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miteinander 11-12/2026

Neun Beispiele aus Österreich die zeigen wie Sprache und Dialekt zur Verbundenheit beiträgt.
Burgenland: „Kukuruz“
Das Wort „Kukuruz“ bezeichnet Mais und ist besonders im ostösterreichischen Sprachraum verbreitet. Historisch von unterschiedlichen Kulturen und Sprachen geprägt, gehört im Burgenland der Begriff „Kukuruz“ zu jenen Wörtern, welche den slawischen Einfluss sichtbar machen.
Kärnten: „Lei“
Der Begriff „Lei“ bedeutet im Kärntner Sprachgebrauch „nur“ oder „bloß“. Bekannt ist vor allem der Ausdruck „Lei lei“ – der traditionelle Faschingsgruß des Villacher Faschings. Er gehört zu den bekanntesten sprachlichen Markenzeichen Kärntens wie etwa die deutschen Narrenrufe „Helau“ oder „Alaaf“.
Niederösterreich: „Paradeiser“
Während im deutschen Sprachraum meist Tomaten gesagt wird, ist in Ostösterreich, insbesondere in Niederösterreich und Wien, die Bezeichnung „Paradeiser“ weiterhin gebräuchlich. Der Begriff geht auf das Wort „Paradiesapfel“ zurück – eine Bezeichnung für die Tomate, welche nach der Entdeckung Amerikas nach Europa gelangte.
Oberösterreich: „tramhappert“
Das oberösterreichische Dialektwort „tramhappert“ (auch dramhappad) bedeutet verschlafen, benommen oder verträumt. Mit dem aus dem bairisch-österreichischen Begriff „Tram“ für Traum beginnend, wird ein Gefühl wie im Halbschlaf beschrieben – also wenn man noch „neben der Spur“ ist.
Salzburg: „Kraxen“
Eine „Kraxen“ bezeichnet ein Tragegestell, mit dem Lasten wie Holz, Heu oder auch Kinder auf dem Rücken transportiert wurden. Der Begriff ist im alpinen und süddeutschen Raum verbreitet. Das Wort ist eng mit der Berg- und Arbeitskultur verbunden und zeigt, wie Sprache vom Alltag und den topografischen Bedingungen geprägt ist. Bekannt ist der Begriff auch in Regionen wie Tirol, Salzburg, Bayern, Südtirol und Kärnten.
Steiermark: „Klapotetz“
Der „Klapotetz“ ist ein hölzernes Windrad, welches in den Weinbergen der Südsteiermark zu finden ist. Wie eine Vogelscheuche vertreibt sein Klappern Vögel. Der slowenische Ursprung des Begriffs liegt im Wort „klopótec“ und ist eng mit der Landschaft, der regionalen Weinbautradition und dem slowenischen Einfluss verknüpft.
Tirol: „Marend“
Der Begriff „Marend“ bezeichnet in Tirol eine Zwischenmahlzeit, bestehend aus simplen Zutaten. Besonders in den Bergen steht der Begriff für eine kleine gemeinsame Mahlzeit. Der Ausdruck geht auf das spätlateinische „merenda“ (Zwischenmahlzeit) zurück und ist auch mit dem italienischen „merenda“ verwandt.
Vorarlberg: „schaffa“
Der Begriff „schaffa“ bedeutet arbeiten. Das Wort zeigt den alemannischen Einfluss und steht dafür, etwas anzupacken, zu erledigen oder weiterzumachen. Der Begriff ist Teil des alemannischen Sprachraums und erinnert an die sprachliche Verwandtschaft Vorarlbergs mit Regionen wie der Schweiz und Süddeutschlands. Ein sichtbares Zeichen grenzüberschreitender Sprachkultur.
Wien: „L’Amour-Hatscher“
Der Begriff stammt vom französischen „L’amour“ (die Liebe) und vom Wort „hatschen“ – ein österreichisch-bairisches Dialektwort, welches einen mühsamen Fußmarsch oder schwerfälliges Gehen beschreibt. Einem Wiener Dialektlexikon zufolge beschreibt der „L’amour-Hatscher“ einen „erotisierenden, engpaarigen, langsamen Tanz“.
Austriazismen
Eine aktuelle Studie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) analysierte mehr als 50 Millionen Presseartikel aus dem Zeitraum 2001 bis 2023. Untersucht wurde die Häufigkeit von Austriazismen und ihren Konkurrenzvarianten – etwa von „Paradeiser“ und „Tomate“. Das Resultat: In heimischen Printmedien werden landesübliche Austriazismen wie „Trafik“, „Erdäpfel“ oder „Sackerl“ weiterhin regelmäßig verwendet.