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Für Menschenwürde bis zuletzt

Sr. Hildegard Teuschl

 

Sr. Hildegard Teuschl (1937–2009) war eine Vorreiterin der Hospizbewegung in Österreich. Ihr Anliegen, das klare Nein zur aktiven Sterbehilfe, ist bis heute von brennender Aktualität. 

Von Ingeborg SCHÖDL

                                                                                                                                miteinander 5-6/2021    TEUSCHL, Hildegard, Caritas Hospizdienst, Foto: Pepo Schuster                                                                                                                        

Sie war eine Pionierin, eine Impulsgeberin und auch mit dem dafür notwendigen Durchsetzvermögen ausgestattet. Untrennbar bleibt der Name der Caritas-Socialis-Schwester Hildegard Teuschl mit dem Aufbau der Hospizbewegung in Österreich verbunden. Geboren 1937, trat sie nach Absolvierung eines Lehramtsstudiums 1962 in die von Hildegard Burjan gegründete Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis ein. Als Schwesternnamen wählte sie den Vornamen der Gründerin. So wie diese, hatte auch sie eine besondere Antenne für die Herausforderungen der Zeit. Bereits 1966 übernahm sie die Leitung des Caritas-Ausbildungszentrums für Sozialberufe in Wien. Als jüngste Direktorin Österreichs gründete sie zwischen 1970 und 1990 zehn neue Ausbildungsrichtungen, die speziell auf die Bedürfnisse alter, kranker und behinderter Menschen ausgerichtet waren. Viele davon wurden später in das Regelschulwesen aufgenommen.

 

Zu ihrer Lebensaufgabe aber wird die Umsetzung des Hospiz-Gedankens in Österreich. Als Vorstandsmitglied der 1987 gegründeten österreichischen Sektion der „Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (IGLS)“ entwirft sie die Lehrpläne für die nun geforderte spezielle Ausbildung. Als Ende der 90er-Jahre die Forderung nach einer aktiven Sterbehilfe in einigen europäischen Ländern aufbricht, reagiert Sr. Hildegard sofort. Es gelingt ihr, die Vertreter der politischen Parteien zu einer Parlamentarischen Enquete zu motivieren, die am 29. Mai 2001 unter dem Titel „Solidarität mit unseren Sterbenden – Aspekte einer humanen Sterbebegleitung in Österreich“ stattfindet. Prominentester Redner war Kardinal Franz König. Das Ergebnis der Enquete war das im Dezember 2001 einstimmig im Nationalrat verabschiedete „Nein“ aller Abgeordneten zu jeder Form der Euthanasie in Österreich.

 

Für ihren unermüdlichen Einsatz „Menschenwürde bis zuletzt“ wird Sr. Hildegard 2006 mit dem „Ermacora-Menschenrechtspreis“ geehrt. Im Jahre 2007 erkrankt sie an Krebs und wird nun selber zur Betreuten. Ihr letzter Wunsch ist, „einen langsamen Walzer mit dem Tod zu tanzen bis zur Aufnahme in Gottes Umarmung“. Begleitet von Freunden stirbt sie am 18. Februar 2009 im Hospiz der Caritas Socialis.

 

Der alle zwei Jahre verliehene Hildegard Teuschl Preis für wissenschaftliche Arbeiten und Projekte im Bereich Hospiz und Palliative Care erfolgt im Gedenken an die Pionierin der Hospizbewegung in Österreich.

 

www.hildegard-teuschl-preis.at

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