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Wenn Berührungen heilen

Körperkontakt und Zärtlichkeit machen glücklich und haben eine heilende Wirkung

 

In der seelsorglichen Arbeit mit Senioren und Kindern spielen Berührungen eine wichtige Rolle. Die Herausforderung gerade in Corona-Zeiten ist daher groß.

Von Lisa HUBER

                                                                                                                                 miteinander 3-4/2021

 

Berührungen sind lebenswichtig. So bringt es der Wiener Arzt Cem Ekmekcioglu in seinem Buch „Drück mich mal“ aus dem Jahr 2015 auf den Punkt. Körperkontakt und Zärtlichkeit machen glücklich und haben eine heilende Wirkung. Entsprechend warnt der Arzt auch davor, Berührungen in einer schnelllebigen und zunehmend durchdigitalisierten Gesellschaft zu kurz kommen zu lassen. Wie gesagt: Das schrieb Ekmekcioglu bereits 2015. Sechs Jahre später und unter dem Eindruck der Corona-Pandemie haben seine Zeilen neue, geradezu beklemmende Aktualität, wenn er etwa festhält, dass vor allem Senioren unter einem „chronischen Berührungsmangel“ leiden.

 

Sr. Columba kann diese Erfahrungen bestätigen. Die Ordensfrau der Kongregation der Schwestern des göttlichen Erlösers ist ehrenamtlich in der Seniorenpastoral tätig. So wichtig Berührungen sind, so zweischneidig stellt es sich oft in der Praxis dar: „Viele Menschen wollen sich nicht berühren lassen. Einige davon sind in den Kriegsjahren zur Welt gekommen, die haben schon als Kleinkinder schlechte Erfahrungen gemacht.“ Diese Menschen hätten jetzt Schwierigkeiten, berührt zu werden und versuchen, Körperkontakt zu meiden. Doch die Folgen des Berührungsmangels verändern Menschen und wirken sich negativ auf die Gesundheit auswirken, so Ekmekcioglu.

 

„Lies mir was vor“

Auch Elisabeth Steiner berichtet von der positiven Kraft der Berührungen. Steiner koordiniert die Ehrenamtlichen der Organisation „Momo“. Die Organisation begleitet schwerstkranke Kinder und ihre Familien als Hospiz- und Palliativteam. Die Caritas, die Mobile Kinderkrankenpflege und die Ordensgemeinschaft Caritas Socialis hatten den Bedarf 2013 erkannt und „Momo“ gegründet.

 

Der erste Kontakt zwischen den Ehrenamtlichen und der Familie ist dabei sehr spannend, so Steiner: „Viele sind wahnsinnig aufgeregt, beim ersten Besuch: Wer kommt da? Was wird das sein? Die Kinder können es meist kaum erwarten.“ Die Offenheit der Kinder sei entsprechend groß und meist dauere es nicht lange, bis die Kinder näher rücken, ein Buch bringen auffordern: „Jetzt lies mir was vor.“

 

Besonders intensiv gestalte sich die Begegnung mit sterbenden Kindern, berichtet Steiner. Wenn Worte versagen, zählten Berührungen umso mehr. Oft sei dies ein Händedruck, auch ein intensiver Augenkontakt wirke wie eine Berührung. Auch Sr. Columba weiß, wie wertvoll es gerade in Momenten, in denen Worte nicht mehr ausreichen, sein kann, die Hand zu halten. Mit solch einfachen aber tiefen Berührungen werde zudem zum Ausdruck gebracht, was die Gründerin ihrer Ordensgemeinschaft, Mutter Alfons Maria, einst als Charisma und Auftrag formulierte: Das Füreinander-Dasein aus der tiefen Überzeugung „Gott liebt dich, er kümmert sich um dich und möchte, dass du glücklich bist.“

 

Berührung von Anfang an

„Was Berührungen bewirken können, das sehen wir am besten bei den Kleinsten“, sagt Cem Ekmekcioglu. „Das Tragen der Kinder festigt die Bindung zu den Eltern und das Urvertrauen kann entstehen.“ Das gelte auch später im Leben: Immer wenn jemand mit Einverständnis, wohlwollend und zärtlich berührt wird, geschehe Heilung.

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