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Göttliche Medienprofis

Medienberufe sind durch und durch moderne Berufe – mag man meinen. Tatsächlich gibt es für viele Medienjobs biblische Vorbilder.

Von Elisabeth BIRNBAUM

                                                                                                                            miteinander 3-4/2020

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Medienfachleute haben die Aufgabe, Inhalte gekonnt zu verbreiten. Dazu recherchieren sie, erstellen Texte, Video- und Audiobeiträge und sorgen für effiziente Öffentlichkeitsarbeit. Ihre Tätigkeit überschneidet sich da und dort auch mit der von Journalistinnen und Journalisten bzw. Korrespondenten. Einige der ältesten Medienfachleute entstammen der Bibel: Sie beherrschten ihre Aufgabe perfekt. Manche von ihnen waren so erfolgreich, dass man sie „Engel“ nannte. Propheten übten neben ihrer „Beratertätigkeit“ (vgl. Teil 1 der Serie im miteinander 1-2/2020) ebenfalls viele Tätigkeiten von Medienfachleuten aus.

 

Was zeichnet diese Medienprofis aus? Der wichtigste Aspekt ist: Die Botschaft muss stimmen, sie muss genau recherchiert sein. Hätte der „Engel“ Josef nicht genau sagen können, wer der Vater des Kindes seiner Verlobten ist, hätte Josef Maria wohl verlassen. Glaubwürdigkeit ist alles. Deshalb war ja auch der Prophet Jona so böse, dass seine ohnehin nicht begeistert vorgetragene Botschaft von der bevorstehenden Zerstörung Ninives sich durch Gottes Barmherzigkeit im Nachhinein als „Fake News“ herausstellte.

 

Timing ist alles

 

Dann ist da die Frage des richtigen Timings: Richtige Medienprofis suchen den einen, den passenden Moment, wo sie ihre Botschaft wirksam einsetzen können. Wenn die Botschaft dann zudem überraschend und neu ist, steigert das die ungeteilte Aufmerksamkeit noch mehr. Beispiel Abraham: Er soll seinen Sohn Isaak opfern. Gehorsam wie er ist, nimmt er seinen Sohn, bereitet alles für das Opfer vor und schreitet zur Tat. Erst als er dem Jungen buchstäblich das Messer ansetzt und die Spannung auf dem Höhepunkt ist, schreitet der Engel ein und ruft ihm das erlösende „Halt ein!“ entgegen.

 

Auch das Medienformat muss gut bedacht sein. Manches lässt sich einfach durch Worte sagen, wenn man sich dabei auf „eine verlässliche Quelle“ stützen kann. „So spricht der Herr“ ist immer ein guter Anfang. Manchmal wirkt aber ein medial inszenierter Auftritt besser. Ein bisschen Show muss sein. Die Engelsleiter des Jakob oder das Feuerschwert der Kerubim zählen zu besonders gelungen Inszenierungen, die lange im Gedächtnis bleiben.

 

Printmedien für die Ewigkeit

 

Erfolgreich waren die biblischen Medienfachleute aber vor allem dadurch, dass sie auch die Printmedien bedienten und dadurch ihre Botschaften in die Archive kamen. Manche waren von dieser Form der Botschaft so begeistert, dass sie sie buchstäblich verschlangen wie Ezechiel.

 

Der größte Medienprofi ist natürlich Gott selbst. Er bedient sich einerseits Wortbotschaften, andererseits aber auch audiovisuellem Material wie den „Visionen“. Zielgruppenorientiert verändert er die Form der Vermittlung, je nach Bedarf. Laute und leise Formate, mithilfe seiner Mitarbeiter/innen oder allein. Dazu sind seine Botschaften immer tagesaktuell und er ist selbstverständlich immer bestens informiert. Er setzt auch sehr darauf, dass seine Botschaften in gedruckter Form Verbreitung finden, vor allem in dem Buch schlechthin, der Bibel. Und die Auflage dieses Printproduktes ist noch von nichts anderem übertroffen worden.

 


Zur Person

Dr. Elisabeth Birnbaum ist promovierte Alttestamentlerin und seit 2017 Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerkes.

►www.bibelwerk.at

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