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Welt in Bewegung

(K)Ein Sonntag wie damals

Die Wochenenden als Tage der Muße und der Erholung sind heute einem eng getakteten Freizeitstress gewichen.

 

Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Sonntage meiner Kindheit zurück. Je nach Wetter erkundete ich mit meinen Eltern mit dem Fahrrad die Donauinsel, wir segelten am Neusiedlersee, sahen einen Film im Kino oder gingen Eislaufen. Wir trafen Verwandte und Freunde beim Heurigen. Langweilig war mir nie. Abends fiel ich meist todmüde ins Bett.

 

Der Sonntag war für mich ein Tag bunter Abwechslung und jeder Menge Erlebnisse; jeder Sonntag war anders. Stressig waren meine Sonntage in den 80er Jahren keineswegs. Vielleicht lag es einfach auch an der Unbeschwertheit dieser Zeit.

 

Im Jahre 1982 vertrat das Gesangsduo "Mess" Österreich beim Eurovision Song Contest in Großbritannien. Sie besangen in ihrem Beitrag "Sonntag" den Sonntag als Sonnen- und Ruhetag, der weder Hast noch Unruhe vertrage; ein Tag, der zum Erholen und Entspannen einlädt und auf den sich jeder ab Mittwoch freuen darf. Wenigen ist dieses Lied noch bekannt. Und doch artikuliert es eine Idealvorstellung von einem nie erreichten Sonntag: dem absoluten Erholungstag am Ende einer langen, anstrengenden Woche.

 

Freizeitstress ohne Ende

 

Ein herrlicher Sonntagnachmittag, frühsommerliche Temperaturen. Ideal für einen Ausflug in die Umgebung von Wien. Die Wahl fällt auf einen Freizeitpark. Familie Mustermann schnürt noch schnell eine Jause zusammen, verstaut Kind und Kegel im Wagen. Dann braust sie los. Angekommen an ihrem Ausflugsziel ergattert sie gerade noch einen Parkplatz. Im Gelände sind sie nicht alleine. Dutzende Familien hatten dieselbe Idee. Sie wandern von einer Attraktion zur nächsten, warten ungeduldig in den langen Reihen vor den Fahrgeschäften.

 

Auf einer Parkbank finden sie endliche Ruhe, schlingen die mitgebrachte Jause hinunter. Dann geht es wieder weiter. Am Ausgang passieren sie noch den Shop mit Spielzeug. Nur mit viel Mühe und unter lautstarkem Protest der Kinder verlassen sie ihn und schleppen sie zum Auto. Die Nerven liegen blank. Auf überfüllten Straßen stauen sie nach Hause. Noch am Montag müssen sie sich von diesen Strapazen erholen.

 

Ich bin sicher, es braucht neuen Mut, den Sonntag wieder selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. Aber es braucht auch Kreativität, ihn entsprechend auszugestalten – oder auch ganz einfach einmal gar nichts zu tun. Ist dies nicht gar aktueller denn je? Höchste Zeit, so scheint mir, sich darüber Gedanken zu machen und den Sinn des Sonntags zu suchen – und zu finden. Die Besinnung auf den "Tag des Herren" und die Erholung dürfen keinesfalls zu kurz kommen:

 

Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig. (Gen. 2,2-3).

 

Christopher Erben

 

Erschienen in: "miteinander" | Jahrgang 2016 | Ausgabe Juli/August

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