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Die Kirche muss uns ernst nehmen

Hildegard Holzer

 

Hildegard Holzer (1904–1995) legte den Grundstein für die Ausbildung und den pastoralen Dienst der Frauen in der Kirche.

Von Ingeborg SCHÖDL

                                                                                                                                miteinander 3-4/2021                                                                                                                        

Ort und Zeit erlaubten kaum noch Zukunftspläne,

aber die drei jungen Leute, die im April 1945 Brandwache am Dachboden des zerstörten Stephansdomes hielten, schmiedeten trotz allem Pläne. Für Hildegard Holzer stand fest: Sie will ein kirchliches Frauenseminar gründen, denn beim nunmehrigen Neubeginn müssen die Frauen in den kirchlichen Dienst miteinbezogen werden. Sie wusste, was Frauen in der zurückliegenden Zeit, als die Seelsorge vom NS-Regime nur auf den Pfarrbereich beschränkt wurde, an pastoraler Arbeit geleistet hatten. „Die Kirche muss uns ernst nehmen, wir Frauen müssen uns einbringen können“ – und dafür brauchte es eben eine gediegene, kirchlich anerkannte Ausbildung.

 

Hildegard Holzer gehörte zum Team jener engagierten jungen Frauen, die vom Domkurat Karl Rudolph in das Anfang der 1930er-Jahre neu errichtete Seelsorgeamt geholt wurden. Während der NS-Zeit war sie mit der Aufgabe betraut gewesen, den Pfarren bei der nun eingeschränkten seelsorglichen Tätigkeit Hilfestellung zu bieten. Energisch wie die 1904 in Krems geborene promovierte Juristin und ausgebildete Fürsorgerin war, setzte sie ihre Idee um und bereits im Oktober 1945 begannen dreißig junge Frauen mit ihrer zweijährigen Ausbildung zur Seelsorgehelferin in der neuen „Wiener Diözesanschule für Seelsorgehilfe und Caritas“. Der Schulbetrieb fand begleitet von Kälte und Hunger im Kloster der Salesianerinnen in Wien statt. 1948 erfolgte die Namensänderung auf „Seminar für kirchliche Frauenberufe“ und die Umstellung auf eine dreijährige Ausbildung. Hildegard Holzer blieb bis zu ihrer Pensionierung 1968 Leiterin des Seminars, das später in der Erzbischöflichen Sommerresidenz im 13. Bezirk eine Bleibe fand.

 

Mit ihrem Mut und Durchsetzvermögen legte Hildegard Holzer den Grundstein für den pastoralen Dienst der Frau in der Kirche, vorerst als Seelsorgehelferin und dann in der Weiterentwicklung als Pastoralassistentin. Ihr Tun war geprägt von dem Gedanken, dass „Gott alles Leben Mann und Frau gemeinsam anvertraut“ – und dies auch in der Kirche. Noch in ihrer Pension trug Hildegard Holzer über zehn Jahre wesentlich zum Aufbau des Bereichs Altenpastoral bei. Sie starb am 5. Dezember 1995.


Ende unserer Serie
In dieser Serie stellte Ingeborg Schödl sechs Frauen vor, die ihre Berufung in der Kirche gefunden haben und leben konnten: Margarete Schmid, Sr. Christine Gleixner, Sr. Anna Dengel, Herta Pammer, Sr. Hildegard Teuschl und Hildegard Holzer. Mit diesem Beitrag endet unsere Serie „Gottes starke Töchter“. 

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