• Ausgabe 4 / 2015

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Unsere Themen im Jahr 2015

Am liebsten unter Menschen

Salesianerpater Hans Schwarzl macht es vor: engagiert, voller Gottvertrauen und mit einer gehörigen Portion Humor.

 

„Quasi mitten in der Nacht aufstehen wie die Zisterzienser-Geistlichen zum Gebet? Da bin
ich doch lieber Salesianer Don Boscos“, lacht P. Hans Schwarzl, Pfarrer von Amstetten Herz Jesu. Aber auch so ist der Tag voll mit Gott und mit seinen rund 3.600 Gemeindemitgliedern: Sein Tag beginnt um 6.45 mit dem Morgengebet gemeinsam mit seinen fünf Mitbrüdern der Hausgemeinschaft. Dann gibt’s Frühstück und anschließend ist der 69-Jährige ganz da für die Anliegen, Sorgen oder Freuden seiner Mitmenschen. „Lieben heißt ja: das Glück des anderen suchen“, zitiert er Ordensgründer Don Bosco und macht sich schon auf.


Der erste Weg führt ihn in die Pfarrkanzlei. Dort scheppert dauernd das Telefon, diesmal
macht Direktor Josef Pucher Telefondienst und scherzt mit den Anrufern. „Ah, da haben
wir eine, die sich traut“, übergibt P. Josef den Hörer an den Pfarrer und kündigt eine Hochzeit an. Der freut sich: „Wo die Liebe regiert, dort herrscht auch das Glück.“ Rasch einigen sich die Heiratswillige und P. Hans auf einen Termin für ein Vorbereitungstreffen.

Wie von Zauberhand
Im Nebenraum herrscht schon geschäftiges Treiben. Pfarrhelferin Michaela Böldl bereitet
gerade das Firmwochenende für über 30 Jugendliche vor – mit Übernachtung im kirchlichen Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten. P. Hans sucht unter den Utensilien
von Spielsachen und Musikinstrumenten etwas und kommt nach längerem Suchen
schmunzelnd auf den Don-Bosco-Spruch: „Die Dinge sind für die Menschen da und nicht
die Menschen für die Dinge.“


Dann geht’s weiter in die Kirche, „natürlich einem der Lieblingsorte für jeden Pfarrer“.
Das Kirchenschmückteam hat ganze Arbeit geleistet, freut sich P. Hans. „Wunderbar, wie
viel in der Pfarre wie von Zauberhand von selber läuft.“ Da sieht er Mitbruder P. Roman
Stadelmann vorbeizischen. Dieser hat die liturgischen Geräte für einen Gottesdienst hergerichtet, „jetzt muss ich aber weiter“, so der 88-jährige Sportkaplan, „um einen Schiedsrichter für ein Ministrantenfußballturnier zu organisieren“.

„Das ist ja ein gutes Stichwort“, verweist Pater Hans auf den Spiel- und Fußballplatz
der Pfarre. Dort laufen gerade die Kinder der nahen Volksschule in ihrer Pausenzeit herum. Diese freuen sich, als sie ihren Pfarrer sehen. Und umgekehrt geht da das Salesianer-Herz so richtig auf. Er ruft ihnen das wohl berühmteste Don-Bosco-Sprichwort zu: „Das Beste, was wir auf der Welt tun können, ist Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.“

Sport als Schlüssel
Nach der Mittagsruhe wieder fröhliches Lachen im Salesianer-Freizeitzentrum. „Komm,
Pater Hans, spiel mit uns eine Partie Basketball.“ Den Einwand, er sei gerade unpassend
sportlich angezogen, lassen die Teenager nicht gelten. „Na schön, wenn ihr verlieren
wollt“, witzelt er zurück und bläst zum Spiel, „bei dem am Schluss alle gewinnen sollen.“
Gut, am Schluss muss sich der Priester klar geschlagen geben, aber er weiß von Don Bosco: „Liebenswürdigkeit, Nachsicht und Rücksicht sind die Schlüssel zum Menschenherzen.“


Die Jugendlichen wollen ihm großzügigerweise eine Revanche anbieten. Da klingelt
schon das Telefon, Pfarrsekretärin Agi Baumgartner möchte den Segen fürs letzte Pfarrgemeinderatsprotokoll. „Wichtige Erledigungen“, muss P. Hans gegenüber den Burschen dankend und ein wenig erleichtert ablehnen. Als guter Verlierer lässt er freilich noch Süßigkeiten unter den Jugendlichen verteilen.


Dann eilt er in die Pfarrkanzlei. Wohl wissend, dass er am Nachmittag bzw. Abend noch die Sonntagspredigt vorbereiten muss, Pfarrangehörige im Spital besuchen soll und
bei der Pfarrkirchenratssitzung ist. Letztendlich möchte er ein wenig Zeit haben, um den
Tag zu reflektieren. Nach einem ganzen Tag unter Menschen.

Wolfgang Zarl

 

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