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Einfach Mitfiebern

Tipps zur WM

Am 11. Juni startet die Fußball-Weltmeisterschaft. Österreich ist mit Argentinien, Algerien und Jordanien in einer Gruppe. Wie wird das Team abschneiden? Tipps des Kapitäns der österreichischen Priester-Nationalmannschaft. Von Michael SEMMELMEYER

miteinander 5-6/2026

miteinander 5-6/26

Da spielt man als Kind und Jugendlicher gern Fußball, wird später Priester und ehe man sich’s versieht, leitet man die Fußballnationalmannschaft der Priester. Und wenn dann eine Fußball-WM im Raum steht, soll man auch gleich als Experte herhalten … Ganz so ernst wird man meine Einschätzung daher wohl hoffentlich nicht nehmen – Wettscheine sollte man danach auf jeden Fall nicht ausfüllen. Vielleicht schaffe ich es aber, den Zugang zur WM geistlich neu zu legen.
 

Wie werde ich die WM verfolgen?

Sehr selektiv. Die Spiele der österreichischen Nationalmannschaft sind eingeplant – alles Weitere hängt von Pfarrterminen, Krankenbesuchen und anderen Diensten ab. Statt Public Viewing wohl unterwegs am Handy, da weiterhin gilt: Ein Spiel darf man verpassen, aber keinen Menschen.


Was möchte ich dem ÖFB-Team mit auf den Weg geben?

Geistlich: Vertraut darauf, dass ihr mehr seid als eure Fehler. Spielt mit Mut, nutzt eure Talente und vergrabt sie nicht – denn Gott hat sie euch gegeben. Praktisch: Spielt miteinander. Fußball ist ein Mannschaftssport, kein Einzeldarsteller-Spiel. Ich spreche aus schmerzlicher Erfahrung, da unser Team der Priester-Nationalmannschaft selten gemeinsam trainieren kann und daher erst im Laufe des Spiels zu einer Mannschaft wird.


Mein Tipp: Österreich übersteht die Gruppenphase, vermutlich als Gruppenzweiter, womit ein Spiel gegen Spanien folgen würde – dann wäre wohl Endstation. Ein dritter Platz könnte für die K.O.-Phase besser sein, aber das wird spekulativ. Torschützenkönig? Kylian Mbappé oder Álvaro Morata, je nachdem, wer Außenseiter unbarmherzig wegschießt. Finale? Klar europäisch und Spanien könnte wohl den Titel holen.

 

Am Ende bleibt: Die WM ist mehr als Tabellen und Tore. Sie lädt dazu ein, mitzufiebern, ohne zu verbittern; jubeln, ohne zu überhöhen, und schließlich auch zu verlieren, ohne zu verzweifeln. Mit Blick auf das aktuelle Weltgeschehen: Möge der Bessere gewinnen und der Glaube an das Miteinander größer sein als die Gegensätze.


miteinander 5-6/26

Michael Semmelmeyer

ist Kaplan in der Pfarre Perchtoldsdorf bei Wien und u. a. Kapitän der österreichischen Priester Nationalmannschaft.

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