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Missglückte Probe

Kolumne von Ingeborg Schödl

 

Wie wir doch alle jubelten, damals vor mehr als 25 Jahren, als die Berliner Mauer fiel und der Eiserne Vorhang durchschnitten wurde. Besonders wir Älteren, die wir als Kinder die Grenzen zwischen den Besatzungszonen und auch die Abschottung zu den Ländern des Ostens hautnah erlebt hatten. Kein Stacheldraht trennte nun mehr, was eigentlich zusammengehört. Europa begann nach 1989 zusammenzuwachsen – ein alter Traum schien sich zu verwirklichen. Aber skeptische Stimmen warnten bereits damals vor allzu großer Euphorie und behielten leider Recht.

Die erste große Bewährungsprobe für gemeinsames Agieren der EU-Länder ging gleich ordentlich daneben: Während einigen Ländern die Bewältigung der Flüchtlingsströme allein überlassen bleibt, huldigen andere dem Floriani-Prinzip: Verschon mein Haus, zünd’s and’re an. Mauern werden wieder errichtet, die jetzt Grenzzäune heißen und von Politikern wortreich als Problemlösung angepriesen werden.

Europa bekommt nun die Rechnung dafür präsentiert, dass sie die Potentaten der jetzigen Krisenregionen über Jahrzehnte hofierte. So nach dem Motto: Auch Geld für Waffenlieferungen stinkt nicht. Die Verbesserung der Lebensumstände der Menschen in diesen Ländern hat kaum jemand interessiert. War ja bis jetzt alles weit weg. Plötzlich stehen sie aber vor Europas Türen und fordern ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben ein. Und Europa? Die Politik findet zu keiner Einigkeit – Hilfe leistet inzwischen die Zivilgesellschaft. Ob das so ganz dem ursprünglichen EU-Gedanken entspricht?

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