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5-6/2013: Die Gaben des einen Geistes Was meint das Wort „Charisma“ eigentlich? Eine biblische Spurensuche.
5-6/2013: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 2. Mai 2013
Die Salbung mit Chrisam ist ein entscheidender Ritus bei der Feier der Taufe. Dabei sagt der Taufspender dem Täufling zu: „Aufgenommen in das Volk Gottes, wirst du nun mit dem heiligen Chrisam gesalbt, damit du für immer ein Glied Christi bleibst, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit.“
Die Kirche ruft damit in Erinnerung, was den ersten Christen vertraut war und was Johannes in der Einleitung seiner Offenbarung beschreibt: „Er liebt uns … Er hat uns die Würde von Königen gegeben und uns zu Priestern gemacht für den Dienst vor seinem Gott und Vater“ (Offb 1,5–6)…
Donnerstag, 6. Juni 2013
Immer wieder begegnet uns in den Texten der Heiligen Schrift das Bild vom Guten Hirten. Es war den nomadisierenden Aramäern vertraut. Gott ist der Gute Hirte, sagt uns Psalm 23, eines der ausdrucksstärksten Lieder des Vertrauens. Er kümmert sich um jedes seiner Schafe. Die verlorenen sucht er, die verletzten verbindet er, die schwachen kräftigt er, die starken behütet er. Zur Zeit Jesu zählten die Hirten zu den Armen und Außenseitern der etablierten Gesellschaft. Sie waren die ersten, die im Kind von Betlehem das Gesicht eines gütigen und menschenfreundlichen Gottes erblickten…
Franz Schrittwieser
4/2013: „Eine Ursprache der Menschheit“ Das Gebet stellt das Bindeglied zwischen den Religionen dar. Es schlägt Brücken zwischen Menschen und trägt so zum Frieden bei.
1986 lud Papst Johannes Paul II. Vertreter aller Religionsgemeinschaften nach Assisi, um für den Frieden zu beten. Im Unterschied zu ökumenischen Veranstaltungen richtete sich die Einladung nicht nur an Repräsentanten christlicher Konfessionen, sondern auch an Vertreter von Natur- und Stammesreligionen, des Hinduismus, Buddhismus bis hin zu jenen monotheistischer Buchreligionen (Judentum, Islam). Da die Teilnehmer unterschiedlicher Auffassung hinsichtlich des Adressaten ihres Gebets waren, konnten sie die jeweiligen Gebete nicht gemeinsam sprechen. Die einzelnen Religionsvertreter vollzogen ihr Gebet für den Frieden nacheinander. Die anderen wohnten den Gebeten in „respektvollem Schweigen“ (Willibald Sandler) bei.
Den tieferen Grund für dieses Weltgebet sah der Papst in der wahrhaft weltumspannenden Kraft und Dimension des Gebets, das – selbst über bestehende konfessionelle und religiöse Gräben hinweg – Brücken zu schlagen vermag…
Johannes Sinabell
4/2013: Erinnerung an das unterscheidend Christliche Am 28. Februar ist Papst Benedikt XVI. aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten. Eine Bewertung seines Pontifikats durch den Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück.
1-2/2013: Das Konzil – erlesen Drei Bücher, drei verschiedene Verlage, aber ein Thema: das Zweite Vatikanische Konzil (1962 – 1965).
Kirche im Aufbruch. Der Weg zum Konzil. Band 1 der „Kardinal König Bibliothek“
Wer über den Weg zum Konzil, die Beweggründe des Konzilspapstes Johannes XXIII. zur Einberufung eines solchen, vor allem aber über die Vorarbeiten bis zur feierlichen Eröffnung am 11. Oktober 1962 mehr wissen will, greift am besten zu Band 1 einer im styria premium-Verlag geplanten siebenbändigen Edition…
Walter Kirchschläger, Kirche im Aufbruch. Der Weg zum Konzil. Band 1 der „Kardinal König Bibliothek“, styria premium, 134 Seiten, € 16,99 (ISBN 978-3-222-13361-9)
Lesebuch Konzil. Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils
Wer sich für die Texte und Dokumente des Konzils interessiert, der sollte zum im Wiener Dom-Verlag erschienenen „Konzil-Lesebuch“ greifen. Fünf Theologen und eine Theologin setzen sich jeweils mit einem Dokument auseinander…
Hubert Philipp Weber, Erhard Lesacher (Hg.), Lesebuch Konzil. Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils, Wiener Dom-Verlag, 336 Seiten, € 19,90 (ISBN 978-3-85351-243-2)
Das Konzil – ein Sprung vorwärts
Ein Zeitzeuge des Konzils kommt im Tyrolia-Verlag zu Wort: Der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl meldete sich als junger, gerade zum Studium in Rom befindender Priester für die Aufgabe eines Konzilsstenografen. Hautnah erlebte er dadurch das Ringen der Konzilsväter zwischen Aufbruchstimmung und Bewahrung des Status quo mit.
Helmut Krätzl, Das Konzil – ein Sprung vorwärts, Tyrolia, 190 Seiten, € 17,95 (ISBN 978-3-7022-3199-6)
Rezensiert von Ingeborg Schödl.
12/2012: Frischluft für die Kirche „Ich will die Fenster aufmachen, damit frische Luft in die Kirche kommt“, soll Papst Johannes XXIII. bei der Ankündigung des Zweiten Vatikanischen Konzils gesagt haben. Ist diese „frische Luft in der Kirche“ auch für die Nachkonzilsgeneration spürbar? P. Martin Leitgöb, Jahrgang 1972, zur Bedeutung des Konzils aus persönlicher Sicht...
P. Martin Leitgöb CSsR
12/2012: Auf Herbergssuche Ein Mann – nennen wir ihn Herrn Kudy – rief mich in meiner Arbeitsstelle, dem „Referat für Weltanschauungsfragen“ der Erzdiözese Wien, an. Er war einige Jahrzehnte Mitglied einer Glaubensgemeinschaft gewesen. Vor kurzem hatte er sie verlassen. Aufgrund der Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft hatte sich seine Familie von ihm abgewandt. Und nachdem er ausgetreten war, mieden ihn auch die langjährigen Glaubensgeschwister. Er fragte, ob ich ihm helfen könne, wieder Fuß zu fassen.
Derartige Anliegen haben mich schon öfters in Verlegenheit gebracht. Personen, die aus einer Gruppe mit einem intensiven Glaubensleben austreten, brauchen wieder eine Gemeinschaft, die ihnen durch ihr Entgegenkommen Sicherheit gibt, ihr Leben von neuem zu ordnen. Dazu ist – aus ganz unterschiedlichen Gründen – nicht jede Pfarre und Gemeinschaft fähig. Mit bangem Herzen habe ich den Anrufer gebeten, mir seinen Wohnort zu nennen. Ich versprach, den zuständigen Pfarrer anzurufen. Die weitere Entwicklung hat mich beeindruckt. Es ist gelungen, Herrn Kudy die Möglichkeit zu bieten, Teil einer Gemeinschaft zu werden, in die er zum einen seine Stärken und Fähigkeiten einbringen kann und in der er zum anderen Halt und soziale Kontakte findet. In diesem Fall durfte ich ihm eine Tür zeigen, Mitglieder der Pfarre waren es jedoch, die die Tür zu ihrer Gemeinschaft öffneten und den Mann einluden, einzutreten…
Johannes Sinabell
12/2012: Canisiuswerk aktuell Adventkalender
Glauben leben – Türen öffnen
Zu Weihnachten öffnet Gott uns seine Tür, damit wir im Stall an der Krippe seine Menschwerdung voll Ehrfurcht
bestaunen. Die Tage des Advents sind wie Tore auf dem Weg dorthin. Sie öffnen sich nur nach und nach. Sie fordern uns heraus, innezuhalten, nachzudenken, nachzuspüren, ehe wir bewusst wieder einen Schritt, einen Tag weitergehen.,,
Der Adventkalender gibt auch einen Impuls im „Jahr des Glaubens“. Denn neben der persönlichen Vorbereitung könnte der Advent auch eine Zeit sein, um Stärken und Schwachpunkte des christlichen Lebens und der christlichen Sendung in der heutigen Welt bewusst anzusehen. Dabei geht es nicht darum, eine Strategie zu entwickeln, sondern darum, unser Engagement im Glauben genauer zu bestimmen und zu vertiefen. Der Kalender wird durch einen Monatskalender für das Jahr 2013 ergänzt.
Einige Restexemplare sind noch erhältlich: 01/512 51 07
Seminar
„Am liebsten beides!“
Berufungspastoral als Entscheidungshilfe
Termin
Mi., 23. Januar 2013, 14.30 Uhr bis Fr., 25. Januar 2013, 12.30 Uhr
Ziele des Seminars
• Entwicklung von Entscheidungsworkshops für Menschen, die nach der Spur Gottes in ihrem Leben fragen
• Entwicklung von Entscheidungshilfen für Menschen, die ihr Leben als geistliches Leben gestalten wollen
Aus der seit Jahrhunderten bewährten Entscheidungsspiritualität der Jesuiten schöpfen und daraus Hilfen für eine klarere Sicht entwickeln
• Entscheidungsprozesse selbst reflektieren und begleiten lernen
Referenten
P. Johannes Herz SJ, Verantwortlicher für Berufungspastoral der Jesuiten, Haus Manresa/Linz;
Sr. Dr. Christa Baich sa, Theologin, Exerzitienbegleiterin, Personalentwicklerin in der Erzdiözese Salzburg
Ort
Kardinal König Haus
Kardinal-König-Platz 3, 1130 Wien
Veranstalter
Kardinal König Haus/Ordensentwicklung und Canisiuswerk
Teilnahmebeitrag
€ 150,– (inkl. Mittagessen am 24. Januar)
Anmeldung
01/804 75 93-649
www.kardinal-koenig-haus.at
www.touch-me-gott.com
Die Internetplattform bietet Christen ab 14 Jahren vom 2. bis 16. Dezember 2012 geistliche Impulse, um in der Adventzeit die Beziehung zu Gott zu vertiefen und erste Schritte eines geistlichen Lebens einzuüben.
Dank und Bitte
Derzeit bearbeiten wir die von den Priesterseminaren und Ordenshäusern einlangenden Unterstützungsansuchen für die Studenten. Unser Kuratorium entscheidet darüber Anfang Dezember. Bitte helfen Sie uns, damit wir möglichst viele Ansuchen positiv beantworten können!
Kurt Schmidl
10-11/2012: Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen! Am 21. Dezember dieses Jahres soll die Welt untergehen. Man könnte meinen, der Termin wäre eine Erfindung von Geschäftsleuten, die für das Weihnachtsgeschäft Warengutscheine verkaufen, die sie dann nicht mehr einlösen müssten. Was aber sollten Geschäftsbesitzer davon haben, Geld zu verdienen, mit dem sie nichts mehr anfangen können – weil, ja weil die Welt untergeht? Manche Esoteriker setzen in diesem Fall auf ihre Rettung durch Außerirdische, die im Inneren eines Berges nahe dem kleinen französischen Dorf Bugarache ihre UFOs geparkt haben sollen. Da Außerirdische sicher die untergehende Erde verlassen wollen, hoffen sie auf Mitnahme in deren Raumschiffen.
Mit solchen Angelegenheiten ist jedoch nicht zu spaßen, denn derartige Ankündigungen verunsichern und ängstigen viele Menschen…
Johannes Sinabell
9/2012: Pioniere gesucht! 900 Jahr Stift Seitenstetten
7-8/2012: Und Friede auf Erden Das Christliche an Karl May
Vor hundert Jahren starb Karl May in seiner Villa „Shatterhand“ in Radebeul nahe Dresden, wenige Tage nach der Rückkehr von einer Vortragsreise nach Wien. Im März 1912 hatte er in den Sophiensälen vor etwa 2000 Personen seinen letzten Vortrag gehalten. Unter den Zuhörern war Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner (möglicherweise aber auch Adolf Hitler). Auf Einladung des Akademischen Verbandes für Literatur und Musik in Wien hielt Karl May den pazifistischen Vortrag „Empor ins Reich des Edelmenschen!“. Dieser Vortrag scheint nicht zu den Reise- und Abenteuerromanen zu passen, mit denen May bekannt und berühmt geworden ist. Er verkündet die Botschaft, die sich durch sein gesamtes Alterswerk zieht: „Jeder Mensch hat die Aufgabe, aus dem niedrigen Bewusstseinszustand des Gewaltmenschen […] in den geläuterten des Edelmenschen […] zu streben.“ (Hetmann, 277f.) „Edelmensch“ bezeichnet den Zustand des Menschen vor seiner Vertreibung aus dem Paradies….
Johannes Sinabell
5-6/2012: Ein neues Pfingsten für die Kirche Als sich Papst Johannes XXIII. am 12. September 1960 im Päpstlichen Römischen Seminar – zu Beginn des Studienjahres – in einer Ansprache an die Seminaristen der ganzen Welt wandte, begann ich im Priesterseminar in St. Pölten mein Theologiestudium.
„Betet also, geliebte Söhne, betet jeden Tag für das Konzil! Ihr seid die Ersten, welche die einmalige und wunderbare Atmosphäre erfahren sollen, die Ersten, um es anzuwenden, vielleicht gerade am Beginn eures Priestertums.“ Wir haben versucht, diesem Anliegen des Papstes gerecht zu werden. Bis heute habe ich das Konzilsgebet auf meinem Nachtkästchen liegen – zum Gebet um ein neues Pfingsten für unsere Kirche…
Franz Schrittwieser
5-6/2012: „Jeder kann Papst werden, das beste Beispiel bin ich“ Johannes XXIII. musste sich nach seiner Wahl erst an seine neue Würde gewöhnen. Er erzählte, dass er manchmal in der Nacht aufwache und über ein wichtiges Problem nachdenke: „Da sage ich mir dann oft, das muss ich mit dem Papst besprechen. Plötzlich fällt mir ein, dass ich ja der Papst bin.“
Ingeborg Schödl
5-6/2012: Jahr des Glaubens Im Oktober vor 50 Jahren wurde das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet. Vor 20 Jahren erschien der Weltkatechismus. Aus diesen Anlässen hat Papst Benedikt XVI. ein „Jahr des Glaubens“ ausgerufen…
Am 11. Oktober 2011 kündigte Papst Benedikt XVI. im apostolischen Schreiben „Porta Fidei“ („Tür des Glaubens“) das Jahr des Glaubens an. Für Oktober 2012 avisierte er die Vollversammlung der Bischofssynode zum Thema „Die Neuevangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens“. Während dieser Synode soll das Jahr des Glaubens mit einer Festmesse am 11. Oktober 2012, dem fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils und dem 20. Jahrestag der Veröffentlichung des Weltkatechismus, eröffnet werden. Es endet am 24. November 2013, dem Hochfest Christkönig…
Johannes Sinabell
5-6/2012: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 3. Mai 2012
Heute begeht die Kirche das Fest der Apostel Philippus und Jakobus. Während wir Jakobus nur von den Apostellisten her kennen, begegnet Jesus dem Philippus unter den Jüngern Johannes des Täufers. „Folge mir“ – ruft der Herr den Fischer aus Bethsaida.
Immer wieder taucht Philippus in der Gegenwart Jesu auf. Er ist Zeuge, als der Herr mit fünf Broten und zwei Fischen mehr als fünftausend Menschen speist. Auf dem Weg nach Jerusalem bittet er Jesus, ihm dessen Vater zu zeigen. Nach der Auferstehung des Herrn wirkt er in Kleinasien.
So wie die Apostel den Herrn durch ihr Leben bezeugt haben, braucht die Kirche auch heute solche Zeugen:
+ Eltern, die ihren Kindern den Glauben weitergeben
+ ReligionslehrerInnen und PastoralassistentInnen, die jungen Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens Orientierungshilfen anbieten
+ Tischmütter und -väter sowie FirmbegleiterInnen, die Kinder und junge Menschen auf dem Weg zu Erstkommunion und Firmung begleiten.
Beten wir um solche Menschen, die zu Hoffnungsträgern in unserer Zeit werden.
Donnerstag, 31. Mai 2012
„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“
Dies schreibt Petrus den Christen seiner Zeit. Sein Wort der heutigen Tageslesung gilt auch uns. Durch Taufe und Firmung sind wir berufen, im Geist Jesu sein Werk in dieser Welt fortzusetzen und mitzubauen an der neuen Welt Gottes…
Franz Schrittwieser
5-6/2012: Bild & Wort Guter Johannes,
hilf uns,
die Fenster zu öffnen,
damit frischer Wind
durch unsere Kirchen weht.
Bewege uns,
barmherzig zu sein,
statt unerbittlich
und streng.
Nimm uns
die dunklen Brillen
von den Augen,
damit wir sehen,
was alles blüht und wächst.
Ermutige uns
zu einem Sprung nach vorn,
statt rückwärts zu gehn
oder stehen zu bleiben.
Halte
die Sehnsucht
nach einem neuen Pfingsten
in uns wach,
du guter Johannes!
Elmar Simma
4/2012: Trends, die die Kirche revolutionieren Der amerikanische Journalist John Allen beschäftigt sich intensiv mit der katholischen Kirche als Weltorganisation. Er gilt als Vatikan- Experte des amerikanischen Senders CNN. Seine Texte werden in katholischen englischsprachigen Zeitschriften ebenso veröffentlicht wie in der „Furche“. Aufgrund seines Einblicks in die Vielfalt der Kirche und die Vielgestaltigkeit der Anforderungen, mit der sie konfrontiert sein wird, legt er in seinem kürzlich erschienenen Buch zehn Trends dar, die die Kirche im 21. Jahrhundert revolutionieren werden…
Johannes Sinabell
3/2012: "Ich bin Josef, euer Bruder" Für viele war der Mann, der sich mit diesen Worten vorstellte, ein Überraschungspapst, für einige nur ein Übergangspapst – und letztlich ging er in die Geschichte der Kirche als Konzilspapst ein: Johannes XXIII. (1958 – 1963).
Indikator für die Beliebtheit eines Menschen in der Öffentlichkeit sind immer die Anekdoten, die sich um seine Person ranken. Über Angelo Roncalli, den späteren Papst Johannes XXIII., sind viele, ob wahr oder zumindest gut erfunden, im Umlauf. „Il Papa buono“ nannten ihn die Italiener liebevoll – und das war er wirklich, der gute Papst. Er war kein Mann des Protokolls und der Formalitäten, sondern ein grundgütiger Mensch, der sein Leben in „Frieden und Gehorsam“ und in Treue zur Kirche nach dem Willen Gottes ausrichtete…
Ingeborg Schödl
3/2012: Die Weltkirche und die Herausforderungen der Welt Das 21. Jahrhundert wird von allen Katholiken, ganz gleich, welcher kirchlichen Richtung sie derzeit angehören, eine neue Art von Mut verlangen, nämlich den Mut, global katholisch zu sein, also die Kirchturmperspektive einer bestimmten Sprache, ethnischen Zugehörigkeit, geografischen Region oder Ideologie aufzugeben und sich zur Mitgliedschaft einer wirklich ‚katholischen‘ Kirche zu bekennen.“ (S. 491)
2011 erschien ein Buch, das fasziniert. Geschrieben wurde es vom amerikanischen Journalisten John L. Allen, der im Vatikan für die Zeitung „National Catholic Reporter“ tätig ist. Er hat sich in seinem Buch mit der Frage beschäftigt, womit die katholische Kirche in diesem Jahrhundert konfrontiert sein wird, was die großen Herausforderungen und Trends sein können und werden…
Johannes Sinabell
3/2012: "Für wen gehst du?" Ein Angebot von Mitarbeitern für Mitarbeiter der Kirche
Die Frage „Für wen gehst du?“ ist den Erzählungen
der Chassidim entnommen, auf die
Rabbi Naftali spontan keine Antwort zu geben weiß. Der Rabbi wird von einem Wächter gefragt, der den Namen seines Auftraggebers sofort nennen kann. Rabbi Naftali wird nachdenklich. Er fragt den Wächter nach längerem Schweigen, ob dieser nicht in seinen Dienst treten wolle, um ihn immer wieder mit jener Frage an seinen eigenen Dienst zu erinnern.
„Für wen gehen wir?“ – Wie der Wächter in der Erzählung könnten wir als kirchliche Angestellte auf unseren unmittelbar Vorgesetzten oder auf eine Institution verweisen: „Wir arbeiten für die Referatsleiterin oder für das Katechetische Amt.“ Wie Rabbi Naftali auf diese Frage hin nachdenklich wird, könnten auch wir überlegen, ob für uns als kirchliche Angestellte nicht auch eine andere Antwort treffender wäre…
Johannes Czifra
1-2/2012: Vom Augenzeugen zum Anwalt Vor fünfzig Jahren, am 11. Oktober 1962, eröffnete Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil. Einer, dessen Leben von dieser entscheidenden Weichenstellung in der Kirche bestimmt worden ist, ist der heute 80-jährige em. Wiener Weihbischof DDr. Helmut Krätzl.
Unter jenen Menschen, die am 28. Oktober 1958 am Petersplatz in Rom gespannt den Ausgang des Konklave erwarteten, befand sich auch ein junger Priester aus Wien. Helmut Krätzl, der 27-jährige Zeremoniär des neu im Amt befindlichen Wiener Erzbischofs Dr. Franz König, war genauso verblüfft wie alle anderen am Platz Versammelten, als ein bieder wirkender, rundlicher Mann als neuer Papst auf die Loggia trat. Doch gerade Johannes XXIII., der anfangs als „Übergangspapst“ gehandelt wurde, sorgte durch die Ankündigung eines Konzils, bereits wenige Wochen nach seiner Wahl, für entscheidende Weichenstellungen in der Kirche. Als am 11. Oktober 1962 das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet wurde, war Helmut Krätzl wieder in Rom. Gemeinsam mit den Synodenvätern durfte er als Konzilsstenograf in den Petersdom einziehen…
Ingeborg Schödl
1-2/2012: Multireligiöse Welt und christliches Zeugnis „Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche. Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen/ihren Glauben in der Welt zu bezeugen. Es ist jedoch wichtig, dass dies im Einklang mit den Prinzipien des Evangeliums geschieht, in uneingeschränktem Respekt vor und in Liebe zu allen Menschen.“*
Mit diesen Worten beginnt ein Dokument, das in seiner Art bis jetzt einzigartig ist. In den vergangenen fünf Jahren fanden Gespräche zwischen dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog und der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) statt. Die drei Einrichtungen vertreten Orthodoxe, Katholiken, Anglikaner, Protestanten, Evangelikale, Pfingstler und unabhängige Kirchen, die zusammen rund zwei Milliarden Mitglieder zählen und damit fast 90 Prozent des weltweiten Christentums repräsentieren. Anlass und Inhalt der Gespräche war die Frage, wie Mission heute stattfinden kann und soll…
*Das gesamte Dokument ist abrufbar unter: http://www.oikoumene.org/de/dokumentation/documents/oerk-programme/interreligious-dialogue-and-cooperation/christian-identity-in-pluralistic-societies/das-christliche-zeugnis-in-einer-multireligioesen-welt.html
Johannes Sinabell
1-2/2012: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 5. Januar 2012
Unter den Heiligen der Weihnachtszeit spielt der Apostel Johannes eine besondere Rolle. Als Anhänger Johannes des Täufers zählte er zu den Ersten, die Jesus nachfolgten. Sein Evangelium ist ein einzigartiges Zeugnis für Jesus, Gottes ewiges Wort, das der Welt das Leben schenkt: Durch die Menschwerdung Jesu, seine Worte und Taten, seinen Tod und seine Auferstehung sowie die Sendung der Jünger will Jesus dem Reich Gottes die Wege bereiten und die Welt zu einer großen Familie umgestalten.
In der Liturgie der Weihnachtszeit wird immer wieder aus dem Johannesevangelium und dem ersten Brief des Apostels gelesen. Seine Botschaft gipfelt im Bekenntnis „Gott ist die Liebe“ und in der Aufforderung, „wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben“.
Wir brauchen „Liebende“ in dieser unserer Welt. Als Christinnen und Christen – in allen Lebensbereichen dieser Welt, in der Vielfalt der Berufungen in der Kirche – können wir mitbauen an einer besseren und gerechteren Welt.
Beten wir, dass viele, besonders auch junge Menschen, diese Berufung erkennen und für ihr persönliches Leben daraus die notwendigen Konsequenzen ziehen…
Donnerstag, 2. Februar 2012
Jesus ist während seines Lebens oft nach Jerusalem in den Tempel – das Haus seines Vaters – gepilgert. Zum ersten Mal wird er 40 Tage nach seiner Geburt von seinen Eltern in den Tempel gebracht. Daran erinnern wir uns heute, am Fest der Darstellung des Herrn – Maria Lichtmess. Dieser Festtag schließt das weihnachtliche Brauchtum ab und weist schon auf Ostern hin. Zwei alte Menschen, Simeon und Hanna, preisen im Kind von Bethlehem den menschgewordenen Gottessohn, der als Licht vom Himmel in diese Welt gekommen ist, der aber von seinen Landsleuten abgelehnt und dem Tod ausgeliefert worden ist…
Seit 1997 wird am 2. Februar auch der Tag des geweihten Lebens gefeiert – als Tag des Dankes und der Bitte für alle Frauen und Männer, die sich im Leben nach den evangelischen Räten (Armut, Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen, Gehorsam) ganz in den Dienst Gottes und der Menschen stellen. Zu ihnen zählen auch die Mitglieder der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, deren Gründerin Hildegard Burjan am 29. Januar 2012 im Stephansdom seliggesprochen wird und deren Gedenkstätte sich im Mutterhaus der Gemeinschaft in 1090 Wien, Pramergasse 9 befindet…
Franz Schrittwieser
12/2011: Vom Wasser und von der Liebe 150 Jahre miteinander im Glauben unterwegs
Der Ursprung des karmelitischen Lebensideals liegt im Heiligen Land. In der Gegend des Berges Karmel, einem Gebirgszug im Norden Galiläas, war die Wirkungsstätte des alttestamentlichen Propheten Elija. Immer wieder zogen sich dorthin Eremiten zurück, um in der Gegenwart Gottes zu leben. Von den Sarazenen vertrieben, kamen die Karmeliten nach Europa, wo sie als Bettelmönche anerkannt wurden.
Im Spanien des 16. Jahrhunderts erfolgte eine Neugründung des Karmelordens durch Teresa von Jesus, unterstützt von Johannes vom Kreuz. Neben diesem Orden gab es immer wieder Frauen und Männer, die versuchten, ihren „Alltag in der Welt“ aus der Karmelspiritualität zu gestalten.
So legte Schwester Theresia Böck 1861, ermutigt durch den Linzer Bischof Rudigier, den Grundstein für eine Schwesterngemeinschaft, die zunächst als III. Orden dem Karmel angegliedert war und die 1961 den Namen „Marienschwestern vom Karmel“ wählte…
Franz Schrittwieser
10-11/2011: Gibt’s Hexen? Sie begegnen uns in Märchen, Sagen, Kinderbüchern, aber auch in der leidvollen Geschichte der Hexenverfolgungen. Hexen – gibt es sie auch heute?
Heutige Hexen sind in der Mehrzahl Frauen, es gibt aber auch Männer. Der moderne Hexenkult hat verschiedene Wurzeln, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Im Grunde lassen sich zwei Richtungen des modernen Hexenglaubens unterscheiden: einerseits eine feministische mit einem politischen Anspruch, andererseits die kultisch-ritualisierte Richtung, die vom Neuheidentum und der Ökologiebewegung beeinflusst ist. Die Grenze zwischen beiden ist fließend...
Johannes Sinabell
9/2011: Die Anima Fremdenhospiz Unserer Lieben Frau von den Seelen, erbaut zur Versorgung der armen deutschen Pilger
Diese Aufschrift ist auf dem Haus zu lesen, in dem ich in Rom lebe, um mein Doktoratsstudium zu betreiben. Bekannter ist das Haus wohl einfach als „die Anima“, nahe der berühmten Piazza Navona. Als Priester der Erzdiözese Wien darf ich hier wohnen, obwohl ich mich, nach bereits mehreren Jahren Studium in Rom, in dieser Stadt nicht mehr ganz fremd fühle und eigentlich ja auch kein armer Pilger bin, der gepflegt und versorgt werden muss. Aber langsam – eins nach dem anderen … Tatsächlich wurde „die Anima“ um das Jahr 1350 von Johannes Petri, einem holländischen Kaufmann aus Dordrecht, und seiner Frau Katharina zur Aufnahme sowie Pflege der Pilger aus den deutschsprachigen Ländern gegründet, die erschöpft – meist wohl zu Fuß – in der Ewigen Stadt als dem Ziel ihrer langen Pilgerreise angekommen waren. Noch heute steht unsere Kirche auf dem alten Areal jener Häuser, die von den beiden damals als Grundlage des Pilgerhospizes gestiftet worden sind...
Johannes Fürnkranz
Weitere Informationen: www.santa-maria-anima.it
9/2011: Ein Rosenkranz um 800 Euro Im täglichen Leben begegnen uns auf Schritt und Tritt Zeichen und Symbole mit religiösen beziehungsweise spirituellen Inhalten. In den Buchhandlungen steht reichlich Literatur zu den Themenbereichen Religion, Mystik und Spiritualität. An Laternenpfählen und Plakatwänden prangen weltanschaulich und religiös geprägte Angebote. Religiöse Events, wie der Papstbesuch, Weltjugendtag oder ein Auftritt des Dalai Lama, finden eine breite – wohlwollende oder kritische – Resonanz in der Öffentlichkeit. Die Eröffnungsfeiern sportlicher Großereignisse haben oft eine sakrale Dramaturgie. Die Bühnenshows so mancher Musikerinnen und Musiker sind angereichert mit religiösen Symbolen.
Im gängigen Sprachgebrauch ist die der Religion entlehnte Rede von der Wirkung kosmischer oder göttlicher Energien sowie von Schutzengeln oder anderen Wesen schon so weit verbreitet, dass sie ohne zusätzliche Erklärungen verwendet werden kann. In der Literatur und beim Film findet man im Bereich „Fantasy“ die klassischen Themen der Mythen von Verwünschung und Erlösung immer wieder aufs Neue verwertet. Religiöses Vokabular, aber auch religiöse Symbole sind Teil unserer Lebenskultur, allerdings häufig ihrem ursprünglichen Bedeutungszusammenhang entfremdet, der in den meisten Fällen entweder nicht intendiert oder unbekannt ist...
Johannes Sinabell
7-8/2011: Das Kreuz mit dem Kreuz Als österreichischem Katholiken fällt es mir oft nicht mehr auf, wenn ich von christlichen Symbolen umgeben bin. Auf dem Land komme ich an Kapellen oder Marterln vorbei, Gebirgsfotos zeigen Gipfelkreuze. Auch sonst gibt es im öffentlichen Raum immer wieder Heiligendarstellungen zu sehen. In so manchem Auto hängt ein Rosenkranz oder befindet sich ein heiliger Christophorus. In Schulklassen und Kindergärten hängen Kreuze. Oliviero Toscani, gefeierter wie umstrittener Ex-Fotograf einer italienischen Modemarke, nennt das Kreuz das „genialste Logo“, das es je gegeben hat. Es wird – ebenso wie andere religiöse Symbole – bedenkenlos in der Alltagskultur, sei es in der Mode oder in der Werbung, eingesetzt…
Johannes Sinabell
7-8/2011: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 7. Juli 2011
Im heutigen Evangelium berichtet Matthäus, wie Jesus seine Jünger zu den Menschen sendet (Mt 10,7–15). Wie er sollen sie sich den Menschen zuwenden, sie heilen, befreien und ihnen die Frohe Botschaft des gütigen Gottes verkünden. Als Boten des Friedens, der Gerechtigkeit und der Menschenwürde sind sie Boten der neuen Welt Gottes.
Gesandte für das 21. Jahrhundert
Durch alle Jahrhunderte haben sich Missionare als Zeugen für die Frohe Botschaft des Auferstandenen bis an die Grenzen der Erde senden lassen. Längst sind auch unsere Heimat sowie unser christliches Abendland Missionsgebiete geworden…
Donnerstag, 4. August 2011
Johannes Maria Vianney, der heilige Pfarrer von Ars, dessen Gedenktag wir heute begehen, lebte an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Seit der Französischen Revolution war seine Heimat entchristlicht, waren viele Pfarren verwahrlost. Als begnadeter Beichtvater, Prediger und als ein Mann des Gebetes sowie durch sein Leben aus der Eucharistie erweckte er die ihm anvertraute Pfarre zu neuem Leben. Für viele Menschen wurde er zum geistlichen Helfer und Ratgeber.
Franz Schrittwieser
5-6/2011: Neugierige – Entfremdete – Unberührte Atheismus in Österreich
In Österreich gibt es laut Statistik etwa 1,9 Millionen Menschen „ohne religiöses Bekenntnis“. Das entspricht immerhin 23 Prozent der Gesamtbevölkerung. Für die tatsächliche weltanschauliche Zuordnung dieser Personen gibt es ein weites Feld an Möglichkeiten: Sie können an Religion Desinteressierte, Agnostiker oder Atheisten sein, aber auch einer religiösen oder weltanschaulichen Richtung oder Gruppe angehören, die durch den statistischen Raster nicht erfasst wird. Genaue Zahlen, wie viele Personen sich einer dieser Untergruppen zugehörig fühlen, sind nicht bekannt.
Erkennbar ist, dass immer mehr Menschen mit den christlichen Kirchen nichts mehr zu tun haben wollen. Ebenso steigt die Zahl derjenigen, die dem Christentum nicht nur entfremdet, sondern inzwischen eher von ihm und jeder Art von Religion unberührt sind. Vielfach wachsen die Kinder heran, ohne je in Familie oder Schule mit Religion – im Speziellen der christlichen – in Kontakt zu kommen...
Johannes Sinabell
4/2011: Religionsfreiheit In seiner Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages am 1. Jänner 2011 und beim traditionellen Empfang der beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten hat Papst Benedikt XVI. die Religionsfreiheit in den Mittelpunkt seiner Reden gestellt, anlässlich der Tatsache, dass Christen weltweit die größte verfolgte religiöse Gruppe sind. In der Zeit des Jahreswechsels wurden erschütternde Berichte u. a. aus Ägypten und dem Irak bekannt, wo Menschen ihres christlichen Glaubens wegen verletzt oder sogar getötet worden waren. In Pakistan wurde ein Gouverneur erschossen, der sich für die Abschaffung des umstrittenen Blasphemiegesetzes und die Freilassung einer Christin eingesetzt hatte...
Johannes Sinabell
4/2011: „Dein Herz zeigt dir den Weg“ Zu Ehren des heiligen Johannes von Gott, Gründer des Ordens der Barmherzigen Brüder, wurden bisher zwei Messen komponiert. Die eine entstand 1775, die andere 2010. Ob Barock oder Pop – durch jede soll „Gott musikalisch fühl- und erlebbar werden“...
Ingeborg Schödl
3/2011: „Wie geht´s, Herr Pfarrer?“ In tiefer Freude
„Die Freude an Gott ist unsere Kraft!“ – Dieses Wort aus dem alttestamentlichen Buch Nehemia begleitet mich seit meiner Priesterweihe am 25. Juni 2000. Ich habe dieses Wort als Primizspruch ausgesucht und als Grundmelodie über mein priesterliches Wirken gestellt.
Aufgewachsen inmitten des steirischen Industriegebietes im Aichfeld durfte ich früh erfahren, wie durch mein Elternhaus, durch meine heimatliche Pfarrgemeinde und durch das Wirken meines Heimatpfarrers dieses Wort spürbar und lebendig wurde.
Sowohl die Lebensumstände des Nehemia betreffend als auch im Blick auf meine eigenen geistlichen Wurzeln meint dieses Wort nicht eine Art von Humor oder oberflächlicher Fröhlichkeit, die über so manche Dunkelheit und Herausforderung der Vergangenheit und Gegenwart hinwegtäuscht. Vielmehr ist eine Freude gemeint, die aus einer lebendigen Beziehung zu Gott kommt und die einen wesentlichen Bezug zu Ernsthaftigkeit und zu sinnerfüllter Lebensgestaltung aufweist.
Diese Freude an Gott und am Glauben hat mich seit Kindertagen angesprochen und mich während der Zeit der Ausbildung, des Entscheidens, bis hin zu verschiedenen priesterlichen Tätigkeiten und zu meiner derzeitigen Aufgabe als Pfarrer des Pfarrverbandes Vordernbergertal begleitet...
Johannes Freitag
3/2011: Das Evangelium heute verkündigen Die Erfahrung, dass die Kirchen in Europa an Mitgliedern verlieren, dass der christliche Glaube in Konkurrenz zu anderen Weltanschauungen und religiösen Ideen für viele immer mehr an Bedeutung verliert, hat Papst Benedikt XVI. dazu veranlasst, im Herbst 2010 den „Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung“ ins Leben zu rufen. Dies tat er durch ein sogenanntes „Motu Proprio“, ein Apostolisches Schreiben, das er auf eigene Initiative – ohne förmliches Ansuchen anderer – persönlich erlassen hat.
Evangelisierung
Schon das Zweite Vatikanische Konzil hat die Frage der Beziehung zwischen Kirche und heutiger Welt unter die zentralen Themenstellungen aufgenommen…
Johannes Sinabell
12/2010: Servicestelle in Sachen „Berufung“ Referat Berufungspastoral der Erzdiözese Salzburg
In der Bibel erfahren wir von einzelnen Menschen, die dem irdischen Jesus nachgefolgt sind, weil er sie „gerufen“ hat. Heute folgen wir nicht mehr nur dem irdischen Jesus nach, sondern Jesus Christus, an dessen Tod und Auferstehung wir glauben. Ist uns bewusst, was seit der Taufe bei jeder und jedem von uns Wirklichkeit ist? Durch die Taufe sind wir mit Christus gestorben und auferstanden. Wir haben Christus, wie Paulus schreibt, angezogen und sind kraft des Heiligen Geistes, den Jesus uns bleibend verheißen hat, wiedergeboren. Die Nachfolge und Verbundenheit mit Jesus Christus bleibt das grundlegende Motiv christlichen Lebens...
Was machen wir genau?
Unser Engagement für Berufungspastoral umschreiben wir gern mit folgenden „B-Wörtern“: beten, bekehren, bezeugen, begleiten, bedenken und bekannt machen...
Johannes Czifra
12/2010: Christenverfolgung Seit es Christen gibt, werden sie verfolgt. Das betrifft Einzelpersonen, die, weil sie die Botschaft Jesu in ihrem täglichen Leben verwirklichen, politischen Machthabern oder anderen Personengruppen ein Dorn im Auge sind. Denken Sie etwa an Bischof Erwin Kräutler, der sich in Brasilien für die Indios sowie andere benachteiligte Bevölkerungsgruppen einsetzt. Er schrieb einmal: „Wenn es um Leben und Tod geht, ist es religiöse Sendung der Kirche, bedingungslose Anwaltschaft für bedrohte Menschen und die Mitwelt zu übernehmen. Solidarität ist ein Ausdruck der Geschwisterlichkeit und einer Liebe ohne Grenzen.“ „Kraft und Mut, Hoffnung und Vertrauen wachsen in mir, wenn ich mit dem Volk die Gegenwart Gottes erfahre, bei der Feier der Eucharistie, bei der Meditation der Frohen Botschaft sowie beim gemeinsamen festlichen Mahl.“
Das betrifft aber auch christliche Gruppen und Kirchen als Ganzes. Schätzungen zufolge sind 75 bis 80 Prozent der Menschen, die derzeit ihres Glaubens wegen verfolgt werden, Christen...
Johannes Sinabell
12/2010: CANISIUSWERK AKTUELL „Licht für Bethlehem“
Das Canisiuswerk unterstützt die „Initiative Christlicher Orient“ durch den Verkauf von Olivenholzarbeiten, die direkt in Bethlehem hergestellt wurden. Sie können damit den Christbaum oder die Krippe schmücken, Pakete verzieren oder sie als kleine Geschenke verwenden. Mit dem Erlös helfen Sie unmittelbar den Olivenholzarbeitern. Die „Initiative Christlicher Orient“ bietet eine Reihe von Motiven an.
Information und Bestellung bei:
Initiative Christlicher Orient
Friedensplatz 2, 4020 Linz
Tel.: 0732/77 35 78
info.ico@aon.at
www.christlicher-orient.at
Alle Olivenholzmotive sind auch im Canisiuswerk, Stephansplatz 6/II einzusehen, die kleineren und einige größere können Sie hier auch erwerben.
UNSER ANGEBOT
Qualität lesen – hören – schenken
Angebote, die im Canisiuswerk erhältlich sind. Bestellungen bitte unter:
Tel.: 01/512 51 07-14 • canisiuswerk@canisius.at
Andreas Knapp, Melanie Wolfers, Glaube, der nach Freiheit schmeckt. Pattloch, 336 Seiten, € 17,50
Glauben – passt das zu einem modernen Menschen? Selbstverständlich, behaupten die Autoren. Denn wer glaubt, hat einen festen Stand und einen weiten Blick. Spannend sowie geistreich beschreiben sie den Weg zu einer modern verstandenen christlichen Freiheit.
Johannes Bours, Da fragte Jesus ihn – Schritte geistlicher Einübung in die Jesusnachfolge, Herder, 237 Seiten, € 10,90
Fragen Jesu aus den Evangelien laden ein zur Begegnung mit ihm und bieten die Chance, das eigene Leben mit dem seinen enger zu verflechten.
Alois Kraxner CSsR, Wie Kristalle in taubem Gestein. Wagner-Verlag, 167 Seiten, € 17,–
Kurze Impulse zum Christ-Sein im Alltag.
Andreas Knapp, Spuren ins Licht. Worte und Bilder der Sehnsucht. Mit Fotos von Barbara Wolfers, Echter-Verlag, 71 Seiten, € 15,30
P. Andreas Knapps biblisch inspirierte Gedichte wollen die Sehnsucht nach dem Licht unseres Lebens, nach der alles treibenden Kraft aus der Begegnung mit dem lebendigen Gott wecken und wachhalten. Verstärkt gelingt das durch die einprägsamen und berührenden Licht-Bilder der Fotografin und ehemaligen Religionslehrerin Barbara Wolfers. Welche Zeit wäre geeigneter als Weihnachten, um sich von den Autoren dieses Bandes ein Stück näher an das Licht des menschgewordenen Gottes heranführen zu lassen?
Rolf Toman (Hg.), ARS SACRA – Christliche Kunst und Architektur des Abendlandes von den Anfängen bis zur Gegenwart, Ullmann, 800 Seiten, € 154,30
2000 Jahre Christentum – 2000 Jahre christliche Kunst. Der umfangreiche Bildband ARS SACRA führt Sie in die Welt christlicher Kunst und Architektur. Auf mehr als 1100 opulenten Fotografien scheinen die abgebildeten Objekte zum Greifen nah und geben Details preis, die vom Betrachter in der Realität so gar nicht wahrgenommen werden können. Die aufwendig recherchierten Texte nehmen den Leser mit auf eine Reise durch die Epochen und geben einen fundierten Überblick über sakrale Kunst, Architektur und Kultur. Besondere Themen werden in Exkursen vertieft. Der Prachtband ARS SACRA ist alles in einem: faszinierender Kunstgenuss, ein umfassendes Handbuch und ein fundiertes Lehrbuch. Ausstattung: 800 Seiten, handgebunden, ca. 11 kg, 1100 hochwertige, farbige Abbildungen. Versand im robusten Karton mit Kantenschutz ohne zusätzliche Versandkosten.
Hörbuch, Durch das Jahr mit Erzbischof Dr. Christoph Kardinal Schönborn. Gedanken zu biblischen Texten. Gelesen von Thomas Schwarzmann, Doppel-CD zu € 5,–
Hörbuch, Gedanken zu den 7 Sakramenten von Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz. Gelesen von Roland Slaby, Doppel-CD zu € 5,–
Adventkalender „Du kannst dich sehen lassen!“
„Du kannst dich sehen lassen!“ – das gesagt zu bekommen, tut gut. Denn zu erfahren, man wird anerkannt, wertgeschätzt und bejaht, ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Je weniger diese Wertschätzung an bestimmte Leistungen oder Eigenschaften gekoppelt ist, sondern einem/einer einfach so als Person gilt – ohne Wenn und Aber –, umso beglückender ist diese Erfahrung. Oder spirituell gesprochen: umso befreiender und erlösender ist diese Zuwendung. In der Menschwerdung hat Gott seine Zuwendung zu uns neu erfahrbar werden lassen. Er hat sich ansehen lassen und den Menschen damit Ansehen gegeben. Der Advent lädt uns ein, uns ansehnlich zu machen und einzuüben, anderen Menschen rund um uns Ansehen zu geben, sich ihnen zuzuwenden. Einige Restexemplare sind noch erhältlich. Bitte um Ihre Bestellung unter: Tel.: 01/512 51 07-14
Eignungen und Neigungen
Seminar für Berufungspastoral
24. Jänner 2011, 14.30 Uhr bis 26. Jänner 2011, 12.30 Uhr
Anmeldung:
www.kardinal-koenig-haus.at
Wozu heute noch Ordensleben?!
Ein Gesprächsabend über die Bedeutung von Ordensgemeinschaften für Kirche und Gesellschaft und über ganz persönliche Wege zum Ordensleben mit P. Mag. Erhard Rauch, Salvatorianer, Generalsekretär der österreichischen Superiorenkonferenz, und Sr. Maria Michaela Roth, Generalvikarin der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul.
12. Jänner 2011, 19.00 Uhr
Ort: Pfarre St. Leopold
Alexander-Poch-Platz 6
1020 Wien
Veranstalter: Canisiuswerk, Bezirkszirkel für den 2. und 20. Bezirk des ÖCV und Pfarre St. Leopold
www.touch-me-gott.com
Internetplattform für junge Christen ab 14 Jahre
Dieses Gemeinschaftsprojekt im deutschen Sprachraum bietet vom 28. November 2010 bis 12. Dezember 2010 einen Kurs mit geistlichen Impulsen an. Ziel des Kurses ist es, in der Adventzeit die Beziehung zu Gott zu vertiefen.
Dank und Bitte
Bei Redaktionsschluss bearbeiten wir gerade die von den Seminarien und Ordenshäusern einlangenden Unterstützungsansuchen für die Studenten. Unser Kuratorium entscheidet darüber am 1. Dezember. Bitte helfen Sie uns, damit wir möglichst viele der Ansuchen positiv beantworten können.
Ein herzliches Vergelt’s Gott für Ihre Hilfe!
Kurt Schmidl
10-11/2010: Eisenstadt: 50 Jahre Diözese Im Rahmen des Treffens der Domkapitulare aus den Nachbardiözesen aus Anlass „50 Jahre Diözese Eisenstadt“ feierte Bischof Dr. Paul Iby am 19. Mai 2010 einen Gottesdienst.
miteinander dokumentiert den ersten Teil seiner Predigt, der sich mit Vergangenheit und Gegenwart der Diözese auseinandersetzt.
Brüder und Schwestern im Herrn, liebe Mitbrüder!
Aus Anlass des Jubiläumsjahres „50 Jahre Diözese Eisenstadt“ feiern wir heute einen Gottesdienst mit Kanonikern aus den Nachbardiözesen. Ich möchte dabei vorerst ein wenig auf die Vergangenheit und Gegenwart unserer Diözese eingehen.
Am 15. August 1960 hat der selige Papst Johannes XXIII. mit der Bulle „Magna quae“ die Diözese Eisenstadt errichtet...
10-11/2010: Freikirchliche Gemeinschaften und mögliche Schattenseiten Teil 3
Lehre und Praxis, die in freikirchlichen Gemeinschaften vielfach keiner Kontrolle sowie Korrektur von außen – etwa durch die Tradition oder eine hierarchische Struktur (z. B. einen Bischof) – unterworfen sind, können besorgniserregende Züge annehmen. Manche Lehre und Praxis fordern zu Anfragen seitens der Gesellschaft, aber auch seitens anderer Kirchen heraus. In jeder christlichen Gemeinschaft liegt das Potential, nicht nur die befreiende Botschaft Christi zu verkünden, sondern einzelne Lehren herauszugreifen und ihnen eine Bedeutung zuzuschreiben, die ihnen nicht zukommt...
Johannes Sinabell
9/2010: Freikirchen und katholische Kirchen Freikirchliche Gemeinschaften – Teil 2
Der Begriff „Freikirchen“ ist ein sehr ungenauer, ein Containerbegriff. Diese Gemeinschaften zeichnen sich durch ein bestimmtes Kirchen- und Gemeindeverständnis sowie durch ihren Frömmigkeitsstil aus. Freie und persönliche Entscheidung für den Glauben an Jesus Christus und ein verbindliches Leben in seiner Nachfolge sind besondere Anliegen.
Der Begriff bezeichnet zum einen Kirchen mit einer langen Tradition, aber auch kleine unabhängige Gemeinden, die erst entstanden sind. An traditionellen Freikirchen gibt es etwa Baptisten, Methodisten, Mennoniten und Quäker. Freikirchlich sind Gemeinden, die der evangelikalen oder der Pfingst-Bewegung angehören oder aus diesen hervorgegangen sind, aber auch karitative Werke, Bibelschulen und Missionswerke…
Johannes Sinabell
7-8/2010: Musik ist Ausdruck der Seele Quo vadis?
„Musik ist für mich eine Ausdrucksform der Seele.“ David Gomolla sieht einem fest in die Augen, wenn er spricht. Er strahlt Ruhe aus, gleichzeitig wirkt er hoch konzentriert. So ist es wohl auch, wenn er an der Orgel sitzt und einen Gottesdienst musikalisch gestaltet. In zwei bis fünf Liturgiefeiern wirkt er jedes Wochenende als Kirchenmusiker, unter anderem in der Meidlinger Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk, in der Konzilsgedächtniskirche im 13. Bezirk und in St. Erhard in Mauer, Wien 23…
Monika Fischer
7-8/2010: Freikirchen – eine Herausforderung Immer wieder kommt es vor, dass man am Bahnhof oder an sonstigen belebten Plätzen von jemandem eine kleine Broschüre, die einen religiösen Inhalt hat, in die Hand gedrückt bekommt. Oder man wird von einem Bekannten, einer Verwandten mit der Nachricht konfrontiert, dass er oder sie sich entschieden habe, einer sogenannten „Freikirche“ beizutreten. Bei näherer Information fällt auf, dass es eine Vielzahl an freikirchlich geprägten Gemeinschaften gibt. Das ihnen Gemeinsame ist ein hohes Maß an Verbindlichkeit, persönliche Entschiedenheit und missionarischer Eifer…
Johannes Sinabell
5-6/2010: Die Kirche Afrikas Im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden
Im vergangenen Oktober trafen sich 197 Bischöfe aus 53 afrikanischen Ländern zur zweiten Afrika-Synode, um über „Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“ zu diskutieren. Eine Synode ist eine Versammlung von Bischöfen. Sie ist ein Beratungsorgan der Weltkirche, kann Entscheidungen treffen, wenn sie vom Papst ermächtigt ist. Zum Abschluss übergaben die Bischöfe dem Papst eine Liste von Empfehlungen mit 57 Punkten…
Johannes Sinabell
4/2010: Ein Riss in der Kirche Vatikan und Piusbruderschaft – Teil 2
Die ausgestreckte Hand
Ende 2008 sandte der Leiter der Priesterbruderschaft St. Pius X., Bernard Fellay, einen Brief an den Leiter der für die Gespräche mit der Priesterbruderschaft zuständigen Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“. In dem Schreiben trug er die Bitte vor, seine Exkommunikation und die der drei anderen von Lefebvre geweihten Bischöfe zurückzunehmen. Ein Exkommunizierter ist nach dem Rechtsbuch der katholischen Kirche von 1983 nicht berechtigt, Sakramente oder Sakramentalien zu spenden oder zu empfangen. Außerdem darf er weder ein kirchliches Amt noch kirchliche Dienste und Aufgaben ausüben. Fellay versicherte in diesem Schreiben: „Wir sind stets willens und fest entschlossen, katholisch zu bleiben und alle unsere Kräfte in den Dienst der Kirche Unseres Herrn Jesus Christus zu stellen, die die römisch-katholische Kirche ist. Wir nehmen ihre Lehren in kindlichem Gehorsam an. Wir glauben fest an den Primat Petri und an seine Vorrechte. Und darum leiden wir sehr unter der gegenwärtigen Situation.“
Am 24.1.2009 wurde ein Dekret der Kongregation der Bischöfe veröffentlicht, in dem mitgeteilt wurde, dass der Leiter der Kongregation, Kardinal Re, auf Grundlage der ihm ausdrücklich von Papst Benedikt XVI. übertragenen Vollmacht die Strafe der Exkommunikation der Bischöfe der Priesterbruderschaft aufgehoben hat. Mit der Aufhebung der Exkommunikation sind die vier Personen wieder berechtigt, die Sakramente der katholischen Kirche zu empfangen...
Johannes Sinabell
4/2010: Für Sie gelesen Neureligiöse Bewegungen und Weltanschauungen
Wir leben in einer Zeit der zunehmenden Säkularisierung. Die Religion verliert ihre „Funktion“, die Kirchen ihre Bindekraft, und wir erleben einen Bedeutungswandel säkularer Ersatzreligionen. Auf der einen Seite verschwindet organisierte Religion immer mehr aus der Öffentlichkeit. Andererseits gewinnt das Stichwort „Spiritualität“ an Bedeutung. Der weltweit plurale Kosmos von Religionen und religiösen Optionen spiegelt sich auch in Österreich wider. Diesen Veränderungen trägt das Lexikon, eine überarbeitete und ergänzte Taschenbuchausgabe des „Lexikons neureligiöser Gruppen, Szenen und Weltanschauungen“ aus dem Jahr 2005, Rechnung...
red
Harald Baer, Hans Gasper, Johannes Sinabell, Joachim Müller (Hrsg.), Lexikon neureligiöser Bewegungen und Weltanschauungen, Herder, 768 Seiten, € 30,80, Einzelband je € 13,40 (ISBN 978-3-451-06052-6)
Quellen des Glücks
„Das Glück ist ein Vogerl“, weiß der Volksmund: flüchtig also, kaum da, auch schon wieder weg. Da ist wohl etwas Wahres dran. Dass man aber den Ast, auf dem sich dieses „Vogerl“ vielleicht niederlässt, ein bisschen präparieren kann, davon sprechen viele Weisheiten und Erfahrungen des Lebens. Einem Spaziergang durch einen bunten Blumengarten gleich, weisen Erzbischof Kothgasser und Professor Sedmak auf die eine oder andere besondere Blüte hin: Sie zeigen, wie das Glück aus einem tiefen „Ja“ zum Leben genährt und wahrgenommen werden kann, wie aus kleinen, flüchtigen Glücksmomenten ein auf Dauer glückliches Leben wachsen kann. Eine Chance bekommt solches – trotz allen Bemühens immer geschenkte – Leben durch die Pflege von Quellen, die weder versteckt noch schwer zu finden sind, sondern bloß Aufmerksamkeit, Augenmaß und Regelmäßigkeit verlangen...
Kurt Schmidl
Alois Kothgasser, Clemens Sedmak, Quellen des Glücks. Von der Kunst des guten Lebens, Tyrolia, 150 Seiten, € 14,95 (ISBN 978-3-7022-3027-2)
Kirche in politisch schwierigen Zeiten
Zeitgeschichtlich sind die Jahre vor 1938 noch immer nicht aufgearbeitet, denn sie werden von Historikern aus den verschiedensten Blickwinkeln gesehen und kommentiert. Für den Kirchengeschichtler Maximilian Liebmann ist es vor allem der Politische Katholizismus dieser Zeit, mit dem er sich immer wieder in seinen Büchern auseinandersetzt. In seinem neuesten Buch befasst er sich mit der Frage, aus welcher Theologie die Loyalitätserklärung der Österreichischen Bischofskonferenz gegenüber dem Hitler-Regime entstanden ist. Kurzgefasst war es die Abkehr vom Politischen Katholizismus hin zum Pastoralkatholizismus...
Ingeborg Schödl
Maximilian Liebmann, „Heil Hitler“ – Pastoral bedingt. Vom Politischen Katholizismus zum Pastoralkatholizismus. Böhlau-Verlag, 180 Seiten, € 25,60 (ISBN 978-3-205-78412-8)
Linzer Fernkurse
Seit über 40 Jahren bieten die Fernkurse des Bibelwerkes Linz interessierten Frauen und Männern die Möglichkeit zur Weiterbildung im religiösen Bereich. Gut verständliche Unterlagen sorgen für fundierte theologische Informationen. Gerade im biblischen Bereich bilden diese die Grundlage für eine selbstständige Beschäftigung mit der Heiligen Schrift und mit verschiedenen Glaubensinhalten. Die Unterlagen können als Fernkurs mit Betreuung (Bearbeiten von Fragebögen/ Schreiben einer Abschlussarbeit, € 45,–) oder als Gesamtpaket ohne Betreuung (€ 30,–) bezogen werden. Informationen über die Kurse Gebet – Spiritualität, Frauen, Altes und Neues Testament, Apokalyptik und Stolpersteine finden Sie auf der Website des Bibelwerkes: www.dioezese-linz.at/bibel
Die Gesamtmappe (ohne Betreuung) zum Fernkurs Gebet – Spiritualität wird derzeit bei Angabe des Kennwortes „Linzer Fernkurse“ portofrei angeboten. Der Kurs besteht insgesamt aus acht Teilen (zu den Psalmen, zum Vaterunser, zu Gebetsformen usw.). Anmeldung, Bestellung und Information:
Bibelwerk Linz
Tel.: 070/7610-3231
bibelshop@dioezese-linz.at
mf
Betrachtungen über Leid und Tod
Zu Anfang der Fastenzeit brachte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari wieder ein Buch heraus, diesmal unter dem Titel „Das Leiden Christi“. Die darin enthaltenen Texte begleiten durch die Trauer dieser Zeit hin zum Ostermorgen. Leid und Tod nicht als Ende, sondern umgewandelt in Liebe und im Wissen um die Auferstehung – so die auf einen kurzen Nenner gebrachte Aussage.
Ingeborg Schödl
Egon Kapellari, Das Leiden Christi, :styria, 128 Seiten, Farbabbildungen, € 16,95 (ISBN 978-3-222-13289-6)
3/2010: Die Kraft des Kirchenliedes liegt in der Musik Kirchenlieder sind in (fast) aller Munde. Dennoch lohnt es sich, sich auch einmal gedanklich mit ihnen auseinanderzusetzen. Richten wir den Blick auf eines der bekanntesten Lieder: O Haupt voll Blut und Wunden (Gotteslob Nr. 179). Es ist ein Passionslied über ein Gedicht von Paul Gerhardt aus dem Jahre 1656 mit einer Melodie von Hans Leo Haßler (1601).
Zum Text
In den ersten drei Strophen wird ein Bild des leidenden Christus gezeichnet. Dann schwenkt die Betrachtung auf die Ursache seines Leidens: die Schuld des Menschen. Nach einer Standortbestimmung des Beters in der Auseinandersetzung mit diesem Bild in den Strophen 5 bis 7 (die im Gotteslob fehlen) richtet sich der Blickwinkel in den letzten drei Strophen schließlich auf den eigenen Tod: Der leidende Christus möge uns am Ende vor Augen stehen und Trost geben – Wer so stirbt, der stirbt wohl...
Johannes Lenius
3/2010: Ein Riss in der Kirche Vatikan und die Piusbruderschaft – Teil 1
„Msgr. Marcel Lefebvre, emeritierter Erzbischof von Tulle, hat – trotz des ausdrücklichen Monitums vom 17. Juni und der wiederholten Bitten, er möge von seinem Vorhaben absehen – durch die Bischofsweihen von vier Priestern ohne päpstlichen Auftrag und gegen den Willen des Papstes einen Akt schismatischer Natur gesetzt und sich damit die von can. 1364 par. 1 und can. 1382 des Codex des kanonischen Rechtes vorgesehene Strafe zugezogen.
Ich erkläre mit allen rechtlichen Folgen, dass sowohl der obengenannte Msgr. Marcel Lefebvre als auch Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta ‚ipso facto‘ sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zugezogen haben.
Weiter erkläre ich, dass Msgr. Antonio de Castro Mayer, emeritierter Bischof von Campos, indem er direkt an der Liturgiefeier als Konzelebrant teilnahm und öffentlich dem schismatischen Akt zustimmte, sich die von can. 1364 par. 1 vorgesehene Exkommunikation als Tatstrafe zugezogen hat.
Die Priester und Gläubigen werden ermahnt, dem Schisma von Msgr. Lefebvre nicht zuzustimmen, weil sie sich ‚ipso facto‘ die schwere Strafe der Exkommunikation zuziehen würden.
Gegeben von der Kongregation für die Bischöfe, am 1. Juli 1988.
Gez. Kardinal Bernardin Gantin, Präfekt der Kongregation für die Bischöfe.“
Schisma
Dieses Dekret wurde am 3. Juli 1988 im L’Osservatore Romano, der amtlichen Zeitung des Apostolischen Stuhls, veröffentlicht. Es war die Reaktion darauf, dass Erzbischof Lefebvre – trotz intensiver Versuche vonseiten Johannes Pauls II., einen Riss in der Kirche zu verhindern – eben diesen herbeiführte...
Johannes Sinabell
1-2/2010: Jahr des Priesters Literaturauswahl zu Aspekten des Priester-Seins heute
Gisbert Greshake, Priester sein in dieser Zeit. Theologie, pastorale Praxis, Spiritualität, Echter-Verlag, 445 Seiten, € 19,80 (ISBN 978-3-429-02722-3)
Der Klassiker in einer überarbeiteten Neuauflage: Greshake spürt den Wurzeln des christlichen Priestertums nach, stellt sich der Krise des Priestertums und nimmt Stellung zum um sich greifenden Phänomen des Neoklerikalismus.
Walter Kasper, Diener der Freude. Priesterliche Existenz – priesterlicher Dienst, Herder, 171 Seiten, € 16,90 (ISBN 978-3-451-29394-8)
Eine knappe und klare Theologie des katholischen Priestertums, die der vatikanische „Ökumene-Minister“ Walter Kardinal Kasper sich selbst zum Goldenen Priesterjubiläum geschenkt hat. Wer in straffer Form erfahren will, wie die katholische Kirche ihre Priester sieht, ist mit diesem Buch bestens bedient. Natürlich geht Kasper auch auf die konkreten Herausforderungen ein, die sich heute einem Priester stellen.
Paul M. Zulehner, Ein neues Pfingsten. Ermutigung zu einem Weg der Hoffnung, Schwabenverlag, 103 Seiten, € 12,90 (ISBN 978-3-7966-1416-3)
Analyse der aktuellen Umbruchsituation der Kirchen und Wege zur Veränderung. Eine hoffnungsfrohe Vision einer Kirche in der Welt von heute, die angstfrei im Vertrauen auf den Geist Gottes in der und für die Welt wirkt.
Hubertus Brantzen, Lebenskultur des Priesters. Ideale – Enttäuschungen – Neuanfänge, Herder, 283 Seiten, € 18,40 (ISBN 978-3-451-26381-1)
Der erfahrene Pastoraltheologe, Berater und Ausbildungsleiter für Kapläne und PastoralassistentInnen spricht alle Fragen und Probleme an, die sich bei der Gestaltung einer menschlich erfüllenden Lebenskultur als Priester stellen.
Klaus Demmer, Zumutung aus dem Ewigen. Gedanken zum priesterlichen Zölibat, Herder, 94 Seiten (ISBN 978-3-451-322359-4), nur antiquarisch erhältlich
Einer der international angesehensten Moraltheologen gibt Priestern und Ordensleuten Anleitung und Anregung zur Bewältigung der damit verbundenen Lebensprobleme.
George Augustin, Johannes Kreidler (Hg.), Den Himmel offen halten. Priester sein heute, Herder, 288 Seiten (ISBN 978-3-451-27986-7), nur antiquarisch erhältlich
Sammelband, der in vier Teilen verschiedenste Perspektiven des priesterlichen Dienstes vereinigt.
Richard Hartmann, In der Sorge um die Priester und das ganze Gottesvolk. Anfragen – Erfahrungen – Positionen, Grünewald-Verlag, 128 Seiten, € 13,30 (ISBN 978-3-7867-2690-6)
Nicht Rückbau, sondern Aufbruch ist wichtig für die Gemeindeentwicklung und für die Ämter. Diese Einsicht hatte bereits vor 25 Jahren der emeritierte Mainzer Weihbischof Joseph Maria Reuss. Fünf Pastoraltheologen greifen seine Anfragen auf, reichern sie mit Erfahrungen an und beziehen selbst Position zur Zukunft der Kirche.
Karl Hillenbrand, Geistliche Menschen – menschliche Geistliche. Priester sein in veränderter Zeit, Echter-Verlag, 109 Seiten, € 10,20 (ISBN 978-3-429-03159-6)
Anregung zu diesem Buchtitel war ein Wunsch, den ein Freund dem Autor zu dessen Einführung als Regens des Würzburger Priesterseminars mitgab: „Ich bete für dich, dass du den jungen Menschen helfen kannst, geistliche Menschen und menschliche Geistliche zu werden.“ Diese Perspektive gilt nicht nur für die Ausbildungszeit, sondern ist im Bemühen um eine tragfähige priesterliche Spiritualität ein Leben lang maßgebend.
Peter Klasvogt (Hg.), Leidenschaft für Gott und sein Volk. Priester für das 21. Jahrhundert, Bonifatius, 246 Seiten, € 20,50 (ISBN 978-3-89710-252-1)
Was ist der Priester? Wofür steht er? Was kann man von ihm erwarten? Dazu fand 2002 in Paderborn eine ungewöhnliche Fachtagung statt, deren Teilnehmer die Ausbildung zum Priester auf den Prüfstand stellten und für konkrete Reformen eintraten. So entstand ein anspruchsvolles und ansprechendes Priesterbild.
1-2/2010: Die Welt der Zeugen Jehovas Jehovas Zeugen in Österreich, wie sie offiziell heißen, gehören zu den bekannten religiösen Gruppen. Sogar in abgelegenen Orten kann man sie antreffen, wenn sie zu zweit mit den Zeitschriften „Wachtturm“ und „Erwachet!“ oder kleinen Büchern zu Themen wie „Was lehrt die Bibel wirklich?“ von Haus zu Haus, von Tür zu Tür gehen. Gut geschult beginnen sie, sobald die Tür geöffnet wird, mit vorbereiteten Fragen ihr Gespräch…
Johannes Sinabell
1-2/2010: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Da am 31. Dezember, dem monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe für Jänner 2010, der Jahreswechsel im Vordergrund steht, bieten wir Gebetsgedanken für den ersten Donnerstag im Monat an.
Donnerstag, 7. Jänner 2010
Mit dem heutigen Tag beginnt für viele nach den weihnachtlichen Festtagen wieder der Alltag. Obwohl sich die Liturgie der Kirche bis zum Fest der Taufe Jesu am kommenden Sonntag am Weihnachtsfestkalender orientiert, macht das Evangelium des heutigen Tages (Mt 4,12-17; 23-25) einen Sprung von der Kindheit Jesu zum bereits erwachsenen Verkünder.
Seine Landsleute lehnen Jesus ab. Er verlässt Nazareth, um sich am Ufer des Sees in Kafarnaum eine neue Heimat zu suchen. Johannes, der ihn getauft und ihm seine ersten Jünger zugeführt hat, ist im Gefängnis, weil er den Lebenswandel des Königs kritisiert hat…
Donnerstag, 4. Februar 2010
Rabanus, der Heilige des heutigen Tages, lebte im 8. bzw. 9. Jahrhundert. Er war ein hochgebildeter Mann, weshalb man ihn den Lehrer Germaniens nannte.
Mit 15 Jahren wurde er Mönch im Benediktinerkloster in Fulda. Einen Teil seiner Ausbildung absolvierte er in Tours, der berühmtesten Klosterschule seiner Zeit…
Franz Schrittwieser
12/2009: Verschwindet die Religion? Es ist schwierig, abzuschätzen, welche Bedeutung Religion in Zukunft für den Einzelnen, aber auch die Gesellschaft haben wird. Sinkende Kirchenmitgliedschaften, der Bedeutungsverlust der Religion in der Gesellschaft, die Auswirkungen gesellschaftspolitscher und sozialer Veränderungen, aber auch der immer wieder in den Medien genannte Trend einer Wiederkehr der Spiritualität zeigen ein widersprüchliches Bild.
Fortsetzung des Beitrages aus miteinander 10-11/2009, Seite 17.
Johannes Sinabell
10-11/2009: Verschwindet die Religion Teil 1 Es ist schwierig abzuschätzen, welche Bedeutung Religion in Zukunft für den Einzelnen, aber auch die Gesellschaft haben wird. Sinkende Katholikenzahlen, der Bedeutungsverlust der Religion in der Gesellschaft, die Auswirkungen gesellschaftspolitscher und sozialer Veränderungen, aber auch der immer wieder in den Medien genannte Trend einer Wiederkehr der Spiritualität zeigen ein widersprüchliches Bild. In einem zweiteiligen Beitrag soll einigen dieser Phänomene und ihren Auswirkungen nachgegangen werden. Oft bin ich erschüttert, wenn ich am Sonntag oder vor allem an Wochentagen einen Gottesdienst besuche und das Häuflein von Gläubigen sehe, die sich zur Mitfeier eingefunden haben. Ich bin ja noch nicht so alt, aber in meiner Kindheit und Jugend war die Kirche zumindest am Sonntag voll und an den Feiertagen musste man frühzeitig kommen, wenn man einen Sitzplatz wollte... Johannes Sinabell
9/2009: Für Sie gelesen/gesehen Das Leben des Kristallpfarrers
Der Umgang der Kirche nach 1945 mit jenen Priestern, die Haft und Folter durch das NS-Regime überlebten, gehört auch mehr als 60 Jahre danach noch immer zu einem unaufgearbeiteten Kapitel. Der 1907 in Osttirol geborene und 1959 in Wien verstorbene Johann Ruggenthaler gehört zu dieser Gruppe, die auf wenig Verständnis für ihren Widerstand gestoßen ist...
Herbert-Ernst Neusiedler (Hg.), Brennen, um ein Licht zu entzünden. Erinnerungen an Kaplan Professor Johann Ruggenthaler - Ein Leben für die Jugend und gegen Hitler, Vogelmedia GmbH, 210 Seiten, € 17,- (ISBN 978-3902701-00-8)
Von singenden und plaudernden Mönchen
Trotz aller Öffnung zur Außenwelt ist für viele Menschen das Leben in einem Kloster immer noch mit vielen Fragen verbunden: Wie lebt ein Mönch? Wie sieht sein Tagesablauf aus? Warum ist er ins Kloster gegangen - aus Weltflucht oder weil er keine Frau gefunden hat? Darauf sind in zwei kürzlich erschienenen Büchern Antworten zu finden. In dem Buch "Chant - Leben für das Paradies" erzählen Mönche aus ihrer Biografie und über ihre Motivation, in ein Kloster zu gehen. In "Wer glaubt, wird selig" plaudert ein Ordensmann über sein Leben und seine Aufgaben im Kloster. In beiden Büchern ist der "Tatort" das Stift Heiligenkreuz im südlichen Wienerwald...
Bernhard Meuser, Chant - Leben für das Paradies. Die singenden Mönche von Stift Heiligenkreuz, Pattloch-Verlag, 160 Seiten, € 10,30 (ISBN 978-3-629-02233-2)
Pater Karl Wallner, Wer glaubt, wird selig - Gedanken eines Mönchs über das Glück sinnvoll zu leben, Lübbe-Verlag, 350 Seiten, € 18,50 (ISBN 978-3-7857-2373-9)
Abschiede begleiten das Leben
Der Lebensweg von Johannes Okoro ist ungewöhnlich - in Nigeria geboren, studierte er zuerst Psychologie und dann Theologie. 1977 wurde er in Vorarlberg zum katholischen Priester geweiht, wirkte im Ländle als Pfarrer und später als Militärseelsorger auf Zypern. 1999 trat er zur altkatholischen Kirche über und heiratete seine Frau Edith. Seit 2007 ist Okoro Bischof der altkatholischen Kirche in Österreich und nebenbei auch als Psychotherapeut tätig. In seinem Buch über "das Leben mit dem Schmerz des Abschieds" versucht er, an Fallbeispielen darzustellen, wie in zwei verschiedenen Kulturkreisen - Afrika und Europa - mit Leid und Tod umgegangen wird, und welche Bräuche da wie dort helfen, Lebenskrisen zu überstehen.
Johannes Okoro, Die Sonne geht an keinem Dorf vorüber - Leben mit dem Schmerz des Abschieds, :styria, 144 Seiten, € 16,95 (ISBN 978-3-222-13247-6)
Musiker aus Leidenschaft
Der aus Oberösterreich stammende Dirigent Franz Welser-Möst zählt trotz seiner Jugend bereits zur renommierten internationalen Dirigentenriege. Als im Sommer 2007 die Kunde von seiner Bestellung zum designierten Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper öffentlich wurde, war die Freude nicht nur in der Fachwelt groß, sondern auch bei seinem treuen Publikum. Welser-Möst zählt zu den bescheidenen Vertretern in dieser künstlerischen Branche. Langsam und stetig erweiterte er sein Repertoire und wuchs so auch in seine Aufgabe hinein, was sich künstlerisch nur positiv auswirkte...
Franz Welser-Möst, Kadenzen.Notizen und Gespräche, aufgezeichnet von Wilhelm Sinkovicz, :styria, 240 Seiten, € 24,90 (ISBN 978-3-222-13217-9)
Reporter aus Leidenschaft
Wie hält man es aus, beruflich ständig mit Katastrophen, Gräueltaten sowie unvorstellbarem Leid nicht nur konfrontiert zu sein, sondern darüber auch zu berichten - und das noch möglichst unparteiisch? Um als Reporter in Krisengebieten der Welt unterwegs zu sein, dazu gehört nicht nur Mut, die notwendige Neugierde und Unvoreingenommenheit, sondern auch die gewisse Spur Leidenschaft für diesen nicht ungefährlichen Job. Wenn Friedrich Orter im ORF über seine Einsätze berichtet, dann spürt man hinter jedem Satz genau diese Mischung, die seine Reportagen so fesselnd und so persönlich machen...
Friedrich Orter, Himmelfahrten. Höllentrips, ecowin Verlag, 256 Seiten, € 23,60 (ISBN 978-3-902404-65-7)
Ingeborg Schödl
Mythos Wasser
125 sprudelnde "Wunderquellen" Niederösterreichs im Hinblick auf ihre Geschichte und Gegenwart mit den zugehörigen Geschichten und Gestalten.
Ausstellung bis 15. November 2009
Di. bis So. 9 bis 17 Uhr
NÖ Museum für Volkskultur im Meierhof
2221 Groß-Schweinbarth, Hauptstraße 15
Tel.: 02289/2687
Zur Ausstellung ist ein 100-seitiger Katalog, verfasst von der Kuratorin Prof. Dr. Helga Maria Wolf erschienen, erhältlich in der Ausstellung zum Preis von € 4,50.
mf
7-8/2009: Damit Leben gelingt Theorie und Praxis der Berufungspastoral
"Wofür lohnt es sich zu scheitern?", war eine der markanten Fragen, die P. Johannes Herz SJ im Rahmen des Berufungspastoral-Seminars "Damit Leben gelingt" stellte. Vielleicht eine merkwürdige Frage, wenn es um gelingendes Leben geht - und doch eine bedenkenswerte.
40 Personen, Männer und Frauen, aus Österreich und Deutschland waren auf Einladung des Canisiuswerkes und des Bereichs Ordensentwicklung für drei Tage ins Kardinal-König-Haus gekommen. Die meisten von ihnen waren Ordensleute. Aber auch einige Diözesanverantwortliche oder einfach aus verschiedenen anderen Gründen an dem Thema Interessierte waren dabei.
Sr. Christa Baich (Kongregation der Helferinnen) von der Berufungspastoral der Erzdiözese Salzburg und P. Johannes Herz, Berufungspastoral- Verantwortlicher der Jesuiten in Österreich, waren die beiden Fachreferenten. Von biblischen, theologischen, menschlichen Grund-Legungen ging es zur Frage: Wer sind die heute eventuell nach einem kirchlichen oder geistlichen Beruf Suchenden oder daran Interessierten? Wer sind die "Kinder dieser Welt", die in spirituellen Dingen oft "Pilger" oder Konvertiten sind? Und: Auf wen richten wir unseren Blick? Was erwarten wir von ihnen?
Sr. Christine Rod MC
7-8/2009: Canisiuswerk Aktuell Jahresbericht 2008
Unseren Jahresbericht 2008 können Sie ab Mitte Juni auf unserer Homepage einsehen. Die Auswirkungen der Finanzkrise haben 2008 auch bei uns deutliche Spuren hinterlassen, weswegen wir 2009 in verschiedenen Bereichen Einsparungen vorgesehen haben. Eine dieser betrifft eine nicht unerhebliche Anzahl von miteinander-LeserInnen, die schon längere Zeit keinen Beitrag mehr geleistet haben und denen wir miteinander nun nicht mehr zusenden. Vor allem die Porto- und Druckkosten zwingen uns zu dieser Maßnahme. Bitte unterstützen Sie uns durch Mundpropaganda, um unseren Leserkreis auszubauen und um zusätzliche WohltäterInnen des Canisiuswerkes zu gewinnen.
LANGE NACHT DER KIRCHEN
Wir danken den Redemptoristen, die wieder ein interessantes Programm zusammengestellt haben: Den Anfang machte ein Gottesdienst, musikalisch gestaltet mit Werken von Purcell, Haydn und Schubert. Zum Nachdenken regten dann Texte der Schriftstellerin Nelly Sachs an. Anschließend stellte Pater Martin Leitgöb Klemens Maria Hofbauer, den Stadtpatron von Wien, vor. Den Abschluss machte eine unkonventionelle Performance für Violoncello und Live Electronics von Johannes Kretz.
Briefkurs
"Begegnung mit Gott"
29. Juni - 9. August 2009
Energie für die Seele tanken
und
Urlaub im Kloster
Die neuen Kataloge werden Anfang August erscheinen; die Veranstaltungsangebote finden Sie auch auf unserer Homepage: www.canisius.at
Jahr des Priesters
Das von Papst Benedikt ausgerufene "Jahr des Priesters" begann am Herz-Jesu-Fest 2009 mit einem Vesper-Gottesdienst im Vatikan. Vom 19. Juni dieses Jahres bis Juni 2010 soll die Kleruskongregation Initiativen ins Leben rufen, um Priester dabei zu unterstützen, ihr Amt geistlich und moralisch noch effektiver ausführen zu können. Angesichts einer Gesellschaft, die ständig im Wandel begriffen sei, müsse die Kirche ihre Energie vor allem in die Ausbildung ihres geistlichen Nachwuchses stecken, betonte der Papst.
Initiativen zur Weckung geistlicher Berufe
In Österreich wird es vor allem in der Osterzeit 2010 vermehrt Initiativen für geistliche Berufe geben. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Canisiuswerkes, der Ordensgemeinschaften und anderer Einrichtungen ist unter Federführung des Österreichischen Pastoralinstituts dabei, ein Maßnahmenbündel zu erarbeiten.
Kurt Schmidl
7-8/2009: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 2. Juli 2009 En Karem - ein liebliches Bergdorf in der Nähe der Stadt Jerusalem: Dort begegnen einander Maria und Elisabeth. Beide erwarten ein Kind. Beide wissen, dass ihre Kinder von Gott geschenkt sind und eine besondere Aufgabe im göttlichen Heilsplan haben. Sie sollen seinem Erlösungswerk dienen: Johannes der Täufer als der Vorbote des Messias und Jesus, in dem der gütige und menschenfreundliche Gott der Welt sein eigenes Gesicht zeigen wird. Am heutigen Fest "Maria Heimsuchung" denken wir an die Begegnung der beiden Frauen... Donnerstag, 6. August 2009 Berge haben die Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Der Berg Tabor, auf dem Jesus der "Überlieferung nach verklärt wurde, bietet eine fast unbegrenzte Aussicht über das Gelobte Land. Der Himmel öffnet sich über dem Herrn, und der Vater bezeugt ihn als seinen geliebten Sohn. Mose und Elija geben Zeugnis davon, dass Jesus von Nazareth der von Gott erwählte Gesetzeslehrer und Prophet ist, mit dem Gottes Herrschaft in dieser Welt angebrochen ist. Verständlich, dass die Jünger in dieser lichtvollen Welt bleiben wollen. Mit Jesus müssen sie aber wieder zurück ins Tal, um weiterzuziehen nach Jerusalem, wo der Sohn Gottes sein Erlösungswerk vollenden wird. Auch in unserem Leben gibt es manche Taborstunden, in denen uns Gott begegnet, in denen wir spüren, dass wir bei ihm geborgen sind. Von solchen Erfahrungen lebt unser Glaube... Franz Schrittwieser
4/2009: Ein Missionar Kataloniens Heiliger Antonius Maria Claret Antonius Maria Claret wurde als fünftes von zehn Kindern im Jahre 1807 als Sohn eines Webers in Sallent in der Nähe von Barcelona geboren. Schon als Kind hegte er den Wunsch, Priester zu werden. Der Vater aber wollte, dass er in seiner Weberwerkstatt mitarbeite. Beharrlich betete er um die Gnade des Priestertums: "Es ist zwar aussichtslos, aber du bist allmächtig." Mit siebzehn Jahren schickte ihn sein Vater zur Weiterbildung in seinem Fach nach Barcelona. Antonius war so begabt, dass man ihm mit nur einundzwanzig Jahren die Stelle eines Direktors einer großen Weberei anbot. Er lehnte ab, denn er wollte nur Gott dienen. Später schrieb er in seiner Autobiografie: "Was mich am meisten bewegte und aneiferte, war das Lesen der Heiligen Schrift, die ich immer sehr geliebt habe. Es gab Stellen, die auf mich einen so starken Eindruck machten, dass es mir schien, als ob eine Stimme mir zugleich ins Ohr sagte, was ich gerade las." Johannes Gamperl 3/2009: "Mission" – nicht ohne Zweites Vatikanum! Der Ruf nach einer "Neuevangelisierung Europas" begleitet uns als Kirche nun schon seit der bekannten Ansprache, die Papst Johannes Paul II. am 11. 10. 1985 an die Teilnehmer des 6. Symposiums der europäischen Bischöfe gerichtet hat, wobei der Pontifex die Dringlichkeit dieser neuen Evangelisierung später bei zahlreichen Gelegenheiten wiederholte und eindringlich in Erinnerung brachte. Die Aneignung dieses Anliegens durch die Bischöfe, aber auch durch engagierte Priester, Diakone und Laien, hat seither zu vielen missionarischen Initiativen und Aufbrüchen geführt, die bereits zum festen kirchlichen Erscheinungsbild gehören: "Stadtmission", "Lange Nacht der Kirchen", "Apg 2010" und "Paulusjahr" – um nur einige "Highlights" in Wien zu nennen – sind mit der Erkenntnis verbunden, sich in der gegenwärtigen Situation verstärkt jenen Menschen zuwenden zu sollen, die bewusst oder unbewusst außerhalb der binnenkirchlichen Lebensräume stehen. Da die Kirche zunehmend in den Status einer Minderheit gerät, hat sie sich in ihrer gesellschaftlichen Relevanz in neuer Weise zu positionieren und zu bewähren… Richard Tatzreiter
3/2009: Eine Heilige Südamerikas Rosa von Lima Grausam benahmen sich die Männer, die Peru eroberten. Der Goldrausch hatte sie erfasst. Vergebens bemühten sich die katholischen Priester, die Ausschreitungen des spanischen Kriegsvolks zu verhindern. Unter ihren Augen wurde die Urbevölkerung des Landes versklavt, geschändet und ermordet. Aber mit Rohheit und durch solche furchtbaren Gräueltaten kann man Christus, der die Liebe selbst ist, nicht den Weg bereiten. Während in den Hafenstädten prachtvolle Kirchen erbaut wurden, flohen die Indios in die Berge und wichen den Missionaren aus. In dieser Zeit, am 20. April 1586, wurde Rosa von Lima als Tochter armer Eltern, die zehn Kindern das Leben schenkten, geboren. Das Mädchen erhielt den Namen Isabella. Als jedoch ihreMutter über der Wiege des Kindes eine wunderbare Rose schweben sah, nannte man sie Rosa. Unter diesem Namen wurde sie im Jahre 1597 gefirmt. Später nahm sie auf eigenen Wunsch den Zunamen "a Santa Maria" (= von der heiligen Maria) an. Schon sehr früh legte sie das Gelübde der ewigen Keuschheit ab. Sie schnitt ihre Haare ab und wandte sich damit gegen den Plan einer Ehe mit einem jungen Mann aus guter Familie. Rosa übernahm viele heroische Bußübungen, um die Sünden der Spanier zu sühnen… Johannes Gamperl
1-2/2009: Der offene Himmel HEILIGER STEPHANUS Es ist erstaunlich, dass die Kirche gerade am zweiten Weihnachtsfeiertag das Fest des heiligen Stephanus, des ersten Märtyrers der Christenheit, feiert. So sehr wir uns in der Weihnachtszeit an das "Lächeln des Kindes" gewöhnt haben, so sehr wir in unseren Bräuchen, Liedern und Festfeiern "die Lieblichkeit" von Advent und Weihnachten vor Augen haben, so dürfen wir zum einen nicht vergessen, wie sehr sich der Sohn Gottes erniedrigt hat, um Mensch zu werden (vgl. Phil 2,6–11), und zum anderen, wie sehr der menschgewordene Sohn Gottes schon von Anfang an von den Menschen abgelehnt worden ist. Denken wir an die Geburt im Stall, da in der Herberge kein Platz vorhanden war – wahrlich kein großartiger Empfang für den Retter und Erlöser der gesamten Menschheit –, denken wir an die Verfolgung durch Herodes, an den Kindermord und die Flucht nach Ägypten (vgl. Mt 2,13 –18). Natürlich stimmen wir zunächst voll Freude und Jubel in den Gesang der Engel auf Bethlehems Fluren ein, die Gott loben und sprechen: "Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade" (Lk 2,14). Aber dann bewegt uns doch schon das Leid des Kindes, der Gottesmutter und des heiligen Joseph. Wie herausfordernd für uns die Geburt des Erlösers und die Umkehr der Menschen zu Gott hin sind, zeigt das Fest des heiligen Märtyrers Stephanus am zweiten Weihnachtsfeiertag… Johannes Gamperl
12/2008: Im Auftrag Mariens Heiliger Juan Diego
Der französische Schriftsteller François Mauriac meinte einmal: "Es muss Stätten geben, wo jeder Mensch das Übernatürliche in dem Maße, wie Gott es will, mit Händen greifen kann. Es wird aber nie so deutlich geschehen, dass wir nicht mehr frei wären, es zu leugnen." Ein solch wunderbarer Ort ist Guadalupe in Mexiko. Er ist der größte Marienwallfahrtsort der Christenheit. An die 20 Millionen Gläubige kommen pro Jahr nach Guadalupe. Maria wird dort als die Patronin und Schirmherrin Lateinamerikas verehrt.
Im Jahre 1519 landete Hernán Cortéz in Mexiko und unterwarf innerhalb von zwei Jahren mit etwa 500 Söldnern in blutigen Kämpfen acht Millionen Azteken. Die folgenden Versuche einer Missionierung erzielten nur eine geringe Ernte, bis im Jahre 1531 ein Ereignis eintrat, das eine vollkommene Wende brachte…
Johannes Gamperl
12/2008: Glauben heißt nichts wissen? Glaube und Vernunft In meinem Glaubensleben ist mir ein Satz immer wichtiger geworden: "Fides quaerit intellectum." – Der Glaube verlangt nach der Einsicht: Glaube – der mir Kraft und Sinn gibt, mein Leben zu leben, Einsicht und Vernunft – die mir helfen, mein Leben und seine Zusammenhänge zu verstehen. Es sieht so aus, als könne man beide Aspekte nicht trennen… Johannes Sinabell
12/2008: Qualität lesen – hören – schenken Angebote, die im Canisiuswerk erhältlich sind. Bestellungen bitte unter: Tel.: 01/512 51 07-14 canisiuswerk@canisius.at Alois Kraxner CSsR, Wie Kristalle in taubem Gestein. Gedanken zum Christ-Sein im Alltag. Wagner Verlag, 126 Seiten, 17,– Elmar Mitterstieler SJ, Den verschwundenen Flüssen nachgehen. Wege und Zugänge zu den lebenschaffenden, inneren Kraftquellen für Begleitung-Suchende und Begleitende. echter, 87 Seiten, 8,20 Johannes Bours, Da fragte Jesus ihn – Schritte geistlicher Einübung in die Jesusnachfolge. Fragen Jesu aus den Evangelien laden ein zur Begegnung mit ihm und bieten die Chance, das eigene Leben mit dem seinen immer enger zu verflechten. Herder, 237 Seiten, 10,90 Klemens Nodewald, Das Herz öffnen. Gedanken und Gebete zu Berufung und Sendung des Christen. echter, 127 Seiten, 13,20 Johannes Bours, Nehmt Gottes Melodie in euch auf – Worte für die Seele. "Nehmt Gottes Melodie in euch auf" ist Johannes Bours Botschaft, dass Gott zur Melodie unseres Herzens werden kann. Herder, 144 Seiten, 9,20 Mein Vaterunser – Unser Vaterunser. Eine Sammlung von Annäherungsversuchen an das Vater Unser, die uns mit der Frage, wie es uns selbst mit diesem Grundgebet geht, konfrontiert. Zusammenstellung: Wolfgang Tarara SJ, Verlag STIFTUNG HAUS der action 365, 260 Seiten, 10,– Hörbuch, Durch das Jahr mit Erzbischof Dr. Christoph Kardinal Schönborn. Gedanken zu biblischen Texten. Gelesen von Thomas Schwarzmann, Doppel-CD zu 5,– Hörbuch, Gedanken zu den 7 Sakramenten von Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz. Gelesen von Roland Slaby, Doppel-CD zu 5,– "Licht für Bethlehem" Die Christen von Bethlehem brauchen wieder dringend unsere Hilfe. Durch die Mauer, die Bethlehem umgibt, verschärft sich ihre Not. Mit dem Ankauf von Olivenholzarbeiten unterstützen Sie vor allem kinderreiche Familien. Die von der "Initiative Christlicher Orient" angebotenen 27 Olivenholzmotive (ab 2,50/Stück) eignen sich als Christbaumschmuck oder als Geschenk. Information und Bestellungen bei: Initiative Christlicher Orient Bethlehemstr. 20, 4020 Linz Tel./Fax: 0732/77 35 78 ico@utanet.at www.christlicher-orient.at Sie können alle Motive auch im Canisiuswerk, Stephansplatz 6/II einsehen. Die kleineren und einige größere Motive können Sie hier auch erwerben.
10-11/2008: Perlen des Glaubens Seit ich mich erinnern kann, gehört der Rosenkranz zu meinem Leben. Ich bin damit aufgewachsen, dass er vor jeder Sonntagsmessfeier, bei Gewittern, Totenwachen oder in eigenen Andachten gebetet wurde. Zu besonderen Anlässen – aber auch im Alltag – wurde und wird zum Rosenkranz gegriffen. Durch seine Form gibt er dem Gebet eine Struktur und gleichzeitig den Händen Halt. Durch das Weiterrücken der Perlen behält man die Übersicht, wie weit man im Gebet fortgeschritten ist. Es hilft, in der Wiederholung der Worte die Kontrolle zu bewahren, und holt die Gedanken, wenn sie abschweifen, zurück. Über diese Gebetshilfe hinaus ist der Rosenkranz auch ein beliebtes religiöses Symbol, das z. B. an Autoinnenspiegeln befestigt wird. Dahinter steckt oftmals der Wunsch, dass die Insassen des Fahrzeuges vor Unfällen bewahrt werden mögen. Gebetsschnüre Gebetsschnüre, die dem Rosenkranz vergleichbar sind, gibt es in fast allen Religionen der Welt. Man findet sie im Hinduismus, Buddhismus, im Islam. Ja, es gibt Funde in Afrika, die darauf hindeuten, dass Menschen, die tausende Jahre vor Christi Geburt gelebt haben, Ähnliches verwendeten… Johannes Sinabell
10-11/2008: Wir sind nicht allein Die Engel – Gottes Boten Gott anbeten, Gott lobpreisen, Gott verherrlichen und so die unendliche Liebe Gottes erfahren: Das ist die Aufgabe aller Geschöpfe Gottes, vor allem der Engel und Menschen. Darum singt der Priester am Ende der Präfation und lädt zum Lobpreis des dreifaltigen Gottes ein: "Dich loben die Engel und Erzengel, die Kerubim und Serafim. Wie aus einem Mund preisen sie dich Tag um Tag und singen auf ewig das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten. Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe. Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe" (Schluss der Präfation von der Heiligsten Dreifaltigkeit und Sanctusgesang)… Johannes Gamperl
10-11/2008: Leidenschaftlicher Protest gegen das NS-Judenpogrom Der Priester Johannes Ude Johannes Udes Lebensbogen spannt sich von seinem Geburtsort St. Kanzian in Kärnten, wo er am 28. Februar 1874 geboren wurde, über Rom und Graz bis in die Ober-steiermark/Grundlsee, wo er am 7. Juli 1965 starb und am dortigen Friedhof seine letzte Ruhestätte fand. (…) Nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich im März 1938 tritt er in Appellen und Wahlversammlungen für den Anschluss an Hitler-Deutschland ein. Doch durch das hautnahe Erleben des Judenpogroms der sogenannten "Reichskristallnacht" wird Ude ein leidenschaftlicher Gegner des Nationalsozialismus und verfasst einen flammenden Protest gegen diese horrible Barbarei. Aus Saulus wurde förmlich ein Paulus… Maximilian Liebmann
10-11/2008: Für Sie gelesen Das personifizierte Böse Wie kann ein Mensch, der aus einem bürgerlichen Elternhaus stammt, sich für Literatur und Musik begeistert, gesellschaftlich ein Charmeur ist, zugleich auch das personifizierte Böse sein? Der Wiener Amon Leopold Göth, der 500 Tage als Kommandant über das Zwangsarbeitslager Plaszow bei Krakau herrschte, verkörperte dies alles in sich… Ingeborg Schödl Johannes Sachslehner, Der Tod ist ein Meister aus Wien. Leben und Taten des Amon Leopold Göth, :Styria, 400 Seiten, 24,95 (ISBN 978-3-222-13233-9) Kirche, die über den Jordan geht "Ein Großteil der Christen von heute befindet sich faktisch im Katechumenats-Status, und das müssen wir endlich in der Praxis ernst nehmen", meinte Kardinal Ratzinger im Jahr 2003. Christian Hennecke, ein erfahrener Seelsorger und Priesterausbildner aus Hildesheim, setzt sich in seiner Publikation mit der Frage auseinander, warum die Weitergabe des Glaubens und der fruchtbare Empfang der Initiationssakramente nur schwer gelingen… Franz Schrittwieser Christian Hennecke, Kirche, die über den Jordan geht, Aschendorff Verlag, 240 Seiten, 12,80 (ISBN 3-402-00224-8) Neue Meditationen und Gelegenheitsansprachen Der Kärntner Seelsorger Ludwig Maria Wilhelmer hat vor kurzem wieder zwei Bände mit Gedanken zum - Vaterunser (192 Seiten, 15,–) und - Christlichen Leben(104 Seiten, 10,–) herausgebracht. Bestellungen direkt beim Autor: Krottendorf 5, 9241 Wernberg Tel.: 04252/3220 Kurt Schmidl
9/2008: Zeuge der Auferstehung Ich habe den Auferstandenen gesehen "Ich habe meinen Glauben!" Kennen Sie das? Heute sind sehr viele Menschen – selbstverständlich auch unter den nicht praktizierenden Katholiken – davon überzeugt, dass es Gott gibt und dass er zu ihnen steht, weil sie einmal etwas Besonderes erlebt haben. Dieses Erlebnis kann ihnen niemand nehmen. Lassen wir einmal beiseite, dass es schön wäre, würden die Fernstehenden auch uns Kirchengeher mit ihrem erlebten Glauben bereichern. Sehen wir uns vielmehr ihre kräftige Aussage an: "Diesen Glauben kann mir niemand nehmen!" Da steckt eine Überzeugung dahinter, die nur auf einem wahrhaft erlebten Ereignis beruhen kann. So erging es auch Paulus! Und so kann ich ihn mir auch während seiner Missionstätigkeit vorstellen: "Ich habe den Auferstandenen gesehen. Das kann mir niemand nehmen. Ihr könnt mir den Kopf abhauen, aber ihr könnt mir nicht meinen Glauben nehmen, denn ich weiß, wie es weitergeht, seitdem ich IHN gesehen habe." P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB
9/2008: Nomen est Omen Mariä Namen Maria-Namen-Feier in der Wiener Stadthalle Nicht immer besitzt der Name eine Beiläufigkeit, wie es bei uns oft der Fall ist. Gerade in der Bibel ist der Name oft auch zugleich Wiedergabe des Wesens einer Person. Der Name steht für die Person, etwa der Name Gottes "Jahwe". Er bedeutet, dass Gott für das Volk Israel, beziehungsweise für uns, der ist, der stets für uns da ist… Johannes Gamperl
9/2008: Maria in der Heiligen Schrift Was wissen wir aus der Bibel über Maria? Im Vergleich zu den Aposteln wird sie relativ selten erwähnt, dafür aber an wesentlichen Punkten. Sie ist untrennbar mit der Menschwerdung und Kindheit Jesu verbunden, tritt jedoch während seines öffentlichen Wirkens kaum in Erscheinung. Unter dem Kreuz ist es aber wieder die Mutter, die mit einigen anderen bei ihrem Sohn ausharrt und bei ihm ist. Die einzelnen Evangelien setzen verschiedene Akzente, wobei auffällt, dass im Markusevangelium Maria eher unscheinbar bleibt. Paulus erwähnt in Gal 4,4 nur, dass Jesus von einer Frau geboren wurde… Johann Hintermaier
9/2008: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe "Fischerkanzel" in der Pfarrkirche Traunkirchen/OÖ Donnerstag, 4. September 2008 Jesus hat längst Nazareth verlassen und in Kapharnaum am Ufer des Sees Genesareth seine zweite Heimat gefunden. Dort tummeln sich Soldaten und Händler. Dort verdienen sich Fischer ihren kargen Lebensunterhalt. Zu ihnen zählen auch Simon, Jakobus und Johannes. Die ganze Nacht waren sie unterwegs, aber ihre Fischernetze blieben leer. Da fordert Jesus sie auf, es nochmals zu versuchen. Sie riskieren eine neue Ausfahrt und sind erstaunt und erschrocken zugleich über den reichen Fischfang. Jesus wendet sich an Simon: "Fürchte dich nicht, von jetzt an wirst du Menschen fangen." Franz Schrittwieser
7-8/2008: Milieus als pastorale Herausforderung Kirche und Gesellschaft ...2005 haben zwei Einrichtungen der Deutschen Bischofskonferenz eine Studie in Auftrag gegeben, um zu klären, wie Menschen zu Fragen des Lebenssinns, der Religion und der katholischen Kirche stehen. Das geschah mithilfe von protokollierten und analysierten Interviews mit "Normalbürgern". Das Interessante daran war, dass man sich der Methode der sozialwissenschaftlichen Lebensweltforschung bediente. Die Lebensweltforschung setzt sich, sehr vereinfacht ausgedrückt, damit auseinander, dass Menschen, wenn sie in Situationen vor die Wahl gestellt werden, verschiedene Ausdrucksmittel verwenden, um ihre Grundwerte auszudrücken. Voraussetzung für diese Art der Forschung ist eine Gesellschaft, in der die Menschen genug Geld, Angebote und Zeit haben, ihr Leben nach ihren eigenen Grundwerten zu gestalten. Wobei diese Methode sehr nieder ansetzt. Schon die Wahl meiner Kleidung sagt viel darüber aus, welche Prioritäten ich setze: Der eine kleidet sich eher klassisch elegant, die andere bewusst auffällig und topmodisch, der dritte greift wahllos in den Schrank und denkt sich: "Wird schon passen." Diese Prioritäten, die auf die zugrundeliegenden Werte verweisen, drücken sich auch in der Wahl meiner Möbel, der Bücher, die ich lese, der Musik, die ich höre, in der Art und Weise, wie ich mich im gemeinschaftlichen Leben einbringe und wie ich die Welt sehe und mein Leben gestalte, aus. Die Lebensweltforschung hat nun erhoben, dass sich sogenannte Milieus nachweisen lassen... Johannes Sinabell
7-8/2008: Die Eltern Mariens - Joachim und Anna Anna Selbdritt-Darstellung mit dem Johannesknaben von Leonardo da Vinci um 1500, Louvre/Paris Auch wenn die Eltern Mariens und damit die Großeltern Jesu Christi, unseres Herrn, weder im Stammbaum Jesu (vgl.Mt 1; Lk 3) noch im gesamten Neuen Testament erwähnt werden, ehrt die Kirche diese heiligen Eltern durch ein eigenes Fest. Die Namen Joachim und Anna werden zum ersten Mal im zweiten Jahrhundert erwähnt. Obwohl es so viele Heilige in unserer Kirche gibt, so werden doch ganz wenige heilige Eltern verehrt. Darum ist es – gerade in unserer Zeit, in der die Familie so gefährdet erscheint – wichtig, heilige Vorbilder und Fürbitter für die Familien zu haben... Johannes Gamperl
5-6/2008: Edle Steine – Himmelsschnüre Rosenkranz aus Karneol mit anhängenden Medaillen, 18. Jh. Bis 26. Oktober 2008 zeigt das Dommuseum zu Salzburg erstmals eine Sonderschau, die so noch nie zu sehen war. Mehr als 700 Rosenkränze aus fünf Jahrhunderten sind vereint, um dieses einzigartige Gebet der Christenheit in seinen vielfältigen Beziehungen zu beleuchten. Es ist das Gebet, das die katholische Welt umspannt. Ein unzerstörbares Gut des Glaubens. Bewegt von stillen Worten, die größer und dichter nicht sein können, hat es Weltgeschichte bewirkt: Sprache unzähliger Generationen, Anruf, Lob und Bitte, die wir nachsprechen... Johannes Neuhardt
5-6/2008: Heiliger Josef Bräutigam und Pflegevater Die Verehrung des heiligen Josef, dem Gott, der Vater, sein Kostbarstes hier auf Erden anvertraut hat – Jesus, seinen menschgewordenen Sohn, und Maria, dessen Mutter –, begann am Beginn der Neuzeit. Pius IX. erklärte ihn 1870 zum Schutzpatron der gesamten Kirche. Die Heiligen des Himmels sind für uns Vorbilder, Wegweiser und Fürsprecher bei Gott. Einen ganz besonderen Platz in der großen Schar der Heiligen nimmt der Pflegevater Jesu ein. Niemand stand Jesus während seines irdischen Lebens – mit Ausnahme seiner Mutter Maria – näher als Josef. Er durfte für Jesus sorgen und erleben, wie Jesus heranwuchs, seine Weisheit zunahm und er Gefallen fand bei Gott und den Menschen (vgl. Lk 2,52). Der heilige Josef ist ein außergewöhnliches Vorbild dafür, wie ein Mensch dem Willen Gottes entsprechen bzw. seine besondere Berufung hören, annehmen und leben kann... Johannes Gamperl
5-6/2008: "Lasst uns auch beten für die Juden" Karfreitagsliturgie Im Juli 2007 erlaubte Papst Benedikt XVI. in einem Motu Proprio, dass neben dem Messbuch von 1970 auch jenes von 1962 wieder verwendet werden darf. Dieser Schritt diente dem Bestreben, die von Rom distanzierten Traditionalisten in den Schoß der Kirche zurückzuholen. Während allerdings die Form der Liturgiefeier, wie wir sie heute kennen, die ordentliche Form der Messfeier ist, gilt die Feier nach dem sogenannten "alten Ritus" als außerordentliche Form. Damit wollte der Papst Personen, welche die Verbindlichkeiten des II. Vaticanums annehmen und treu zum Papst und den Bischöfen stehen, die Feier der Liturgie nach der Form von 1962 ermöglichen. Benedikt XVI. verdeutlicht, dass es sich um den zweifachen Usus ein und desselben Ritus handelt. Es liegt in der Entscheidung des zuständigen Bischofs, welchen Gemeinschaften die Feier der römischen Liturgie in der außerordentlichen Form gestattet ist. Der Papst hat in seinem Schreiben festgehalten, dass die Feier der Messe in der außerordentlichen Form von 1962 mit der Anerkennung der Ergebnisse des II. Vatikanischen Konzils einhergehen muss. Das Messbuch von 1962 wurde zwar während des Konzils verwendet, aber es enthält Formulierungen, die aus Sicht der Theologie des II. Vatikanischen Konzils problematisch sind. Ein wesentlicher Bestandteil der Liturgie des Karfreitags sind die großen Fürbitten. Eine dieser ist den Juden gewidmet... Johannes Sinabell
4/2008: Ich bin die Magd des Herrn Lk 1, 38 Ja-Wort Mariens Maria weiß noch nicht, was alles auf sie zukommen wird. Dennoch antwortet sie im tiefen Glauben und im Vertrauen auf Gott: "Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast." Gott machte die Erlösung vom Ja-Wort Mariens abhängig. Maria hat auf Gott gehört und im Glauben ihre Zustimmung gegeben. "Hören, horchen und gehorchen" – Gott gegenüber: Das soll auch unser Vorsatz sein. Wir tun das oftmals deshalb nicht, weil wir glauben, Gott will etwas Unangenehmes von uns. Das kann durchaus sein, aber Gott überfordert uns nie. Er führt und stärkt uns, er lässt uns in der Liebe seines Herzens ruhen, wenn wir ihn darum bitten... Johannes Gamperl
4/2008: 150 Jahre Lourdes Ich selbst war noch nie in Lourdes. Dennoch wuchs ich mit dem Wissen um diesen Wallfahrtsort auf. Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind in der Familien-Fotoschachtel stöberte und dort Bilder von Lourdes fand. Später sah ich dann TV-Dokumentationen, war von den Bildern der nächtlichen Prozessionen fasziniert und vom gesungenen "Ave Maria" berührt. Natürlich habe ich auch Werfels "Das Lied von Bernadette" gelesen. Was mich an Lourdes beeindruckt, ist, dass es sich von den übrigen bekannten Erscheinungsorten in manchen Punkten wesentlich unterscheidet. Johannes Sinabell
3/2008: Pilger und Konvertit Anlässlich seines 90-jährigen Bestehens richtete das Canisiuswerk als österreichisches Zentrum für geistliche Berufe ein Symposion mit dem Thema "Leben gestalten – Berufung entfalten" aus. In diesem ersten Teil soll der Weg zu dieser Veranstaltung skizziert werden. Zunächst wurden Berufungspastoral- und Ausbildungsverantwortliche in den Diözesen und Orden nach ihren Erfahrungen und Überzeugungen befragt. Etwa zwanzig Rückmeldungen signalisierten großes Interesse und ergaben wertvolle Einblicke in den Status der Berufungspastoral im Land. Einige rote Fäden dabei waren: Einhellig gaben die in der Berufungspastoral Aktiven als wichtigste Erfahrung in ihrer Arbeit an, dass die leibhaftige und positive Erfahrung von Kirche durch das Zeugnis ihrer Mitglieder von höchster Bedeutung sei ... P. Johannes Herz SJ und Fr. Hans Brandl SJ
3/2008: Ich bin die Magd des Herrn Gott ist stark Der Engel Gabriel (= Gott ist stark) kam zu Maria. Sie empfing ihn. Ein Erzengel ist bedeutender und größer als das gesamte All, so hat es die heilige Hildegard von Bingen einmal ausgedrückt. Die Künstler malen die Szene meist so, dass sich der Engel vor Maria verneigt. Der Name Maria (hebräisch: Marjam, Mirjam) wird sehr verschieden gedeutet. Aus dem Ägyptischen könnte er bedeuten: "die von Gott Geliebte" (siehe Beitrag über "Mariä Namen"). Das ist sie wahrhaftig. Der Engel Gabriel trat bei ihr ein und begrüßte sie mit den Worten: "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir" (in einigen Handschriften folgen noch die Worte: "du bist gebenedeit unter den Frauen"). Im Griechischen lauten die ersten Worte: "Chaire, kecharitomene" = Freue dich, du voll der Gnade, du mit Gnade Angefüllte. Maria ist vom ersten Augenblick ihres Daseins an, von ihrer Empfängnis im Schoße ihrer Mutter Anna an, von jeder Erbschuld befreit ... Johannes Gamperl
3/2008: Von der Heilung des Misslungenen In einer Geschichte wird das Verhältnis zwischen Gott und Mensch folgendermaßen beschrieben: Der Mensch hängt an einem Faden und ist dadurch mit Gott verbunden. Sobald er sündigt, reißt der Faden. Wenn der Mensch seine Schuld bereut, nimmt Gott den Faden und verknüpft die beiden Enden wieder. Dadurch wird der Faden kürzer – Gott und Mensch kommen einander näher. Der Sinn der Geschichte ist sicher nicht, dass man nur durch Sündigen Gott näher kommen kann. Aber sie zeigt, dass Sündigen, das Verstoßen gegen Gottes Gebote sowie das Handeln gegen das Gewissen, nicht unbedingt der endgültige Bruch zwischen Gott und Mensch sein muss. Jede Sünde ist eine Verletzung der Beziehung zu Gott. Aber wir Christen haben die Möglichkeit, unser Leben vor Gott anzusehen – in seinen gelungenen und weniger gelungenen Momenten. Wir können all das Geglückte und Missglückte vor Gott bringen. Für das eine können wir Gott danken. Das andere können wir ihm hingeben. Fähig zur Schuld "Wenn die christliche Verkündigung das Bewusstsein für Schuld wecken oder wachhalten will, geschieht dies um der menschlichen Würde willen. Auf dem Spiel steht ein Menschenbild, welches die Freiheit des Menschen sowie seine Verantwortung für das eigene Leben hochhält. Schuldig werden können setzt voraus, schuldfähig zu sein. Christen bezeugen, dass Gott die Menschen auf ihre Schuld anspricht, weil er ihnen zutraut, anders handeln und sich für das Gute entscheiden zu können. Trotz aller (biografischen, psychischen, sozialen, gesellschaftlichen) Bedingtheit ist menschliches Handeln nicht festgelegt. Wird die Verantwortung dafür wachgerufen, zugetraut und zugemutet, so dient dies dem Guten für die Menschen und dem Gelingen ihres Lebens." 1 Wenn wir die Bereitschaft und die Kraft haben, uns Gott als die Menschen anzuvertrauen, die wir in unserer Unvollkommenheit sind, wenn wir das, wo wir hinter unseren Vorsätzen, … Johannes Sinabell
1-2/2008: Leit-Gedanken Lange Zeit tat man, als wäre das Leben nur dann ein wahrhaft christliches Leben, wenn es ein Opferleben ist, mit Verzicht, mit Leid, mit Verdemütigungen.
Dass die große Teresa von Avila gesagt hat: "Wenn Tanz, dann Tanz; wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn; wenn Fasten, dann Fasten", wurde als Weibergeschwätz nicht ernst genommen.
Zum Leben gehören Tanz und Fasten. Fasten kann aus Eigenliebe, aus Nächstenliebe oder auch aus Gottesliebe auf sich genommen werden. Fasten heißt, auf etwas Gutes wegen eines größeren Guten zu verzichten, ganz gleich ob es tatsächlich so ist oder für den Fastenden so ist.
Verzicht auf etwas Gutes wegen eines größeren Guten. Das ist eine Frage der Perspektive. Wenn dieses Leben alles ist, gibt es nichts Größeres als dieses Leben. Aber jeder, der seinem Gewissen folgend in den Tod geht, zeigt, dass es für diesen Menschen Größeres als das Leben gibt. Aber dann taucht die Frage auf: nur für diesen Menschen?
Auf etwas Gutes wegen eines größeren Guten zu verzichten, ist auch der Sinn dessen, was wir die Evangelischen Räte nennen – Armut, Gehorsam, sexuelle Enthaltsamkeit. Wenn das Wort des hl. Johannes stimmt – "Gott ist die Liebe" –, dann ist das Leben nach diesen drei Räten der radikale Versuch, der Aufforderung Jesu "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen und mit all deinen Kräften" zu entsprechen.
Auf etwas Gutes wegen eines größeren Guten zu verzichten. Jeder muss seine Entscheidung treffen. In der Sprache der Kirche heißt das: Jeder muss seine Berufung entdecken, wie er die drei Verpflichtungen der Eigenliebe, der Nächstenliebe und der Gottesliebe in seinem Leben verwirklicht.
Wilhelm Müller
1-2/2008: Heilige haben wieder Vorrang – Teil 1 Impressionen von einer Journalisten-Reise nach Kiew und Moskau. Welchen Stellenwert hat die Kirche heute im Leben der Menschen in Russland? "Gospodi pomilui" – mit kräftiger Stimme singt der Priester sein "Herr, erbarme dich", und vielstimmig tönt die Antwort des gläubigen Volkes zurück. Abend-Vesper in der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau. In der Unterkirche drängen sich Männer und Frauen, Junge und Alte, obwohl es ein normaler Wochentag ist. Als Besucher aus dem westlichen Europa ist man darüber überrascht. Höchstens zu kirchlichen Hochfesten herrscht bei uns so ein Andrang. "Die Kirche gewinnt wieder Einfluss im Leben der Menschen", erfahren wir im Gespräch mit Abt Johann vom Moskauer Petrowski-Kloster. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde aus manchem ehemals überzeugten Kommunisten plötzlich ein gläubiges Mitglied der Kirche. "Die Menschen waren keine Atheisten. Sie sind nur gegen die Kirche erzogen worden." Vom Schwimmbad zur Kirche Ein Maßstab für den stattgefundenen Richtungswechsel ist der nun eher bescheidene Besucherandrang vor dem Lenin-Mausoleum am Roten Platz. Dafür steht jetzt eine lange Warteschlange vor der Christus-Erlöser-Kathedrale. Mit stoischer Ruhe nehmen die Menschen sowohl die Wartezeit als auch die strenge Sicherheitskontrolle am Eingang auf sich, nur um die hier aufbewahrten Reliquien des heiligen Johannes Chrysostomus, des Apostels Andreas, der als Patron Russlands gilt, der Maria von Ägypten und des heiligen Alexander Newski inbrünstig verehren zu können ... Ingeborg Schödl
1-2/2008: Ich bin die Magd des Herrn (Lk 1,38) "Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben … (Lk 1,26–38) Einer der größten Augenblicke der Weltgeschichte Nun ist es wirklich so weit: Gott wird Mensch. Einer der größten Augenblicke der Weltgeschichte ist gekommen. Der Sohn Gottes wird im Schoße Mariens Fleisch annehmen. Welche Gnade! Welche Auszeichnung für die Menschen! Welche Liebeserklärung Gottes an die Menschen! Er wird uns gleich in allem, ausgenommen der Sünde. Jene Begebenheit, die in dieser Perikope geschildert wird, eröffnet der Menschheit eine unglaubliche Verheißung und Zukunft. Sie gehört zu den wichtigsten und bedeutendsten Aussagen der Heiligen Schrift. Fast 2000 Jahre lang sehnt sich der Stamm Abrahams, Isaaks und Jakobs und später das ganze jüdische Volk nach einem Erlöser, nach einem Messias. Darauf wird es vorbereitet. Da das Volk stets von neuem politische Unterdrückung erfährt, entwickelt sich immer stärker der Wunsch nach einem politischen Messias. Aber Gott wollte für den Menschen eine größere Befreiung, eine seelisch-geistige Befreiung von den Sünden. Das Volk soll vom Bösen erlöst und sein Blick auf die Ewigkeit hin gerichtet werden ... Johannes Gamperl Lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe die Fortsetzung dieser Besinnung zu Lk 1,38.
1-2/2008: Geistliche Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Ich war sehr erstaunt, als ich das erste Mal von den "Evangelischen Marienschwestern" hörte – einer geistlichen Gemeinschaft (Kommunität) innerhalb der evangelischen Kirche. Bis dahin war ich der Überzeugung gewesen, dass es in den protestantischen Kirchen so etwas wie Ordensgemeinschaften nicht geben könnte. Hat sich doch Luther sehr kritisch zum Ordens- und Klosterleben geäußert. Kommunitäten und Gemeinschaften Tatsächlich gibt es jedoch in Deutschland rund 120 Kommunitäten mit etwa 3.000 Mitgliedern. Grob lassen sich zwei Arten von Gemeinschaften unterscheiden. Kommunitäten im engeren Sinn bezeichnen Gemeinschaften, die auf Dauer nach der häufig modifizierten Regel der drei Gelübde zusammenleben. Im weiteren Sinn handelt es sich um Schwesternschaften, Bruderschaften und Gemeinschaften von Männern und Frauen, deren Mitglieder zwar nach einer verbindlichen Regel ihr Christsein gestalten und auch regelmäßig zu Tagungen und Einkehrzeiten zusammenkommen, aber Familie und Beruf haben (können). Es gibt auch Gemeinschaften, in denen beide Formen vertreten sind ... Johannes Sinabell Bildtext: Communaut de Taiz: 1940 gründete Frre Roger eine ökumenische Bruderschaft, der heute über 100 Männer unterschiedlicher christlicher Konfessionen angehören
1-2/2008: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 3. Jänner 2008 Am heutigen ersten monatlichen Gebetstag des neuen Jahres stehen wir noch ganz in der Faszination der Weihnachtsbotschaft. Als Nachsatz fügt Lukas den Ereignissen der Heiligen Nacht hinzu: "Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde". Wenn die Kirche am 3. Jänner das Fest vom hl. Namen Jesus feiert, möchte sie das Geheimnis dieses Tages mit den Worten des heiligen Paulus aus dem Philipperbrief zusammenfassen: "Dann hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr – zur Ehre Gottes des Vaters."… Donnerstag, 31. Jänner 2008 "Ich werde mein Leben der Jugend weihen" – ist das Leitmotiv des italienischen Bauernsohnes Johannes Bosco, dessen Gedenktag die Kirche heute begeht. 1815 in Becci in Norditalien geboren, gelangte er erst 1841 nach Überwindung vieler Hindernisse zum Priestertum. 1846 gründete er das "Oratorium des heiligen Franz von Sales", 1861 die "Salesianer Don Boscos" zur Erziehung der Jugend. Die Arbeiterjugend von Turin war ihm ein besonderes Anliegen. Mit Maria Mazzarello rief er die Gemeinschaft der Mariahilfschwestern ins Leben, die sich der Mädchenerziehung widmete ... Franz Schrittwieser
12/2007: Eine außergewöhnliche Frau Teresa von Ávila gehört zu den bedeutendsten Frauengestalten des christlichen Abendlandes. Sie war eine vollendete und harmonische Persönlichkeit – gleich groß als Mensch wie als Heilige – von überragender Autorität und Organisationsgabe, von bewundernswert gesundem Menschenverstand und seltener Anpassungsfähigkeit,
besonders auch an Gemeinschaften und Freunde" (LThK 10,100).
Teresa (Teresa de Cepeda y Ahumada) wurde 1515 in Ávila geboren. Ihr Vater heiratete in zweiter Ehe Beatriz de Ahumada, die Mutter Teresas, deren drittes Kind sie war. Schon im Alter von sieben Jahren wollte sie mit ihrem
Lieblingsbruder Roderich, der später im Jahre 1536/1537 in Rio de la Plata in Südamerika für den Glauben starb, bei den Mauren den Märtyrertod suchen...
Johannes Gamperl
12/2007: Dritte Europäische Ökumenische Versammlung Nachlese Vom 4. bis 9. September 2007 trafen sich Vertreter fast aller christlichen Kirchen Europas in Sibiu/Rumänien. Die Versammlung stand unter dem Thema "Das Licht Christi scheint auf alle. Hoffnung für Erneuerung und Einheit in Europa". In Österreich blieb dieses Ereignis aufgrund des Papstbesuches fast unbemerkt. Allerdings wies der Papst bei seiner Ansprache vor den Spitzenpolitikern des Landes und dem Diplomatischen Korps am 7. September auf die Versammlung hin. Und während der Vesper in der Basilika von Mariazell entzündete er eine Kerze der "EEA3" (Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung). Die Ökumenische Versammlung Sibiu, eine Stadt in Siebenbürgen, war heuer, neben Luxemburg, auch Europäische Kulturhauptstadt. Mit Österreich ist sie insofern verbunden, da sie Teil der Monarchie war. Ihr deutscher Name ist Hermannstadt, die ungarische Minderheit der Stadt nennt sie Nagyszeben. Die Vielfalt der Bevölkerungsgruppen spiegelt sich auch in den Glaubensgemeinschaften wider … Johannes Sinabell
10-11/2007: Symposion zum Jubiläum des österreichischen Zentrums für geistliche Berufe Berufung entfalten Um in einer säkularisierten Welt Gott ins Spiel zu bringen, wurde im Jänner 1918 das Canisiuswerk gegründet. Ein Anliegen, das auch heute topaktuell ist. Dazu ist ein verstärktes Teilen von Leben und Glauben aller Christinnen und Christen notwendig. Den dafür nötigen Voraussetzungen und möglichen konkreten Schritten zur Umsetzung soll beim Symposion des Canisiuswerkes nachgegangen werden: Montag, 28. Jänner – Mittwoch, 30. Jänner 2008 Kardinal-König-Haus, 1130 Wien, Kardinal-König-Platz 3 Begleitung: P. Johannes Herz SJ und Fr. Hans Brandl SJ Programmvorschau: Montag, 28. Jänner: 14.30 Uhr: Arbeitseinheit 1 19.30 Uhr: Einheit 2 Dienstag, 29. Jänner: 9.00 Uhr: Einheit 3 16.00 Uhr: Kranzniederlegung am Grab des Gründers des Canisiuswerkes am Hernalser Friedhof 17.00 Uhr: Festgottesdienst mit Bischof Johann Weber in der Herz-Jesu-Sühnekirche, 1170 Wien Mittwoch, 30. Jänner: 9.00 Uhr – 12.00 Uhr: Treffen der Diözesanverantwortlichen Zum Symposion erwarten wir Teilnehmer aus den diözesanen Teams. Zum Festgottesdienst und zur Kranzniederlegung, die öffentlich zugänglich sind, laden wir alle Leserinnen und Förderer herzlich ein. Ihre Ideen sind gefragt Für ein berufungsfreundliches Klima zu sorgen, muss unsere Sorge sein. Die Berufung zum Priestertum und zum Ordensleben braucht als Grundvoraussetzung Glaubenszeugnis und Glaubensfreude der christlichen Gemeinde. Das Canisiuswerk hat in den vergangenen 90 Jahren durch konkrete Hilfestellungen versucht, die geistliche Basis in den Gemeinden zu stärken. Auch in Zukunft soll dies intensiv geschehen. Zur Erarbeitung von Diskussionsgrundlagen für unser Symposion laden wir alle Leserinnen und Leser ein: Senden Sie uns Ihre Gedanken, Überlegungen und Anregungen zur Förderung eines berufungsfreundlichen Klimas bis 15. November 2007 unter dem Stichwort "Symposion" zu. Kontakt: Canisiuswerk Stephansplatz 6/2, 1010 Wien canisiuswerk@canisius.at
10-11/2007: Der Jünger wird Priester Das Bild des Priesters im Wandel der Zeit Wir alle kennen verschiedene Typen von Priestern, wir haben verschiedene Bilder priesterlicher Existenz vor uns, aber all das trifft noch nicht den Kern und die Mitte des Priesterseins. Entscheidend ist die Frage: Was macht das Priestersein aus, worin besteht die priesterliche Berufung? Da gibt es im Lauf der Jahrhunderte einen Wandel, nicht im Sinn des Entstehens völlig gegensätzlicher Konzepte, aber im Sinn von unterschiedlichen Akzentsetzungen und Schwerpunkten. Der Wandel zum Priester Wenn wir die Texte des Neuen Testaments unter diesem Aspekt betrachten, dann fällt auf, dass für diese Berufung keine religiösen Bezeichnungen im strengen Sinn verwendet werden, sondern Worte, die den Dienst und die Aufgabe benennen. Denn eine Grundüberzeugung steht fest: "Einer ist Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus." (1 Tim 2,5) Seine Lebenshingabe am Kreuz ist die Vollendung aller Opfer. So ist er auch der Priester schlechthin, der "wahre Hohepriester", wie der Hebräerbrief eindringlich zeigt. Die Apostel und die Amtsträger in den Gemeinden agieren nicht in eigener Vollmacht, sondern als seine Gesandten. In den Beschreibungen ihrer Tätigkeiten steht die Bemühung um die Gemeinde und die einzelnen Glaubenden, mit einem Wort die Seelsorge, im Vordergrund. Die liturgischen Dienste werden in diesen Texten kaum erwähnt, wohl eher als selbstverständlich vorausgesetzt. Wie soll er leben? Aber schon bald geschieht eine Parallelisierung der alttestamentlichen Priester mit den neutestamentlichen Amtsträgern. Diese repräsentieren in der Eucharistie ja Christus, den Hohenpriester; daher werden sie selbst Priester genannt. Man wird vorrangig geweiht für die Eucharistiefeier; die anderen Aufgaben – wie die Gemeindeleitung und die Verkündigung – werden diesem Hauptziel zu- und auch untergeordnet. Diese Akzentuierung verstärkt sich im Laufe des Mittelalters. In einem Pontifikale aus dem 10. Jahrhundert wird das geistliche Amt definiert als "potestas offere sacrificium Deo missamque celebrare" (Vollmacht, Gott das Opfer darzubringen und die Messe zu feiern). Die Erfüllung der priesterlichen Sendung erfordert auch eine dem entsprechende Lebensweise. Die bedeutenden Schriften über priesterliche Spiritualität in der Zeit der Kirchenväter betonen daher die Höhe und Erhabenheit der Berufung. In diesem Zusammenhang ist z. B. der Dialog des hl. Johannes Chrysostomus ( 407) über das Priestertum zu erwähnen. Das Handbuch priesterlichen Ideals im Mittelalter war zweifellos die "Regula pastoralis" des hl. Papstes Gregors des Großen ( 604). Von der Betonung der Heiligkeit dieser Berufung her ist auch die Forderung nach der Ehelosigkeit der Priester zu sehen, die schon von Synoden des Altertums erhoben, gesamtkirchlich aber erst im Mittelalter im Zug der Gregorianischen Reform vorgeschrieben wird. Ideal kontra Wirklichkeit Allerdings klafften vor allem im Mittelalter Ideal und Wirklichkeit oft weit auseinander … Josef Weismayer 9/2007: Hildegard von Bingen Ich kann mich noch erinnern, wie ich das erste Mal von Hildegard von Bingen (1098 – 1179) gehört habe. Damals bekam einer meiner Studienkollegen von seiner Mutter Dinkelkekse gebacken. Sie sollten ihm helfen, den Stress des Studiums besser zu verkraften. Das Rezept dieser Kekse stammte, so wurde mir gesagt, von Hildegard von Bingen. Später fand ich dann in den Esoterikabteilungen der Buchhandlungen immer wieder ihr zugeschriebene Bücher über die Heilkraft der Steine und jene über die "Hildegard-Medizin". In mir entstand das Bild einer Klosterfrau, die durch Visionen volksmedizinische Werke schuf. Diese Vorstellung wird ihr aber bei weitem nicht gerecht... Johannes Sinabell
9/2007: Ein "Wahnsinniger" wird Barmherziger Bruder Ausreißer Geboren am 8. März 1495 in Portugal war Johannes Ciudad gerade acht Jahre alt, als er entweder von zu Hause fortlief oder entführt wurde. Ein Priester hatte einige Tage zuvor begeistert vom religiösen Leben in Spanien erzählt. Einen Suchdienst – wie es ihn heute gibt – gab es damals nicht. Aus Gram über den Verlust ihres Kindes starben seine Eltern sehr bald nach seinem Verschwinden. Den völlig erschöpften Buben nahm der Haupthirte einer kleinen spanischen Stadt namens Oropesa mitleidig auf. Johannes musste die Schafe hüten, erhielt aber dafür eine gute Erziehung. Er lernte lesen, schreiben und rechnen und wurde im Bereich der Verwaltung ausgebildet. Als er zum jungen Mann herangereift war, übertrug ihm sein Herr die gesamte Verwaltung und wollte ihm seine Tochter zur Frau geben. Johannes erbat sich Bedenkzeit. Er fühlte sich nicht zur Ehe hingezogen und, da ihn sein Herr bedrängte, ergriff er die Flucht... Johannes Gamperl9/2007: Zum monatlichen Gebetstag für geistliche Berufe Donnerstag, 6. September 2007 Vergeblich fischten Simon, Jakobus und Johannes am See Gennesaret. Davon berichtet uns das heutige Tagesevangelium. Da hören sie Jesus von ihrem Boot aus vom Reich Gottes reden. Er fordert sie auf, erneut auf den See hinauszufahren. Auf sein Wort hin und im Vertrauen auf ihn fangen sie viele Fische. Auf sein Wort hin geben sie ihren bisherigen Beruf auf und folgen ihm nach. Sie werden zu seinen Jüngern, zu Menschenfischern. Noch lange müssen sie in seine Schule gehen, bis sie wirklich begreifen, wer Jesus ist. Sie sind bereit, sich auf das Abenteuer ihres Lebens mit ihm einzulassen... Franz Schrittwieser
7-8/2007: Heilige Rita von Cascia (1380 – 1457) Besinnung In aussichtslosen Angelegenheiten wird die heilige Rita von Cascia gerne angerufen. In der Kirche Santa Rita in Cascia in Umbrien (Italien) finden sich – auch heute noch – immer wieder Pilger und Gläubige ein, die vor den Reliquien der Heiligen beten. Wer ist diese Frau, die Papst Leo XIII. im Jahre 1900 heilig gesprochen hat? Um das Jahr 1380 wurde Rita in Roccaporena bei Cascia geboren. Der Ort liegt in einem engen umbrischen Felsental, das nur wenige Stunden am Tag von der Sonne beschienen wird. Schon als Kind zog sich Rita gerne in eine dunkle Ecke der Dorfkirche zurück, um im Gebet mit Jesus vereint zu sein ... Johannes Gamperl Heilige Rita, hilf allen unseren Kranken und Leidenden! Erbitte uns eine große Liebe zu Jesus, der aus unendlicher Liebe zu uns das Kreuz auf sich genommen hat!
7-8/2007: Lebendiges Wasser Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. (Johannes 4,13–14) Hinführung zum Bild Das Bild ist zweigeteilt; rechts sehen wir eine sitzende Gestalt in ein würdevolles Kleid gehüllt, das Gesicht, das von einem Nimbus mit Kreuz umgeben ist, direkt dem Betrachter zugewandt, die rechte Hand zur Segensgeste erhoben. Sie weist auf die andere Bildhälfte, auf der wir eine Frau in einem kostbaren Gewand sehen, die aus einem Brunnen gerade ein Gefäß mit Wasser hochzieht ... Kurt Zisler Dr. Kurt Zisler ist Direktor der RPA Graz. Bild u. Text entstammen der Reihe "Lieben wie er. Im Blick auf Christusbilder Leben und Glauben gestalten" – Serie 2 (erhältlich im Canisiuswerk, 5,–).
7-8/2007: Johannes Chrysostomos Gedenkjahr 2007 In seiner Weihnachts- botschaft 2006 rief das Oberhaupt der Weltorthodoxie, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., das Jahr 2007 zum Gedenkjahr zu Ehren des heiligen Johannes Chrysostomos aus. Dieser Patriarch von Konstantinopel, einer der bedeutendsten Kirchenlehrer der Ost und Westkirche, ist 407, vor 1.600 Jahren, gestorben. Er lebte in einer Zeit, in der innerhalb des frühen Christentums immer wieder Streitigkeiten über den wahren Glauben herrschten. Zu dieser Zeit hatten auch die Kaiser und deren Umfeld großen Einfluss auf die Kirche und ihre Amtsträger. Dies wurde noch dadurch begünstigt, dass innerhalb der Kirche Machtkämpfe um Leitungsposten und die Durchsetzung eigener Vorrechte herrschten. Ein Leben als Einsiedler Johannes wurde um 350 in Antiochia (im heutigen Antakya im Süden der Türkei) in eine vornehme Familie hineingeboren ... Johannes Sinabell
5-6/2007: Heilige Elisabeth von Thüringen Besinnung "Ich habe euch immer gesagt, dass wir die Menschen fröhlich machen müssen." – "Wir sind wie ein Schilf, das am Flussufer wächst. Schwillt der Fluss, so beugt sich das Schilf; sinkt das Wasser, so richtet es sich wieder empor und wächst in seiner Kraft fröhlich und erquickt weiter. So müssen auch wir uns bisweilen beugen und demütigen, um uns dann froh und erquickt wieder aufzurichten." Das sind einige der wenigen Worte, die uns von der heiligen Elisabeth von Thüringen überliefert sind. Die heilige Elisabeth wurde im Jahre 1207 auf der Burg Sros- Patak in Ungarn als Tochter des Ungarnkönigs Andreas II. und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs geboren. Im Alter von vier Jahren wurde sie dem Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen verlobt. Mit prächtigem Gefolge und einer Fülle von kostbaren Schätzen wurde sie in ihre neue Heimat gebracht. Landgräfin Sophie, ihre spätere Schwiegermutter, erzog das Kind ... Johannes Gamperl Heilige Elisabeth, du hast aus Liebe zu Gott alles hergegeben. Gott allein war das Zentrum deines Lebens. Hilf uns, so wie die Gottesmutter uns immer wieder auffordert, stets Gott in die Mitte unseres Lebens zu stellen!
5-6/2007: Er versuchte, zu lieben Abbé Pierre – Vater der Armen
Am 22. Jänner 2007 starb in Paris Abbé Pierre. Dieser bärtige, alte Armenpriester mit Baskenmütze, Stock und schwarzem Umhang war für viele Franzosen über Jahrzehnte hinweg die bedeutendste Persönlichkeit, noch vor Sportlern und sonstigen Berühmtheiten. An seinem Begräbnis nahmen Politiker, Prominente und Tausende Franzosen aller sozialen Schichten teil. Durch seine Arbeit mit Obdachlosen und seinen Einsatz für sozial Benachteiligte wurde er zum Gewissen der französischen Nation. Durch die Gründung der Emmaus-Gemeinschaft,
die sich für diese Personengruppen einsetzt, ist er weltweit bekannt geworden ...
Johannes Sinabell
Nähere Informationen: www.emmaus.at
5-6/2007: Gastkommentar Medizin mit Seele Dass es sich beim äußerst modernen Spital in Wien-Gumpendorf um ein Ordenskrankenhaus handelt, merkt man gleich beim Hineinkommen. Nicht, weil man durch eine Ordensfrau begrüßt wird, sondern weil eine ganz besondere Atmosphäre der Geborgenheit und des Vertrauens schon die Eingangshalle füllt. Von der Wand lächelt milde der heilige Vinzenz von Paul, Gründungsvater der Barmherzigen Schwestern. Nicht als Ölbild, sondern als modern in Szene gesetzte Plastik eines renommierten Künstlers. Das Krankenhaus zählt zu den Innovationsführern unter den Spitälern. Gemeinsam mit sechs anderen Spitälern gehört es … Johannes Thomas Dr. Johannes Thomas ist ärztlicher Direktor des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern in Wien-Gumpendorf
5-6/2007: "Denn für Gott ist nichts unmöglich!" Drei Initiativen der Wiener Berufungspastoral Seit Jahrhunderten lädt die Kirche dreimal am Tag zum Gebet des Angelus ein. In den drei "Gegrüßet seist du, Maria" klingt dabei die wichtigste und wahrscheinlich auch spannendste Berufungsgeschichte der Menschheit auf. Papst Johannes Paul II. hat viele Male jungen Menschen dieses Gebet als persönliche Betrachtung vorgeschlagen: "Liebe Jugendliche! Gott offenbarte Maria seinen Plan und fand in ihr – damals so jung wie ihr jetzt – ein Herz, das sich dem Wirken seiner Liebe ganz hingab. … Möge dieses Gebet euer Gebet werden, über das ihr jeden Tag nachdenkt." (Johannes Paul II., Botschaft zum Weltjugendtag 2000) Junge Menschen beten füreinander Seit ein paar Jahren steht dieses kleine Gebet im Zentrum der Aktivitäten der Wiener Berufungspastoral. Fast 600 Jugendliche … Andreas Schätzle, Nikolaus Haselsteiner
5-6/2007: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 3. Mai 2007 Die Kirche feiert heute das Fest der Apostel Philippus und Jakobus. Philippus stammte aus Betsaida und gehörte zum Freundeskreis Johannes des Täufers, bevor ihn Jesus in die Schar seiner Apostel berief. Jakobus war ebenfalls einer der Zwölf. Als Verwandter Jesu hat er in der Kirche von Jerusalem eine führende Rolle gespielt und beim Apostelkonzil zwischen den Juden und den Heidenchristen vermittelt. Die Spuren der beiden Apostel verschwinden im Dunkel der Geschichte. Beide waren aber bereit, ihr Leben für Jesus und sein Erlösungswerk einzusetzen und hinzugeben. Die Gebete und Texte der heutigen Liturgie weisen uns darauf hin, dass der Weg der Nachfolge Jesu durch Leiden hin zur Auferstehung führt ... Donnerstag, 31. Mai 2007 Wo immer Jesus auftauchte, erregte er bei den Menschen Staunen und Begeisterung, aber auch Unverständnis und Ablehnung. Der blinde Bettler von Jericho, von dem das heutige Tagesevangelium berichtet, machte auf sein Schicksal aufmerksam, indem er schrie: "Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!" Weil er an den Herrn glaubte, konnte er wieder sehen und folgte Jesus auf seinem Weg. Sind auch wir unterwegs mit Jesus in unserem Beruf, in Ehe und Familie, als Priester oder Menschen im gottgeweihten Leben? … >"Heilige Maria, Mutter Gottes, du hast der Welt das wahre Licht geschenkt, Jesus, deinen Sohn – Gottes Sohn. Du hast dich ganz dem Ruf Gottes überantwortet und bist so zum Quell der Güte geworden, die aus ihm strömt. Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm. Lehre uns ihn kennen und ihn lieben, damit auch wir selbst wahrhaft Liebende und Quelle lebendigen Wassers werden können, inmitten einer dürstenden Welt." Papst Benedikt XVI. (Schlussgebet der Enzyklika Deus Caritas Est, Vorbereitungsgebet auf die Wallfahrt des Papstes nach Mariazell) Franz Schrittwieser
4/2007: … suchst du? Unter diesem Motto begehen wir am vierten Ostersonntag den Weltgebetstag der geistlichen Berufe. Mit dieser Frage aus dem Johannesevangelium (Joh 1,35–42) werden wir an jene eindrucksvolle Szene am Ufer des Sees Genesareth erinnern, in der Jesus zwei Jüngern Johannes des Täufers begegnet. Sie gehörten wohl – wie wir alle – zu den Suchenden und Fragenden. Vielleicht erwarteten sie von Jesus Hilfen für ein geglücktes Leben. Sie waren jedenfalls bereit, ihm zu folgen. Sie wurden seine ersten Jünger und Zeugen seiner Botschaft von einem guten Vater im Himmel, der die Menschen liebt. In seinen Worten und Taten entdeckten sie den rettenden und menschenfreundlichen Gott. Mit Jesus von Nazareth zogen sie landauf und landab gezogen, bis sich in Jerusalem sein Erlösungswerk vollendete. Im Gekreuzigten und Auferstandenen haben sie den gefunden, dem sie ihr Leben schenkten. Sie wurden Zeugen seiner Botschaft und verbreiteten diese Frohbotschaft bis an die Grenzen der damals bekannten Welt. Sind nicht auch wir unser Leben lang Suchende und Fragende? … Franz Schrittwieser
4/2007: Heilige Gertrud von Nivelles (626 – 659) In der linken Hand einen Spinnrocken (= Spinnstab), in der rechten Hand den Stab der Äbtissin, so steht die heilige Gertrud von Nivelles vor dem Volk, das seit Jahrhunderten zu ihr, der Nothelferin, seine Zuflucht genommen hat. (Man darf sie nicht mit Gertrud von Helfta verwechseln.) Eine fromme Familie Die heilige Gertrud kam im Jahre 626 als Tochter von Pippin dem Älteren, dem Hausmeier der merowingischen Könige und Stammvater der Karolinger, in Nivelles (südlich von Brüssel) zur Welt. Ihre Mutter war die heilige Itta oder Iduberga, deren Fest am 8. Mai begangen wird. Ein Bruder der Mutter, der heilige Modoald (Fest: 12. Mai), leitete von 614 bis 649 die Diözese Trier. Er gründete mehrere Klöster. Die heilige Begga, eine Schwester der heiligen Gertrud, ( 693, Fest: 17. Dezember) gründete das Kloster Andenne in der Diözese Lüttich ... Johannes Gamperl
4/2007: Paul Gerhardt Es gibt Lieder, die begleiten mich seit meiner Kindheit und berühren mich immer wieder aufs Neue. Eines davon ist "O Haupt voll Blut und Wunden". Es gehört für mich zur Feier der Kartage wie "Stille Nacht" zur Weihnachtszeit. Vor über 350 Jahren wurde der Text von einem lutherischen Geistlichen geschrieben. Wer war aber dieser Paul Gerhardt, dessen vierhundertsten Geburtstag wir kürzlich begangen haben? Geografisch ist Gerhardt über einen kleinen Radius nicht hinausgekommen. "Seine Orte" Gräfenhainichen, Grimma, Wittenberg, Berlin, Mittenwalde und Lübben liegen im den heutigen Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg verhältnismäßig nahe beieinander. Seine Lieder sind allerdings auf der ganzen Welt bekannt ... Johannes Sinabell
3/2007: Ein Heiliger des Libanon, Scharbel Machluf (1828 - 1898) "Heute ist die ganze Kirche, in Ost und West, zu einem Freudenfest eingeladen. Unser Herz blickt zum Himmel, wo – wie wir mit Sicherheit wissen – jetzt der heilige Scharbel Machluf an der unermesslichen Glückseligkeit der Heiligen im Lichte Christi teilhat, wo er Gott preist und für uns Fürbitte leistet. Unser Blick geht aber auch dorthin, wo der neue Heilige sein irdisches Leben verbracht hat, in den Libanon, dieses uns so teure Land, dessen Vertreter wir hier voll Freude begrüßen ...", so begann Papst Paul VI. am 9. Oktober 1977 seine Ansprache zur Heiligsprechung dieses großen Eremiten aus dem Libanon.
Scharbel Machluf wurde 1828 in dem kleinen Maronitendorf Bqa` Kafrā im Libanongebirge auf 1600 m Höhe geboren. In der Nähe dieser Bergsiedlung erheben sich mächtige Zedernwälder. Seine Eltern waren arme, einfache und fromme Menschen. Sie schenkten fünf Kindern das Leben. Ihren jüngsten Sohn ließen sie auf den Namen Jussef (Josef) taufen. Später wird er als Mönch den Namen Scharbel annehmen. Schweres Leid traf die Familie, als im Jahre 1831 der Vater starb. Ein tüchtiger und gottesfürchtiger Onkel übernahm die Vormundschaft und kümmerte sich auch um eine echte, christliche Erziehung …
Johannes Gamperl
3/2007: Sehnsucht nach Heilung Ich erinnere mich an einen Frühling, als in ganz Wien Plakate für ein "Wunderfestival" warben. Ein christlicher charismatischer Heiler war gekommen und trat auf einer Bühne im Freien auf. Nach einer Predigt und nach Lobpreisgesängen wurden Kranke und Leidende eingeladen, zum Heiler zu kommen. Er versprach, Jesus würde durch ihn alle heilen. Viele betraten die Bühne, benannten ihre Krankheiten, baten um den Segen und um ihre Heilung. Der Heiler sagte jedem bzw. jeder, dass er oder sie geheilt sei. Allerdings: Der Blinde, dessen Heilung für das Veranstaltungsende versprochen worden war, blieb blind. Die Personen, die im Rollstuhl gekommen waren, fuhren in demselben wieder nach Hause. Ein anderer christlicher Prediger verkündet, dass jede Krankheit und jede Behinderung auf das Wirken des Satans im Menschen zurückzuführen sei. Er verspricht, Kranke dadurch zu heilen, indem er den Satan im Namen Jesu austreibe ... Johannes Sinabell
1-2/2007: Von der Kontemplation zur Aktion Gebet und Arbeit: Beides ist notwendig! Jesus kritisiert nicht die Arbeit, in diesem Fall die Arbeit der Marta, die ja eine gute Leistung erbringt. Denn alle wollen essen und sich sättigen. Was Jesus kritisiert, ist die Tatsache, dass sich Marta sofort und ganz von der Arbeit beanspruchen lässt. Gleich eilt sie zum Herd. Sie bleibt nicht wenigstens eine Zeit lang beim Herrn. "Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden." Und man könnte gleichsam weiter sprechen: "Doch du bist in Gefahr, auf das Wesentliche zu vergessen. Du hast keine Zeit mehr für mich. Was soll die ganze Gastfreundschaft, wenn wir gar nicht mehr miteinander sprechen können?" … Johannes Gamperl
1-2/2007: Kirche in der Welt von heute – Teil 2 Das Zweite Vatikanische Konzil hatte für das Leben und Wirken von Kardinal König zentrale Bedeutung. Das bezog sich nicht nur auf den Brückenschlag zwischen der Kirche und der Welt von heute. Von wesentlicher Bedeutung waren ihm auch die erfolgte Öffnung für Ökumene und den Dialog mit anderen Religionen. Ökumenischer Dialog Durch die Position als Erzbischof von Wien, unmittelbar beim Eisernen Vorhang, sah Kardinal König seine Aufgabe darin, mit den Kirchen in den Ländern des Kommunismus Kontakt aufzunehmen ... Johannes Sinabell
12/2006: Besinnung "Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen ..." (Lk 10,38 – 42) Fortsetzung
Zu Füßen Jesu sitzen und auf ihn hören
Zu Füßen Jesu sitzen und auf ihn hören. Das hat Maria von Betanien sofort getan, während Marta gleich zu kochen begann, um Jesus ein gutes Mahl vorsetzen zu können. Sie hat es durchaus gut gemeint. Wenn wir gleichsam zu Füßen Jesu sitzen, wenn er durch die heilige Kommunion bei uns ist, werden sicher Worte der Liebe und Hingabe in unserer Seele aufsteigen, hinein in das Herz des Herrn! "Jesus, du bist da. Jesus, ich danke dir. Jesus, ich liebe dich. Jesus, ich brauche dich. Jesus, erbarme dich meiner!" Die liebende Seele wird nicht verlegen sein, solche Formulierungen zu finden. "Jesus, alles soll dir gehören. Alles habe ich ja durch dich bekommen: meine Seele, meinen Leib, meine Fähigkeiten, meinen Besitz. Jeder Atemzug meiner Lunge, jede Zelle meines Leibes, jede Schaltstelle meines Gehirns, jeder Schlag meines Herzens soll dir gehören und meine Liebe zu dir und meine Hingabe an dich ausdrücken." …
Johannes Gamperl
12/2006: Kirche in der Welt von heute – Teil 1 Kardinal Franz König hat Zeit seines Lebens die englische katholische Wochenzeitung "The Tablet" gelesen. Über lange Jahre hat er mit Christa Pongratz- Lippitt, der Österreich-Korrespondentin dieser Zeitung, Gespräche geführt. Anfang dieses Jahres erschien ihr Buch, das seine Gedanken zum Dialog mit Gott und der Welt zum Inhalt hat. Einige wesentliche Gedanken daraus möchte ich Ihnen vorstellen1. Das Zweite Vatikanische Konzil Das prägende Ereignis für Kardinal König und auch für die folgende Entwicklung der Kirche in der Welt von heute war das Zweite Vatikanische Konzil. Kardinal König bezeichnet es selber als "Höhepunkt meines Lebens". Den entscheidenden Anstoß gab Papst Johannes XXIII. Das Konzil entsprang dem Wollen eines Mannes, bei dessen Wahl wohl kaum jemand, am wenigsten er selbst, von der schicksalhaften Bedeutung … Johannes Sinabell Literatur: Franz Kardinal König, Offen für Gott – offen für die Welt. Kirche im Dialog, Hrsg.: Christa Pongratz-Lippitt, HERDER, Freiburg/Br. 2006, 176 Seiten, 17,40 (ISBN: 3-451-28891-5)
12/2006: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 2. November 2006 In diesen Tagen erinnert uns die Kirche daran, dass das Ziel unseres Lebens nicht in dieser Welt liegt. Unser ganzes Leben sind wir unterwegs zu Gott, dem Ursprung und Ziel unseres Lebens. Nur sein Licht und seine Liebe zählen wirklich, denn die Sehnsucht unseres Herzens ist viel zu groß für diese Welt. Wenn wir den Friedhof besuchen und an den Gräbern unserer Verstorbenen beten, sollten wir auf die nicht vergessen, denen wir unseren christlichen Glauben verdanken. Zu ihnen gehören neben unseren Eltern und Lehrern wohl auch unsere Seelsorger … Donnerstag, 30. November 2006 Der Apostel Andreas, dessen Fest wir heute feiern, ist eine der großen Glaubensgestalten an der Wende des Kirchenjahres. Dem Fischer aus Bethsaida wird die Stunde seiner Berufung unvergesslich bleiben. Johannes der Täufer, dessen Jünger er war, führte ihn zu Jesus. Er ist so von ihm fasziniert, dass er auch seinen Bruder Petrus für den Mann aus Nazareth gewinnt. Sie verlassen Beruf, Familie und Heimat ... Franz Schrittwieser
10-11/2006: "Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen …" (Lk 10,38 – 42) Fortsetzung Jesus mit Liebe aufnehmen Zu den schönsten Stellen der Heiligen Schrift gehört für mich unter anderen das wunderbare Wort Jesu von der Innewohnung Gottes in unserem Herzen, in unserer Seele. In den Abschiedsreden nämlich sagt Jesus den Aposteln: "Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen" (Joh 14,23). Jesus in unserem Herzen, in unserer Seele – was kann es Schöneres geben? Man kann einen Besucher, … Johannes Gamperl
10-11/2006: Der Kanon der biblischen Bücher Wenn Sie Ihre Bibel aufschlagen, wird es wahrscheinlich die Einheitsübersetzung sein. Darin enthalten sind 46 Bücher des Alten und 27 Bücher des Neuen Testaments. Es gibt aber auch Bibelausgaben mit nur 39 Büchern des Alten Testaments. Andererseits tauchen immer wieder Schriften auf, die ebenfalls das Leben und Wirken Jesu zum Inhalt haben, sich aber nicht in der Bibel finden. Der Grund dafür liegt darin, dass sich erst im Laufe der Zeit die Bibel in der heutigen Form gebildet hat. Dazu wurde der Kanon, ein Maßstab der für die Christenheit maßgeblichen biblischen Schriften, erstellt ... Johannes Sinabell
9/2006: Besinnung "Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen ..." (Lk 10,38–42) Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Dort wird er leiden, sterben und auferstehen. Er bereitet seine Jünger darauf vor. Der Herr lehrt sie und stärkt ihren Glauben durch Wunder und Zeichen. Er sagt ihnen darum auch: "Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört"… Johannes Gamperl
9/2006: "Zeig mir, Herr, deinen Weg" 10 Jahre "Haus Manresa" Am 27. April 2006, dem Fest des heiligen Petrus Canisius, feierten die Jesuiten in Linz mit ihren Freunden und Gästen das zehnjährige Bestehen des Hauses Manresa mit einem Dankgottesdienst und lebendigen Zeugnissen von Frauen und Männern, die hier geistliche Begleitung gefunden haben. Am 1. Mai 1996 begann P. Josef Maureder SJ das neue Projekt der Berufungspastoral der Jesuiten in Österreich mit dem Zentrum im Haus Manresa in Linz … 1350-mal waren junge Erwachsene in diesen zehn Jahren im Durchschnitt vier Tage lang im Haus Manresa, und knapp 2000 junge Erwachsene haben bei den verschiedensten Angeboten der Berufungspastoral an einem intensiven Prozess teilgenommen. Davon haben mehr als 450 Personen Exerzitien von acht Tagen gemacht. Viele haben sich definitiv entscheiden können und sind engagiert in der Kirche tätig. Über 100 Personen haben sich für die Gelübde entschieden, 20 davon für den Jesuitenorden. Ein Suchender schrieb: "Das Haus Manresa ist für mich zu einem Ort der Klarheit und des Lebens geworden." Am 31. August 2006 wird P. Maureder SJ die Verantwortung für das Projekt an seinen Nachfolger P. Johannes Herz SJ übergeben. Gabriele Eder-Cakl und Otmar Stütz
7-8/2006: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Lk 13,22-30 Der heilige Antonius zählt zu den beliebtesten Heiligen; er wird gerne und oft angerufen, besonders wenn man etwas verloren oder verlegt hat. Sehr oft erfüllt er diese Bitten. Aber er steht im Rufe, dass er nichts umsonst tut: Der Bittende müsse für seine Hilfe ein Opfer bringen, am liebsten sei ihm eine Geldspende für die Armen ... Johannes Gamperl
7-8/2006: Deus Caritas Est Am 25. Jänner 2006 veröffentlichte Papst Benedikt XVI. seine erste Enzyklika. Ausgehend von der Tatsache, dass immer wieder von Gewalt im Namen Gottes zu hören ist, spricht er von der Liebe, mit der Gott uns beschenkt und die von uns weitergegeben werden soll. "Die Liebe ist möglich, und wir können sie tun, weil wir nach Gottes Bild geschaffen sind. Die Liebe zu verwirklichen und damit das Licht Gottes in die Welt einzulassen – dazu möchte ich mit diesem Rundschreiben einladen." Einige Gedanken daraus möchte ich Ihnen vorstellen … Johannes Sinabell
7-8/2006: Bild & Wort Johannes der Täufer Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht, mitten unter den Löwen. Dann will ich das Morgenrot wecken. (Ps 57) "Hinaus!", hör ich, seit uns das Feuerbrausen deiner Liebe das Leben aufgetragen, jeden Morgen: "Zieh aus!" Nicht aus Arbeit und Beziehungen, nicht mal aus den Ferien, nur aus meinen Teufelchen, die da sind: Unrast, Wollen, Ablenkung, und ich frag: "Wo soll ich denn hin?", und hör von dem Ort, wo ich immer weniger will und seh, weiß und spür, noch dich zu verlieren fürcht. Doch wo ich nicht mehr bin, ziehst DU ein, dann kann ich das Morgenrot wecken. Hilfe, Gott, ich kleb gar fest! Treib du mich hinaus! Monika Hemri
5-6/2006: Ein Denker für Europa Der Priester Johannes Messner (1891 – 1984) war einer der bedeutendsten Sozialethiker und Sozialwissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Seine auf der katholischen Soziallehre basierenden Vorstellungen über eine vom ethischen Handeln geprägte Gesellschafts-und Sozialpolitik sind aktueller als je zuvor. Vieles, was heute Politiker und Wissenschaftler mit Weitblick einmahnen, hat Johannes Messner bereits vor 70 Jahren als Basis für eine von ethischen Prinzipien geprägte Gesellschaftspolitik postuliert: Eine "Vermenschlichung des Staates", der "dem Menschen zu dienen" habe. Worüber im Rahmen der Europäischen Union derzeit heftig gerungen wird, nämlich ein "Minimum an gemeinsamen Wertvorstellungen" zu erreichen, betrachtete Messner damals schon als Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaftsordnung … Ingeborg Schödl
5-6/2006: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? - Fortsetzung Hl. Hedwig Unser verstorbener Heiliger Vater, Johannes Paul II., wünschte, dass mehr Familienväter und -mütter heilig gesprochen werden. Eine Familienmutter wollen wir daher in diesem Monat aus dem Dunkel der Geschichte ans Licht holen, die heilige Hedwig von Schlesien. Ihre Eltern waren Graf Berthold IV. von Andechs (Bayern) und seine Gemahlin Agnes. Tochter Hedwig wurde im Jahre 1174 auf der Burg Andechs geboren. Schon im Alter von fünf Jahren brachten die Eltern Hedwig zu den Benediktinerinnen nach Kitzingen (ebenfalls Bayern). Hedwig sollte nach der Meinung ihrer Eltern keineswegs Ordensschwester werden, … Johannes Gamperl
5-6/2006: Kardinal Döpfner und das Zweite Vatikanische Konzil Es ist eine Sache, die Konzilsdokumente zu lesen, und eine andere, Einblick in die Entstehung dieser Texte aus erster Hand zu erhalten. In einem sehr umfangreichen Werk wurden nun die acht Konzilstagebücher, 474 Briefe und handschriftliche Notizen von Kardinal Julius Döpfner veröffentlicht. Hier kann man nachlesen, wie das Konzil in der Zeit der Vorbereitung und der Durchführung das bischöfliche Leben des Kardinals beeinflusste. Neben seiner Tätigkeit als Bischof von Berlin und später als Erzbischof von München (1961 bis zu seinem Tod 1976) war er auch beim Konzil als einer der vier Moderatoren federführend beteiligt ... Johannes Sinabell
4/2006: Tauferneuerung Taufe als österliches Sakrament Ein wesentlicher Teil der Liturgie der Osternacht ist die Tauffeier, in der das Taufwasser geweiht wird und alle Getauften ihr Taufbekenntnis erneuern. Ostern, als das zentrale Fest christlichen Glaubens, erinnert uns an das Wesentliche der Taufe: Wir werden auf Christi Tod getauft und haben dadurch Anteil an seiner Auferstehung. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer: "Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten erweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden" (Röm 6,4; 8). Durch unsere Taufe sind wir neue, andere Menschen geworden. Die Taufe bringt es mit sich, dass wir dadurch ein neues Leben beginnen, dass wir Christus anziehen (Gal 3,27) ... Johannes Sinabell
4/2006: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Fortsetzung Den vorangegangenen drei Teilen dieser Besinnung möchte ich wieder die Lebensbeschreibung dreier Heiliger anfügen, die uns zeigen können, wie sie den schmalen Weg gegangen und durch die enge Tür gelangt sind. Es sind dies die heilige Josefine Bakhita (1947), die heilige Hedwig (1243) und der heilige Antonius von Padua (1231). Heilige sind zeitlos. Sie verwirklichen bestimmte christliche Haltungen und Tugenden, die für jede Zeit und für jeden Ort gelten. Vor allem stellen sie Gott vorbehaltlos in die Mitte ihres Lebens, selbstlos dienen sie ihm und den Mitmenschen. Sie sind darum Vorbilder und Fürbitter für jede Generation. Hl. Josefine Bakhita Die heilige Bakhita wurde um 1870 in Olgossa in der Provinz Darfur, die im größten Land Afrikas, im Sudan (2,505.813 km2), liegt, geboren. Bakhitas Vater, dem sieben Kinder geboren wurden, war der Bruder eines Stammesfürsten. Sklavenhändler raubten das Kind im Alter von etwa sieben Jahren. Sie gaben ihr zynisch den Namen "Bakhita"="die Glückliche" … Johannes Gamperl
3/2006: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Fortsetzung der Besinnung Was kann ich nun konkret tun, um mich für Gott freizumachen, damit ich die enge Tür durchschreiten kann? Man könnte nun vieles angeben oder erwähnen; denn verschiedene Weg führen zum Gipfel des Berges, der Gott ist. Ich möchte drei wichtige Voraussetzungen nennen: das Gebet, die innere Umwandlung und das Hauptgebot der Liebe. Wer diesen Weg des Gebetes, der Umwandlung (=Bekehrung) und der Liebe geht, wird das große Ziel erreichen, das Gott uns bereitet hat … Johannes Gamperl
3/2006: Leben in Gottes Gegenwart Als Christen wissen wir, dass unser ganzes Leben von der Gegenwart Gottes und seiner allumfassenden Liebe begleitet und getragen ist. Dennoch sprechen wir in Gebeten mit ihm und erzählen ihm, der alles weiß, unsere Sorgen, Probleme, Nöte, aber auch Freuden. Wir bedanken uns für all das, was uns geschenkt wird ... Johannes Sinabell
1-2/2006: Die ökumenische Bewegung Die Spaltung des Christentums in verschiedene Kirchen wurde schon immer als Ärgernis angesehen. Daher gab es immer wieder Versuche, eine Einigung herbeizuführen. Allerdings waren die meisten Versuche nicht von Erfolg gekrönt, sondern blieben ohne nennenswerte Ergebnisse. Die "ökumenische Bewegung", die wir heute erleben, hat ihre Anfänge im 19. Jahrhundert… Johannes Sinabell
1-2/2006: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Fortsetzung der Besinnung aus Heft 11/12-2005 "Auf seinem Weg nach Jerusalem zog er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen. (Lk 13,22 ff) Jesus will uns retten. Vieles müssen wir bedenken und im tiefen und echten Glauben betrachten, wenn wir das Wort von der engen Tür hören. Es darf uns nichts zu schwer… Johannes Gamperl
12/2005: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Dort erwarten ihn Leiden, Sterben, aber auch die Auferstehung. Was war nun der Hintergrund für jene Frage, die man Jesus stellte: "Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?" Der unmittelbare Anlass war die Nachricht über die Ermordung von Juden im Tempel, der Einsturz des Turms von Schiloach, desgleichen eine Erzählung Jesu vom unfruchtbaren Feigenbaum (vgl. Lk 13,1-9). Jesus hatte eine ernste Mahnung zur Umkehr für alle angeschlossen. Der Fragesteller redete Jesus mit "kyrios" an, also mit einem Hoheitstitel. Jesus ist mehr als ein bloßer Mensch, er ist ein Prophet, ja einer, der den Weg zum Heil zeigen und ihn auch ermöglichen kann. Die Meinungen über die Zahl der Geretteten ging auseinander, die einen (so die Pharisäer) glaubten, ganz Israel gehöre zu den Geretteten; andere wiederum sagten, nur wenige würden gerettet. Wenn alle unisono das Heil erlangten, dann bräuchte sich keiner mehr anzustrengen; sind es nur wenige, dann könnten Pessimisten den Mut verlieren und sagen: Ich gehöre nicht dazu... Johannes Gamperl
12/2005: Offenbarung 1498 erschien das erste Bild-Buch Albrecht Dürers, der damals 27 Jahre alt war. Es trug den Titel "Apocalypsis cum figuris". Es enthielt den lateinischen Titel der Offenbarung des Johannes und jeweils auf der rechten Seite (insgesamt 14) Holzschnitt-Illustrationen zu diesem letzten Buch der Bibel. Das Titelbild zeigt die Illustration zur einleitenden Vision des Johannes. Sie folgt sehr genau dem Text... Gottfried Auer
10-11/2005: Dank sei Gott, dem Herrn Geht – eure Sendung beginnt Eine Sendung beginnt immer mit einem Anruf Gottes. Gerade in der heiligen Messe, in der wir Jesus selber empfangen dürfen, in der wir in seine Wünsche und Absichten eingeweiht werden – besonders auch im Beten des Vaterunsers – fühlen wir uns gedrängt, seine Botschaft, sein Evangelium zu leben und auch andere dafür zu gewinnen. Dazu sind weniger unsere Worte als unsere Taten ausschlaggebend. Worte können vielleicht bewegen, aber nur Taten "reißen" mit. Wie das Ja der Gottesmutter, das sie dem Engel gegeben hatte, dazu führte, dass sie aus dem stillen Nazareth hinaus musste ins bewegte Leben, so ist dies auch mit unserem Ja der Fall. Die schönste Mitfeier würde wenig nützen, wenn diese sich nicht im Leben verwirklichen und bewähren würde… Johannes Gamperl
10-11/2005: und ihr habt mich aufgenommen Teil 1 Migration eine Herausforderung für Christen Johannes Sinabell
9/2005: Gehet hin in Frieden –– Dank sei Gott, dem Herrn! In der "lateinischen" Messe schließt die Eucharistiefeier mit den Worten: "Ite, missa est" – "Geht, es ist Entlassung". Schon in der Antike war es üblich, mit diesen Worten den Schluss einer Versammlung, einer Feier anzuzeigen (Missio kommt vom lateinischen "dimissio" – Entlassung). Von daher stammt auch unsere Bezeichnung der Eucharistiefeier... Johannes Gamperl
9/2005: Wann ist die Kirche Kirche In den letzten beiden Artikeln haben wir einen Rückblick auf die Geschichte der Kirche in Österreich in den vergangenen 60 Jahren gemacht. Wir haben festgestellt, dass es auch für die Kirche bewegte Zeiten waren. Ferner hat sich in Lehre und Praxis der Kirche einiges geändert. Dennoch haben die Entwicklungen in den letzten 60 Jahren, aber auch in den Jahrhunderten davor, nichts daran geändert, dass die Kirche als Kirche wahrgenommen wird. Ich lade Sie heute ein, mit mir der Frage nachzugehen, wann die Kirche Kirche ist oder besser gesagt: Was macht die Kirche eigentlich aus? Johannes Sinabell
9/2005: Für Sie gelesen Gottes Gegenwart – Eine Entdeckungsreise zum Sinn der Eucharistie Bernhard Körner, Gottes Gegenwart, Eine Entdeckungsreise zum Sinn der Eucharistie, Tyrolia, 208 Seiten, 17,90 (ISBN: 3-7022-2657-5) Die Feier der Eucharistie Papst Johannes Paul II., Karl Kardinal Lehmann, Henri J. M. Nouwen, Joseph Kardinal Ratzinger, Die Feier der Eucharistie, Gedanken, Gebete und Meditationen, St. Benno-Verlag, 80 Seiten, 8,20 (ISBN: 3-7462-1787-3)
9/2005: Canisiuswerk aktuell Energie für die Seele tanken Die neue Ausgabe unseres Veranstaltungskatalogs mit etwa 500 Hinweisen auf geistliche, kreative u. weiterbildende Angebote der österreichischen Ordensgemeinschaften ist eben erschienen. Urlaub im Kloster Die Möglichkeiten, Urlaub im Kloster zu machen oder mitzuleben, haben wir nun in einem eigenen Heft aufgelistet. Die Termine sind auch über das Internet abrufbar. Briefkurs "Gottsuchern auf der Spur": 2. Oktober – 20. November 2005 Plakatwettbewerb für den Weltgebetstag am 7. Mai 2006 Die Unterlagen für den Schülerwettbewerb für die Gestaltung des nächstjährigen Weltgebetstagsplakates können bereits angefordert werden. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2005. Das Motto lautet: NEHMT GOTTES MELODIE IN EUCH AUF Neu im Angebot Johannes Bours, Nehmt Gottes Melodie in euch auf – Worte für die Seele HERDER, 237 Seiten, 10,90 "Nehmt Gottes Melodie in euch auf" ist Johannes Bours Botschaft, dass Gott zur Melodie unseres Herzens werden kann. In Österreich ist dieser Satz auch das Motto für den Weltgebetstag der geistlichen Berufe 2006. In Vorbereitung Adventkalender NEHMT GOTTES MELODIE IN EUCH AUF Neues Format (A5, 4-fbg.). Größere Stückzahlen bitte rasch vorbestellen! Touch-me-Gott im Advent Internetbriefkurs vom 4.12. – 18.12.2005 Berufsinformationsmessen 2005 Wels, Messegelände, Mittwoch, 19.10. – Samstag, 22.10.2005 Graz, Stadthalle, Messecenter Graz Donnerstag, 3.11. – Samstag, 5.11.2005, jeweils 9 –17 Uhr Salzburg, Messezentrum Donnerstag, 17.11. – Sonntag, 20.11.2005, jeweils 9–17 Uhr Besuchen Sie uns auch auf der Kirchenmesse GLORIA in Dornbirn vom 13.10. – 15.10.2005. Wir gedenken Herrn Anton Triendl, den Gott im 82. Lebensjahr zu sich gerufen hat. Herr Triendl war ein großer Wohltäter des Canisiuswerkes. Der Herr möge ihm alles Gute, das er in seinem Leben getan hat, vergelten. Er möge besonders auch seine Angehörigen, die schwere Zeiten durchmachen mussten, mit seinem Segen begleiten. Kurt Schmidl
7-8/2005: Besinnung
Die heilige Messe leben - Kommt und seht! "Als Jesus vorüberging richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit ihm und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde." (Joh 1,36–39). Jesus ließ die beiden Jünger sicher in sein Herz schauen: Kommt und seht! Er lässt auch uns die Liebe seines Herzens spüren, wenn wir ihn als unseren geliebten Herrn in der heiligen Kommunion empfangen. Johannes Gamperl
7-8/2005: Der Lobgesang des Zacharias
BILD-GEDANKEN zum Benedictus In der Universitätsbibliothek von Utrecht wird eine kostbare Psalmenhandschrift verwahrt. Dieser so genannte Utrecht-Psalter, der außer den Psalmen auch die Lobgesänge des Zacharias, der Gottesmutter Maria und des greisen Simeon aus dem Lukasevangelium enthält, entstand um 830 im Kloster Hautvillers bei Reims und zeichnet sich durch den eigenwilligen Stil der Federzeichnungen aus, die ihn illustrieren. Diese Illustrationen folgen nicht einfach dem Text, sondern heben einzelne Verse hervor und deuten sie assoziativ – der Poesie der Psalmen entsprechend. Gottfried Auer
5-6/2005: In Trauer und Dankbarkeit Johannes Paul II.
1920-2005
5-6/2005: XX. Weltjugendtag in Köln Vom 11. bis zum 21. August 2005 wird – noch auf Einladung von Johannes Paul II. – die Jugend der Welt zum XX. Weltjugendtag nach Deutschland kommen. Dem Motto „Wir sind gekommen, um IHN anzubeten“ gemäß, werden etwa 800.000 junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren sowie 600 Bischöfe erwartet. Nach den Tagen der Begegnung in den deutschen Diözesen (11. bis 15. August) versammelt sich die Jugend zu den zentralen Veranstaltungen in Köln. Es soll ein Fest des Glaubens, der Begegnung und der Solidarität werden...
Stefan Krobath
5-6/2005: Vertraute Veränderungen Teil 2
5-6/2005: Die heilige Messe leben Seht das Lamm Gottes
Beim Herrn sein
Ein Beitrag zum Jahr der Eucharistie – Teil 1
4/2005: Zum Weltgebetstag „Komm, folge mir nach“ – haben die Verantwortlichen für die Weckung und Förderung geistlicher Berufe in Österreich als Thema für den diesjährigen Weltgebetstag gewählt.
4/2005: Die heilige Messe leben 0 Jesu, all mein Leben bist du – Empfangt Jesus mit großer Ehrfurcht und Liebe!
Ein Beitrag zum Jahr der Eucharistie – Teil 2
4/2005: Eine freie Kirche in einem freien Staat Teil 1
3/2005: Die heilige Messe leben O Jesu, all mein Leben bist Du – Dich, Herr, dürfen wir empfangen!
Ein Beitrag zum Jahr der Eucharistie
3/2005: Der Priester in Fernsehserien Immer wieder gibt es Filme und Serien, in denen ein Priester die Zentralfigur ist. fas Priesterbild, das sie vermitteln, ist allerdings ein sehr verkürztes.
1-2/2005: Zu den Betrachtungen über „Das Programm Jesu ...“ „Den Armen die Frohe Botschaft bringen“
Heiliger SEVERIN Mönch
1-2/2005: Freude – Grundklang des Christentums Das Christentum ist eine „freudige Botschaft“. Das drückt schon das Wort „Eu-angelion“ (Evangelium = „Ankündigung großer Freude“) aus. Der Grundklang des Christentums und der Lebensstimmung der Christen ist daher die Freude. Allerdings ist das oft nicht leicht zu entdecken.
Freude
Das Gefühl der Freude gibt es einmal als vorübergehende Erregung, die mit dem Verschwinden des Objektes, an das sie gebunden ist, erlischt. Es gibt aber auch Freude als dauerhafte Stimmung. Diese Freude ist die Wirkung einer inneren Harmonie, eines gelungenen Miteinander der verschiedenen menschlichen Lebensäußerungen. Sie ist dann im Leben bestimmend und tragend. Das heißt, Freude erfüllt mein Innerstes und prägt mein Wesen – unabhängig davon, in welcher Situation ich mich befinde, mit welchen äußeren Gegebenheiten ich konfrontiert bin. Allerdings ist diese freudige Grundeinstellung nicht machbar…
Johannes Sinabell