Christ ist erstanden

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Aus der Bibliothek des ehemaligen St. Pöltner Chorherrenstiftes ist ein kostbarer Schatz erhalten, ein Antiphonar aus dem 15. Jahrhundert. Darin befindet sich die Aufzeichnung der im Rahmen der mittelalterlichen Osterspiele überaus beliebten „Visitatio sepulchri“, des Besuches des Heiligen Grabes in der Stiftskirche.
Dort erwartete am Ostermorgen eine gläubige Gemeinde die Ankunft der Stiftsherren und deren Chorknaben, die singend und mit verteilten Rollen die Auferstehungsberichte verkündeten: Das Gespräch des Engels mit den Frauen, den Apostellauf zum Grab, Maria Magdalenas Auferstehungszeugnis, den Hinweis auf das leere Grab. Dies alles führte zum dramatischen Höhepunkt: „Christus ist erstanden und erleuchtet sein Volk, das er durch sein Blut erlöst hat.“

Walter Graf

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