Mag. Lukas Cioni
Redaktionsleiter / Chef vom Dienst
miteinander-Magazin
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Kirche verändert sich immer. In den letzten Jahrzehnten vielleicht sogar besonders stark. Um da gut mitzukommen, hilft ein Blick über den Tellerrand. Die Erzdiözese Wien blickt seit vielen Jahren nach London, zur anglikanischen Kirche und wie sie dort mit sinkenden Kirchgangszahlen, leeren Kirchen, aber auch dem gestiegenen Interesse der Jugend umgehen.
Wir haben viele sogenannte „Church Plants“ besucht: Engagierte aus lebendigen Gemeinden kommen in Pfarrgemeinden ohne Lebendigkeit und gestalten dort ihr Glaubensleben – oft etwas anders als zuvor, aber mit viel Begeisterung. Dies wirkt auf die Menschen in der Umgebung so anziehend, dass sie auch mitmachen möchten. Betritt man die Kirche, sieht die Besucherin durch Schautafeln sofort, wofür die Gemeinde brennt, wer welche Zuständigkeit hat, wo man sich meldet, wenn man mitmachen möchte (und wo man spenden kann).
Besonders beeindruckt hat uns der Umgang mit dem Sozialraum: Jede neue Gemeinde arbeitet ganz anders als die anderen. Je nachdem, wo sich die Kirche befindet, kümmert man sich um Jugendliche, um Ältere, legt den Schwerpunkt auf Musik, Gesprächsrunden etc. Durch Aktivitäten wie Prayer Walks entsteht eine enge Verbindung mit dem Umfeld.
Was die gelernte Wienerin besonders schätzt: Jede Kirchengemeinde betreibt ein kleines Kaffeehaus und einen offenen Ort zum Zusammenkommen – manche sehr professionell, andere in kleinem Rahmen. Als Besucherin fühlt man sich so immer willkommen.

Dr. Katharina Renner
ist Theologin und Soziologin. Sie arbeitet bei der Caritas der Erzdiözese Wien und ist zudem Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Österreich (www.kaoe.at). Ab sofort schreibt sie an dieser Stelle als unsere neue miteinander-Kolumnistin anstelle von Ingeborg Schödl.