Kontakt
Redaktionsleiter / CvD

 

Mag. Lukas Cioni

Redaktionsleiter / Chef vom Dienst

miteinander-Magazin

Stephansplatz 6

1010 Wien

Tel.: +43 1 516 11-1500

 

Sie haben eine neue Adresse? Schreiben Sie uns hier oder rufen uns unter DW 1504 an.

 

Redaktion & Impressum

Aus dem neuen »miteinander«

Heilsamer Schlaf

Selbstversuch

Stress und Sorgen, Hitzewallungen in den Wechseljahren oder das Älterwerden: Die Gründe, warum Menschen nicht oder schlecht schlafen, sind vielfältig. Mich hält aktuell ein zehn Monate altes Baby nachts wach, das regelmäßig gestillt werden möchte. Doch während das Baby kurze Zeit später friedlich weiterschlummert, liege ich wach. Ich teste vier Tipps für einen guten Schlaf.

Von Ines SCHABERGER

miteinander 9-10/2026

Top view of a woman sleeping on bed covering her face. Close up of a woman in deep sleep with her hand beside her head and hair let loose.

Sieben bis neun Stunden sollte ein erwachsener Mensch pro Nacht schlafen. Ab 65 Jahren sorgen hormonelle Veränderungen und ein geringerer Bedarf an Zellerneuerung für weniger Schlaf. Akuter Schlafmangel, also weniger als fünf Stunden, kann euphorisch oder distanzlos, gereizt oder impulsiv machen und das Risiko für den Sekundenschlaf erhöhen. Chronischer Schlafmangel lässt die Hormone durcheinandergeraten und verursacht eine andauernde Entzündung im Organismus mit weitreichenden Folgen. Doch je mehr ich daran denke, dringend schlafen zu müssen, desto weniger funktioniert es. Was hilft?

 

1. Für eine angenehme Schlafatmosphäre sorgen

Viele Schlaftipps handeln davon, eine angenehme und beruhigende Schlafatmosphäre zu schaffen, etwa durch gedimmtes Licht, Lavendelöl oder das Hören eines Hörbuches.

Mein Fazit: Das Baby schläft bei Licht nicht ein, steckt sich stattdessen den Duftstein in den Mund, und während ich noch versuche, das Hörbuch am Handy aufzudrehen, ist es wieder hellwach. Und ich auch.

1 von 5 Sterne *

 

2. Bewegung

„Tagsüber viel körperliche Arbeit und Bewegung helfen mir dabei, abends schnell einzuschlafen“, sagt Werner K., der als Schlossermeister körperliche Arbeit gewohnt ist. Und die Wissenschaft gibt ihm recht: Bewegung sorgt dafür, dass der sogenannte Schlafdruck aufgebaut wird, ohne den es kein Einschlafen gibt. Außerdem erfordert es bewusstes Handeln und gibt das Gefühl, die eigenen Probleme unter Kontrolle zu bekommen, erklärt Heather Darwall-Smith in ihrem Buch Guter Schlaf. Sanfte Bewegung wie Yoga erhöht den sogenannten Gamma-Aminobuttersäure-Spiegel (GABA), der das Nervensystem entschleunigt, das Stresshormon Cortisol abbaut und alle damit verbundenen negativen Gefühle neutralisiert.

Mein Fazit: Nicht nur das Baby schläft am liebsten, wenn es in der Trage geschaukelt wurde – auch ich schlafe nach einem Tag mit einem langen Spaziergang oder einer Wanderung müde ein.

4 von 5 Sterne ****

 

3. Milch oder Wasser statt Kaffee

Als Kind gab es vor dem Schlafengehen oft noch eine Tasse Kakao oder heiße Milch mit Honig. Tatsächlich fördert das in Milch enthaltene Tryptophan das Ein- und Durchschlafen. Denn das Gehirn wandelt diese Aminosäure in das Wohlfühlhormon Serotonin und wiederum in das Schlafhormon Melatonin um. Ebenfalls schlaffördernd sind Magnesium sowie Ballaststoffe. Zu vermeiden sind hingegen Alkohol, scharfes Essen, Zucker und fettreiche Nahrung – und Koffein, das nicht nur in Kaffee, sondern auch in Energydrinks, Cola, Grün- und Schwarztee sowie in dunkler Schokolade lauert. Wasser hingegen steigert die Konzentration, weil es das Gehirn von Giftstoffen befreit und mit Sauerstoff versorgt.

Mein Fazit: Zu viel und zu spät von egal welcher Flüssigkeit sorgt erst recht dafür, dass man nachts aufwacht – und auf die Toilette muss.

3 von 5 Sterne ***

 

4. Loslassen üben

Kreisen nachts die Gedanken, lässt das auch den Körper nicht zur Ruhe kommen. Der Schlafexperte Guy Meadows bringt seinen Patienten in der „Sleep School“ in London bei, mit ihren negativen Gedanken zu leben. Er rät, die eigenen Gedanken zu beobachten und zu akzeptieren, statt gegen sie anzukämpfen. Denn nur wer loslässt, kann auch schlafen, ist er überzeugt. Ein Notizbuch am Nachtkasterl, in das man schreibend Gedanken und Aufgaben loswird, kann dabei ebenso helfen wie ein Gespräch vor dem Einschlafen, bei dem man den Tag reflektiert.

Mein Fazit: Für mich bewährt sich eine Form des Tagesrückblicks, bei der ich Stunde für Stunde oder Begegnung für Begegnung durchgehe, dankbar für alles Schöne und um Heilung bittend für alles, was mich belastet. Und wenn das Baby abends mal länger vor sich hin plaudert oder weint, atme ich tief durch und denke: Es verarbeitet auch seinen Tag, bevor es loslassen und einschlafen kann.

5 von 5 Sterne *****


 

Young man sleeping on mattress against color background, back view. Healthy circadian rhythm and sleep habits

Heilmittel Schlaf

Er hilft, Erlebnisse emotional zu verarbeiten, und reguliert die Stimmung. Schlaf hilft beim Entgiften, stabilisiert unseren Organismus und schützt vor Infektionen, Entzündungen und Depression. Weil der Blutdruck nachts sinkt, sinkt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Freigesetzte Antioxidanzien reparieren Zellen und Hautverletzungen. Auch der „Stressdemenz“ beugt Schlaf vor.

CANISIUSWERK
Zentrum für geistliche Berufe

Stephansplatz 6
1010 Wien

Telefon: +43 1 516 11 1500
E-Mail: office@canisius.at
Darstellung: