• Ausgabe 4 / 2015

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Unsere Themen im Jahr 2015

Steiniger Weg der Hoffnung

Die Verheißung des leeren Grabes

Kostbare Steine erhalten eine wertvolle Fassung. Es gibt aber auch Steine, die uns aus der Fassung bringen. So war der Stein vor dem Grab Jesu für die Frauen, die den Leichnam Jesu salben wollten, zu groß und zu gewichtig, um ihn beiseite schieben zu können. Vom Schmerz über den Tod Jesu bedrückt, kam die bange Frage dazu: „Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?” Was sich dann ihren Augen bot, brachte sie völlig aus der Fassung. Von nun an wussten sie nicht mehr, was Wahrheit und Einbildung, Grund zum Jubeln und Grund zum totalen Chaos wäre. Erst im Nachhinein erkannten sie, dass mit dem weggewälzte Stein auch all ihr Leid und ihre Trauer weggewälzt waren.

 

„Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?”, fragen auch wir immer wieder. Die Osterbotschaft vom leeren Grab ist eine Botschaft, die wie keine andere Hoffnung und Freude in unser Leben bringt. Doch manchmal versperren uns Gesteinsbrocken die Sicht auf das leere Grab.

 

Die Nähe Gottes spüren

Da ist der Stein leidvoller Erfahrungen. Wenn Krankheit, Alter und Gebrechen an unserer Gesundheit und Lebensfreude nagen, ist es nicht immer leicht, dahinter einen tieferen Sinn zu erkennen. „Warum gerade ich?”, ist dann die häufige Frage. Dahinter steckt der leise Vorwurf an Gott, warum er gerade uns das alles zumutet. Gott verteilt kein Leid. Krankheit und Alter ergeben sich aus der unterschiedlichen Grundstruktur und Belastbarkeit der menschlichen Natur. Gott verteilt kein Leid, aber er ist gerade im Leid an unserer Seite und je mehr wir in das Wissen um die Nähe Gottes eintauchen, umso mehr Kraft und Trost können wir daraus schöpfen.

 

Manchen Menschen macht der Stein der Einsamkeit oder gescheiterter Beziehungen zu schaffen. Freundschaften und gelungene Partnerschaften sind in erster Linie ein Geschenk und nicht ein Verdienst. Es spielen sehr viele Glücksmomente mit, dass wir Menschen finden, mit denen wir auf Dauer ein harmonisches Miteinander finden. Einsamkeit kann manchmal selbstverschuldet sein, wenn man sich ins Schneckenhaus zurückzieht. Meist jedoch führen äußere Umstände dazu, dass wir immer mehr in Einsamkeit und Isolation geraten.

 

Belastetes Gemüt

Dann gibt es den Stein der Misserfolge und Enttäuschungen. Von klein auf haben wir Träume und schmieden wir Pläne und merken, dass manche davon wie Seifenblasen zerplatzen. Wenn bei der Berufswahl oder Arbeitssuche aus Träumen grauer Alltag wird, wenn auf der Karriereleiter Sprossen brüchig werden oder eine Beziehung, von der man lebenslange Harmonie erhofft hat, zu Spannungen und Streit führt, dann sind das Gesteinbrocken, die sich auf unsere Schultern und unser Gemüt legen.

 

Mitunter führen materielle Gründe dazu, dass Menschen ihres Lebens nicht froh sein können. Der Stein der Armut versperrt ihnen den Zugang zu Genüssen und Möglichkeiten, die anderen wie selbstverständlich offenstehen. Wie schwer tun sich da oft die Mütter, die von ihren Kindern immer wieder hören, was die anderen alles haben. Wie schwer tun sich da Menschen, die in die Schuldenfalle geraten sind und bei bestem Willen nicht mehr herauskommen oder Menschen mit einer Mindestpension.

 

Verheißung des leeren Grabes

Steine, die uns den Zugang zur Lebensfreude versperren, gibt es also viele. Manche davon können wir mit Geduld und Ausdauer selbst zur Seite schieben. Aber es braucht auch Menschen, vielleicht auch in Engelsgestalt, die uns dabei behilflich sind. Letztlich aber darf unser Blick nicht bei den kleinen und großen Steinen des Lebens haften bleiben, entscheidend ist der Blick auf das leere Grab. Denn mit der Auferweckung Jesu hat sich für uns Menschen alles verändert. Neue Dimensionen und Perspektiven tun sich auf, die all unsere menschlichen Wünsche und Träume himmelhoch übertreffen.

 

Johannes Zitterer

CANISIUSWERK
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