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Göttliches Bodenpersonal

„Recruiter“ kümmern sich darum, dass in Unternehmen stets ausreichend gutes Personal zur Verfügung steht. So auch in der Bibel – und welche Überraschung: Die Top-Recruiter, auf die der „Chef“ setzt, sind durchwegs weiblich … Von Elisabeth BIRNBAUM

                                                                                                                                   miteinander 7-8/2020  Image of pretty business leader looking at camera with interacting partners at background

 

In jedem größeren Unternehmen ist die Personalbeschaffung und -entwicklung ein Muss. Menschen, die den Bedarf des Unternehmens an Neuzugängen erheben, sie suchen und später auch richtig einsetzen, werden in der Wirtschaft „Recruiter“ genannt.

 

Auch in der Bibel finden sich solche „Recruiter“. Meist sind es Frauen. Zuvorderst sind hier Sara (Gen 18) und Rahel (Gen 30) zu nennen: Sie orten dringenden internen Personalbedarf in ihrer Familie. Geduldig vertrauen sie lange Zeit den Verheißungen und Versprechungen ihrer Chefs. Als aber nichts geschieht und sie wegen langjähriger Unfruchtbarkeit nicht selbst den benötigten Nachwuchs generieren können, sorgen sie mittels Leihmutterschaft ihrer Untergebenen für Abhilfe.

 

Mit der Generierung des Nachwuchses ist es aber nicht getan. Er muss auch ausgebildet und geschickt im Unternehmen eingesetzt werden. Rebekka zum Beispiel (Gen 25) beobachtet ihre Neuzugänge Esau und Jakob genau. Als sie bemerken muss, dass der eigentlich vorgesehene Esau sich nicht gut genug entwickelt, setzt sich über die Traditionen ihres Familienunternehmens hinweg und berät den jüngeren Jakob erfolgreich, die Rolle des Älteren zu übernehmen (Gen 27). Durch ihr perfektes Coaching wird ihm der Erstgeburtssegen des Vaters zuteil und er selbst dadurch Juniorpartner der göttlichen Verheißung.

 

Anbindung ans Unternehmen

 

Auch Batscheba plant und fördert die Karriere ihres Schützlings. Sie erkennt einerseits, dass von den Söhnen Davids nur ihr Sohn Salomo dem Anforderungsprofil eines Königs entspricht, und andererseits, dass David nicht mehr in der Lage ist, die anstehende Personalentscheidung klug zu treffen. So erinnert sie den greisen David an ein angebliches Versprechen, das er ihr gegeben haben soll, und verschafft Salomo damit den Posten des Königs und Tempelbauers von Israel (1 Kön 1).

 

Ein ganz besonderer Fall ist Noomi: Sie kann durch geschicktes Recruiting nicht nur ihre Schwiegertochter Rut so an sich binden, dass diese ihr „überall hin“ folgen will (Rut 2), sie verschafft ihr auch noch einen neuen Mann und Nachkommen aus ihrer eigenen Familie und wird durch sie sogar indirekt zu einer Vorfahrin Davids (Rut 3-4).

 

Besonders hervorzuheben ist aber die „Frau Weisheit“: Sie sieht massiven Bedarf an „weisem“ Personal und beginnt eine Großkampagne, die vor allem junge Männer anlocken soll (Spr 8). Und nicht wenige folgen ihrem Ruf auch, schließen sich ihrem Unternehmen an und werben ihrerseits für Personal, wie man vor allem an den Weisheitsbüchern sehen kann. Ob König Salomo im Buch der Weisheit, Ijob oder Jesus Sirach: Dem Unternehmen Weisheit beizutreten gilt geradezu als biblische Tugend.

 

Kundenzufriedenheit steigern

 

Und die tüchtige Frau in Spr 31 ist zwar bei Weitem nicht nur Recruiterin, sondern Familienmanagerin, Textilfachfrau und noch vieles andere auch, ihr Geschick in Personalbeschaffung und -entwicklung wird aber indirekt auch angesprochen: Sie hat ihren Nachwuchs offenkundig so gut herangezogen, dass er sich nicht nur hervorragend ins Unternehmen einfügt, sondern auch noch seiner Begeisterung darüber Ausdruck verleiht, wenn es heißt: „Ihre Kinder stehen auf und preisen sie glücklich … Viele Frauen erwiesen sich tüchtig, doch du übertriffst sie alle“ (Spr 31,31).


Zur Person

Dr. Elisabeth Birnbaum ist promovierte Alttestamentlerin und seit 2017 Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerkes.

►www.bibelwerk.at

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