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Mutter der Ökumene

Sr. Christine Gleixner

Als Frau unter Kirchenmännern hatte Sr. Christine Gleixner (1924–2015) keinen leichten Stand: Doch sie kämpfte mit Engagement und Fachkompetenz für ihre Anliegen.

Von Ingeborg SCHÖDL

                                                                                                                        miteinander 11-12/2020                                                                                                                         

Optisch wäre die kleine, zierliche Frau fast zu übersehen gewesen, nicht dagegen ihr Engagement als Wegbereiterin der Ökumene in Österreich. Kardinal Franz König war es, der Christine Gleixner bat, sich in Fragen der Ökumene in der Erzdiözese einzubringen. Ihre Zugehörigkeit zur Kongregation der „Frauen von Bethanien“, eine 1919 in Holland gegründete Ordensgemeinschaft, zu deren wichtigen Zielen u. a. das Gespräch mit den getrennten Christen und die Mitarbeit an ökumenischen Initiativen gehört, bot dafür die richtige Basis.

 

1962 kommt Sr. Christine Gleixner nach Studien in Paris, Nijmegen und Utrecht als Oberin der Niederlassung ihres Ordens in der Erzdiözese Wien in ihre Geburtsstadt zurück. Die Zeit war reif für den Aufbau einer gezielten ökumenischen Arbeit und die Wahl von Kardinal König, dafür diese Ordensfrau zu bestellen, goldrichtig: Mit Geduld, Beharrlichkeit und einer großen Portion Durchschlagskraft beginnt Gleixner mit ihrer Arbeit als Frau unter Kirchenmännern. Als wichtigste Aufgabe sieht sie vorerst die Aufarbeitung der mit „Altlasten“ beladenen Konfliktgeschichte der christlichen Kirchen in Österreich an sowie die Förderung des Dialogs mit dem Judentum.

 

Möglichkeiten dazu erhält sie als Vorsitzende der „Diözesankommission für ökumenischen Fragen“, als Konsultatorin der Stiftung „Pro Oriente“ und als Mitglied des Beirates der „Kontaktstelle für Weltreligionen der Österreichischen Bischofskonferenz“. Als „Fachfrau“ zollen ihr die männlichen Amtsträger der verschiedenen in Österreich vertretenen Kirchen bald einhellige Anerkennung. Im Jahre 2000 wird sie als erste und bis heute einzige Frau zur Vorsitzenden des „Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich“ gewählt. Mit Beharrlichkeit gelingt es ihr, dass dieses Gremium nun auch zu gesellschaftspolitischen Fragen Stellung nimmt.

 

Als „ökumenische Fachfrau“ wird Sr. Christine Gleixner ad personam in den Österreich-Konvent berufen, der von 2003–2005 tagt und die Grundlagen für eine neue österreichische Bundesverfassung erstellen soll. Ohne Gleixner wären die Kirchen im Konvent nicht vertreten gewesen. Im Jahre 2015 stirbt Sr. Christine Gleixner 89-jährig in Wien. In Erinnerung wird sie als „Mutter der Ökumene“ bleiben."

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