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Welt in Bewegung

Berufungspastoral - neu aufgestellt

Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl ist als neuer Referatsbischof für Berufungspastoral nun auch für das Canisiuswerk zuständig.

 

Täglich werden wir mit zum Teil rasanten Veränderungen konfrontiert - etwa wenn ich an die Entwicklungen in der sogenannten "Flüchtlingskrise" oder an die letzte Finanzkrise denke. Das kann einem auch Angst machen. Für Veränderungen in der Kirche gilt das Gleiche: Das "Aggiornamento", das Johannes XXIII. vor dem Konzil eingemahnt hat, kann auch einen Luftzug mit sich bringen, der unangenehm ist. Dennoch war der Geist, den uns das Zweite Vatikanische Konzil gebracht hat, notwendig: er hat uns zu den Wurzeln vieler Traditionen zurückgeführt und damit die Chance eröffnet, Kirche im Heute zu leben.

 

Diese Prozesse lassen auch die Berufungspastoral nicht unbeeindruckt: Wir wissen uns in unseren Breiten etwa zunehmend herausgefordert, "Berufung" nicht mehr nur enggeführt auf eine "geistliche Berufung" zu verstehen, sondern entdecken immer mehr den ursprünglichen, biblischen Sinn: Gott hat jene, die getauft sind, in die Kirche berufen, herausgerufen ("ekklesia") aus der Welt um dem Herrn zu gehören (kyriake). In der Seelsorge entdecken wir daher zunehmend die Notwendigkeit, nicht nur die Berufung zum Menschsein vertieft zu bedenken, sondern auch jenes Geschenk deutlicher zu machen, das die Berufung zum Christsein mit sich bringt.

 

Ebenen der Berufung

 

Josef Maureder hat in seinem Büchlein "Wir kommen, wohin wir schauen", das als Standardliteratur zum Thema Berufungspastoral gelten kann, von drei Ebenen der Berufung gesprochen – und erst in der dritten Ebene lässt sich laut Maureder von einer "Berufung zum Zeuge sein" sprechen. Dies ist in der Anlage unserer Pastoral meines Erachtens bislang weitgehend nicht berücksichtigt: vielfach wird nach wie vor in der Seelsorge davon ausgegangen, dass ohnedies Berufungen auf allgemein bekannten und damit auch ausgetretenen Pfaden gelingen. Dass dem nicht so ist, wird von allen in der Seelsorge mitunter laut beklagt.

 

Diese Entwicklung hat schon das Konzil vorhergesehen, wenn in Folge jede Diözese aufgerufen wurde, ein Zentrum für Berufungspastoral und auf Ebene der Bischofskonferenz ein "nationales Zentrum" einzurichten. Da Berufungspastoral nichts anderes ist als eine andere Bezeichnung für Seelsorge, gilt es in der Kirche "Berufung" in all ihren Dimensionen stärker in den Blick zu nehmen. Auf nationaler Ebene sind all die Erfahrungen auszutauschen und zu koordinieren; so können sie auch fruchtbar für andere Ortskirchen werden. Das Haus der Berufungspastoral ist daher "von unten" - neu - zu bauen. Wie vieles andere, so ist auch auf diesem Feld in den vergangenen Jahrzehnten vieles "nach oben delegiert" worden, nach dem Motto: "Um Priester soll sich der Bischof sorgen, nicht wir."

 

Neuaufstellung des Canisiuswerkes

 

Im Zuge der hier im "miteinander" in den letzten Ausgaben angedeuteten Reform des Canisiuswerks wird genau dies in den kommenden Monaten umgesetzt: es werden diözesane Verantwortliche benannt, die vor Ort Berufungspastoral initiieren sollen. Im österreichischen "Zentrum für Berufungspastoral", dem Canisiuswerk, werden diese Vorgänge gesammelt und miteinander vernetzt - so gibt es einen neuen Referatsbischof für Berufungspastoral, der nunmehr auch für das Canisiuswerk zuständig ist. In der Vollversammlung im März 2016 wurde ich mit dem Referat "Berufungspastoral - Canisiuswerk" betraut.

 

Ein Statut, das die neuen Gegebenheiten des Miteinanders der Diözesen, Gemeinschaften und Orden in diesem Bereich abbildet, soll helfen, auf neuen Beinen anders und zugleich verstärkt das Feld der Berufungspastoral zu bestellen.

 

Bischof Wilhelm Krautwaschl

 

Erschienen in: "miteinander" | Jahrgang 2016 | Ausgabe Juli/August

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