Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin:

Redaktion "miteinander"

Mag. Elisabeth Mayr

Stephansplatz 6

1010 Wien

Tel.: +43 1 516 11-1502

 

Sie haben eine neue Adresse? Schreiben Sie uns hier oder rufen uns unter DW1504 an,

 

 

 

 

Redaktion & Impressum

 


Vom Wagnis der Schönheit
Von Chefredakteur Henning Klingen
Vom Wagnis der Schönheit

Von Chefredakteur Henning Klingen

Erinnern Sie sich noch an den Film „Das Leben ist schön“ von Roberto Benigni? Vor 20 Jahren sorgte der Film für großes Aufsehen. Es ging darin um die Liebe zwischen dem lebensfrohen Kellner Guido und der Lehrerin Dora. Gut die Hälfte des Films ist eine anrührende und leichtfüßige Liebeskomödie aus dem Italien der 1930er Jahre. Dann senkt sich der Schatten des Nationalsozialismus über die Geschichte und das Paar wird samt Sohn Giosuè ob seiner jüdischen Herkunft in einem Konzentrationslager inhaftiert. Vater Guido macht ein Spiel aus der Haft, um seinem Sohn die Realität erträglich zu gestalten. Schließlich stirbt er – Sohn und Mutter kommen frei. Ein großes, anrührendes Stück Kinogeschichte, das hilft, das historisch Unerträgliche ein stückweit erträglicher zu machen.

„Schönheit, Kultur, Menschlichkeit, Solidarität und Religion bedürfen der Pflege und des Bekenntnisses“

Ich habe mich stets gefragt, warum der Film „Das Leben ist schön“ heißt. Bis mir klar wurde, dass dieser Satz ein Bekenntnis ist; ein Schrei, allen Widrigkeiten und offensichtlichen Schrecklichkeiten zum Trotz. Das Leben ist nicht schön – und doch gilt es, der hässlichen Fratze, die die Realität manchmal wie im Film in höchster Konzentration bietet, Paroli zu bieten. Weil Leben schön sein soll. Weil Schönheit – ähnlich wie Kultur, Menschlichkeit, Solidarität und im Übrigen auch Religion – keine Selbstläufer sind, sondern des Einsatzes, der Pflege, ja, des Bekenntnisses bedürfen.

 

Doch nun stehen die Sommermonate ins Haus – und damit für Sie hoffentlich auch ein Stück jener Leichtigkeit, die unser aktuelles Coverbild ausstrahlen will. Eine Leichtigkeit, die wir hoffen, auch mit unserem neuen Design auszudrücken. Nach gut fünf Jahren im „alten“ Design fühlten wir uns bereit, wieder etwas zu verändern und auch das „miteinander“ neu zu gestalten. Wir haben dabei sozusagen den Sprung ins kalte Wasser gewagt und fühlen uns mit dem neuen Design regelrecht erfrischt, ohne die inhaltliche Ausrichtung grundlegend zu verändern. Es würde uns freuen, wenn auch Sie diese Erfrischung spüren und zugleich uns und unserem Auftrag, Berufungen in der Kirche zu fördern, treu bleiben!

 

 

 

 

 

Wer rastet, der rostet
Unsere „Seitenschiff“-Autorin Prof. Ingeborg Schödl feiert im August ihren 85. Geburtstag – ein guter Zeitpunkt, sie einmal abseits ihrer Kolumne zu Wort kommen lassen.
Interview zum Geburtstag
Wer rastet, der rostet
Unsere „Seitenschiff“-Autorin Prof. Ingeborg Schödl feiert im August ihren 85. Geburtstag – ein guter Zeitpunkt, sie einmal abseits ihrer Kolumne zu Wort kommen lassen.

Interview zum Geburtstag

Interview von Henning Klingen

 

Sie gehören mit bald 85 immer noch zu den engagiertesten katholischen PublizistInnen des Landes. Warum legen Sie nicht die Hände in den Schoß? Die Hände in den Schoß zu legen, war mein ganzes Leben nie meine Sache. Warum soll ich es jetzt tun? Wie heißt es so schön: Wer rastet, der rostet. Sicher blicke ich sehr zufrieden auf mein Leben zurück. Aber es ist ja noch nicht zu Ende. Ich bin ein neugieriger Mensch, mich interessiert, was in der Welt, in der Kirche und um mich herum passiert. Und es ergeben sich in der Auseinandersetzung mit den Fragen der Zeit immer wieder neue Sichtweisen. Davor soll man sich auch im Alter nicht verschließen – man lernt ja schließlich nie aus.

 

Auf welche Ihrer vielen Projekte blicken Sie mit besonderem Stolz bzw. Zufriedenheit zurück? – Und was dürfen wir noch von Ihnen erwarten? Ich gebe es zu, stolz bin ich, dass es mir gelungen ist, auf einige bedeutende Frauen des 20. Jahrhunderts wieder aufmerksam zu machen. Ich nenne da Hildegard Burjan, Margarethe Ottillinger, Anna Dengel, aber auch jene zwölf Frauen, deren Kurzbiografien in meinem Buch Gottes starke Töchter enthalten sind. Sie alle haben durch ihren Einsatz wesentlich zur Gestaltung des kirchlichen Lebens beigetragen. Stolz bin ich natürlich auch, dass ich als Vizepostulatorin zum Seligsprechungsprozess von Hildegard Burjan meinen Beitrag leisten konnte. Es war ein nicht immer leichter Weg bis dorthin, aber es ist gelungen. Was von mir noch zu erwarten ist? – Ich hoffe, ein Interview zu meinem 90. Geburtstag.

 

Seit vielen Jahren sind Sie mit Ihren Texten ein fixer Bestandteil des „miteinander“. Was reizt Sie und an dieser Mitarbeit? Die Arbeit für „miteinander“ hat mir immer (und tut es noch) sehr viel Freude bereitet. Ich schreibe jetzt seit mehr als zwei Jahrzehnten dafür und hoffe, dies auch noch einige Zeit tun zu können. Es sind die Themenbreite und die Vielschichtigkeit der Leserschaft, die das Spezielle von „miteinander“ ausmachen. Man wird dadurch als Schreiber nicht eingeengt auf nur eine Richtung. „miteinander“ spiegelt das kirchliche Leben in allen seinen Facetten und seiner Breite wider.

Themen & Schwerpunkte

Aufbruch ins Abenteuer Leben

Auch heuer schließen rund 41.000 Schülerinnen und Schüler ihre Schullaufbahn mit der Matura ab. Sie stehen vor der schwierigen Frage: Studium, Berufseinstieg – oder doch lieber ein Auslandsjahr?

Friends on a road trip with cabriolet

Mit Vollgas hinein ins Leben! Welche Zeit gibt einem schon mehr Möglichkeiten, seinem Leben eine Richtung zu geben, als die Zeit nach der Schule, nach der Matura.

 

 

Die vorwissenschaftliche Arbeit, kurz VWA, ist abgegeben, die Präsentation dazu ausgearbeitet. Die erste große Hürde auf dem Weg zur Matura hat Rahel Minichmayr, 17 Jahre, schon gemeistert. Jetzt fehlt nur mehr die Reifeprüfung selbst. Doch dann? „Ich bin mir noch nicht sicher“, sagt die junge Oberösterreicherin. Sie ist vielseitig interessiert und lernt leicht. Nach dem Schulabschluss am BG/BRG Gmunden stehen ihr viele Türen offen.

 

Neun von zehn AHS-Maturantinnen und -Maturanten beginnen laut Statistik Austria innerhalb von drei Jahren nach der Reifeprüfung ein Studium an einer österreichischen Hochschule. Nur fünf Prozent steigen direkt ins Arbeitsleben ein. Wer an einer Berufsbildenden Schule maturiert, beginnt statistisch gesehen seltener ein Studium. So ging beispielsweise eineinhalb Jahre nach der Reifeprüfung jeder vierte BHS-Maturant des Jahrgangs 2015 einer Arbeit nach, knapp die Hälfte befand sich in Ausbildung.

 

Die Qual der Wahl

 

„Es ist schon ein bisschen überfordernd, dass es so viele Möglichkeiten gibt“, sagt Rahel. Die klassischen Schulfächer seien bekannt, doch war ihr bei vielen anderen Studienfächern zunächst unklar, was es bedeutet, diese zu studieren, und welche Berufsmöglichkeiten sich dadurch ergeben. „Manche aus unserer Klasse wissen schon seit der fünften, dass sie Medizin studieren wollen“, erzählt Rahel. Viele andere sind unschlüssig wie sie selbst. Lehrer bringen Prospekte in die Klasse, beispielsweise zu „Frauen in die Technik“ oder zur „Lehre nach der Matura“.

 

Viele Maturantinnen und Maturanten holen sich angesichts des Ausbildungsdschungels externe Hilfe. Die BerufsInfoZentren (BIZ) des Arbeitsmarktservice beispielsweise bieten an 70 österreichischen Standorten computergestützte und persönliche Beratung an. Dazu kommen Bildungs- und Berufsmessen wie die BeST3, die jeden Frühling in der Stadthalle Wien sowie im Herbst abwechselnd in Graz und Salzburg beziehungsweise in Innsbruck und Klagenfurt stattfinden – und wo im Übrigen auch das Canisiuswerk vertreten ist.

 

Entscheidungshilfen annehmen

 

Um eine Entscheidung treffen zu können, absolvierte Rahel bereits im Sommer des vergangenen Jahres eine Berufsberatung bei einem Privatinstitut. Interessen- und Intelligenztests am Computer sowie ein persönliches Gespräch ergaben „Jus, Physik, Theologie und Philosophie, Medizin oder Agrarwissenschaften“. In den Weihnachtsferien blätterte Rahel in diversen Katalogen und Flyern, fragte ihre Eltern und Geschwister um Rat und nahm in den Semesterferien bei einem befreundeten Richter an einer öffentlichen Verhandlung teil. Danach stand ihre vorläufige Entscheidung fest: Jus.

 

Berufsberatung nehmen jedoch nicht nur studieninteressierte Schülerinnen und Schüler wie Rahel Minichmayr in Anspruch, sondern auch Menschen, die im zweiten Bildungsweg eine Studienberechtigung erwerben möchten, Erwachsene, die an Fachhochschulen oder auch berufsbegleitend studieren wollen, um sich neu zu orientieren, sowie Studierende, die vor der Entscheidung stehen, was nach dem Studium kommen soll. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielt das soziale Umfeld eine besonders wichtige Rolle bei der Berufs- oder Studienwahl. „Erziehungsberechtigte und Peers können als Vorbilder, positive Bestärkung und Informationsquellen dienen, aber auch bewusst oder unbewusst Druck ausüben und den subjektiven Handlungsspielraum der SchülerInnen einengen“, heißt es in einer aktuellen AMS-Studie dazu.

 

 

Online-Beratung boomt

Immer wichtiger für Schülerinnen und Schüler, die ganz selbstverständlich digital aufwachsen, wird die Recherche über Smartphone und Co. Sie nutzen das Internet nicht nur, um sich über mögliche Studien zu informieren, sondern nehmen auch Online-Beratung, etwa über WhatsApp, in Anspruch. Diverse Apps helfen dabei, die eigenen Stärken und Schwächen zu entdecken, so zum Beispiel „Vocaris“. Diese zeigt mittels verschiedener Fragebögen Talente auf und gleicht sie mit 1.500 Berufswegen ab. Durch die kostenlose App führt eine Figur namens „Ignatius“, die passenderweise auch Tipps zur Entscheidungsfindung gibt.

 

Ist die Entscheidung für das Studienfach einmal gefallen, bleibt nur mehr die Frage nach dem Ort. Linz kommt für Rahel eher nicht infrage, also bleiben Salzburg oder Wien. „Ich werde den Jus-Aufnahmetest in Wien auf alle Fälle probieren und schaue mal, wie es mir die nächsten Wochen mit der Entscheidung geht. Da ich noch so jung bin, kann ich ja gegebenenfalls immer noch wechseln“, ist die 17-Jährige optimistisch.

 

 


 Ines Schaberger

 

 

Webtipp:

 

Online Eignungstest unter www.berufskompass.at

CANISIUSWERK
Zentrum für geistliche Berufe

Stephansplatz 6
1010 Wien

Telefon: +43 1 516 11 1500
E-Mail: office@canisius.at
Darstellung: