Delegation

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Die Kunst des Leitens

Das Telefon schrillt zwischen unaufgearbeiteten Postbergen, während ich am Handy gerade mit einer Familie in einem tragischen Todesfall konfrontiert werde und schon mehrere Menschen gleichzeitig vor der Tür warten, um – in mehr oder weniger dringender Angelegenheit – mit mir sprechen zu können. Mitarbeiter fragen zwischendurch in dieser oder jener Sache bei mir nach und verlangen in Sekundenschnelle präzise Entscheidungen. Ungeduld, Hektik, Kritik und Beschwerden kosten einen dann noch den letzten Nerv.
Wir kennen solche und ähnliche Situationen, die uns auf harte Proben stellen. Es ist dann nicht leicht, den Überblick zu behalten und die Ruhe nicht zu verlieren. Gerade die Herausforderungen, die Menschen heute im pastoralen Dienst erleben, sind nach menschlichen sowie sachlichen Maßstäben oft echte Überforderungen. Das Gefühl ist drückend: Es bleibt letztlich immer alles an mir hängen! Und dann kann es sein, dass da ein Wunsch ganz stark wird: Wie wäre es, alles einfach hinzuwerfen und es ungeordnet anderen zu überlassen? Wäre das nicht eine Befreiung? Aber ist das eine geeignete Alternative?

Richard Tatzreiter

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