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Aus dem neuen »miteinander«

Clownin Minna berührt

Porträt einer Ordenschwester mit Humor

Kleine Schwester Monika Miriam Wedenig aus Graz bringt als „Clownin Minna“ Lachen in den
Krankenhausalltag. Zwischen dem Clown-Sein und ihrer Ordensberufung sieht die 58-Jährige viele Parallelen. Von Sandra LOBNIG

miteinander 1-2/2032

Sr. Monika Miriam Wedenig KS

Quietschschweinchen Emil liebt es, an Ohrläppchen zu knabbern. Bei den ganz alten Patienten
und bei den Kindern, sogar bei Schwerkranken und bei Wachkomapatienten. Noble Zurückhaltung am Krankenhausbett? Nichts für Emil. „ROTE NASENClowndoctor“ Minna findet das peinlich, furchtbar peinlich. Und doch schafft es Emil immer wieder, aus Minnas Handtasche zu schlüpfen, sich in den Vordergrund zu drängen und ein Ohrläppchen zu erwischen. Und Minna könnte im Boden versinken. Peinlich hin oder her – Quietschschweinchen Emil und Minna sind eigentlich ein Dreamteam. Sie bringen Abwechslung in den Krankenhausalltag, vertreiben für kurze Momente die Schwere einer ernsten Diagnose, sorgen für Lachen, manchmal bis die Tränen kommen.

 

Den Clown in sich entdeckt

Clownin Minna heißt im echten Leben Kleine Schwester Monika Miriam Wedenig. Seit zehn Jahren ist die Ordensfrau hauptberuflich „ROTE NASEN-Clowndoctor“. Mehrmals in der Woche steckt sie sich Emil in die Tasche, schnappt sich ihre Ukulele und besucht alte Menschen im Pflegeheim, kranke Kinder, Wachkomapatienten. Den Clown in sich entdeckte sie, als sie vor fast zwanzig Jahren selbst schwer an Krebs erkrankte. „Damals“, sagt die 58-Jährige, „hat mir der Clown geholfen, wieder gesund zu werden.“ Kleine Schwester Miriam machte eine Clown-Ausbildung und setzte sich die rote Nase fortan immer dort auf, wo sie als Ordensfrau lebte und wirkte. In Palästina und Jordanien, im Krankenhaus in Kärnten und in Graz, unter Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine.

Und Minna berührt überall. Über Kulturund Sprachgrenzen, über Religions- und Altersgrenzen hinweg erlebt die Ordensfrau: „Da ist eine Begegnung von Herz zu Herz, in der der andere als Mensch gesehen wird.“ Minna lehrt, dass alles, was ist, auch da sein darf. Traurigkeit, Freude, Wut, Anspannung. „Wenn ich das alles zulasse und Ja sage, bin ich in Kontakt mit mir selbst, mit den anderen und mit Gott.“ Minnas Spiel lockt Emotionen an die Oberfläche, die sonst versteckt blieben. Für Kleine Schwester Miriam gibt es zwischen ihrer Ordensberufung und dem Clown-Sein viele Parallelen. „Unsere Berufung als Kleine Schwestern Jesu ist es, dieses kleine Kind von Bethlehem zu den Menschen zu bringen. Als Minna suche ich bei den Menschen eine Tür, durch die Licht einfallen kann. Da ist dann ein Funke, der überspringt, und der verändert auch mich. Im Leben als Kleine Schwester ist das genauso.“

 

Trotz allem ein Ja zum Leben

Manchmal begleitet Minna Patienten auch in besonders heiklen Augenblicken: Kleine Schwester Miriam erinnert sich an einen schüchternen Buben auf der Kardioambulanz, der ihr dort am Gang begegnete. Sie machte ihn mit ihrem Maulwurf Fridolin bekannt – Minnas zweiter Begleiter – und begleitete ihn zu seiner Untersuchung. Maulwurf Fridolin legte sich mit dem Buben auf die Untersuchungsliege und wurde ebenso beschallt wie der echte kleine Patient. Fridolin und Minna waren auch dabei, als den Eltern schließlich eine unerfreuliche
Diagnose mitgeteilt wurde. „Das hat dem Moment ein bisschen die Schwere genommen und ein Ja zum Leben möglich gemacht, in allem und trotz allem.“

 

Mehr Informationen unter: ROTE-NASEN Clowndoctors.

 


Sr. Monika Miriam Wedenig KS

Sr. Monika Miriam Wedenig KS

ist Ordensschwester und „ROTE-NASEN-Clowndoctorin“ Minna.

 

 

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