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Mag. Lukas Cioni

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Hochverehrter heiliger Petrus Canisius!

 

 

Allein diese Anrede würde Dich erstaunen. Wir denken an Deinen fünfhundertsten Geburtstag und Du wirst in der katholischen Kirche, für die Du so kräftig eingetreten bist, als Heiliger verehrt! Und es ist einer Deiner Nach-nach-nach-…folger als Domprediger, der Dir schreibt – und der ist ein Wiener. Du bist zwar nur vier Jahre in Wien gewesen, aber du hast hier kräftig Furore gemacht. Zuerst hast Du in einer kleinen Klosterkapelle vor sechs oder sieben Leuten gepredigt, dann bist Du in die Dominikanerkirche gewechselt. Nachdem diese zu klein geworden war, bist Du erst in Maria am Gestade und schließlich im Stephansdom gelandet. Die Leute wollten damals Orientierung von Dir bekommen. Die Lehren Luthers haben die ganze damalige Welt kräftig umgewälzt. Oh ja, die katholische Kirche war in wirklich sehr schlechtem Zustand. Geringe theologische Bildung des Klerus, ein Lotterleben auch in vielen Klöstern, ein Mangel an Seelsorgern und guten Predigern.


Du hast auch dem damaligen König und dem Hofstaat Orientierung gegeben und warst kein handzahmer Höfling. Dein großer Wurf war allerdings der große Katechismus, der für Theologiestudierende bestimmt war. Du hast dafür gesorgt, dass der katholische Glaube in seinen Herzstücken zusammengefasst wurde. Schon zu Deinen Lebzeiten gab es 82 Auflagen dieses Buches und unzählige Übersetzungen. Und Dir würde heute wohl ein „Wow“ über die Lippen kommen, wenn Du wüsstest, dass Deine Katechismen über vierhundert Jahre in Gebrauch gewesen sind. Auch wärst Du erstaunt, wie sehr sich die Theologie gewandelt hat, wie viele Nicht-Kleriker sich in der Theologie gut auskennen und dass es keine Kleriker ohne theologische Ausbildung gibt. Zu Deiner Zeit war das noch ganz anders. Da gab es Priester, die gerade noch die Messe feiern konnten und in ihrem Haupt- oder Nebenberuf Landwirte gewesen sind. Du wärest erstaunt, dass wir als Katholiken gemeinsam mit Protestanten Wortgottesdienste feiern. Zu Deiner Zeit war der Wein der Konfessionen noch sehr jung und hat kräftig gegoren. Da ist Gott sei Dank schon viel Wasser die Donau hinuntergelaufen.


Aber Du warst der richtige Mann zur rechten Zeit: unprätentiös, situations-elastisch, aber dennoch mit Prinzipien. Kein Scharfmacher, echte Frömmigkeit ohne Bigotterie, mit Liebe zur katholischen Kirche, ohne die Kritikpunkte auszublenden. Angesichts dessen und der 100.000 Kilometer, die Du zurückgelegt hast, fühle ich mich als Dein Nach-nach-nach-…folger als Domprediger ziemlich klein. Aber dieses Geständnis würde Dir sicher nur ein Schmunzeln entlocken und Du würdest vermutlich sagen: „Was immer Du tust, mach es zur höheren Ehre Gottes. Da kannst Du nicht falsch liegen.“ Ich hoffe, es gelingt mir.


Dein Ewald Huscava

 



 

Dr. Ewald Huscava ist Domprediger im Stephansdom, Personalentwickler in der Erzdiözese Wien, Dozent für Homiletik an den Hochschulen Heiligenkreuz und Erfurt sowie Pfarrvikar der Donaucity-Kirche.

 

 

 

 

 

 

 

 


PETRUS CANISIUS

Hätte Pieter Kanijs nicht irgendwann die latinisierte Form Petrus Kanisius, seinem Namen vorgezogen, dann würde wohl auch das Canisiuswerk heute nicht so heißen.

 

Petrus Canisius nannte sich jener Mann, der am 8. Mai 1521, also heuer vor genau 500 Jahren, in Nimwegen geboren ist. 1543, wieder am 8. Mai, trat er als erster Deutscher in Rom in den Jesuitenorden ein, der kurz davor gegründet worden war. Zeitlebens setzte sich Canisius für die Reform der Kirche ein, aber nicht so, wie es die Reformation wollte. Seine Reisen quer durch Europa führten ihn 1552 nach Wien, wo er Prediger im Stephansdom und einige Jahre sogar Administrator der Diözese war.

 

Als gefragter theologischer Berater der Machthaber seiner Zeit kam er weit herum und wirkte wiederholt in Innsbruck, wo er auch die Grundlage für die heutige Universität legte. So wurde Petrus Canisius auch zum Patron der Diözese Innsbruck gekürt. Berühmt wurde er schon damals durch seinen Katechismus, der im Frage-Antwort-Stil religiöses Grundwissen vermittelte und so zum Verkaufsschlager wurde.

CANISIUSWERK
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