• Ausgabe 3 / 2015

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Unsere Themen im Jahr 2015

"Das Schweigen Gottes irritiert mich"

Ein Interview mit Esther Maria Magnis

 

Frau Magnis, Ihr Buch "Gott braucht dich nicht" ist in diesem Winter als Taschenbuch erschienen und mittlerweile schon ein Bestseller. Wie erklären Sie sich den Erfolg? Haben Sie mit dem Thema einen Nerv getroffen?

 

Ich glaube, viele Menschen stoßen sich auf ähnliche Weise an Gott, wie ich es in dem Buch nach dem Tod meines Vaters beschreibe. Sie nehmen Anstoß an seinem Schweigen, vermissen ihn.

Ihr Stil ist sehr eingängig und direkt. Fehlt Ihnen in anderen literarischen Auseinandersetzungen mit Gott dieser spezielle "Sound"?

Als gläubiger Mensch über Gott zu schreiben, ist eigentlich schrecklich, da es bei Gott ja um das Ganze, die Wahrheit, um alles geht. Man will nichts weglassen. Und das führt schnell dazu, dass man einen missionierenden Ton bekommt oder eben nur akademisch über ihn schreiben kann. Das wollte ich beides nicht.

In Ihrem Buch beschreiben Sie, welche tiefe Erschütterung in Ihrem Glauben der Krebstod Ihres Vaters bedeutet hat. Eine "normale" katholische Biografie und Sozialisierung kippte in der Folge um in einen völligen Nihilismus. Was hat schließlich den Ausschlag gegeben, dass Sie heute wieder glauben können?

Das lässt sich nicht in einem Satz sagen und auch im Buch kann man es nicht an einer einzelnen Stelle festmachen. Dieser zersetzende Nihilismus, der mir das Gefühl gab, dass nichts zählt, machte mich ja unberührbar für alles, weil einem alles einschließlich man selbst egal wird. Es gab aber einen Moment, als ich meiner Großmutter ein Kinderlied gesungen habe, der traf mich, weil ich für Sekunden wieder empfand wie als Kind – ich wurde sozusagen an mich selbst erinnert. Ich begann wieder über meine Würde nachzudenken, woher die kam, wo die Wahrheit war.

Das Interview führte Henning Klingen

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