Gott in der Verkleidung unseres Lebens
Beim Versuch, den Schlüssel zu meinem priesterlichen Dienst zu finden, stieß ich auf ein Wort, das mir einen Zugang zu dem eröffnete, was und wie das zwischen mir und meinem Gott war und wohl noch immer ist. Paula D’Arcy, eine begnadete Frau, sagte einmal: „Gott kommt zu uns in der Verkleidung unseres Lebens.“
Was aber meinte sie mit diesem Wort? Sie wollte doch damit sagen, dass Gott nicht vor allem im Sturm und Feuer, nicht im Erdbeben, nicht in spektakulären Ereignissen, nicht in großen Visionen zu uns kommt. Gott liebt einen anderen Weg. Er kommt in der Stille des Alltags, meist im Gewöhnlichen, im Gegenwärtigen, unspektakulär, nicht plakativ, oft unbemerkt. Er kommt wie einer, der um die Intimität weiß, und sie achtet, die eine Begegnung mit ihm braucht, weil es um ein Geschehen geht, das mit Liebe zu tun hat...
Willibald Rodler
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