• Ausgabe 3 / 2015

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Unsere Themen im Jahr 2015

Für Sie gelesen

Unsere Buchtipps im März 2015

 

Strukturreform mit Weitblick

 

Hennecke Christian/Stollhoff Birgit, Seht, ich schaffe Neues – schon sprosst es auf. Lokale Kirchenentwicklung gestalten, echter-Verlag, 112 Seiten, € 13,20 (ISBN 978-3-429-03761-1)

 

„Strukturentwicklung ist aus sich noch keine Kirchenentwicklung": Ein Satz, der die Realität kirchlicher diözesaner Reformprozesse auch in Österreich trifft. Formuliert wird er vom früheren Regens des Hildesheimer Priesterseminars, Christian Hennecke, im Gespräch mit der süddeutschen Ordensfrau Birgit Stollhoff. In ihrem neuen Buch „Seht, ich schaffe Neues" gehen sie in dialogischer Form u.a. der Frage nach, was es mit dem Begriff „lokale Kirchenentwicklung" auf sich hat.

 

Den Ausgangspunkt bildet der Reformprozess in der Diözese Hildesheim – zugleich helfen die Ausführungen Henneckes, das „Neue" bzw. das „Perspektiven-Ändernde" auch in anderen Reformprozessen zu entdecken. Ziel könne dabei gewiss nicht sein, bloß Modelle und Methoden aus Lateinamerika, Afrika sowie Asien zu kopieren. Vielmehr beginnt ein solcher Weg mit der Vision: „Wir wollen Kirche in den nächsten Jahren so gestalten, dass sie aus einer sakramentalen Kraft die Fähigkeiten, die Möglichkeiten, die Charismen und Gaben aller Getauften ins Leben bringt."

 

Der Gesprächscharakter wurde bewusst beibehalten, was die Lektüre und das Verstehen auch für „Nicht-Eingeweihte" erleichtert. Neben den früheren Veröffentlichungen Henneckes ist dieses Büchlein eine erneute Vertiefung dessen, was für eine „neue Gestalt von Kirche" auch bei uns notwendig ist.

 

Wilhelm Krautwaschl

 


 

Wanderer zwischen den Welten

 

Erwin Kräutler, Mein Leben für Amazonien, Tyrolia, 232 Seiten, € 22,95 (ISBN 978-3-7022-3387-7)

 

Sein Name ist untrennbar mit der Entwicklung der Kirche Lateinamerikas verbunden: Erwin Kräutler. Anlässlich seines 75. Geburtstags blickt der couragierte Bischof auf sein bewegtes Leben zurück und lässt Erfolge und Rückschläge Revue passieren. Seit fünf Jahrzehnten ist „Dom Erwin" ein Wanderer zwischen zwei Welten – und das im doppelten Wortsinn: Der Ordensmann besitzt nicht nur die österreichische und die brasilianische Staatsbürgerschaft, er ist auch Seelsorger und Vorkämpfer für die Rechte der indigenen Bevölkerung Amazoniens.

 

Ein Engagement, das ihm beinahe das Leben gekostet hätte: Nach zahlreichen Morddrohungen und -versuchen steht der Träger des Alternativen Friedensnobelpreises unter ständigem Polizeischutz. „Das Recht, allein zu kommen und zu gehen, wo und wann immer ich es will, habe ich verloren. Die innere Freiheit aber kann mir niemand nehmen", schreibt Kräutler in seinem lesenswerten Buch, das neben persönlichen Einblicken auch interessante Ausblicke bietet.

 

Leicht verständlich analysiert Kräutler den Zustand der Kirche Lateinamerikas, die mit dem ehemaligen Erzbischof von Buenos Aires als neuen Papst „im wahren Sinne des Wortes zur Welt-Kirche geworden ist."

 

Jürgen Belko

 


 

Was Menschen bewegt

 

Martin Gutl, In vielen Herzen verankert, Ausgewählte Texte, Styria Premium, 240 Seiten, € 19,99 (ISBN 978-3-2221-3445-6)

 

Den meisten Lesern wird Martin Gutl in Erinnerung sein. Viele Jahre waren seine Texte gern gelesener Abschluss jeder miteinander-Ausgabe. Vor 20 Jahren starb er – zu früh: das Leid vieler Hilfesuchender, die sich an ihn wandten, ging nicht spurlos an ihm vorüber.

 

Nun hat der Styria-Verlag eine Auswahl an Texten aus dem guten Dutzend seiner Bücher zusammengestellt. Seine besten Texte seien dies, schreibt der Herausgeber Karl Mittlinger, ein Weggefährte Gutls. Das mag subjektiv sein. Die Texte treffen dennoch – oft sind sie unbequem, wuchtig und berühren doch fast immer etwas, wo zu spüren ist: Das geht auch mich etwas an.

 

Damit lebt eine Erfahrung auf, die mich schon beim Lesen seiner Texte als junger Erwachsener beeindruckte: Hier schreibt ein Seelsorger von dem, was Menschen heute bewegt – und das, obwohl die Texte oft schon Jahrzehnte alt sind. Gutls Texte bleiben nicht beim Schweren, bei den Fragen und Zweifeln stehen, sondern erzählen uns auch von der großen Sehnsucht: dem Tanzen, dem Durchbruch zu Gott.

 

Kurt Schmidl

 

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