISBN 978-3-7022-2911-5) Aus Liebe zur Kirche Jahrzehnte zählte Eva Petrik – ebenso wie ihr Mann Josef Petrik – zu den zentralen Führungspersönlichkeiten im kirchlichen Leben Österreichs. Obwohl in unzähligen Gremien an führender Stelle tätig, war sie nie nur eine Alibi-Frau. Dafür war Eva Petrik eine zu selbstbewusste Frau, die ihre jeweilige Aufgabe in eigenständiger Verantwortung und aus ihrem Glaubensverständnis her übernahm… Ingeborg Schödl Eva Petrik, Mit der Kraft der Sehnsucht– Leben und Vermächtnis, :styria, 189 Seiten, 16,95 (ISBN 978-3-222-13245-2)
3/2009: Wir beten mit dem Heiligen Vater MÄRZ: Dass überall auf der Welt die gesellschaftliche Rolle der Frau mehr geschätzt wird. Dass sich die katholische Kirche Chinas nach denWeisungen Benedikts XVI. aufmacht, wirksames Zeichen der Einheit, der Verbundenheit und des Friedens zu sein.
1-2/2009: Der Zeit voraus Vor 90 Jahren gründete Hildegard Burjan die Schwesterngemeinschaft CARITAS SOCIALIS. Das nur 50 Jahre währende Leben dieser außergewöhnlichen Frau spannte sich vom 19. ins 20. Jahrhundert. Ein Leben, das in vielen Bereichen der Zeit weit voraus war… Ingeborg Schödl
12/2008: Und das Wort ist Fleisch geworden BILD-GEDANKEN Gnadenstatue der Basilika Mariazell Die Statue der Mariazeller Muttergottes ist 48 cm hoch und aus Lindenholz geschnitzt. Wir sehen eine sitzende Frauengestalt, die an ihrer rechten Seite ein Kind auf ihrem Schoß hält. Die Frau ist in ein prunkvolles, blaues Kleid mit goldenem Saum gehüllt. Mit der linken Hand, in der sie eine Frucht hält, zeigt die Frau auf ihr Kind. Durch die Größe werden Hand und Kopf der Frau besonders hervorgehoben. Durch den Darstellungstyp und die Beigaben können wir in den Gestalten Maria und Jesus erkennen… Kurt Zisler
10-11/2008: Eine Frau, ein Apfel und ein Kind In der Mitte des Rundbogenfensters ist die Gestalt einer Frau zu sehen, die auf einem Thronsessel sitzt. Dabei ist der Thron nur in der unteren Hälfte erkennbar, während im oberen Abschnitt der Oberkörper der Frau selbst zum Thronsessel wird. Über ihrem Haupt ist im Rahmen der Name "SCAMARIA" (= sanctaMaria) zu lesen. AufMaria schwebt eine Taube herab und berührt ihr Haupt. Maria hält Jesus auf dem linken Arm. Er nimmt eine majestätische Sitzhaltung ein – wie ein Erwachsener –, die rechte Hand zum Segen erhoben. In der linken Hand hält Jesus ein Buch, Maria hält in ihrer rechten Hand eine rote Scheibe… Kurt Zisler
9/2008: Maria in der Heiligen Schrift Was wissen wir aus der Bibel über Maria? Im Vergleich zu den Aposteln wird sie relativ selten erwähnt, dafür aber an wesentlichen Punkten. Sie ist untrennbar mit der Menschwerdung und Kindheit Jesu verbunden, tritt jedoch während seines öffentlichen Wirkens kaum in Erscheinung. Unter dem Kreuz ist es aber wieder die Mutter, die mit einigen anderen bei ihrem Sohn ausharrt und bei ihm ist. Die einzelnen Evangelien setzen verschiedene Akzente, wobei auffällt, dass im Markusevangelium Maria eher unscheinbar bleibt. Paulus erwähnt in Gal 4,4 nur, dass Jesus von einer Frau geboren wurde… Johann Hintermaier
5-6/2008: "Was macht ihr da in Rom?" … fragte mich eine im Pfarrgemeinderat engagierte Frau, die mich nach der Messe am Sonntag vor der Kirche ins Gespräch über meine derzeitigen priesterlichen Aufgaben verwickelt hatte. "Da fahren Sie als Subregens mit dem ganzen Wiener Priesterseminar eine Woche in die Ewige Stadt! Warum nicht nach Prag, Paris oder Lissabon? Es gibt doch so viele andere schöne Städte!" Tatsächlich war das Wiener Priesterseminar im heurigen Jubiläumsjahr seines 150-jährigen Bestehens vom 9. bis 15. Februar 2008 in Rom, auf einer Reise, die etwa alle vier bis fünf Jahre unternommen wird. Das Thomaskolleg, ein im Wiener Priesterseminar untergebrachtes diözesanes Institut für Priesterstudenten aus den orthodoxen altorientalischen Kirchen, nahm ebenfalls an der Reise teil. Romausflüge dieser Art sind übrigens keine Wiener Spezialität. Auch das Priesterseminar in Graz kennt diesen Brauch schon lange und besucht die Stadt am Tiber regelmäßig, während sich das Priesterseminar in Innsbruck heuer erstmals nach dem Osterfest nach Rom begeben hat. Warum? Welchen Zweck hat die Exkursion eines Priesterseminars nach Rom? Richard Tatzreiter
5-6/2008: Ist Österreich ein kinderfreundliches Land? Betrachtet man die Familienförderungen im Gesamten, dann könnte die Antwort Ja lauten. Wer aber täglich mit schwangeren Frauen arbeitet, kommt mitunter zu einem anderen Schluss. Eine alleinerziehende Mutter, die nur vom Kinderbetreuungsgeld und von der Familienbeihilfe ihr Leben mit dem Kind fristen muss, ist von Armut bedroht. Ökonomische und berufliche Gründe sind eine besonders häufige Ursache für den Abbruch einer Schwangerschaft. Die Frauen finden keine Antworten auf Fragen wie "Wie soll das gehen, wenn ich mit dem Kind allein bin?", "Wo finde ich einen familienfreundlichen Arbeitsplatz?" und viele andere mehr. Eine andere Ursache für Schwangerschaftsabbrüche ist, der Erfahrung unserer Beratungsstellen zufolge, dass der Partner oder die Familie das Kind nicht will. Der Partner gerät in Panik und stellt seine Frau oder Freundin vor die Wahl: "Das Kind oder ich." Die lieben Mitmenschen, Arbeitskollegen etc. erteilen Ratschläge wie "Jetzt ein Kind, tu dir das nicht an!". Beratung kann hier entlasten und helfen. Im Leitbild der aktion leben heißt es: "Jedes Kind soll uns willkommen sein. Kinder und Eltern sollen Lebenschancen vorfinden, damit sie sich als Menschen entfalten und reifen können." Martina Kronthaler
4/2008: CANISIUSWERK AKTUELL Mit Maria auf dem Weg Impulse zur Lebens- und Glaubensgestaltung Leben lernen wir von Menschen, die uns Zuwendung schenken. Sie geben uns durch ihr Leben Impulse, unser eigenes Leben zu gestalten, und unserer Sehnsucht nach einem Leben in Fülle eine Richtung. In der großen Geschichte der Menschheit ist Maria, die Frau aus Nazaret, für viele Menschen eine solche Gestalt geworden. Sie war fähig, in den Geschehnissen ihres Lebens Gott zu erkennen und seine Stimme zu hören. Sie hatte Kraft und Fantasie, ihr Leben als Frau in den wichtigen Knotenpunkten zu gestalten und sensibel zu sein für die Menschen und ihre Sorgen. So hat sie das Wirken Gottes in ihrem Leben sichtbar gemacht. Sie kann daher allen, Frauen und Männern, Impulse geben, ihr eigenes Leben zu gestalten und Identität zu gewinnen im Leben und im Glauben. Dazu wurden in der angebotenen Serie sechs Themen ausgewählt: ■ Auf die Botschaft hören ■ Begegnung verändert ■ Das Kind als Mitte ■ Auf andere schauen ■ Aushalten im Leiden ■ Berufen zu ewigem Glück Jede Mappe enthält sechs Faltblätter zu je sechs Seiten. Eine besondere Rolle kommt den Bildern zu, die das Thema vorgeben. Je ein Bild aus der großen Tradition der Marienbilder der Kunst tritt dabei mit einem "Lebensbild" in Beziehung. Eine sorgsame Hinführung erschließt die Bilder kunstgeschichtlich und in ihrer existentiellen Bedeutung... Kurt Schmidl
1-2/2008: Ständiger Diakonat Ich in bereit …
… als Diakon der Liebe Gottes
ein Gesicht zu geben
Von klein auf habe ich Gottes Liebe und Güte erfahren dürfen:
*in der Geborgenheit meiner Familie
*in meinen Lehrern, die mir mehr als Wissen vermittelt haben
*in Menschen, die das Christentum lebten und mir so den Weg des Glaubens gewiesen haben.
Angenommen und geliebt, durfte ich von Kind an Schritt für Schritt hineinwachsen in unsere Glaubensgemeinschaft, deren Markenzeichen die Liebe ist oder zumindest sein soll.
Gemäß meinem Auftrag als Getaufter und Gefirmter habe ich mich eingebracht als Ministrant, Lektor, Kommunionspender, Pfarrgemeinderat, … und dabei mehr und mehr meine Berufung entdeckt.
Weil Berufung neben der Neigung auch die Eignung braucht, habe ich mir im Theologischen Fernkurs das nötige Rüstzeug angeeignet und darüber hinaus durch persönliches Studium verschiedene zusätzliche Qualifikationen erworben. Was noch fehlte, war die offizielle Beauftragung. Nach Gesprächen mit meiner Frau und meinen
Kindern und der Vorsprache bei den verantwortlichen diözesanen Stellen trat ich im Jahre 1986 in den Diakonatskreis unserer Diözese ein. Am 23. September 1989 wurde ich vom damaligen Diözesanbischof Maximilian
Aichern in der Pfarrkirche Ebensee zum Ständigen Diakon geweiht und für den ehrenamtlichen Dienst in der Pfarre Ebensee beauftragt ...
Fridolin Engl
Fridolin Engl wurde 1989 zum Ständigen Diakon der Diözese Linz geweiht und ist seither Sprecher der Ständigen Diakone der Diözese Linz.
Kontakt und Informationen zu Dienstamt und Ausbildung:
Arbeitsgemeinschaft der Ständigen Diakone Österreichs
1010 Wien, Wollzeile 2
www.diakon.at
12/2007: Ein Leben im ständigen Aufbruch Starke Frauen in der Kirche Die Palette neuer sozialer Bildungszweige, die von Sr. Hildegard Teuschl CS initiiert wurden, ist groß. Untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist auch die Umsetzung des Hospizgedankens in Österreich. Vor kurzem feierte die engagierte Caritas Socialis-Schwester ihren 70. Geburtstag. Wegbegleiter bezeichnen Sr. Hildegard Teuschl CS als eine Impulsgeberin, die in "heiliger Unruhe" immer wieder zu neuen Zielen aufgebrochen ist. Als Schwester trägt sie nicht nur den Namen der Gründerin der Caritas Socialis, Hildegard Burjan, sondern es scheint ihr auch deren Weitblick gegeben zu sein, um "die Not einer Zeit, … die Mittel, die zur Abhilfe führen, …" zu erkennen... Ingeborg Schödl
12/2007: Eine außergewöhnliche Frau Teresa von Ávila gehört zu den bedeutendsten Frauengestalten des christlichen Abendlandes. Sie war eine vollendete und harmonische Persönlichkeit – gleich groß als Mensch wie als Heilige – von überragender Autorität und Organisationsgabe, von bewundernswert gesundem Menschenverstand und seltener Anpassungsfähigkeit,
besonders auch an Gemeinschaften und Freunde" (LThK 10,100).
Teresa (Teresa de Cepeda y Ahumada) wurde 1515 in Ávila geboren. Ihr Vater heiratete in zweiter Ehe Beatriz de Ahumada, die Mutter Teresas, deren drittes Kind sie war. Schon im Alter von sieben Jahren wollte sie mit ihrem
Lieblingsbruder Roderich, der später im Jahre 1536/1537 in Rio de la Plata in Südamerika für den Glauben starb, bei den Mauren den Märtyrertod suchen...
Johannes Gamperl
12/2007: Ansprechbar sein Gastkommentar
"Ah, da kommt die fromme Kirche. Tu'ma wieder beten?" Mit dieser durch und durch freundlich gemeinten Begrüßung empfängt mich der Tontechniker im Studio. Das ORF-Funkhaus in der Argentinierstraße ist ein Mikrokosmos menschlichen Lebens, und wir von der Abteilung Religion gehören dazu. Jeder kennt uns – und das
ist gut so. Denn wenn jemand eine Frage bezüglich Glauben, Kirche oder einer nicht-christlichen Religion hat, dann weiß er, dass er sich damit an uns wenden kann. Nicht, dass wir immer eine Antwort haben, aber in vielen Fällen gelingt es doch, weiterzuhelfen.
Da ist zum Beispiel der nette Kollege aus dem ersten Stock, der ein – im großstädtischen Bereich durchaus nicht so seltenes – Anliegen hat: Er möchte seine neugeborene Tochter taufen lassen. Die Schwierigkeit dabei ist nur,
dass er selber aus der römischkatholischen Kirche ausgetreten ist. Seine Frau stammt aus den USA und ist Buddhistin. Seltsamerweise scheint ihm das mit der Taufe wirklich ein Anliegen zu sein. Das macht mich neugierig.
Im Gespräch stellt sich heraus, dass er aus Enttäuschung über die Aussagen eines bestimmten Bischofs der Kirche, der er nie besonders nahegestanden ist, den Rücken gekehrt hat. Ich nicke. Auch ich lese in den Presseagenturen
mitunter Stellungnahmen, die mir gegen den Strich gehen.
Mein Kollege und seine Frau möchten trotzdem, dass die Kleine ihre religiöse Heimat im Christentum hat ...
Brigitte Krautgartner
Mag. Brigitte Krautgartner ist Radiojournalistin der Abteilung Religion im ORF.
10-11/2007: Aus der Sicht eines Zeitzeugen Dr. Josef Willfarth, geb. am 21.2.1918, pensionierter Vizedirektor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien, besuchte in der Zeit von 1928 bis 1932 das Konvikt in Wien-Ober St. Veit, anschließend bis zu seiner Matura im Jahr 1936 das Kleine Seminar in Hollabrunn/NÖ. Woran er sich als einer der beiden noch lebenden Absolventen von Ober St. Veit erinnert, erzählt er im Gespräch mit miteinander. Wie kam es dazu, dass Sie das Konvikt in Ober St. Veit besuchten? Ich habe im 4. Bezirk in der Mühlgasse beim Naschmarkt gewohnt und war in der von den Schulbrüdern geführten Volksschule in der Ziegelofengasse. Möglich, dass es da Verbindungen gab. Mein Vater ist gestorben, da war ich gerade fünf Jahre alt. Ich hatte noch zwei größere Schwestern, und wahrscheinlich hatte meine Mutter Sorge, dass aus mir einmal was Gscheites wird. Für die Aufnahme ins Gymnasium mussten alle eine Aufnahmsprüfung machen. Dafür habe ich einen Vorbereitungskurs im 3. Bezirk bei den Salesianern besucht, sicherlich auch organisiert vom Canisiuswerk. Mit der bestandenen Prüfung für das Gymnasium in der Fichtnergasse kam ich dann im Schuljahr 1928/1929 in das Konvikt nach Ober St. Veit. Da Sie das Canisiuswerk erwähnen: Gab es in Ihrer Familie Verbindungen mit dem Canisiuswerk? Ich weiß, dass meine Mutter in unserer Pfarre nach der Messe regelmäßig die Zeitschrift des Werkes, die "Volksseele", verteilte. Haben Sie Direktor Moser persönlich kennen gelernt? Ab und zu ist Direktor Moser auf Besuch nach Ober St. Veit gekommen, genau wie Kardinal Piffl. Noch gut erinnern kann ich mich an eine vom Canisiuswerk organisierte Ferienaktion. Gleich nach der ersten Klasse wurde eine größere Zahl an Schülern nach Tirol und Vorarlberg verschickt. Ich bin in das Kleine Walsertal gekommen. Direktor Moser, der einen sehr strengen Eindruck machte, und seine Frau, die ein eher mütterlicher Typ war und sich um alles gesorgt hat, haben diese Fahrten begleitet. Sie hatten die Aufsicht, dass wir alle am richtigen Ort abgeliefert wurden. Wir fuhren die Nacht hindurch mit dem Zug. Vor der Abfahrt hatten wir in der Lazaristenkirche eine Andacht mit einem Reisesegen. Dann ging es los. Im ersten Jahr kamen wir zu dritt ins Kleine Walsertal. In Langen sind wir aus dem Zug ausgestiegen. Dann gings die Flexenstraße hinauf mit dem Bus und in Warth hat uns der Pfarrer abgeholt. Mit ihm mussten wir noch fünf Stunden mit unseren Rucksackerln über den Gemstelpass gehen ... Das Gespräch mit Josef Willfarth führten Kurt Schmidl und Maria Fibich
9/2007: Ein "Wahnsinniger" wird Barmherziger Bruder Ausreißer Geboren am 8. März 1495 in Portugal war Johannes Ciudad gerade acht Jahre alt, als er entweder von zu Hause fortlief oder entführt wurde. Ein Priester hatte einige Tage zuvor begeistert vom religiösen Leben in Spanien erzählt. Einen Suchdienst – wie es ihn heute gibt – gab es damals nicht. Aus Gram über den Verlust ihres Kindes starben seine Eltern sehr bald nach seinem Verschwinden. Den völlig erschöpften Buben nahm der Haupthirte einer kleinen spanischen Stadt namens Oropesa mitleidig auf. Johannes musste die Schafe hüten, erhielt aber dafür eine gute Erziehung. Er lernte lesen, schreiben und rechnen und wurde im Bereich der Verwaltung ausgebildet. Als er zum jungen Mann herangereift war, übertrug ihm sein Herr die gesamte Verwaltung und wollte ihm seine Tochter zur Frau geben. Johannes erbat sich Bedenkzeit. Er fühlte sich nicht zur Ehe hingezogen und, da ihn sein Herr bedrängte, ergriff er die Flucht... Johannes Gamperl
7-8/2007: Heilige Rita von Cascia (1380 – 1457) Besinnung In aussichtslosen Angelegenheiten wird die heilige Rita von Cascia gerne angerufen. In der Kirche Santa Rita in Cascia in Umbrien (Italien) finden sich – auch heute noch – immer wieder Pilger und Gläubige ein, die vor den Reliquien der Heiligen beten. Wer ist diese Frau, die Papst Leo XIII. im Jahre 1900 heilig gesprochen hat? Um das Jahr 1380 wurde Rita in Roccaporena bei Cascia geboren. Der Ort liegt in einem engen umbrischen Felsental, das nur wenige Stunden am Tag von der Sonne beschienen wird. Schon als Kind zog sich Rita gerne in eine dunkle Ecke der Dorfkirche zurück, um im Gebet mit Jesus vereint zu sein ... Johannes Gamperl Heilige Rita, hilf allen unseren Kranken und Leidenden! Erbitte uns eine große Liebe zu Jesus, der aus unendlicher Liebe zu uns das Kreuz auf sich genommen hat!
7-8/2007: Lebendiges Wasser Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. (Johannes 4,13–14) Hinführung zum Bild Das Bild ist zweigeteilt; rechts sehen wir eine sitzende Gestalt in ein würdevolles Kleid gehüllt, das Gesicht, das von einem Nimbus mit Kreuz umgeben ist, direkt dem Betrachter zugewandt, die rechte Hand zur Segensgeste erhoben. Sie weist auf die andere Bildhälfte, auf der wir eine Frau in einem kostbaren Gewand sehen, die aus einem Brunnen gerade ein Gefäß mit Wasser hochzieht ... Kurt Zisler Dr. Kurt Zisler ist Direktor der RPA Graz. Bild u. Text entstammen der Reihe "Lieben wie er. Im Blick auf Christusbilder Leben und Glauben gestalten" – Serie 2 (erhältlich im Canisiuswerk, 5,–).
5-6/2007: Die "Generalin" der Frauenbewegung 60 Jahre Katholische Frauenbewegung Österreichs und 50 Jahre Familienfasttag, zwei Jubiläen, die Anlass geben, sich eines "Urgesteins" der katholischen Frauenarbeit in Österreich zu erinnern: Prof. Herta Pammer. "Um der Wahrheit willen war sie nie bequem", sagte einmal der Wiener Erzbischof, Kardinal Dr. Franz König, über Herta Pammer. Eine Bequeme ist die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs von 1957 bis 1978 wirklich nie gewesen. Hartnäckigkeit, Mut sowie Ausdauer zählten zu ihren hervorstechendsten Charaktereigenschaften, mit denen es Herta Pammer aber gelang, nicht nur neue Ideen gegen bestehende Widerstände durchzusetzen, sondern der Katholischen Frauenbewegung auch ein neues Profil zu geben ... Ingeborg Schödl
4/2007: "Die Kirche ist meine Heimat ..." Starke Frauen in der Kirche Zu den großen Persönlichkeiten des katholischen Laienapostolates in Österreich zählt Eva Petrik. In führenden Positionen hat sie einen wesentlichen Abriss kirchlicher Zeitgeschichte in Österreich mitgetragen und mitgeprägt. Kürzlich feierte sie ihren 75. Geburtstag und wurde von der Erzdiözese Wien mit einer hohen Auszeichnung geehrt. Vor Jahren hörte ich einen Vortrag von Eva Petrik zum Thema Braucht die Kirche die starke Frau? Ihre Antwort war klar und unmissverständlich – ... sie braucht die starke Frau, die sich einbringt in ihrer Spiritualität und Kreativität, mit ihrem Intellekt und ihrer Intuition, mit Mut und Ausdauer ... Diese präzise Formulierung fiel mir ein, als ich mich mit der Würdigung ihres Lebenswerkes beschäftigte, denn genau mit diesen Gaben hat auch sie sich in das kirchliche Leben durch Jahrzehnte hindurch eingebracht ... Ingeborg Schödl
4/2007: Bild & Wort Von der Gewöhnlichkeit Lieber Gott! Mache unseren Alltag durchschaubar wie die Fenster – nun endlich geputzt! Unser Weg führe uns nicht im Kreis: er sei uns ein zielbewusster Fremdenführer. Jede Begrüßung werde zum Friedensgruß. Der verlorene Schlüssel erinnere uns an jene Frau, die eine Drachme suchte und an ihre Freude des Wiederfindens. Unser Warten sei eine Ausschau nach Zukunft. Unsere Kaffeepause ein Ort, wo gelacht wird. Unsere Zimmerpflanze ein Mitbringsel aus dem verlorenen Paradies. Lieber Gott, zum Gleichnis werde uns die tägliche Banalität. Joop Roeland
3/2007: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 1. März 2007 Wie so oft im Laufe ihrer Geschichte lebten viele Israeliten in der Diaspora oder in der Gefangenschaft, diesmal im Perserreich. Eine Frau aus ihrer Mitte wird zur Königin erhoben. Sie legt beim König Fürbitte ein, da ihre Landsleute hart bedrängt und wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Es gelingt ihr, sie zu retten. Bevor sie aber zum König geht, betet sie zu Gott, dem wahren König Israels. Darüber berichtet uns die heutige Tagesliturgie. Ester bittet um Vergebung für alle Schuld und erinnert Gott, dass dieses Volk sein Volk ist, dem er seinen Beistand verheißen hat (Est 4,17k-m.17r-t). Auch Jesus ruft gegen Ende der Bergpredigt seine Zuhörer zum Bittgebet auf. Das erinnert uns gerade am monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe an die Aufforderung Jesu: "Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden." … Franz Schrittwieser
12/2006: Macht Kirche neugierig? Gastkommentar Neugier ist eine ebenso zutiefst menschliche wie auch ambivalente Eigenschaft. Auf der einen Seite des Spektrums ist sie als Wissbegierde unverzichtbare Triebfeder für Wissenschaft und Forschung, am anderen Ende der Skala aber auch Wurzel unseres alltäglichen Tratsches, der nicht selten auf andere Menschen und deren Privatsphäre zielt. Es gibt also den Markt für "Neu-Gier" – und auf diesem Markt tummeln sich selbstverständlich auch alte und neue Medien. Ihnen wird von Medienkritikern, auch von kirchlichen, gerne Sensationslust und Skandalisierung vorgehalten, erst recht der unvermeidliche Stehsatz, dass für Medien ja eigentlich nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten wären, vom verzerrten Weltbild und der Verluderung der Sprache gar nicht zu reden. Und dann taucht plötzlich eine junge Frau auf, Natascha Kampusch, deren wesentlichster Kontakt zur Außenwelt in über acht Jahren Gefangenschaft seit Kindheitstagen letztlich Medien waren. Das Ergebnis? Sie ist weltoffen. Sie spricht differenziert, wählt ihre Worte bewusst und redet trotzdem einfach und klar. Und "schlechte" Nachrichten haben sie nicht deformiert, sondern sensibilisiert, darüber nachzudenken, wie etwa hungernden Kindern in Afrika oder misshandelten Frauen in Mexiko geholfen werden könnte … Hannes Schopf Hannes Schopf war langjähriger Chefredakteur der Wochenzeitung DIE FURCHE und ist heute Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ)
12/2006: Ein Segen – (Unvermutetes) Magnificat? Ich stand ziemlich hinten, in der langen Reihe, die vom Beichtstuhl bis zu den Bänken im Mittelschiff reichte. Während ich mich, von vielen Ablenkungen angefochten, krampfhaft noch einmal vorzubereiten mühte, fiel mir wieder das alte Karl Rahner-Wort ein: "O Herr, manchmal wäre ich gern so ein richtig großer Sünder, der dann bereut und sich bekehrt. Aber leider, selbst in meinen Sünden bin ich nur mittelmäßig …" Eben zieht eine Wallfahrtsgruppe, ein Marienlied singend, ein, die Melodie ist schlicht und innig, ich summe automatisch eine zweite Stimme dazu, die Sprache versteh ich allerdings nicht, irgendwas Slawisches vermutlich. Wieder knirscht die alte Tür, eine junge Frau kommt tränenüberströmt heraus, und von drinnen hört man, wie jetzt auf der anderen Seite die Kniebank poltert. Gott sei Dank, es geht ja eh ziemlich schnell. Mein Blick fällt auf ein Schild, das oberhalb der Klinke hängt, Deutsch und Taubstummensprache steht drauf. Das passt, denk ich mir, der wird mich schon irgendwie verstehen. Schmunzelnd muss ich an meinen Vater denken, der einmal zu einem Priester gesagt hat: "Psychiater bin ich selber. Ich würde jetzt gern von Ihnen die Lossprechung haben." Uns Kindern gab er später den Tipp: "Am besten sind terrische Ausländer …" Tomas Kaupeny Mag. Tomas Kaupeny ist Seelsorger der Caritasgemeinde in Wien, im Caritas-Kinderheim "Am Himmel" und im Caritashaus Franciscus.
10-11/2006: Canisiusheim Horn – Chronik Februar bis Juli 2006 12.2. Ende der Semesterferien. 14.2. Prüfung in Spiritualität für die Teilnehmer des Vorbereitungslehrganges (VBL) in Wien. Erstmals prüft Frau Prof. Schlosser dieses Fach. Alle bestehen die Prüfung. 22.2. Die Propädeutiker kommen mit vielen guten Erfahrungen von ihren Sozialpraktika zurück. 23. – 25.2. Rektor P. Vösl nimmt an der Konferenz der Bischöflichen Seminare Österreichs und Südtirols im Stift Seitenstetten teil. 3.3. Sitzung des Kuratoriums des Propädeutikums. Einen besonderen Beratungsschwerpunkt bildet die Diskussion über die weitere Entwicklung des Canisiusheimes … P. Josef Vösl
9/2006: Für Sie gelesen Drei Länder und 1000 Kilometer Europa beginnt tatsächlich zusammenzurücken. Keine militärischen Barrieren, kein Stacheldraht hindert Menschen mehr, Grenzen zu überschreiten und sich so wie ihre Vorfahren auf den Weg zu begeben ... Ingeborg Schödl Robert Wurst/Markus Schlagnitweit, Auf dem Marienpilgerweg von Tschenstochau über Leutschau nach Mariazell, Tyrolia Verlag, 192 Seiten, 73 farbige Abbildungen und 57 farbige Kartenausschnitte, 19,90 (ISBN: 3-7022-2729-6) Die Sprache des Weges lesen lernen Das Bild des Weges ist zutiefst verknüpft mit der Erfahrung des menschlichen Lebens. Auch die Bibel ist voll von Weggeschichten … Doris Fürsatz Egon Mielenbrink, Zieh weg aus deinem Land – Pilger der Bibel und ihre Botschaft, Buzon & Bercker, 144 Seiten, 12,90 (ISBN: 3-7666-0746-4) Was im Leben zählt ... Das wusste die 1883 in Görlitz geborene, einer jüdisch-liberalen Familie entstammende Hildegard Burjan ganz genau. Im vorliegenden kleinen Band finden sich Gedanken und Impulse dieser stets mit beiden Beinen im Leben stehenden Frau, getragen von der Überzeugung, dass die Liebe Christi uns drängt … Einleitende und verbindende Worte stammen von der Publizistin Ingeborg Schödl, Ihnen bestens bekannt u. a. durch ihre Porträts christlicher Frauengestalten im "miteinander". Als Vizepostulatorin im kurz vor dem Abschluss stehenden Seligsprechungsprozess ist sie eine profunde Kennerin dieser faszinierenden Frau. Wunderschöne Naturaufnahmen ergänzen die klaren spirituellen Impulse dieses attraktiven Geschenkbuches. mf Hildegard Burjan, Was im Leben zählt. Spirituelle Impulse von Hildegard Burjan, Einleitung und verbindende Texte von Ingeborg Schödl, Fotos von Alfred Waldner, Tyrolia Verlag, 44 Seiten, 23 farbige Abbildungen, 8,90 (ISBN: 3-7022-2740-7)
9/2006: Plakatwettbewerb – eine Anregung Kreativpotenzial nutzen Im vergangenen Jahr stachen die Arbeiten aus der Hauptschule Radenthein in Kärnten besonders hervor. Wir haben die Schule besucht und der Lehrerin und den Kindern beim Arbeiten über die Schulter geschaut. Frau Gerda Fantina ist dort Lehrerin für Bildnerische Erziehung. Neben dem normalen Unterricht betreut sie eine unverbindliche Übung "Bildnerisches Gestalten". Was machen Sie mit den SchülerInnen in dieser Stunde? Zunächst handelt es sich nicht um eine Stunde pro Woche, sondern es ist eine geblockte Veranstaltung. Die Kinder bleiben diese Zeit außerhalb des Pflichtunterrichts aber gerne in der Schule, weil sie dann ihr kreatives Talent ausleben können ... Das Gespräch führte Kurt Schmidl
7-8/2006: Eine Frau der ersten Stunde Sie war eine "Säule" der katholischen Medienarbeit in Österreich. Als Filmkritikerin und Medienpädagogin leistete sie Pionierarbeit. Vor einem Jahr, am 28. Juli 2005, starb Dr. Erika Reimer-Haala nach langer Krankheit. Sie gehörte zum Stephansplatz, dort, in den rundum gelagerten Institutionen war ihr Zuhause. Erika Haala konnte auf den ersten Blick als eine sich nie in den Vordergrund drängende Persönlichkeit eingeordnet werden. Doch ihre Zurückhaltung bestand in einer genauen Beobachtung der jeweiligen Situation. Erst dann, wenn sie sich ihre Meinung gebildet hatte, meldete sie sich zu Wort. Die Wortmeldung fiel dann präzise, mit scharfem Verstand formuliert, aus – nicht immer zu jedermanns Freude. Das kümmerte Erika Haala aber kaum. Ihre Ansicht war, dass Probleme nicht unter den Tisch gekehrt werden dürfen, sondern beim Namen genannt werden müssen … Ingeborg Schödl
7-8/2006: Was tun, wenn …. Was tun, wenn ich so etwas wie Berufung verspüre, wenn der Gedanke, Priester oder Ordensmann/frau werden zu wollen, immer wieder kommt? Wenn mich dieser Gedanke nicht mehr loslässt? Der erste Schritt heißt: Berufung klären. Und das geht meistens nicht alleine. Das heißt: Ich suche mir eine erfahrene Person, einen Priester, einen/e Ordensmann/ frau, jemanden, zu dem ich Vertrauen habe, jemanden, der auch genügend geistliche Erfahrung hat. Denn in so einem Gespräch wird mir klarer werden, wohin Gott mich führen will. Das geht oft nicht in einem Gespräch, meist braucht dieser Prozess Zeit. Helfen kann es auch, Exerzitien zu machen, um zur Ruhe zu kommen, das eigene Leben neu auf Gott auszurichten und so seinen Willen besser zu erkennen. An manchen Orten (z. B. dem Haus Manresa der Jesuiten in Linz oder dem Haus Gennesaret im Benediktinerstift Seitenstetten) gibt es auch Exerzitienangebote, die genau auf diese Fragestellung zugeschnitten sind. Der nächste Schritt: Ich wende mich an den Regens des Priesterseminars meiner Diözese oder an einen/e Ordensmann/frau jenes Ordens, zu dem ich mich hingezogen fühle. Darauf folgt ein Erstgespräch, das dazu dient, einander kennen zu lernen, und die eigene Berufung besser zu verstehen. Halten mich der Regens bzw. die Ordensverantwortlichen für geeignet, werden sie ein Aufnahmeverfahren beginnen. Nikolaus Krasa
4/2006: Nicht Dame, sondern Mutter In der Pfarrkirche von Pöggstall findet sich eine Marienstatue, die der Kunsthistoriker Franz Eppel zu den Hauptwerken der Spätgotik in Niederösterreich zählt. Sie stammt aus der Zeit um 1480, als die Herren von Roggendorf die Kirche als Schlosskirche erbauten und reich ausstatteten. Maria ist als hübsche junge Frau dargestellt, die zärtlich ihr spielendes Kind auf dem Arm hält. Auch die Züge und die Haltung des Kindes sind voll Anmut und Grazie. Besonders fällt die rote Kette um seinen Hals auf – eine so genannte Fraisenkette, die als Amulett gegen fiebrige Krankheiten schützen soll. Auf den besonderen Rang dieser Frau verweisen das Perlenband in ihrem Haar, das Zepter in ihrer Hand und die beiden Engel, die zu ihren Füßen die Mondsichel halten. Die "selten schöne Originalfassung" (Eppel) der Statue unterstreicht die edle Schönheit dieses Kunstwerkes … Gottfried Auer
4/2006: Wir beten mit dem Heiligen Vater APRIL: Dass die Rechte der Frau überall geachtet werden. Dass die Kirche in China ihren Verkündigungsauftrag mit Freude und in Freiheit erfüllen kann.
3/2006: Der christliche Ritter Bild-Gedanken Auf den meisten Darstellungen ist der heilige Georg als Ritter zu sehen, der hoch zu Ross mit seiner Lanze einen Drachen besiegt. Dies illustriert einen Abschnitt aus der Legende über sein Leben: Eine Stadt wird von einem Drachen bedroht, der nur durch ein Menschenopfer besänftigt werden kann. Daher soll ihm die Tochter des Königs geopfert werden. Als diese vor dem See, in dem das Ungeheuer lebt, auf ihren Tod wartet, erscheint der christliche Ritter Georg, sieht ihre Not, besiegt den Drachen und rettet die bedrängte Frau. Durch diese Legende wurde … Gottfried Auer
12/2005: Don Bosco Familie Erneuerungsbewegungen in der Kirche ... In der Don Bosco Familie sind heute mehrere Gruppen beheimatet. Kern und Animatoren der Bewegung sind die beiden Ordensgemeinschaften: "Salesianer Don Boscos" (SDB) und "Don Bosco Schwestern" (FMA) sowie die Laienformationen: die "Salesianischen Mitarbeiter Don Boscos" (SMDB) und die "Ehemaligen". Gemeinsam bilden sie die "Salesianische Familie"... Beate Zimmermann Die Redaktion dankt Frau Mag. Zimmermann, dass Sie uns mit der Serie "Erneuerungbewegungen in der Kirche" durch neun Ausgaben begleitet hat.
7-8/2005: Die ungehörte Stimme
Irene Harand - Eine "starke Frau" in der Kirche Irene Harand gehörte vermutlich zu den wenigen Menschen, die Hitlers "Mein Kampf" gelesen hatten. Hellsichtig erkannte sie die Gefahr, die Europa durch die darin vertretene Ideologie drohte. Mutig versuchte sie die Weltöffentlichkeit zu mobilisieren, doch ihre warnende Stimme blieb ungehört. Ingeborg Schödl
5-6/2005: Der Herr vermag alles Das Bild ist die letzte der Kaltnadelradierungen von Hans Fronius zum Buch Ijob. Um sie zu verstehen, ist ein kurzer Blick auf die vorangehende Erzählung notwendig. Ijob nimmt – wie die in der letzten Nummer vorgestellte Radierung zeigt – die Hiobsbotschaften gelassen entgegen und äußert nichts Ungehöriges gegen Gott. Doch als er selbst aussätzig wird, seine Frau ihn verhöhnt und seine drei Freunde ihm zu beweisen versuchen, dass er selbst an seinem Unglück schuld ist, da beginnt er zu reden und fordert von Gott Antwort auf seine Fragen: „Wissen möchte ich die Worte, die er mir entgegnet, erfahren, was er zu mir sagt ...
Gottfried Auer
4/2005: „Erste Hilfe für die Seele“ in Notfällen und Krisensituationen
4/2005: Eine Frau überwindet Grenzen Zu einem „Tor zur Welt“ wurde das kirchliche Institut JANINEUM für viele Katholische Intellektuelle in Polen – später auch in anderen vom Westen isolierten Ländern – als Europa noch durch den Eisernen Vorhang getrennt war. Getragen wurde dieses Werk von einer Frau, die heuer ihren 80. Geburtstag feierte – Lonny Glaser.
Es war eine Unterredung, deren weitreichende Folgen die beiden Gesprächspartner damals selbst noch nicht voraussehen konnten. Lonny Glaser besuchte im Winter 1956 erstmals nach ihrer abenteuerlichen Flucht im Jahre 1945 wieder Polen. Jenes Land, in welchem sie glückliche Jahre ihrer Kindheit und Jugendzeit verbracht hatte. Während ihres Aufenthaltes kam es auch zu einer Begegnung mit dem polnischen Primas, Kardinal Stephan Wyszynski ...
Ingeborg Schödl