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Erfahrungen einer Studentin mit dem Freiwilligen Ordensjahr

Lea Fränzle hat ein freiwilliges Ordensjahr bei den Franziskanerinnen in Wien verbracht. Für die 22-jährige Studentin eine gänzlich neue, bereichernde Erfahrung. Von Lisa HUBER

 

Erfahrungen einer Studentin mit dem Freiwilligen Ordensjahr | miteinander 7-8/2020

 

Lea Fränzle hat Wien aus der Perspektive der Franziskanerinnen in Simmering kennengelernt.

 

Bei Ordensleuten, da habe ich den Eindruck: Das sind Typen, die wissen, wie man lebt“, sagt Lea Fränzle. Ein halbes Jahr lang hat die 22-Jährige bei den Franziskanerinnen in Wien mitgelebt. Die junge Frau studiert Umweltingenieurswesen in Ostdeutschland und hat das vergangene Sommersemester in Wien verbracht. Ihre besondere Wohngemeinschaft war in diesen Monaten das Kloster in Simmering.

 

„Um 6.00 Uhr aufzustehen, um zu beten, daran musste ich mich erst gewöhnen.“ Der Einstieg ins Kloster wurde ihr nicht leicht gemacht: „Als ich am ersten Tag in Wien war, waren die jüngeren Schwestern grad nicht da. Ich war also allein mit viel älteren Frauen beim Abendessen. Es ging nur um Krankheit und Beschwerden.“ Dafür fühlte sie sich dann doch deutlich zu jung. Doch war dies nur der erste Eindruck – schnell lernte die junge Studentin das geregelte Leben der Ordensfrauen und die Offenheit der Gemeinschaft schätzen.

 

„Es hat sich gelohnt“

 

Was bewegt eine junge Frau und angehende Naturwissenschaftlerin dazu, ins Kloster zu gehen? „Das Ordensleben hat mich fasziniert, ich wollte was Neues!“, beschreibt sie ihre Motivation. „Ich glaube, für junge Menschen wirken Lebensentwürfe, bei denen sich jemand ganz für eine Sache entscheidet, immer faszinierend. Und bei Ordensleuten hatte ich immer den Eindruck, die wissen, wie man lebt.“

 

Den Rahmen für diese Erfahrung hat das Projekt „Freiwilliges Ordensjahr“ geschaffen: Seit 2016 öffnen die Ordensgemeinschaften ihre Türen für Interessierte. Zwischen drei Monate und einem Jahr leben Neugierige in einer Gemeinschaft mit. Das Aufnahmeverfahren verantwortet Sr. Ruth Pucher, die im Kardinal König Haus in Wien für Ordensentwicklung zuständig ist. Mit ihr fand auch das Vorbereitungsgespräch von Lea Fränzle statt. „Auf jeden Fall war das eine gute Erfahrung. Für mich hat es sich auf verschiedene Weisen gelohnt“, sagt die Deutsche.

 

Auch vom guten Leben hat sie so einiges erfahren dürfen: „Die evangelischen Räte sind eine gute Möglichkeit, um das Leben zu gestalten, wie man Beziehungen lebt, wie man mit dem umgeht, was man hat, wie man selbst ist und welche die eigenen Quellen sind. Und ich glaube, der Orden ist ein Ort, ein gutes Leben auf diese Weise zu verwirklichen.“ Bei den Franziskanerinnen hat Fränzle erfahren, dass ihr Raum für Reflexion und Stille sehr wichtig ist.

 

„Viel mehr Fragen!“

 

Vorher sei sie jeden Abend beim Sport, in der Studierendengemeinde oder beim Ehrenamt gewesen, da hätte sie mit Stille nichts zu tun gehabt. In der Zeit im Kloster hat sie einige Antworten auf ihre großen Lebensfragen gewonnen. „Vor allem meine Begleit-Schwester hat mich mit ihren Fragen, wie ich mein Leben gestalten und der Mensch werden könnte, der ich sein möchte, zum Nachdenken herausgefordert.“, sagt die 22-Jährige.

 

Ans frühe Aufstehen hatte sie sich im Übrigen bald gewöhnt – und so diszipliniert und strukturiert, wie in der Zeit in Simmering, sei sie sonst noch nie gewesen. „Ich hatte noch nie so gute Noten wie in dem Semester in Wien …“

 

Mehr zum Ordensjahr

Interessiert? Mehr Infos zum Freiwilligen Ordensjahr gibt es unter ▶ www.ordensjahr.at

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