Mag. Lukas Cioni
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miteinander-Magazin
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Der Neurobiologe und Arzt Joachim Bauer sagt in seinem Buch Das empathische Gen: „Gene sind keine autokratischen Herrscher, die uns zum rücksichtslosen Überlebenskampf zwingen. Vielmehr sind sie kooperative Netzwerke, die auf soziale Signale reagieren.“ Der Mensch sei primär ein Resonanzwesen. Die faszinierende Erfolgsgeschichte der Evolution würde nicht primär durch Kampf vorangetrieben, sondern durch Kooperation. Aggressionen in jeglicher Form können uns leicht zu einem negativen Menschenbild verleiten, diese seien aus neurobiologischer Sicht aber eine Notfallreaktion auf den Verlust von sozialer Akzeptanz oder auf Schmerz. Wir seien biologisch darauf ausgelegt, gelingende Beziehungen aufzubauen, uns bei Gefährdungen zu schützen und uns dadurch wohl und sicher zu fühlen. Zu Recht warnt Bauer davor, dass eine hochtechnisierte Welt empathische Fähigkeiten verkümmern lässt. Wenn Menschen als Objekte behandelt werden, schaltet ihr Gehirn in den Überlebensmodus. Und das blockiert Empathie.
Ein entscheidender Punkt bei Bauer ist daher die Epigenetik, also alle Umweltreize wie Liebe, Stress oder Vernachlässigung. Sie entscheiden mit, welche Gene „eingeschaltet“ werden. Ein Kind, das zum Beispiel wenig Empathie erfährt, kann seine empathischen Gene nicht optimal nutzen. Die „Kultur“ bestimmt also, welche „Gene“ bei uns aktiv werden und wie wir uns verhalten. So legt Angstkultur Empathie lahm, während eine Kultur der Wertschätzung sie aktiviert. Schau nach bei Jesus!

Georg Plank
ist Kolumnistin des miteinander-Magazins, www.pastoralinnovation.org

Georg Plank: Pastoralinnovation. Mit Kreativität, Inspiration und Kompetenz Kirche erneuern. Herder: 2023, ISBN: 978-3-451-39436-2, € 25,00