Mag. Lukas Cioni
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miteinander-Magazin
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Das habe ich vom anglikanischen Geistlichen Michael Moynagh aus Oxford gelernt, dem theologischen Mastermind hinter dem Grundlagenbuch Fresh Expressions of Church: Liebe ist viel mehr als ein romantisches Gefühl, ein empathisches Gespräch oder ein einzelnes Almosen. Liebe ist unglaublich konkret und muss meist „organisiert“ werden.
„Denken Sie nur an das, was Liebe in einer Familie bedeutet: die Kinder zur Schule bringen, Abendessen kochen, Familienausflüge oder Geburtstagsfeste planen, Feiertage gemeinsam verbringen. Diese Liebe ist nicht einfach da, sie muss organisiert werden“, schreibt Moynagh in seinem Buch Startup: Kirche, das vom Reuss-Institut in Luzern auf Deutsch herausgebracht wurde. Bei kleinen Kindern und pflegebedürftigen Menschen ist es offensichtlich, dass es nicht reicht, zu sagen: „Ich hab’ dich lieb!“, wenn sie hungrig oder durchnässt, einsam oder traurig sind.
Soll die Liebe auch in der Nachbarschaft, in Betrieben, Schulen oder Vereinen tatsächlich wirken und Früchte bringen, muss sie ebenfalls organisiert werden. Innovationstheoretisch geht es dabei oft um Basisfaktoren wie temperierte Räume und saubere Toiletten, funktionierende Technik und eine gastfreundliche Atmosphäre, die dazu beitragen, dass sich jemand überhaupt willkommen fühlen kann. Darauf können dann die Begeisterungsfaktoren aufbauen, die je nach Kontext unterschiedlich aussehen. Wenn beide im Geiste Jesu, in Liebe, getan werden, wird Gottes Reich.

Georg Plank
ist Kolumnistin des miteinander-Magazins, www.pastoralinnovation.org

Georg Plank: Pastoralinnovation. Mit Kreativität, Inspiration und Kompetenz Kirche erneuern. Herder: 2023, ISBN: 978-3-451-39436-2, € 25,00