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Streitfall Kopftuch

Aus dem Seitenschiff

Kolumne von Ingeborg Schödl

 

Ich bin überzeugt, wenn meine Zeilen in Druck gehen, ist die Diskussion „Kopftuch Ja/Nein“ noch immer brandaktuell. In der Sache selbst bin ich etwas verunsichert. Jedes Argument – ob pro oder kontra – hat etwas für sich. Sicher trugen die Frauen bei uns am Land auch ein Kopftuch. Der Vergleich hinkt aber, da sie dieses nicht aus religiösen Gründen trugen, sondern als Schutz bei der Arbeit, gegen die Sonne und vor der Kälte.

 

Juden tragen ihre Kippa, auch einen Schtreimel, katholische Priester ein Kollar oder ein Kreuz am Revers, Ordensfrauen den ordenseigenen Habit oder ein Zeichen ihrer Gemeinschaft. Männer aus dem Orient einen Turban oder einen Fez. Vor Jahrzehnten wurde dass Kopftuch des Palästinenserführers Jassir Arafat zu einem politischen Symbol. Sogar bei der Jugend Westeuropas war es modern, ein solches zu tragen, und niemand fand etwas dabei. Die Aufzählung aller aus religiösen, kulturellen oder politischen Gründen getragenen Kopfbedeckungen bei Mann und Frau würde mein „Seitenschiff“ überfordern.

 

Warum, frage ich mich daher, sollen muslimische Frauen kein Kopftuch tragen? Egal, ob aus religiösen Gründen oder einfach als Bekenntnis zu ihrer Herkunft. Ob sie es nur tragen, weil es die Männer einfordern, ist schwer nachzuweisen bzw. zu unterbinden. Da hilft nur, unser gleichberechtigtes Frauenbild glaubwürdig (auch von den Männern) vorzuleben. Wer hier leben will – ob mit oder ohne Kopftuch oder sonstiger Kopfbedeckung –, hat dieses und unsere demokratischen Grundwerte zu akzeptieren.

 

 

 

 

 

 

Ingeborg Schödl

 

Erschienen in: "miteinander" | Jahrgang 2017 | Ausgabe Juli/August2017

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