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Lieber Petrus Canisius!

 

 

Lieber Petrus Canisius! Um ehrlich zu sein, wusste ich bis vor Kurzem sehr wenig über dich. Natürlich kannte ich viele Institutionen, die deinen Namen tragen, und es war mir bekannt, dass du einer der „großen“ Jesuiten-Heiligen bist. Aber erst ein völlig banales Faktum hat mich angespornt, mehr über dich zu erfahren: Wir beide waren nämlich 22 Jahre alt, als wir in den Jesuitenorden eingetreten sind. Doch viel wichtiger als das: Wir beide sind eingetreten, nachdem wir Gott in den Ignatianischen Exerzitien erfahren haben, du vor nicht ganz 500 Jahren und ich vor ungefähr fünf Jahren.

 

Damit trennen uns Jahrhunderte, Epochen, ja, Revolutionen der Geistesgeschichte. Entscheidend aber ist für mich die Berufungsgeschichte, die uns verbindet. Wie unzählige Menschen zwischen uns, so durften wir in der Stille und den Meditationen im Rahmen der Exerzitien des Ignatius die unbedingte barmherzige Liebe Gottes zu uns erfahren. Aus dieser Erfahrung wuchs in uns beiden der Wunsch, diese Liebe für die Menschen um uns herum erfahrbar zu machen. Dieser Wunsch ist der Kern unserer Berufung als Jesuiten: Ob unser Leben wirklich gelingt, zeigt sich daran, wie wir diese Berufung in unserer Sendung leben. In den letzten Monaten bist du mir vor allem deswegen nähergekommen, weil ich auch Parallelen in unserer Sendung erkenne. Von Rom aus bist du in die Unsicherheit des reformatorischen Deutschlands gesandt worden, wie ich letztes Jahr von Österreich in den von Krisen gebeutelten Nahen Osten gesandt worden bin.

 

Ich nehme dich mir zum Vorbild, weil du dich trotz deiner immensen Tatkraft nie in der äußerlichen Arbeit verloren hast. Du bist nicht zum Verwalter oder Bürokraten geworden. Vielmehr ist der Ursprung deiner Berufung, die Erfahrung der barmherzigen Liebe Gottes, bis zum Ende die Quelle all deiner Entscheidungen und deines Handelns geblieben. Du hast Christus in all den Wirren und Umbrüchen deiner Zeit nicht aus den Augen verloren. Als einer, der am Anfang seines Weges als Jesuit steht, will ich mir das von dir abschauen. Wie du, so möchte ich die Ausrichtung auf Christus nicht verlieren und so mich und mein Leben immer wieder ganz hingeben können. Dein Lebenszeugnis hilft mir dabei.

 

Dein Gerry

 


Gerald Baumgartner

ist 2016 in den Jesuitenorden eingetreten. Derzeit arbeitet er als Jugendseelsorger in Homs/Syrien.

 


PETRUS CANISIUS

Hätte Pieter Kanijs nicht irgendwann die latinisierte Form Petrus Kanisius, seinem Namen vorgezogen, dann würde wohl auch das Canisiuswerk heute nicht so heißen.

 

Petrus Canisius nannte sich jener Mann, der am 8. Mai 1521, also heuer vor genau 500 Jahren, in Nimwegen geboren ist. 1543, wieder am 8. Mai, trat er als erster Deutscher in Rom in den Jesuitenorden ein, der kurz davor gegründet worden war. Zeitlebens setzte sich Canisius für die Reform der Kirche ein, aber nicht so, wie es die Reformation wollte. Seine Reisen quer durch Europa führten ihn 1552 nach Wien, wo er Prediger im Stephansdom und einige Jahre sogar Administrator der Diözese war.

 

Als gefragter theologischer Berater der Machthaber seiner Zeit kam er weit herum und wirkte wiederholt in Innsbruck, wo er auch die Grundlage für die heutige Universität legte. So wurde Petrus Canisius auch zum Patron der Diözese Innsbruck gekürt. Berühmt wurde er schon damals durch seinen Katechismus, der im Frage-Antwort-Stil religiöses Grundwissen vermittelte und so zum Verkaufsschlager wurde.

CANISIUSWERK
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