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Gründung auf den Trümmern des Krieges

Im Jahr 1918 endete der Erste Weltkrieg. Sein Ende markierte zugleich eine tiefgreifende politische und gesellschaftliche Neuordnung Europas. Zugleich war es jenes Jahr, in dem in Wien die Gründung des Canisiuswerkes gleichsam auf den Trümmern des Krieges erfolgte.

 

  

 

 

Wir schreiben das Jahr 1918. Der Erste Weltkrieg tobt seit Jahren. Die anfängliche Kriegseuphorie ist inzwischen längst einer harten, entbehrungsreichen Realität gewichen: Armut, Elend und Not herrschen in Österreich. Der Winter 1917/18 ist besonders hart, es fehlt an Holz und Nahrung. Der Ruf nach Frieden wird lauter. Angeheizt durch den Kriegsaustritts Russlands infolge der Oktoberrevolution kam es im Jänner 1918 zum ersten Arbeiterstreik in Österreich: „Gebt uns den Frieden wieder oder wir legen die Arbeit nieder!“

 

1918 war Wien ein Brandherd. Der materiellen Not stand auch eine seelische gegenüber. Die Menschen litten unter den schlechten Lebensbedingungen. Auch für die religiösen Überzeugungen eine harte Probezeit: Die Theodizee-Frage – „Wie kann Gott so viel Elend zulassen?“ – wurde rege diskutiert. Dazu kam ein eklatanter Mangel an Priestern und Seelsorgern. Wie große Teile der Bevölkerung, so waren auch Priesterseminaristen und ausgebildete Theologen 1914 teils begeeistert in den Krieg gzogen, viele kehrten nicht zurück.

 

Personalmangel und seelsorgerische Not konstatierte auch der Direktor der Bürgerschule in Kaisermühlen, Josef Moser. Schnell war der Entschluss gefasst, aktiv gegen den Priestermangel vorzugehen. Als Bürgerschul-Direktor und Vorstand der Katholischen Lehrer in Österreich verfolgte er zunächst das Ziel, ein österreichweites katholisches Schulsekretariat zu gründen. Es sollte aber anders kommen.

 

Erste Vollversammlung

 

Mit der Unterstützung von Kardinal Gustav Piffl wurde am 31. Jänner 1918, mitten in der aufgeheizten Stimmung des Arbeiterstreiks, das Canisiuswerk gegründet. Der Zweck des Vereins wurde klar in den Gründungsstatuten benannt: Hauptzweck ist die geistige und materielle Förderung der Heranbildung katholischer Welt- und Ordenspriester. In zweiter Linie die Unterstützung katholischer Studenten, welche sich auf Laienberufe vorbereiten.

 

 

Kardinal Piffl wurde erster Präsident, Moser erster Direktor des Canisiuswerkes. Der Erfolg des Vereins – 1922 verzeichnete das Canisiuswerk bereits 40.000 Mitglieder und über 150 Priesterseminaristen – war vor allem ein Verdienst Mosers, der über ein ausgeprägtes Schreib- und PR-Talent verfügte. Aber auch der Gründungszeitpunkt 1918 trug zum schnellen Wachstums des Canisiuswerkes bei: Mit dem Ende der Donaumonarchie brach ein großer Teil des Priesternachwuchses weg (50 Prozent der Priester der Erzdiözese Wien stammten davor aus den Sudentengebieten). Auch hatte der Krieg die Reihen der Theologen und Kleriker stark dezimiert.

 

Diese Umstände sowie das herzhafte Engagement Josef Mosers halfen, den Gründungsgedanken des Canisiuswerkes nach Kriegsende zu verbreiten und die Bekanntheit des Vereins zu steigern. Bald konnten in Salzburg und Innsbruck erste Filialen gegründet werden, die Zahl der Priesterseminaristen wuchs beständig – ein gelungener Start.

 

Elisabeth Mayr

 

 

Erschienen in: "miteinander" | Jahrgang 2018 | Ausgabe Jänner/Februar 2018

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