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Barmherzigkeit & Zärtlichkeit

Kolumne von Ingeborg Schödl

Eine Umfrage unter Kinderärzten in Deutschland hat ergeben, dass immer mehr Kinder an "Sprachlosigkeit" leiden. Verblüffend, wo doch heute die Knirpse früher via Handy kommunizieren, als sie nach dem Topf verlangen. Aber die Ursache liegt auf einer anderen Ebene: Den Kindern fehlt zunehmend die Fähigkeit und Bereitschaft, die Gefühle anderer Personen zu erkennen und darauf einzugehen.

Dass die Erwachsenen dafür ein Beispiel geben, beobachte ich von meinem "Seitenschiff" aus schon länger. Obwohl noch nie so viel geredet wurde wie heute und die Bussi-Bussi-Gesellschaft nach dem Motto "Wir haben uns alle so lieb" agiert, reduzieren sich die zwischenmenschliche Beziehung auf Null: Wen interessiert es wirklich noch, wie es dem anderen geht? Wer will auf die Sorgen und Nöte seines Nächsten noch eingehen? Die Anonymität der neuen Medienwelt bietet zwar eine Unzahl von Kontaktmöglichkeiten, jedoch auf Distanz. Auf einem Kalenderblatt las ich: "Das größte Geschenk, das ich einem anderen Menschen geben kann, ist ihn zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Nur so entsteht Kontakt." Wer aber schenkt das heute noch?

Papst Franziskus meinte unlängst, dass wir Mut zu mehr Zärtlichkeit haben sollten, denn das würde uns helfen die schwierigen Probleme des Menschen neben uns mitzutragen. Ein guter Rat im "Jahr der Barmherzigkeit": Ein mehr an Zärtlichkeit könnte sicher auch die Sprachlosigkeit unserer Zeit überwinden helfen.

 

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