Wednesday 25. May 2016
Redaktion "miteinander"
Mag. Elisabeth Grabner

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Herzschlagfinale
Leitartikel April 2016
Leitartikel April 2016
Von Chefredakteur Henning Klingen
Herzschlagfinale
Leitartikel April 2016
Leitartikel April 2016

Von Chefredakteur Henning Klingen

Am Anfang steht immer ein Bild. Ein meist sehr dunkles, kleines Gemälde auf Thermopapier. "Das hier ist der Kopf. Und hier ganz deutlich ein Fuß", erklärt der Arzt die für den Laien nur schwer lesbaren Striche. Rührung. Dankbarkeit. Wirklich begreifbar wird dieses Ereignis aber erst, wenn zum Bild ein Geräusch hinzutritt. Ein wummerndes Stampfen, einer Maschine nicht unähnlich, die mit 150 Schlägen die Minute rumort. Und es gibt die Gewissheit: Er oder sie lebt. Ja, es gibt neues Leben. So klein. So verletzlich. Und doch mit einem unbeirrbar vorandrängenden Herzschlag.

Alles beginnt mit einem solchen Herzschlag, alles endet auch mit ihm. Dazwischen liegt die Zeitspanne, die man Leben nennt. Mit unzähligen Herzschlägen und wohl auch mit Herzklopfen. Eltern wissen, was es heißt, "am Puls der Zeit" zu sein. Sie haben dieses Wunder des Anfangs mit ihren Kindern miterlebt. Sie wissen: Dieses kleine Herz schlägt wegen ihnen und das eigene schlägt ein Leben lang nur für sie. Herz und Hirn – in Elternschaft fallen sie in eines.

Diese Erfahrung ist zugleich eine sehr biblische. Denn es gehört zu den Überzeugungen des biblischen Glaubens, dass Herz und Verstand nicht etwa ihre unterschiedlichen Orte im Menschsein haben; vielmehr ist laut Paulus das Herz selbst der Ort der Vernunft. Dem liegt die Überzeugung zugrunde, dass die menschliche Existenz eine moralische Existenz ist – dass Menschsein nie ohne Bezug zum anderen zu denken ist, der mein Herz bewegt, dem ich mein Herz schenken oder dem ich mein Herz ausschütten kann.

Vielleicht, so wäre im Blick auf die Sorge um geistliche Berufungen und Berufe selbstkritisch zu fragen, widmen wir dem Herzen zu wenig Aufmerksamkeit. Wir wollen den Verstand aktivieren, die Gedanken befeuern und den Intellekt schulen. Aber haben wir wirklich schon realisiert, dass Berufung mit einer Herzensregung beginnt? Der Ruf Gottes findet seinen Widerhall in den seltensten Fällen im Hirn, sondern in Herz und Hand der Angesprochenen.

Als der Arzt das Mikrofon ausschaltet, mit dem er den Bauch meiner Frau abtastet, sind wir nicht mehr dieselben. Dieses kleine Herz mit seinen kräftigen Schlägen hat unser Herz, das oft träge und müde scheint, bewegt. Gottes Geschichte mit den Menschen ist die Geschichte dieses zarten Impulses, dieses Zuckens im Koronarmuskel. Alles beginnt mit einem Herzschlag. Und alles wird möglich, wenn aus dem Herzschlag ein Herzklopfen wird.

Für eine Kultur des Lebens
Kolumne von Georg Plank
Aus dem Seitenschiff
Kolumne von Georg Plank
Für eine Kultur des Lebens
Kolumne von Georg Plank
Aus dem Seitenschiff

Kolumne von Georg Plank

Wenn sie nicht wahr ist, ist sie immerhin gut erfunden: Die Geschichte, wonach Thomas Alpha Edison als Kind seiner Mutter einen Brief brachte. Sie las ihm vor: "Ihr Sohn ist ein Genie. Unsere Schule passt nicht zu ihm, bitte unterrichten Sie ihn selbst!" Jahrzehnte später fand der nunmehr wohl berühmteste und erfolgreichste Erfinder diesen Brief in einer Truhe. Tränen strömten über sein Gesicht, als er las: "Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir können ihn nicht brauchen. Er muss unsere Schule verlassen!"

Dankbar bekannte er, er konnte ein Genie werden, weil seine Mutter eine Heldin gewesen sei. Ich bin fest überzeugt, dass jeder Mensch für eine solche Geschichte geschaffen ist. Unabhängig von den Umständen, von Hautfarbe, Geschlecht oder Einkommen haucht Gott jedem Geschöpf seinen Atem ein. Unsere Lebensjahre reichen nicht aus, um das Potential, das in uns steckt, auch nur ansatzweise zu entwickeln. Niemand hat zu wenig, jeder und jede ist in Gottes Augen ein Abbild Seiner Göttlichkeit.

Warum gibt es dann so viele Probleme? Warum so viel Gewalt und Terror? Vielleicht finden wir die Spur einer Antwort im Verhalten der Mutter Edisons. Während seine Lehrer einer "Kultur des Todes" folgten, realisierte sie kühn eine "Kultur des Lebens" (Johannes Paul II) Während die einen auf Exklusion setzen und damit Stabilität sichern wollen, vertraute sie auf die unbändige Lebenskraft, die in jedem noch so kleinen Keim steckt.

 

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