• Ausgabe 4 / 2015

    SCHLUSS MIT DEM GEJAMMER!

Kontakt

Ihr Ansprechpartner:

Redaktionsleiter "miteinander"

Mag. Lukas Cioni

Stephansplatz 6

1010 Wien

Tel.: +43 1 516 11-1500

 

Sie haben eine neue Adresse? Schreiben Sie uns hier oder rufen uns unter DW 1504 an.

 

Redaktion & Impressum

Unsere Themen im Jahr 2015

Nach Hause kommen

Loretto-Gemeinschaft startet "HopeCity" in Salzburg


Mitten in der Salzburger Altstadt, in einem alten fünfstöckigen Plattenbau am Salzachufer, entsteht H.O.M.E. – ein Projekt der Loretto-Gemeinschaft, einer katholischen Laienbewegung. So einfach der Name, so klar die dahinterstehende Vision: H.O.M.E. bedeutet Zuhause. "Es geht uns darum, dass Menschen ihr Zuhause beim Vater finden", erklärt Stephanie Wörgötter, eine der Hauptorganisatoren.


Hinter H.O.M.E. verbirgt sich dreierlei: ein Ort des Gebets, eine Jüngerschaftsschule und "HopeCity", ein Zentrum für Menschen am Rande der Gesellschaft. Bereits seit Jahrzehnten betreiben die Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul dort eine Suppenküche für obdachlose Menschen, Drogensüchtige, Alkoholkranke und andere, die sich die notwendigen Dinge des Lebens nicht leisten können.


Ort der Menschlichkeit

 

Die Loretto-Gemeinschaft wird nun das Haus von den Schwestern übernehmen, die Ausspeisung weiterführen und zusätzlich ein Tageszentrum errichten. Stefanie Wörgötter erklärt die Idee dahinter: "In der Suppenküche geht es extrem rau zu. Da können schon einmal die Salatschüsseln fliegen, wenn die Leute betrunken sind."

 

Daneben, im Tageszentrum, soll es deswegen zusätzlich eine Cafeteria geben. "Dort ist jeder ist willkommen, der Banker von gegenüber oder die alleinerziehende Mutter mit ihrem Kind, egal ob sie zehn oder auch nur einen Euro für ein Mittagessen bezahlen können. Schön soll es werden, damit die Leute sich wohl fühlen. Ein Ort der Menschlichkeit, wo Jesus mit seinen Freunden am Tisch sitzt", sagt Wörgötter. "Wir wollen die Menschen in ihren Situationen ernst nehmen und versuchen ihre Talente zu erkennen." Viele obdachlose Menschen seien es nicht gewohnt, willkommen geheißen zu werden. "Jeder will, dass sie nicht da sind. Für viele ist es berührend, wenn man ihnen die Hand gibt."

 

Kein reines Sozialprojekt

 

Im Tageszentrum sind auch jene willkommen, die tagsüber ihre Nachtquartiere verlassen müssen, oder aber perspektivenlose Jugendliche, die sich ansonsten den ganzen Tag auf der Straße aufhalten würden. Wörgötter betont, dass es sich bei "HopeCity" nicht um ein reines Sozialprojekt handelt: "Wir möchten einen Ort schaffen, an dem Gott erfahrbar wird. Wir wollen, dass die, die kommen, Gemeinschaft finden." Im Tageszentrum soll es deshalb einen Gebetsraum geben und auch jetzt schon findet jeden Freitag in der "Suppenküche" ein Gebetskreis statt.

 

Neben "HopeCity" wird es bei H.O.M.E. ein "House of Prayer", also einen Ort des Gebets, geben, an dem Menschen Tag und Nacht beten können. Die dritte Säule von H.O.M.E. stellt die Jüngerschaftsschule dar, an der ab Oktober 25 junge Erwachsene teilnehmen werden. Neun Monate leben sie zusammen in einer Wohngemeinschaft, helfen in "HopeCity" mit und lernen, was es heißt, Jünger Jesu zu sein. "Sie erhalten eine musikalische Ausbildung, lernen neue Medientechniken, haben Evangelisationseinsätze und werden theologisch ausgebildet", erklärt Wörgötter. Das gemeinsame Morgengebet, die Hl. Messe, der Rosenkranz und die Heilige Schrift haben einen besonderen Stellenwert.


H.O.M.E. lebt von Spenden und der Mithilfe vieler. "Es basiert alles auf Ehrenamt, wir werden nur einen Koch mit zwanzig Stunden anstellen", sagt Wörgötter, die sich neben ihrer beruflichen Vollzeittätigkeit für das Projekt engagiert. Dass sich so viele – vor allem junge – Menschen für H.O.M.E. begeistern lassen und mitarbeiten, erklärt Wörgötter so: "Sie haben Kirche anders erlebt, alternativ zu dem, was sie vorher kannten. Die Beziehung, die sie mit Jesus haben, sollen auch andere erleben. Das ermöglicht diese Hingabe."

 

Sandra Lobnig

 

CANISIUSWERK
Zentrum für geistliche Berufe

Stephansplatz 6
1010 Wien

Telefon: +43 1 516 11 1500
E-Mail: office@canisius.at
Darstellung: