Kein besserer Ort
Es war und ist noch immer so: Pilger nähern sich der Heiligen Stadt Jerusalem zumeist von Osten kommend, vom Ölberg. Von hier zog auch Jesus in die Stadt ein, von hier, aus dem Osten, erwarten wir sein Erscheinen. Der erste Blick fällt dabei immer auf den Tempelberg, weil er so dominierend ist und auch so farbenfroh. Wo einst der jüdische Tempel stand, steht heute der muslimische Felsendom. Nirgendwo sonst in dieser Welt sind sich die Religionen so nah, für alle drei (Juden, Christen, Muslime) ist die Heilige Stadt heilig. Nirgendwo sonst in dieser Welt sind diese Religionen aber auch so spürbar getrennt. Dazu genötigt, auf engstem Raum zusammenzuleben, machen sich die Unterschiede noch bemerkbarer. Auf engstem Raum muss man in irgendeiner Weise das Auskommen miteinander finden – ob man will oder nicht, es bleibt so: Mein Nachbar hat ein anderes Religionsbekenntnis...
Markus Bugnyar
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