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Rasenmäher und andere "No-Go’s"

Kolumne von Georg Plank

Neulich saß ich nach einer Kanufahrt mit Freunden zum Abendessen bei einem Biobauernhof. Traumhafte Lage mit Sonnenuntergang, Vogelgezwitscher und gutem Essen. Plötzlich wirft der Nachbar seinen Rasenmäher an und zerstört die Idylle. Da fragt man sich genervt, warum diese Dinger eigentlich gleich laut sind wie vor 50 Jahren? Technisch gesehen sind leise Mäher ja kein Problem.

 

Es gibt also Dinge, die dürfen einfach nicht passieren, weil sie sonst alles oft mühsam Aufgebaute zerstören. Vor 50 Jahren hat sich die katholische Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil daran gemacht, solche „No Go’s“ – also vermeintlich unverrückbare Dinge – gezielt abzubauen: Ein frischer Wind vertrieb institutionelle Präpotenz sowie die Ächtung von Religionsfreiheit und Demokratie. Das Aggiornamento brachte Öffnung, Respekt vor Andersdenkenden und ein echtes Interesse an den Zeichen der Zeit. Heute beschäftigen sich wachsende christliche Gemeinden intensiv damit, warum die Leute in der westlichen Welt sich scharenweise von den Kirchen abwenden. Allein in den USA steigt der Anteil der Nichtreligiösen laut PEW-Research jährlich um ein Prozent, sodass sie mittlerweile die Katholiken als größte Einzelgruppe überholt haben.

 

Was sind heutige „No-Go’s“? An Christen nerven viele Menschen moralisierende Be- und Verurteilungen, heuchlerische Widersprüche zwischen Reden und Tun und der Ausschluss von Minderheiten jeglicher Art. Wo das passiert – und sei es nur durch Blicke und Tuscheln – kann man sich die tollsten Aktionen, Strategien und Lippenbekenntnisse abschminken.

 

 

Georg Plank

 

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