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Ich habe einen Traum...

Drei wie Pech und Schwefel

Pater Jan Soroka, Pfarrer von Neusimmering, ist froh, seine zwei ständigen Diakone Liem Duong und Otmar Gindl im Team zu haben.

 

„Ich habe meine beiden Diakone sozusagen von meinem Vorgänger geerbt“, meint der aus Polen stammende Pater Jan Soroka. „Die Zusammenarbeit hat gleich geklappt, Liem ist eher ruhig und Otmar ist der Witzbold. Sie waren schon länger in der Pfarre, haben die Gemeinde gut gekannt und waren mir eine große Hilfe beim Einleben.“ Soroka weiß das Engagement seiner verheirateten Mitarbeiter besonders bei der Betreuung von Familien hoch zu schätzen: „Natürlich haben sie einen ganz anderen Zugang zum Thema als ich, da sie selbst Frauen und Kinder haben.“

 

Vielen Leuten falle es schwer, sich etwas unter einem Diakon vorzustellen, so Otmar Gindl. „Sie glauben, er ist ein Anwärter für das Priesteramt, deswegen sind sie auch überrascht, dass wir Eheringe tragen und gleichzeitig bevollmächtigt sind, auch einige Aufgaben eines Priesters zu erfüllen wie Taufen, Beerdigungen.“ „Zu unseren Aufgaben gehören auch Tauf- und Trauergespräche, ebenso Krankenkommunion, Vesper, Anbetung und Predigten“, ergänzt Liem Duong. „Ich bin auch für Erstkommunion- und Firmungsvorbereitung zuständig.

 

Sattelfest als Diakon

Der ständige Diakonat erlebe in Österreich und Deutschland derzeit einen Aufschwung, weiß Gindl. In der Erzdiözese Wien etwa werden 12 bis 14 ständige Diakone alle zwei Jahre geweiht, österreichweit gibt es derzeit knapp 700 ständige Diakone. Er selbst war über 35, als ihm der Gedanke an eine geistliche Berufung kam. Bis zur Weihe vergingen sieben Jahre der Vorbereitung und Ausbildung. Heute fühlt er sich sattelfest auf seinem Platz, etwas anderes würde er gar nicht machen wollen.

 

Sein Kollege Duong dagegen wollte schon als Jugendlicher Priester werden und besuchte das Erzbischöfliche Seminar Hollabrunn. Seine vietnamesische Familie war bereits seit drei Generationen katholisch und der Glaube spielte für Duong von klein auf eine große Rolle. Dann traf er aber seine zukünftige Ehefrau und entschied sich für den Beruf des Pastoralassistenten und in der Folge für das Diakonat.

 

Unentbehrliche Helfer

Auch wenn der Job verantwortungsvoll ist, so müsse man sich doch stets bewusst sein, „dass man in der zweiten Reihe hinter dem Priester steht“, meint Gindl, „sonst sind Frustrationen vorprogrammiert“. „Einmal im Jahr zu Ostern wäscht uns der Pfarrer die Füße – als Kompensation“, scherzt Duong. „Aber ich wasche ihnen nie den Kopf“, lacht Pater Soroka und betont, wie unentbehrlich die Hilfe der beiden Diakone für seine Arbeit ist.

 

„Die seltenen Kirchenbesucher nennen uns oft ,Herr Pfarrer‘“, ergänzt Gindl. „Dann erklären wir ihnen die Unterschiede: Der ständige Diakon darf nicht wie der Priester der Feier der heiligen Messe vorstehen und die Sakramente der Buße und der Krankensalbung spenden. Im Unterschied zum nicht ständigen Diakon bleibt er für immer Diakon, eben ständig, der andere wird zum Priester geweiht.“

 

Bereichernde kulturelle Unterschiede

Pater Soroka, der bereits jahrelange Erfahrung als Pfarrer in Polen und Deutschland sammelte und seit drei Jahren in Neusimmering tätig ist, genießt die Harmonie im Pfarrteam. „Wir sind drei Kumpels“, meint er, „die bei der Arbeit gut kompatibel sind, aber auch zusammen lachen können, beim Kaffee oder beim Mittagessen jeden Dienstag.“ Beim Mittagessen dienstags seien auch die Pfarrsekretärinnen und der Kaplan dabei und es werde viel geplaudert und gescherzt. „Die Tatsache, dass wir aus unterschiedlichen kulturellen Kreisen kommen, war nie hinderlich für unsere Kommunikation, im Gegenteil – sehr bereichernd“, fügt Duong hinzu. Besonders motivierend für die Diakone ist die Wertschätzung ihrer Arbeit, die Pfarrer Soroka immer bereitwillig zum Ausdruck bringt.

 

Valia Kraleva

 

Erschienen in: "miteinander" | Jahrgang 2016 | Ausgabe Jänner/Februar

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