Freitag 20. April 2018
Wofür lebst du?
Elisabeth Langer
"Meine Berufung scheint es zu sein, d. Menschen zur EINHEIT, zum Frieden aufzurufen. Schwächere zu beschützen, ihnen...
Wofür lebst du?
Elisabeth Langer

"Meine Berufung scheint es zu sein, d. Menschen zur EINHEIT, zum Frieden aufzurufen. Schwächere zu beschützen, ihnen eine Stimme zu geben. Widerstand zu leisten wo Unrecht passiert." Elisabeth Langer, selbstständig

"Meine Berufung scheint es zu sein, d. Menschen zur EINHEIT, zum Frieden aufzurufen. Schwächere zu beschützen, ihnen eine Stimme zu geben. Widerstand zu leisten wo Unrecht passiert."


Elisabeth Langer, selbstständig

 

Redaktion "miteinander"
Mag. Elisabeth Mayr

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Ohne Netz und doppelten Boden
Leitartikel März/April Ausgabe
von Chefredakteur Henning Klingen
Ohne Netz und doppelten Boden
Leitartikel März/April Ausgabe

von Chefredakteur Henning Klingen

Die Familie. Die Liebe. Die Freude. Die kleinen Momente der Muße und des Glücks. Den erfüllenden Job. Die Menschen, die sich auf mich verlassen: Vermutlich gibt es so viele Antworten auf die Frage „Wofür lebst Du?“, wie es Menschen auf der Welt gibt. Und doch werden sich viele dieser Antworten da und dort ähneln: Familie und Liebe wären vermutlich weit vorn …

 

Tatsächlich interessant machen diese Antworten jedoch nicht in erster Linie jene Aspekte des persönlichen Glücks, der Befriedigung eigener Bedürfnisse. Solches Glück droht rasch zu welken und nicht durch die dunklen Momente tiefer innerer Leere hindurchzutragen. Interessant ist vielmehr jener vorsichtig ertastete Lebenssinn, der sich ganz dem anderen verdankt. Der nicht aus mir selbst herauskommt, sondern den ich mir schenken lassen muss. Von meinen Kindern, die mich brauchen, von Hilfsbedürftigen, die mein Helfen mit dem wohligen Gefühl bedanken, Sinnvolles zu tun. Die höchst persönliche Frage nach dem Lebenssinn – sie ist gar nicht so persönlich. Sie ist interpersonal, weist ein in Gemeinschaft. Ohne den anderen kein Sinn, kein Zweck, kein Ziel.

 

Und es zeigt sich darin zugleich: Sinn ist nichts, was man einmal „hat“, was man besitzt. Sinn erweist sich im Handeln, im Tun. Nur wenn ich mich dem anderen aussetze, mich in seine Hand lege, zu seinem Werkzeug machen lasse, kann ich mir Sinn schenken lassen. Entsprechend stimmen mich auch jene Antworten skeptisch, die vollmundig und mit der Inbrunst religiöser Überzeugung vom Lebenssinn wie einem Besitz reden. Glaube nur gut genug – und die Sinnfrage erledigt sich von selbst. Ist das wirklich so? Sind religiöse Menschen vor der Gottesverdunkelung gefeit? Ich zweifle.

 

Tatsächlich zehrt das Christentum von der Zusage, dass Gott derjenige sei, der mich gerade dann trägt, wenn ich ihn am schmerzlichsten vermisse. Denn Gott ist biblisch gesehen ein Zeitwort: So antwortet Gott im Buch Exodus auf die Frage des Mose, wie er denn heiße, mit der geheimnisvollen Formel „Ich bin der ‚Ich bin da‘“. Nicht mehr – aber eben auch nicht weniger. Es gibt keine fix fertigen Antworten. Es bleibt uns nichts erspart. Wir bleiben bei unserer Suche nach Sinn voll und ganz auf den Nächsten verwiesen. Auch und vielleicht gerade als religiös musikalische Menschen.

 

Und so wollen auch wir im „miteinander“ diese Frage weiterhin stellen und Sie zu Wort kommen lassen. Die Antworten finden Sie verstreut in den nächsten Ausgaben unter der Frage „Wofür lebst Du?“ Mögen Sie die Antworten inspirieren und motivieren, sich dieser im Alltag so oft verdrängten Frage bewusst zu stellen!

Die Drei Affen und der Ich-Mensch
Aus dem Seitenschiff
Kolumne von Ingeborg Schödl
Die Drei Affen und der Ich-Mensch
Aus dem Seitenschiff

Kolumne von Ingeborg Schödl

 

Die meisten Menschen werden sie sicher kennen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, aus Keramik, Holz, sogar auch aus Plastik. Eine Zeitlang waren sie fast verschwunden, aber dafür tauchen sie jetzt wieder verstärkt auf: Ich meine die drei Affen, die als Symbol für „nichts sehen, nichts hören und nichts reden“ gelten. Ihre Haltung wird meist als Meinungslosigkeit, Desinteresse, auch mangelnde Zivilcourage interpretiert.

 

Wenn ich von meinem Seitenschiff aus die Umwelt betrachte, so scheint für viele Menschen das Verhalten der drei Affen wieder ein Vorbild zu sein. Fixiert auf das vielfältige Angebot der sozialen Medien pflegen sie mit ihrer unmittelbaren Umwelt kaum Kontakt. Man ist zwar nach allen Richtungen hin vernetzt, aber blind für die Situation des Mitmenschen nebenan. Viele rühmen sich, Hunderte Facebook-Freunde zu haben, sind aber trotzdem beziehungslos. Das Nahverhältnis zu einem Menschen erfordert nämlich mehr, als nur mit ihm zu twittern.

 

Die „Drei-Affen-Haltung“ ist eine Lebenseinstellung für Ich-Menschen. Wenn ich mich abschotte, nichts sehen, hören und reden will, dann trage ich auch nicht die Verantwortung für gesellschaftliche und politische (Fehl-)Entwicklungen mit. Die Auswirkungen solchen Verhaltens haben wir im 20. Jahrhundert schon einmal erlebt. Wenn mehr Menschen hingeschaut hätten, die politischen Machttöne gehört und den Mund aufgemacht hätten, wäre einiges zu verhindern gewesen. Und heute? Das „Drei-Affen-Prinzip“ hat wieder Hochsaison. Ist halt doch bequemer.

 

 

Erschienen in: "miteinander" | Jahrgang 2018 | Ausgabe März/April 2018

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Themen & Schwerpunkte

Immer wieder urlaubsreif

Ein Familieneinblick von Sandra Lobnig

Erholung erwarten wir uns vom Familienurlaub nicht. Dafür ein bisschen Abenteuer, Stärkung für den Alltag und viel Zeit für uns. Ein Familieneinblick von Sandra Lobnig

 

 

Immer wieder urlaubsreifUnser allererster Familienurlaub führte uns nach Berlin. Unser Sohn war neun Monate alt und ein angenehmer Mitreisender. Den kurzen Flug hat er verschlafen. In Berlin angekommen, verfolgte er neugierig aus dem Kinderwagen, was rund herum passierte. Die Tauben fand er spannender als das Brandenburger Tor; der ehemalige Verlauf der Berliner Mauer interessierte ihn nicht, dafür liebte er das Busfahren. Wurde er hin und wieder doch quengelig, konnten wir ihn leicht in der Babytrage beruhigen und er schlummerte ein. Reisen mit Kind kann so herrlich entspannt sein – dachten wir damals ...

Und heute, fünf Jahre später, mit mittlerweile drei Kindern zwischen eineinhalb und fast sechs Jahren? Die Worte Erholung und Entspannung kommen mir sicher nicht als Erstes in den Sinn, wenn ich an Familienurlaub denke. Von unserem Winterurlaub in Südtirol im Jänner sind wir Eltern sogar ziemlich urlaubsreif wieder zu Hause angekommen. Ein erster Kraftakt war das Packen: Unser Familienvan war bis obenhin vollgestopft mit Winterjacken, Skiausrüstung, Duplo-Steinen und Reisegitterbett. Der Älteste lernte mit großem Eifer Skifahren, die Mittlere wollte nach einer halben Stunde auf der Piste unbedingt wieder zurück ins Quartier und unser Jüngster wurde mitten in der Woche krank.

Ich durfte also eine Dreijährige bei Laune halten und ein krankes, sehr anhängliches Kind den ganzen Tag herumtragen, während mein Mann unserem Sohn Bogerlfahren auf der Babypiste beibrachte. Schön war’s trotzdem. Weil wir mit lieben Freunden unterwegs waren, das Wetter traumhaft und die Bergkulisse herrlich war. Und weil das Skifahren auch nach fünfzehn Jahren Pause tadellos geklappt hat.

 

Eis am See Genezareth

Die Zeiten, in denen wir mit Rucksack durch die Anden wanderten, sind also vorübergehend vorbei. Dass man als Familie den Urlaub jahrzehntelang nur noch am Adriastrand oder auf dem Bauernhof verbringt, wollten wir aber auch nicht ohne Weiteres hinnehmen – auch wenn wir die Urlaube am Meer und am Bauernhof bis jetzt sehr genossen haben. Als uns das Fernweh einmal besonders packte und der Winter in Österreich nicht enden wollte, buchten wir kurzerhand Flüge nach Israel. Mein Mann und ich waren schon mehrere Male dort, mit den Kindern würde es sicher noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis werden. Und das war es dann auch.Immer wieder urlaubsreif

Wie selbstverständlich spazierten die Kinder durch den arabischen Markt, vorbei an Händlern, die lautstark Falafel, Gewürze und bunte Schals anpriesen. Mit Hummus, Weißbrot und Melone picknickten wir im Park zwischen kinderreichen jüdischen Familien, aßen das erste Eis der Saison am See Genezareth und warteten mehr oder weniger geduldig beim Checkpoint in Bethlehem, um in die Geburtsstadt Jesu zu kommen. Wir erzählten den Kindern die Geschichten, die sie aus ihrer Kinderbibel kennen, und konnten sagen: „Das war hier.“ Dabei stellten wir uns auf das Tempo der Kinder ein, machten lange Spielplatz- und Essenspausen. Regelmäßig fragen die Kinder seither, wann wir denn endlich wieder nach Israel fahren.

 

 

 

Pöllau: Stärkung für Familien

Ein Fixpunkt im Sommer ist für uns das Jungfamilientreffen in Pöllau. Ein riesiger Schlosspark, Kinderprogramm, geistliche Inputs für die Erwachsenen, familienfreundliche Gebetszeiten und viele, viele sympathische Familien aus ganz Österreich machen diese fünf Tage für uns zu einer wahrhaften Tankstelle: Einerseits tut es gut, zu sehen, dass man nicht die einzige Familie ist, die mit vielen Herausforderungen im Alltag zu kämpfen hat. Andererseits inspirieren uns die anderen Familien, mitten durch Alltagschaos und Turbulenzen unseren Weg mit Gott zu gehen. Ich gestehe: Erholung – zumindest physisch – bietet das Jungfamilientreffen auch nicht viel. Damit wir uns wirklich erholen, müssen mein Mann und ich ohne Kinder wegfahren. So ein Wochenende planen wir nach Möglichkeit jedes Jahr ein. Davon profitieren wir – und letztlich auch unsere Kinder. Denn geht’s den Eltern gut, geht’s auch den Kindern gut.

 

 

Sandra Lobnig

 

Erschienen in: "miteinander" | Jahrgang 2017 | Ausgabe Juli/August 2017

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