Mag. Lukas Cioni
Redaktionsleiter / Chef vom Dienst
miteinander-Magazin
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In der vorletzten Ausgabe des miteinander sprach ich mich dafür aus, sich im Feld der Politik zu engagieren – anerkennend, dass Politik anderen Regeln folgt als die Sphäre der Religion.
Die Katholische Aktion setzt sich für Demokratie ein. Wir hören oft: Darf sie das, wenn die Kirche doch selbst so gar nicht demokratisch funktioniert? Tatsächlich, im besten Fall ist die kirchliche Hierarchie synodal organisiert. Von einer demokratischen Bestellung der Amtsträger kann keine Rede sein. Auf einigen Ebenen passiert Demokratie, in Klöstern, in Pfarrgemeinden, sogar in der Bischofskonferenz. Aber ein Vorbild für Mitbestimmung ist die Kirche nicht.
Dennoch, man kann sich als Katholikin für Demokratie einsetzen: Weil wir wissen, wie wichtig die Trennung von Kirche und Staat ist. Und weil Demokratie für die politische Sphäre die beste Form der Entscheidungsfindung ist. Möglichst große und breite Beteiligung und Mitverantwortung fördert die Identifikation mit unserem Staat und schützt uns vor Extremismen.
Hier hat gerade Österreich noch viel zu tun: Ein großer Teil der Menschen, die hier leben und Steuern zahlen, darf nicht wählen und ist ausgeschlossen von der politischen Teilhabe. Dieses Übel fasst keine Partei an, aus Angst vor radikalen (ausländerfeindlichen) Gruppen. Als Kirche, die sich als universal, weltumspannend versteht, sind uns solche Gedanken fremd. Als Kirche müssen wir uns für die Teilhabe aller einsetzen.

Dr. Katharina Renner
ist Theologin und Soziologin. Sie arbeitet bei der Caritas der Erzdiözese Wien und ist zudem Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Österreich (www.kaoe.at). Ab sofort schreibt sie an dieser Stelle als unsere neue miteinander-Kolumnistin anstelle von Ingeborg Schödl.