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Aus dem neuen »miteinander«

Die Ruhe liegt im Wald

Gedenken im Grünen

Ein Grab auf einem Friedhof war gestern. Immer mehr Menschen lassen sich im Wald bestatten. Ein Lokalaugenschein am Kahlenberg in Wien. Von Christopher ERBEN

miteinander 3-4/2026

miteinander 3-4/26

Der Wind pfeift durch die Äste, zwischen denen einige Eichkätzchen springen. Hier und da sprießen Schneeglöckchen. Frühjahr liegt in der Luft über dem Kahlenberg bei Wien. „Kommen Sie weiter“, sagt Alexander Burtscher, Geschäftsführer des Unternehmens Klosterwald, und wandert zwischen den Bäumen hindurch, die den schmalen Weg säumen. „Ich führe sie durch unseren Friedhof.“ Es ist nicht der einzige Waldfriedhof von Klosterwald. Insgesamt sind es acht Standorte, in deren Wäldern Baumbestattungen stattfinden. Nur wenig erinnert hier an einem klassischen Friedhof.


Natur übernimmt Grabpflege
Auf kleinen Tafeln stehen die Namen der unter den Bäumen bestatteten Menschen. Es handelt sich um Urnengräber. Dafür wird eine runde Öffnung in den Waldboden gegraben, in die die biologisch-abbaubaren Urnen eingesenkt werden. Kosten und Aufwand für die Grabpflege fallen keine an. „Die Grabpflege übernimmt bei uns die Natur“, sagt Burtscher. „Wir schauen aber, dass das Urnengrab nicht direkt über einer dichten Wurzel oder am Weg liegt.“
Mehrmals pro Woche sei der gebürtige Vorarlberger, der über einen Todesfall in seinem unmittelbaren Umfeld in das Bestattungsgewerbe eingestiegen ist, am Berg. Seit einigen Jahre ist die katholische Kirche an der von ihm mitbegründeten Firma Benu beteiligt, welche Klosterwald betreibt. Der gleichnamige Klosterwald am Kahlenberg erstreckt sich auf über fünf Hektar und liegt unweit des Schönstatt-Zentrums. Bis zu 17 Hektar sind als Friedhofsfläche genehmigt und können im Endausbau für Baumbestattungen bereitgestellt werden.


Ewige Ruhe im Wald
Baum- oder Naturbestattungen auf einem Waldfriedhof oder in einem Bestattungswald werden in Österreich immer beliebter. Jedes Jahr kommen neue Friedhöfe bzw. Areale hinzu. Auch Einäscherungen haben die klassischen Bestattungsformen abgelöst, was auch an den geringeren Kosten liegt. Wurden im Jahr 2023 noch 505 Beisetzungen in den Klosterwäldern durchgeführt, waren es 2025 bereits über 700, erklärt Alexander Burtscher, der zu einem weiteren Baum stapft.


Obwohl der Waldfriedhof von Wien aus auch mit dem Bus erreichbar ist, liegt er bereits in Niederösterreich. Eigentümer der Waldstücke sind in den meisten Fälle Klöster oder Diözesen. Jenes am Kahlenberg gehört etwa dem Stift Klosterneuburg und der Waldfriedhof wurde vor sieben Jahren eröffnet. 2022 folgte mit dem Standort Ingeringsee der erste Klosterwald in der Steiermark und 2024 mit Bludesch jener in Vorarlberg. Weitere seien in Planung, weil der Bedarf an Waldfriedhöfen in der Bevölkerung ständig steige, sagt Burtscher, der seinen eigenen Baum in Bludesch in Vorarlberg bereits ausgesucht hat.


Baum nach Wunsch
„Hier ist eine Kirsche“, sagt Burtscher und berührt deren Ast. Die Bäume in den Klosterwäldern stehen auch als Vorsorgebäume bereit, und können zehn Grabstellen umfassen. Bei der Wahl des „richtigen“ Baumes für die letzte Ruhestätte entscheiden sich über ein Drittel für die Buche. Auch die Eiche als Symbol für Beständigkeit sowie verschiedene Ahornarten seien bei den Kunden sehr beliebt, weiß Burtscher. Jeder Baum kann bereits zu Lebzeiten ausgewählt werden.

 

Die Sonne blinzelt durch die Baumwipfel. Alexander Burtscher wandert zurück zum Eingang und verabschiedet sich freundlich vom Klosterwald. „Wir sehen uns wieder“, zwinkert er diesem zum Abschied zu.

www.klosterwald.at

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