Mag. Lukas Cioni
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miteinander 9-10/2026

Sr. Maria Troncatti wird nach Maria Mazzarello, Ordensgründerin der Don Bosco Schwestern, bereits als zweite Schwester der Gemeinschaft der Töchter Mariä Hilfe der Christen heiliggesprochen. Geboren 1883 im norditalienischen Corteno Golgi, trat Sr. Maria Troncatti 1907 in den Orden ein und wurde zur Schlüsselfigur im Amazonasgebiet Ecuadors, um dort das Evangelium mit dem Leben indigener Kulturen zu verbinden.
„Versöhnung stiften, Brücken bauen
– und das ohne dabei eigene Interessen zu verfolgen.“
Im Herzen des Amazonas
Besonders prägend war Sr. Maria Troncattis Wirken unter dem indigenen Volk der sogenannten Shuar. Über vier Jahrzehnte war sie im Amazonasgebiet nicht nur als Krankenschwester tätig und half bei körperlichen Beschwerden, sondern engagierte sich zudem als Seelsorgerin und unermüdliche Friedensstifterin. In einer Zeit voller Spannungen zwischen Glaubensvertretern, Siedlern und den indigenen Gemeinschaften, lebte sie ein konsequentes Zeugnis des Zuhörens und der Vermittlung.
Statt eigene Interessen zu verfolgen und mit Härte durchzusetzen, suchte Sr. Maria Troncatti den Dialog und versuchte dadurch die Kultur der Shuar von innen heraus zu verstehen. So wurde die Ordensschwester zur Brückenbauerin. Ihr Mut, ihre Fürsorge und ihre Haltung wirken bis heute fort. „Gerade dieser Aspekt beeindruckt mich sehr – Versöhnung stiften, Brücken bauen, und das, ohne dabei eigene Interessen zu verfolgen“, sagt Sr. Petra Egeling, Provinzleiterin der Don Bosco Schwestern in Deutschland und Österreich.
Eine Botschaft für unsere Zeit
Die Heiligsprechung Sr. Marias sei mehr als die Würdigung eines außergewöhnlichen Lebens. Sie habe auch große politische Aktualität, meint die Provinzleiterin: „Beim Blick auf die weltpolitische Lage scheint es, dass Brücken heute eher abgerissen oder zerbombt werden. Wir hoffen, dass das Vorbild unserer neuen Heiligen uns anregen kann, uns überall dort, wo wir leben und wirken, als Brückenbauerinnen und -bauer einzusetzen.“ In diesem Sinne halten die Don Bosco Schwestern den Geist von Sr. Troncattis Wirken lebendig – durch Bildungsarbeit, soziale Projekte und pastorales Engagement.
Im August 1969 starb Sr. Maria Troncatti bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe der ecuadorianischen Stadt Sucúa. 43 Jahre später, im Jahr 2012, wurde die engagierte Ordensfrau seliggesprochen – und heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, wird ihr Lebenswerk als Heilige anerkannt.

Sr. Maria Troncatti
wurde 1883 geboren und war Missionarin und Ordensfrau der Don Bosco Schwestern. Die 2012 seliggesprochene Ordensschwester wurde am 19. Oktober 2025 heiliggesprochen.

1872 von der heiligen Maria Mazzarello gemeinsam mit dem heiligen Johannes Bosco gegründet, wirken heute rund 11.000 Ordensschwestern in über 98 Ländern der Welt. In Deutschland und Österreich engagieren sich die Don Bosco Schwestern in den Bereichen Bildung, sozialer Arbeit und Seelsorge – für Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien.