miteinander Zeitschriften-Archiv
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5-6/2013: Zum monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe Donnerstag, 2. Mai 2013
Die Salbung mit Chrisam ist ein entscheidender Ritus bei der Feier der Taufe. Dabei sagt der Taufspender dem Täufling zu: „Aufgenommen in das Volk Gottes, wirst du nun mit dem heiligen Chrisam gesalbt, damit du für immer ein Glied Christi bleibst, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit.“
Die Kirche ruft damit in Erinnerung, was den ersten Christen vertraut war und was Johannes in der Einleitung seiner Offenbarung beschreibt: „Er liebt uns … Er hat uns die Würde von Königen gegeben und uns zu Priestern gemacht für den Dienst vor seinem Gott und Vater“ (Offb 1,5–6)…
Donnerstag, 6. Juni 2013
Immer wieder begegnet uns in den Texten der Heiligen Schrift das Bild vom Guten Hirten. Es war den nomadisierenden Aramäern vertraut. Gott ist der Gute Hirte, sagt uns Psalm 23, eines der ausdrucksstärksten Lieder des Vertrauens. Er kümmert sich um jedes seiner Schafe. Die verlorenen sucht er, die verletzten verbindet er, die schwachen kräftigt er, die starken behütet er. Zur Zeit Jesu zählten die Hirten zu den Armen und Außenseitern der etablierten Gesellschaft. Sie waren die ersten, die im Kind von Betlehem das Gesicht eines gütigen und menschenfreundlichen Gottes erblickten…
Franz Schrittwieser
7-8/2012: Gott im Gespräch mit den Menschen Zum Bibelverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils
Das Konzil bringt die Bibel in neuer Weise ins Gespräch. In früheren Aussagen des Lehramtes zur Heiligen Schrift überwiegen zwei Themen: Da geht es zunächst um eine genaue Darstellung der Inspiration, also der Geistgewirktheit der Heiligen Schrift; sodann beschäftigt sich das Lehramt mit einer logisch scheinenden Folgerung, nämlich der Irrtumslosigkeit der Bibel. In diesem Zusammenhang ist von „Diktat“ die Rede (Konzil von Trient und Vatikanum I) und davon, dass der menschliche Verfasser bei der Niederschrift der Offenbarung Gottes als ein instrumentum, also als ein „Werkzeug“ des Heiligen Geistes, dient. Diese Denkweise ist dem Anliegen zugeordnet, die Wahrheit der Heiligen Schrift in jeder Hinsicht zu verteidigen. „Weit gefehlt, dass der göttlichen Inspiration irgendein Irrtum unterlaufen könnte“, schreibt Leo XIII. in seinem Bibelrundschreiben 1893.
Das Zweite Vatikanische Konzil stellt weder Inspiration noch Wahrheitsgehalt der Bibel in Frage. Aber es versucht, mit einem anderen Denkmodell von der Offenbarung Gottes zu sprechen, die sich dann in der Bibel niederschlägt. Erstmals wird grundlegend über die Eigentümlichkeit der Bibel nachgedacht und nach den sich daraus ergebenden Folgen gefragt…
Walter Kirchschläger
9/2008: Maria in der Heiligen Schrift Was wissen wir aus der Bibel über Maria? Im Vergleich zu den Aposteln wird sie relativ selten erwähnt, dafür aber an wesentlichen Punkten. Sie ist untrennbar mit der Menschwerdung und Kindheit Jesu verbunden, tritt jedoch während seines öffentlichen Wirkens kaum in Erscheinung. Unter dem Kreuz ist es aber wieder die Mutter, die mit einigen anderen bei ihrem Sohn ausharrt und bei ihm ist. Die einzelnen Evangelien setzen verschiedene Akzente, wobei auffällt, dass im Markusevangelium Maria eher unscheinbar bleibt. Paulus erwähnt in Gal 4,4 nur, dass Jesus von einer Frau geboren wurde… Johann Hintermaier
1-2/2008: Der Stein im Bach – Widerstand prophetischer Zivilcourage Ich stand am Rande der kleinen Siedlung auf einer Brücke und schaute hinunter: Das Wasser des Gebirgsbaches glitt lautlos durch das regulierte Betonbett, wie ein dicker Glasstreifen, ohne Wellen und Wogen. Nur an einer Stelle weiter unten hemmte ein großer Stein, der in die Betonwanne gekippt war, diesen Strom, sodass sich das Wasser jäh brach, wild aufschäumte und die sonst herrschende Stille mit einem kontinuierlichen Rauschen erfüllte. Dieser eine Stein leistete der Strömung beharrlichen Widerstand, brachte Bewegung und Lebendigkeit in die Trägheit des Gewässers und erinnerte an die ursprüngliche Beschaffenheit des Gebirgsbaches. Gesellschaft und Kirche: Ein Bach ohne Steine? Was wäre, wenn es keine Steine im Bach gäbe? Was wäre, wenn nicht immer wieder Menschen aus der Masse heraustreten würden, die sich dem breiten Strom der öffentlichen Meinung, dem an Nützlichkeit, an wirtschaftlichen oder politischen Interessen orientierten Zeitgeist nicht anpassen? In jeder Epoche gab es solch prophetische Persönlichkeiten, die sich den bequemen, geistlosen Modetrends und zur Gewohnheit gewordenen Üblichkeiten dort widersetzten, wo es mit ihrem Leben und ihrer Überzeugung unvereinbar war, weil sie sich an der Offenbarung Gottes, an seinem Wort und an der Stimme ihres Gewissens ausgerichtet haben. Was würde wohl aus unserer Gesellschaft in ihrem betonierten Bachbett werden, wenn es solche Steine, diese "Felsen in der Brandung" nicht gäbe? Und was wäre die Kirche ohne sie? Im Zeichen des Widerspruchs: Jeremia Die Bibel erzählt von Jeremia, einem Mann, der es wagte … Richard Tatzreiter
12/2005: Die Bibel geht mich an "Die Bibel geht mich an". Als Buch fürs Leben geht die Bibel jeden Menschen wirklich etwas an. Sie erzählt Geschichten aus dem Leben des Volkes Israel mit Gott und Geschichten über das Leben von Frauen und Männern, in deren Leben Gott an sie herangetreten ist. Und nicht zuletzt erzählt die Bibel über das Leben Jesu. Sie will durch diese Lebensbeispiele helfen, die sehnsüchtigen Fragen der Menschen, wie Leben geht und was wichtig ist für ein glückliches Leben, zu beantworten... Wolfgang Schwarz
12/2005: Offenbarung 1498 erschien das erste Bild-Buch Albrecht Dürers, der damals 27 Jahre alt war. Es trug den Titel "Apocalypsis cum figuris". Es enthielt den lateinischen Titel der Offenbarung des Johannes und jeweils auf der rechten Seite (insgesamt 14) Holzschnitt-Illustrationen zu diesem letzten Buch der Bibel. Das Titelbild zeigt die Illustration zur einleitenden Vision des Johannes. Sie folgt sehr genau dem Text... Gottfried Auer
9/2005: Das Studium der Bibel als Seele der Theologie 40 Jahre Konzilskonstitution "Über die Göttliche Offenbarung" Das Zweite Vatikanische Konzil ist die erste kirchenweite Versammlung in der Geschichte der katholischen Kirche, die sich ausführlich mit dem Thema Bibel beschäftigte. Erstmals widmet ein Konzil der Frage der Offenbarung ein eigenes Dokument, das sich weitestgehend mit dem Bibelverständnis auf der Grundlage eines historisch-kritischen Zugangs beschäftigt und daraus die entsprechenden bibeltheologischen und pastoralen Konsequenzen benennt. Walter Kirchschläger