miteinander Zeitschriften-Archiv
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5-6/2013: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 2. Mai 2013
Die Salbung mit Chrisam ist ein entscheidender Ritus bei der Feier der Taufe. Dabei sagt der Taufspender dem Täufling zu: „Aufgenommen in das Volk Gottes, wirst du nun mit dem heiligen Chrisam gesalbt, damit du für immer ein Glied Christi bleibst, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit.“
Die Kirche ruft damit in Erinnerung, was den ersten Christen vertraut war und was Johannes in der Einleitung seiner Offenbarung beschreibt: „Er liebt uns … Er hat uns die Würde von Königen gegeben und uns zu Priestern gemacht für den Dienst vor seinem Gott und Vater“ (Offb 1,5–6)…
Donnerstag, 6. Juni 2013
Immer wieder begegnet uns in den Texten der Heiligen Schrift das Bild vom Guten Hirten. Es war den nomadisierenden Aramäern vertraut. Gott ist der Gute Hirte, sagt uns Psalm 23, eines der ausdrucksstärksten Lieder des Vertrauens. Er kümmert sich um jedes seiner Schafe. Die verlorenen sucht er, die verletzten verbindet er, die schwachen kräftigt er, die starken behütet er. Zur Zeit Jesu zählten die Hirten zu den Armen und Außenseitern der etablierten Gesellschaft. Sie waren die ersten, die im Kind von Betlehem das Gesicht eines gütigen und menschenfreundlichen Gottes erblickten…
Franz Schrittwieser
3/2013: Für Sie gelesen Prophetischer Pragmatismus.
Eine Einführung in das Denken von Cornel West
Cornel West gehört zu den schillerndsten Intellektuellen und Kulturkritikern der USA. Er ist ein charismatischer Redner und Berater bis in höchste politische Kreise hinein. Er gilt als Philosoph und ob seiner tiefen spirituellen und theologischen Verwurzelung als Prediger und Prophet. Dabei ist der 1953 geborene West mit afroamerikanischer Herkunft stets auch ein bescheidener Baptist geblieben, mit untrüglichem Gespür für soziale Ungerechtigkeiten. „Ich wurde und bin ein philosophisch gebildeter ,bluesman‘, der sich mit der Frohen Botschaft Jesu Christi befasst“, sagt West über sich selbst…
Henning Klingen
Jürgen Manemann, Yoko Arisaka, Volker Drell, Anna Maria Hauk, Prophetischer Pragmatismus. Eine Einführung in das Denken von Cornel West, Verlag Wilhelm Fink, 170 Seiten, € 20,50 (ISBN 978-3-7705-5423-2)
Von Ikonen und Kinderbüchern
Drei Bücher des Wiener Dom-Verlages, die zur Rezension vorliegen, geben sehr treffend das Programm wieder, dem sich dieser Verlag verpflichtet hat: Das erste Buch „Bilder des Lebens, Ikonen als Antworten auf heutige Glaubensfragen“ ist dem theologischen Bereich zuzuordnen. Ikonen kommt in der Ostkirche eine große spirituelle Bedeutung zu. Sie sind weder als „nur“ Kunstwerke, noch als reine Heiligendarstellungen einzuordnen…
Ingeborg Schödl
Hanns Sauter, Bilder des Lebens. Ikonen als Antworten auf heutige Glaubensfragen, Wiener Dom-Verlag, 216 Seiten, 44 Abb., € 23,50 (ISBN 978-3-85351-244-9)
Rudi Weiß, pssst – rand|stunden|gebete, Wiener Dom-Verlag, 128 Seiten, 30 Farbfotos, € 19,90 (ISBN 978-3-85351-245-6)
Reinhard Ehgartner, Helga Bansch, Das kleine Farbeneinmaleins, ab zwei Jahren, Wiener Dom-Verlag, 16 Seiten, € 12,90 (ISBN 978-3-85351-240-1)
12/2011: Ein Lied für Ende und Anfang der Zeiten 1. Es wird sein in den letzten Tagen, so hat es der Prophet gesehn,
da wird Gottes Berg überragen alle anderen Berge und Höhn.
Und die Völker werden kommen von Ost, West, Süd und Nord,
die Gott Fernen und die Frommen, zu fragen nach Gottes Wort.
Auf, kommt herbei! Lasst uns wandeln im Lichte des Herrn!
Ende und Anfang des Kirchenjahres sind miteinander verzahnt. Die Lesungen der letzten Sonntage weisen auf das letzte Kommen des Herrn hin, jene des Advents bereiten auf die irdische Ankunft des Erlösers vor. So wie sich die beiden Erwartungen in den Texten überschneiden, gibt es auch Lieder, die für Wiederkunft und Advent passen; das bekannteste von ihnen dürfte „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ sein. Heute werfen wir einen Blick auf ein bisher bei uns unbekanntes Lied dieser Art: „Es wird sein in den letzten Tagen“…
Peter Planyavsky
7-8/2010: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 1. Juli 2010
Der Prophet Amos, von dem die heutige Lesung berichtet, ist Viehzüchter und Obstbauer aus der Gegend um Bethlehem. Im Auftrag Gottes tritt er im achten vorchristlichen Jahrhundert öffentlich auf und übt Kritik am Staat, an der Wirtschaft und am Gerichtswesen.
Damals beutet die reiche Oberschicht die Armen und Schwachen aus. Gott will eine gerechtere Welt, in der menschenwürdige Lebensbedingungen für alle herrschen…
Donnerstag, 5. August 2010
Gott hat mit seinem Volk einen Bund geschlossen und ihm auf dem Berg Sinai seine Gebote auf den Weg in die Freiheit des Gelobten Landes mitgegeben. Die Israeliten haben diesen Bund oft gebrochen. Sie sind Gott untreu geworden.
In der heutigen Lesung tritt der Prophet Jeremia auf und spricht von der Zuneigung und Treue Gottes zu seinem Volk…
Franz Schrittwieser
7-8/2009: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 2. Juli 2009 En Karem - ein liebliches Bergdorf in der Nähe der Stadt Jerusalem: Dort begegnen einander Maria und Elisabeth. Beide erwarten ein Kind. Beide wissen, dass ihre Kinder von Gott geschenkt sind und eine besondere Aufgabe im göttlichen Heilsplan haben. Sie sollen seinem Erlösungswerk dienen: Johannes der Täufer als der Vorbote des Messias und Jesus, in dem der gütige und menschenfreundliche Gott der Welt sein eigenes Gesicht zeigen wird. Am heutigen Fest "Maria Heimsuchung" denken wir an die Begegnung der beiden Frauen... Donnerstag, 6. August 2009 Berge haben die Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Der Berg Tabor, auf dem Jesus der "Überlieferung nach verklärt wurde, bietet eine fast unbegrenzte Aussicht über das Gelobte Land. Der Himmel öffnet sich über dem Herrn, und der Vater bezeugt ihn als seinen geliebten Sohn. Mose und Elija geben Zeugnis davon, dass Jesus von Nazareth der von Gott erwählte Gesetzeslehrer und Prophet ist, mit dem Gottes Herrschaft in dieser Welt angebrochen ist. Verständlich, dass die Jünger in dieser lichtvollen Welt bleiben wollen. Mit Jesus müssen sie aber wieder zurück ins Tal, um weiterzuziehen nach Jerusalem, wo der Sohn Gottes sein Erlösungswerk vollenden wird. Auch in unserem Leben gibt es manche Taborstunden, in denen uns Gott begegnet, in denen wir spüren, dass wir bei ihm geborgen sind. Von solchen Erfahrungen lebt unser Glaube... Franz Schrittwieser
4/2009: GEBET Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 2. April 2009 Vom Propheten Jesaja wird berichtet, dass er in einer Vision Gott in seiner Herrlichkeit sehen durfte. Dabei hörte er die Stimme des Herrn: "Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen?" Jesaja antwortete ihm: "Hier bin ich. Sende mich!" Als Prophet sollte er dem Volk Israel Gottes Plan mitteilen, es zur Umkehr und zur wahren Gottesverehrung rufen, es trösten, wenn es ihm schlecht ging. "Hier bin ich. Sende mich!" Die Worte des Propheten "Hier bin ich. Sende mich!" wurden von den Verantwortlichen für die Berufungspastoral zum Jahresthema für 2009 gewählt. Sie sollen uns daran erinnern, dass wir alle Prophetinnen und Propheten sind – die Christinnen und Christen, die Priester und Diakone, die Frauen und Männer im gottgeweihten Leben. Besonders junge Menschen sollen durch diese Worte ermutigt werden, sich von Gott in den Dienst nehmen zu lassen, um Prophetinnen und Propheten des 21. Jahrhunderts zu werden… Franz Schrittwieser
10-11/2008: Feuer vom Himmel Vom Sinn der eucharistischen Epiklese Während ich noch auf den Beginn der heiligen Messe warte, fällt mein Blick zufällig auf das Deckengemälde der Domsakristei. Es ist ein dynamisches Bild, das Martino Altomonte im Jahr 1732 für diesen erhabenen Vorraum des Stephansdomes geschaffen hat: in der Mitte ein steinerner Altar, auf dem Holz und ein Stier für das Opfer bereitliegen, rundherum staunende Menschen, die so wie der im Vordergrund stehende Prophet Elija in den offenen Himmel schauen, aus dem das Feuer auf den Altar herabfällt. Diese biblische Szene aus dem Alten Testament führt mich gedanklich auf den Berg Karmel, auf dem Elija den Gott Israels angerufen hat, damit er sich seinem treulosen Volk endlich als der wahre, lebendige Gott zu erkennen gebe – im Zeichen des vom Himmel herabfallenden Feuers… Richard Tatzreiter
1-2/2008: Der Stein im Bach – Widerstand prophetischer Zivilcourage Ich stand am Rande der kleinen Siedlung auf einer Brücke und schaute hinunter: Das Wasser des Gebirgsbaches glitt lautlos durch das regulierte Betonbett, wie ein dicker Glasstreifen, ohne Wellen und Wogen. Nur an einer Stelle weiter unten hemmte ein großer Stein, der in die Betonwanne gekippt war, diesen Strom, sodass sich das Wasser jäh brach, wild aufschäumte und die sonst herrschende Stille mit einem kontinuierlichen Rauschen erfüllte. Dieser eine Stein leistete der Strömung beharrlichen Widerstand, brachte Bewegung und Lebendigkeit in die Trägheit des Gewässers und erinnerte an die ursprüngliche Beschaffenheit des Gebirgsbaches. Gesellschaft und Kirche: Ein Bach ohne Steine? Was wäre, wenn es keine Steine im Bach gäbe? Was wäre, wenn nicht immer wieder Menschen aus der Masse heraustreten würden, die sich dem breiten Strom der öffentlichen Meinung, dem an Nützlichkeit, an wirtschaftlichen oder politischen Interessen orientierten Zeitgeist nicht anpassen? In jeder Epoche gab es solch prophetische Persönlichkeiten, die sich den bequemen, geistlosen Modetrends und zur Gewohnheit gewordenen Üblichkeiten dort widersetzten, wo es mit ihrem Leben und ihrer Überzeugung unvereinbar war, weil sie sich an der Offenbarung Gottes, an seinem Wort und an der Stimme ihres Gewissens ausgerichtet haben. Was würde wohl aus unserer Gesellschaft in ihrem betonierten Bachbett werden, wenn es solche Steine, diese "Felsen in der Brandung" nicht gäbe? Und was wäre die Kirche ohne sie? Im Zeichen des Widerspruchs: Jeremia Die Bibel erzählt von Jeremia, einem Mann, der es wagte … Richard Tatzreiter
12/2005: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem. Dort erwarten ihn Leiden, Sterben, aber auch die Auferstehung. Was war nun der Hintergrund für jene Frage, die man Jesus stellte: "Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?" Der unmittelbare Anlass war die Nachricht über die Ermordung von Juden im Tempel, der Einsturz des Turms von Schiloach, desgleichen eine Erzählung Jesu vom unfruchtbaren Feigenbaum (vgl. Lk 13,1-9). Jesus hatte eine ernste Mahnung zur Umkehr für alle angeschlossen. Der Fragesteller redete Jesus mit "kyrios" an, also mit einem Hoheitstitel. Jesus ist mehr als ein bloßer Mensch, er ist ein Prophet, ja einer, der den Weg zum Heil zeigen und ihn auch ermöglichen kann. Die Meinungen über die Zahl der Geretteten ging auseinander, die einen (so die Pharisäer) glaubten, ganz Israel gehöre zu den Geretteten; andere wiederum sagten, nur wenige würden gerettet. Wenn alle unisono das Heil erlangten, dann bräuchte sich keiner mehr anzustrengen; sind es nur wenige, dann könnten Pessimisten den Mut verlieren und sagen: Ich gehöre nicht dazu... Johannes Gamperl
3/2005: Die Klagen des Jeremia Das Bild zeigt eine Radierung von Marc Chagall. Der Prophet trat, wie wir dem Buch Jeremia entnehmen, als Gerichtsprophet und Ankläger der verweigerten Umkehr auf. Dabei überwarf er sich mit König Jojakim, wurde vom König und seinen Hofbeamten verfolgt und musste deren Zorn spüren. In einigen Abschnitten des Jeremia-Buches, den so genannten Konfessionen (Jer 11,19-22; 12,1-6; 15,10-20; 17,14-18; 18,18-22; 20,7-18), können wir die Verzweiflung und die Klage des Propheten darüber, seine Enttäuschung über den Misserfolg seiner Verkündigung und sein Ringen mit Gott deutlich erkennen…
Gottfried Auer