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Das verschwundene Wir

Kolumne von Prof. Ingeborg Schödl

Wer hat nicht schon einmal den Wunsch gehabt, weg von allem Stress ganz allein auf einer Insel zu leben? Nur seinen Gedanken nachhängen zu können? Wie lange würden wir das aber aushalten, ohne Gemeinschaft, Gesprächspartner und ohne Hilfe in schwierigen Situationen? Ich glaube, nicht sehr lange, denn der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Auch wenn uns die lieben Mitmenschen manchmal nerven, so sind wir doch in fast allen Dingen unseres Lebens aufeinander angewiesen. Das bedeutet, dass wir den Nächsten nicht aus unserem persönlichen Handeln ausklammern können. Das fordert uns sicher einiges ab, nämlich Rücksichtnahme, vor allem Toleranz und das notwendige Wir-Denken.

 

Doch gerade das scheint sich aus unserer Gesellschaft verabschiedet zu haben. Wie hätte es sonst gerade in Corona-Zeiten zu Protesten, sogar Demonstrationen einiger Bürger dieses Landes gegen die vorgeschriebene Maskenpflicht, Ausgehbeschränkungen etc. kommen können? Der dadurch mögliche Schutz des Nächsten scheint ihnen egal zu sein. Sie pochen auf das Recht auf Selbstbestimmung und lehnen jede Bevormundung ab. Nun, auf einer Insel allein könnten sie leben wie sie wollen, aber in einer Gemeinschaft, deren Nutznießer auch sie in vielen Dingen ihres Lebens sind, ist das nicht möglich. Hier hat auch der Mitmensch seine Rechte. Im Corona-Fall ist dies das Recht auf Schutz vor einem gefährlichen Virus – und auch vor der Ich-Bezogenheit einiger Realitätsverweigerer. Ausnahmesituationen wurden immer noch vom Wir- und nicht vom Ich-Denken bewältigt.

 

Ingeborg Schödl

 

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