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Mag. Lukas Cioni

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Aus dem neuen »miteinander«

An meiner Seite

Statements zum Schwerpunktthema der Ausgabe 7-8/26

Treue Begleiter begegnen uns in vielen Formen: als Menschen, Tiere, in Form von ganz persönlichen Gegenständen oder inneren Einstellungen. Vier Erfahrungsberichte zeigen wie vielfältig persönliche Wegbegleiter sein können. Aufgezeichnet von Rainer MANZENREITER und Lukas CIONI

 miteinander 7-8/2025

miteinander 7-8/26Treue Begleiter leiten, geben Halt, erinnern uns an besondere Momente und gehen oft über Jahre hinwegan unserer Seite. Vier persönliche Einblicke zeigen, wie unterschiedlich treue Begleiter sein können.

 

Mein Gefährte

Ob in religiöser Hinsicht, im sozialen Bereich oder auf persönlicher Ebene – überall kann man treue Begleiter finden. Bei mir ist es ein Gegenstand, welcher mich seit mehr als 25 Jahren treu bei meinen Reisen begleitet.

An jemandes Seite sein, ihn auf dem Weg begleiten – für mich reicht die Begriffsdefinition eines treuen Begleiters vom Begleithund einer sehbeeinträchtigten Person bis hin zu Charaktereigenschaften, welche das ganze Leben bestehen bleiben.

Mein treuer Begleiter gehört seit fast drei Jahrzehnten zu mir. Er ist klein und nicht mehr ganz taufrisch. Etwas verblasst sind seine Farben, aber egal wohin ich mich begebe, mein Begleiter ist stets an meiner Seite.

Er ist bei Arztbesuchen und beim Einkaufen dabei und verpasst keine meiner Reise – sogar am Jakobsweg durchlebte er mit mir Höhen, Tiefen und Glücksgefühle. Kurz: Ob Kurztrip, Flussfahrt, Urlaub oder alltägliche Abenteuer – wir durchstreifen gemeinsam die Zeit. Ohne meinen treuen Begleiter startet keine Reise.

Im Laufe der Jahre haben wir uns beide verändert. Man könnte meinen, wir haben uns einander angepasst. Die Haare meines treuen Gefährten haben das einstige Leuchten eingebüßt – fast so wie bei mir – und auch farblich haben wir uns angeglichen, denn das Grau überwiegt.

Meist pendelt er an meiner Tasche oder dem Rucksack. Mein treuer Begleiter ist ein Anhänger in Form eines Stoffbären, mit einem weiß-blau gestreiftem T-Shirt. Das Schöne an meinem bärigen Gefährten ist: Er erinnert mich an meinen Enkel Lukas. „Bärli“ war nämlich sein Geschenk zu meinem 50er. Lang, lang ist’s her!

 

miteinander 7-8/26

Gerlinde Aschauer

ist ehemalige Redaktionsleiterin der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) in Gmünd und im Jahr 2003 einen Teil des Jakobsweges gegangen.


 

Die Kraft von oben

Bei meinen Schulbesuchen fragen mich die Kinder oft nach meiner Lieblingskirche. Da nenne ich immer drei: die Kirche in meiner Heimatpfarre, in der ich getauft und gefirmt wurde, die Erstkommunion empfangen und meine Primiz gefeiert habe. Zweitens den Dom in Salzburg, in dem ich zum Priester und Bischof geweiht wurde, und drittens die Kapelle in meinem jetzigen Wohnhaus, in die ich mich fast täglich zurückziehe. Denn sie ist mein Zufluchtsort und meine geistliche Tankstelle. Diese drei Kirchen belgeiten mich durch mein Leben.

In ihnen suche ich ganz bewusst den Kontakt zu meinem eigentlichen Begleiter. Und das ist der dreifaltige Gott. Gottvater ist für mich wie eine starke, unsichtbare Hand, die mich führt und begleitet. Mit dem Psalm 68 bete ich: „Gepriesen sei der Herr. Gott trägt uns. Er ist unsere Rettung“ (V 20)!

Da meine Spiritualität sehr christologisch geprägt ist, weiß ich, dass ich nur dann lebe, wenn ich mich von Jesus Christus ansprechen und berühren lasse. Deswegen sehne ich mich immer wieder nach dem „In-Ihm-Sein“.

Und der Heilige Geist ist für mich die „Kraft von oben“, wie er im Messbuch öfter genannt wird. Von ihm erbitte ich seine vielfältigen Gaben, um im Alltag gut zurechtzukommen. Gottvater, sein Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist sind meine ständigen Begleiter. Je mehr ich mich auf sie verlasse, desto erfüllter und glücklicher ist mein Leben.

 

miteinander 7-8/26

Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer

ist Weihbischof der Erzdiözese Salzburg und Referatsbischof des Canisiuswerks.


 

Treue Seelentröster

Von persönlicher Assistenz, emotionaler Unterstützung und Therapiebegleitung – Hunde bereichern und begleiten mein Leben seit Jahren in vielen Facetten.

Unglaublich, Hunde waren die ersten Haustiere des Menschen. Bereits vor der Sesshaft-Werdung des Menschen haben sich Hunde uns Menschen angeschlossen. Jeder der einen vierbeinigen Freund zu Hause hat, kann es bestätigen: Hunde bereichern tagtäglich unseren Alltag, geben uns Struktur, emotionale Unterstützung, sind unsere vierbeinigen „Fitnesstrainer“, die Interaktion mit ihnen hat positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und sie helfen uns oftmals als wundervolle Seelentröster in schweren Zeiten.

Ob als toller Familienhund, oder auch in einer Tätigkeit als Therapiebegleithund in der tiergestützten Arbeit, als Assistenzhund für Menschen mit besonderen Bedürfnissen leisten Hunde unglaubliches. Jeder der schon mal das Glück hatte mit einem Hund zu leben, wird die große emotionale Bindung bestätigen und über die Freude mit dem vierbeinigen Gefährten berichten können. Hunde können unser aller Leben tiefgreifend und einzigartig bereichern.

 

miteinander 7-8/26

Yvonne Adler

ist akademisch geprüfte Kynologin und professionelle Hundetrainerin bei www.adler-dogs.at.


 

Mein Lebenslied

Wahrscheinlich erwartet man von einem Buchhändler an dieser Stelle Gedanken zu Büchern, die ihn schon lange begleiten. Ich möchte aber auf ein Lied eingehen, das mich seit den 70er-Jahren tief berührt und dessen Hören – oder Singen, wenn niemand zuhört – mir ein Gefühl großer Freude und Geborgenheit schenkt: Morning Has Broken von Cat Stevens.

Es ist ein Lied, getragen von Dankbarkeit für die Gabe des Lebens und der Schöpfung. Fast wirkt es wie ein stilles Morgengebet: Die Welt ist nicht selbstverständlich und wer staunen kann, begegnet darin vielleicht Gott.

Mir ist schon klar, dass die Welt alles andere als ideal ist – im Umgang der Menschen miteinander und mit der Schöpfung. Aber es braucht immer wieder Momente, in denen man sich der Gegenwart Gottes vergewissert. Dazu eignet sich dieses Lied für mich ganz besonders.

Vielleicht klingt das etwas verwunderlich: Aber an meinem Grab wünsche ich mir genau dieses Lied.

 

miteinander 7-8/26

Gerhard Zach

ist langjähriger Mitarbeiter und ehemaliger Leiter der Wiener Buchhandlung Herder.

 

 

 

 

 

 

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