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Aus dem neuen »miteinander«

Gottes Segen auf allen Wegen

Geschichte des Segens

Im Segen kommt Gott dem Menschen ganz nahe und antwortet auf sein Bedürfnis nach Heil und Erfüllung in seinem Leben. Von Daniel SEPER

miteinander 1-2/2032

P Thomas Vanek OSFS bei der Messe in Tullnerbach 2022

Was haben eine Katze, ein Adventkranz und ein Auto gemeinsam? So beginnt kein schlechter Witz, sondern dieser Beitrag über das Segnen. Denn diese drei Dinge verbindet, dass auf sie der Segen Gottes herabgerufen werden kann. Damit wird Gottes Schutz für eine Person oder eine Sache erbeten. Menschen bitten um Segen, weil sie sich nach Schutz und Heil sehnen. Sie sprechen sich gegenseitig Segen zu, wenn sie sich Gutes wünschen, erhoffen aber auch für sich selbst den Beistand Gottes in herausfordernden Situationen. So gehört das Segnen zu den Urgesten der Menschheit und begegnet uns in den meisten Religionen.

Dem deutschen Begriff Segnen entspricht im Lateinischen benedicere, wörtlich übersetzt Gutes (bene) zusagen (dicere). Der Segen Gottes wird also erbeten und mit dem Aussprechen auch gleich zugesprochen. Segnungen gibt es in der Kirche viele. Es gibt auch ein eigenes liturgisches Buch, das Benediktionale, das man mit Segensbuch übersetzen könnte. Dort finden sich beinahe 100 verschiedene Varianten: vom Segen der Mutter vor der Geburt über den Pilgersegen bis hin zur Segnung von Bergsteigergeräten oder einer Kläranlage. Das ganze Leben mit all seinen Facetten ist abgedeckt.

"Wer den Segen für sich oder für Dinge erbittet, die einem wichtig sind, muss keine hohen Anforderungen erfüllen."

Einfach segnen!

Während die sonntägliche Eucharistiefeier mit ihrem Aufbau, ihrer reichen Symbolik, den vielen Gebeten und Handlungen viele Menschen überfordert, bleiben Segnungen niederschwellig. Die einfache Feierform erfordert keine speziellen Kenntnisse und ist leicht verständlich. Wer den Segen für sich oder für Dinge erbittet, die ihm oder ihr wichtig sind, muss keine hohen Anforderungen erfüllen. Und gleichzeitig zeigt sich im Segen, dass Gott dem Menschen ganz nahe kommt und ihn und sein gesamtes Leben, seine Familie und seine Hobbys wertschätzt. Bei der Segnung kommt die innige Beziehung zwischen Gott und Mensch zum Ausdruck.

Meistens ist es Aufgabe des jeweiligen Ortspfarrers, eine Segnung durchzuführen, wenn beispielsweise ein neues Rathaus oder eine Schule eröffnet wird. Grundsätzlich aber sind alle Christen befähigt und befugt zu segnen. Aufgrund von Taufe und Firmung ist jede Frau und jeder Mann hineingenommen in das allgemeine Priestertum und von daher beauftragt, anderen die Zuwendung Gottes zuzusprechen, sich also an Gott zu wenden und um seinen Schutz und Segen zu bitten. Ausdrücklich erwähnt sind Laien bei den Segnungen im familiären Kreis, zum Beispiel bei der Segnung eines kranken Kindes oder bei der Verlobungsfeier, bei der Eltern dann wortwörtlich dem zukünftigen Ehepaar „ihren Segen geben“ können.

"Aufgrund von Taufe und Firmung ist jede Frau und jeder Mann hineingenommen in das allgemeine Priestertum und von daher beauftragt, anderen die Zuwendung Gottes zuzusprechen, sich also an Gott zu wenden und um seinen Schutz und Segen zu bitten."

Je mehr aber eine Segnung auf die Kirche als solche bezogen ist, desto mehr ist sie auch Trägern eines Amtes zugeordnet. Bei Segnungen, die eine besondere Beziehung zur Diözese zum Ausdruck bringen, ist der Spender der Bischof: so etwa bei Kirchen, Altären oder Glocken – man spricht hier auch meist von „Weihen“. Eingeladen sind aber alle Menschen, einander zum Segen zu werden.

 

 

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