• Ausgabe 10-11 / 2015

    AUFRUF ZUR BARMHERZIGKEIT

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Unsere Themen im Jahr 2015

Wirtshaus trifft Ordensgemeinschaft

Sie wollte etwas Innovatives ausprobieren und so gründete die Salvatorianerin Sr. Maria Schlackl einen eigenen „Salvatorianerinnen-Stammtisch“.

 

Wie kam es zur Idee des „Salvatorianerinnen-Stammtischs“?

Ich bin von Wien nach Linz übersiedelt und wollte nicht nur den Lebensort wechseln, sondern auch die Chance nützen, mich auf das Leben und die Menschen hier in Linz einzulassen. Mein Ziel war Präsenz im öffentlichen Raum – ich wollte für jene Menschen sichtbar sein, die uns großteils nicht mehr in kirchlichen Räumen suchen, und ich wollte für „innerkirchliche Verhältnisse“ Unkonventionelles beginnen.

 

Sie haben dann gemeinsam mit einem Wirt und einer Bio-Verkäuferin diese Idee umgesetzt. Warum diese Zusammensetzung?

Mir fiel auf, dass beide ihre Geschäfte ähnlich „unkonventionell“ führen, wie wir als Orden leben – mit den Schwerpunkten Solidarität und Bio. Da dachte ich: Warum nicht ein spirituell-solidarisch-ökologisches Trio in der City von Linz bilden? Ich fragte die beiden, ob sie Interesse hätten, mit mir in der „Langen Nacht der Kirchen 2014“ ein Experiment zu starten. Beide wunderten sich zunächst, dass ich als Ordensfrau auf sie zuging, willigten aber ein. Als Thema wählten wir schließlich: Was haben ein Wirt, eine Bioverkäuferin und eine Ordensfrau gemeinsam? Wir haben entdeckt, dass wir die gleiche Lebenseinstellung teilen, nämlich: Mit Freude leben, was ich bin! Zudem stellen wir den Mensch in den Mittelpunkt unseres Interesses und unseres Engagements – und wir leben unseren Beruf als Berufung. Das war die Geburtsstunde des „Salvatorianerinnen-

Stammtischs“.

 

Welches Anliegen verfolgen Sie damit?

Ich dachte mir: Wenn’s sinnvoll ist, wird daraus etwas wachsen. Tatsächlich konnten wir bislang bereits acht Stammtische im Lokal „P&P“ am OK-Platz in Linz (vormals COSECOSI) abhalten. Mein Anliegen ist es dabei, niederschwellig Zugang zu ermöglichen zu „etwas“, das neugierig macht und Interesse weckt. Das zentrale Anliegen besteht darin, wertvolle Lebensthemen ins Gespräch zu bringen.

 

Welche Personen werden vom Stammtisch angesprochen?

Angesprochen wird eine enorme Bandbreite von kirchlichen Insidern bis zum „Mann und zur Frau von der Straße“. Wem das Plakat ins Auge sticht, der/die ruft mich an, fragt nach, was denn das sei und ob da jede/r kommen kann. Die Runde beträgt zwischen sieben und 14 Personen, Frauen und Männer zwischen 30 und 70 Jahren. Bei jedem Stammtisch kommen ein bis zwei Personen neu dazu. Manche, weil sie das Thema anspricht, andere, weil sie die Salvatorianerinnen interessieren.

 

Inwieweit kommt bei den Stammtischen auch Gott zur Sprache?

Zwischen den Zeilen kommt Gott immer vor. Wo Lebensthemen zur Sprache kommen, kommt Gott zur Sprache. Wir forcieren das aber nicht aufdringlich – das würde den Gästen und Gott selbst nicht gerecht.

 

Wie werden Sie als Ordensfrauen von den Stammtisch-Gästen wahrgenommen?

Meist sind die „Neuen“ erstaunt, fragen nach und interessieren sich, wie denn das Leben als Salvatorianerin konkret aussieht. Manche betonen auch, dass sie uns als weltoffen, lebendig und „modern“ erleben, und finden es toll, dass wir in einem Lokal zu einer Gesprächsrunde einladen.

 

Wie groß ist die Inspiration durch Papst Franziskus mit seinem Appell an die Kirche, hinauszugehen zu den Menschen?

Er bestärkt mich und uns darin, das, was wir tun, weiterzuentwickeln und ganz bei den Menschen zu sein. Es kann Wunder wirken, wenn man selbst überzeugt und begeistert mit den Menschen auf dem Weg ist.

 

Das Interview führte Bernhard Zopf.

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